Wolfgang Röhl / 16.10.2021 / 06:00 / Foto: Pixabay / 106 / Seite ausdrucken

Medien: Wann steigen Sie vom Haltungsgaul?

Viel vom Irrsinn, der in Deutschland grassiert, geht auf das Konto einer nicht mehr funktionierenden Vierten Gewalt. Wären unsere Medien doch wenigstens so kritisch wie die Presse im letzten Kaiserreich.

Das Verfahren der Ablenkfütterung kennt jeder Förster, Bauer, Fischzüchter. Um zu verhindern, dass Tiere sich Nahrung dort holen, wo sie es nicht sollen, stellt man ihnen Linsengerichte bereit. Auf abgeernteten Feldern wird zum Beispiel Mais verstreut, um Kraniche von der Wintersaat auf anderen Flächen fernzuhalten. Fischzüchter richten Becken mit wertlosem Weißfisch ein, um Kormorane von kommerziell lukrativen Zuchtfischen wie Forellen oder Karpfen wegzulocken. Nahrungssucher fallen darauf gewöhnlich herein.

Alle paar Jahre erhebt der investigative Journalismus (ein Begriff ähnlich der Sättigungsbeilage) sein Schild und Schwert. Er verstreut dann eine gewaltige Menge an Ablenkmaterial, Papers genannt. Die „Panama Papers“ verbreiteten 2016 den Eindruck, praktisch alle Reichen würden in Panama oder auf Inseln Scheinfirmen einrichten, wo sie ihr Geld versteckten und Steuern hinterzögen.

Das Material – angeblich 11,5 Millionen Dokumente wie Bankdaten, Briefe, Verträge, Nachrichten – wurde von einem internationalen Recherchenetzwerk namens ICIJ ausgewertet, welches wiederum von westlichen Konzernen, Milliardären und deren Stiftungen finanziert wird, etwa von der „Open Society Foundation“ des US-Spekulanten George Soros. Angeblich wurden die Dokumente dem Netzwerk „zugespielt“. Es handele sich um geleakte, also durchgesickerte Informationen über finanzielle Transaktionen, so wird behauptet.

Sitzen also in jenen Kanzleien, die solche Transaktionen und Briefkastenfirmen betreuen, wunderbarerweise auch aufrechte Gesinnungsbolzen, die irgendwann nicht mehr anders können als ihrem Gewissenswurm nachzugeben, indem sie einer Gruppe internationaler Rächer-Medien (in Deutschland dabei: Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR) mehr oder weniger brisantes Material zukommen lassen?

Strafrechtlich nicht relevant

Wahrscheinlicher ist wohl, dass innerhalb oder außerhalb der angezapften Firmen professionelle Diebe am Werk sind, welche die Sore an den finanzkräftigen Rechercheverbund ICIJ verticken. Der sie dann zwecks Auswertung an nationale, überwiegend linksgewirkte Medien weiterreicht.

Deren Rechercheure erhalten damit Kenntnis von ungezählten Geschäftsvorgängen. Die aber sind in aller Regel, so stellt sich nach Erscheinen der jeweiligen Papers regelmäßig heraus, keineswegs illegal. Sondern besitzen allenfalls ein Geschmäckle, jedenfalls in den Gaumen einschlägiger Journalisten.

Mit anderen Worten: Mutmaßlich von Kriminellen beschafftes Material, das in den allermeisten Fällen strafrechtlich überhaupt nicht relevant ist, lagert sehr wahrscheinlich auf den Speichern selbsternannter Ermittler, einladend zum Missbrauch one fine day. Falls sich diese Journos einen Ehrenkodex verpasst haben, so spielt er faktisch keine Rolle. Daten, die einmal die Runde gemacht haben, sind nicht mehr einzuhegen.

Womit wir bei den „Pandora Papers“ wären, dem neuesten Coup der Ablenkfuttermittelindustrie. Wieder hat angeblich ein Whistleblower knapp 12 Millionen Dokumente durchsickern lassen, wieder geht es um Steuervermeidung und Steuerhinterziehung in Steueroasen. Etliche Namen von Staatsoberhäuptern und Regierungschefs a.D. werden genannt; darunter viele, auf die man unmöglich gekommen wäre.

Wie jetzt? Ali Bongo Ondimba aus Gabun, Ilham Alijew aus Aserbaidschan oder César Gaviria aus Kolumbien sollen Geschäfte getätigt haben, die aus der Sicht eines deutschen Kreissparkassenleiters womöglich nicht blitzeputze sauber sind? Und Silvio Berlusconi aus Italien, Tschemidiien Saichanbileg aus der Mongolei oder Hassan Diab vom Libanon sind wohl auch nicht jene Ehrenmänner, für die man sie immer hielt?

Statt Megaenthüllungen nur ein Geschmäckle

Da brechen Welten aus Glaube, Liebe, Hoffnung sturzbachartig zusammen. Freilich räumt die SZ, selbstredend wieder mit bei der Rechercheparty, am Ende eines ellenlangen Pandora-Stücks ganz klein mit Hut ein: „Es sei an dieser Stelle erneut festgehalten: Geschäfte in Steueroasen sind nicht verboten, und sehr vieles, was sich an Deals und Investitionen im Leak findet, scheint absolut legal zu sein.“

So, what?

Dass sich Jens Spahn und sein Ehemann offenbar ohne größeres Eigenkapital eine über vier Millionen Euro teure Immobilie in Berlin zulegen konnten, hatte für viele ebenfalls ein Geschmäckle. Kenntnisstand bis jetzt ist, dass an dem Deal nichts strafbar war. Ende Gelände.

So hoch die angeblichen Megaenthüllungen der Pandora Papers in Medien gejazzt werden, so gering ist das Interesse der breiten Öffentlichkeit daran. Daran ist nicht nur das geringe Überraschungsmoment schuld. Dass Figuren in hochkorrupten Systemen womöglich korrupt sind – nebbich.

Auch halten sich die konkreten Auswirkungen nach den großspurig angekündigten Scoops in Grenzen. Selten erfolgt danach viel mehr als eine Durchsuchung hier, eine Steuernachzahlung dort. Was auch damit zu tun hat, dass – siehe oben – bei den meisten der von den Recherzianten ausgestreuten Verdachtsfälle gar keine Straftaten vorliegen.

Die Buddeln öffnen und die Fässer ignorieren

Zum Desinteresse des Publikums trägt ferner bei, dass gar nicht so wenige Menschen gar nicht so wenig Verständnis für Leute haben, die ihr Geld ungern Staaten in den Rachen schmeißen, welche damit nur Unfug veranstalten. Etwa unablässig neuen Migrantenzuzug organisieren, Lehrstühle für Genderklamauk einrichten, Klimahysteriker alimentieren und einen Reichshauptslum (Copyright Don Alphonso) namens Berlin unterhalten, der selbst in der Subsahara auffallen würde.

Nebenbei, ob Putins Geliebte in Monaco ein millionenteures Appartement erworben hat, interessiert den deutschen Drei-Zimmer-Residenten nicht ein Böhnchen. Eine Nachricht läge höchstens vor, würde die sicherlich attraktive Dame im Moskauer Vorstadtplattenbau auf 30 Quadratmetern wohnen und einen zwölf Jahren alten Lada Niva mit kaputter Heizung fahren.

Der Verfolgungseifer, den die Medien bei wirklichen oder behaupteten Wirtschaftsdelikten an den Tag legen, ebenso der zähnefletschende Kampf gegen „Rechte“, „Klimaleugner“, „Rassisten“, „Sexisten“ und „Covidioten“, sämtlich idealtypisch verkörpert im neuen Staatsfeind Nr. 1, dem alten weißen Mann – all diese Anstrengungen gehen mit der Unlust einher, sich mit immer offensichtlicher werdendem Irrsinn zu befassen. Etwa mit dem Versuch, einer Industriegesellschaft die Pulsadern aufzuschneiden, indem man ihre Stromversorgung vom Wehen des Windes und dem Scheinen der Sonne abhängig macht.

Die Medien machen Buddeln auf und ignorieren die Fässer. Nein, „EEG Papers“ über ein verhängnisvolles Gesetz aus dem Jahre 2000 und seine Konsequenzen für Wirtschaft, Landschaft und Strompreise, so was hat es nie gegeben, wird es auch nicht geben. Den ökologisch-industriellen Komplex mit seinen verschachtelten Konglomeraten, Lobbygeflechten, Einflussagenten, seinen Cliquen, Profiteuren, Schönrednern, seinen auf EEG-Abzocke spezialisierten Advokaten und den ideologischen Partisanen in Politik und Zivilgesellschaft – kein Rechercheverbund hat das je auf seine Agenda gesetzt.

Nicht, dass es unmöglich wäre nachzuzeichnen, wie sich die Chose entwickelt hat seit dem Eiskugel-Gelöbnis eines Jürgen Trittin. Man kann mit dem nötigen Aufwand ermitteln, wer so alles mit den Eiskugeln Millionen gescheffelt hat. Man könnte sogar noch viel früher ansetzen, nämlich mit Recherchen über die unermüdlichen Lobbyarbeit des „Solarpapstes“ Hermann Scheer.

„Selbstständige Zwischengewalt" im Kaiserreich

Der Sozialdemokrat hatte offen postuliert, was er mit seiner Energiewende recht eigentlich bezweckte: nicht bloß Solarpanels und Windräder gesellschaftsfähig machen, sondern gleich eine ganz neue Gesellschaft schaffen. Scheer, 2010 gestorben, war der Pionier des Great Reset, der Idee von einem radikalen Umbau der westlichen Gesellschaften. Sozusagen Stichwortgeber für Klaus Schwab & Co.

Das alles wäre, mit Unterstützung von George Soros, der Ford Foundation und anderer nobler Spender, unschwer zu recherchieren. Genauso, versteht sich, wie die Durchleuchtung weiterer Felder mit enormem Sprengpotenzial. Etwa eine Darstellung der Migrantenschleusungsbranche, der EZB-Geldpolitik, der Enteignung der europäischen Sparer, der Entmachtung der europäischen Staaten. Und, und. Das Dumme ist, man bräuchte dafür Medien, die eine solche Durchleuchtung überhaupt anstreben.

Kleiner Exkurs in die Vergangenheit. Das Reich des zwirbelbärtigen Wilhelm Zwo war nach dem vagen Eindruck vieler Nachnachgeborener ein Land des Kadavergehorsams, der Vergötzung des Militärs, der Verfolgung von Sozialisten und der Unterdrückung freier Rede und Schreibe. Viele verdanken diese Sicht dem 1918 erschienenen Longseller „Der Untertan“ von Heinrich Mann.

Historiker wie Fritz Fischer oder John G. Röhl haben wissenschaftlich daran gearbeitet, das letzte deutsche Kaisertum in möglichst düsteren Farben zu malen. Doch ihr australischer Kollege Christopher Clark hat dieser Darstellung eine Reihe von Zähnen gezogen. Auch und gerade, was die Rolle der Presse im Kaiserreich betrifft. Die erlebte seit Beginn der 1890er einen beispiellosen Boom. Eine „Medienrevolution“ und ein „heftig umkämpfter Markt der politischen Presse“ mündeten, so Clark, in einer „selbstständigen Zwischengewalt, die nicht länger von den Behörden instrumentalisiert werden konnte.“

Auch über die einst unangreifbare Person des Kaisers erschienen „zunehmend boshafte und respektlose Kommentare“, zumal der erratische Wilhelm bei öffentlichen Auftritten regelmäßig in Fettnäpfchen zu tappen pflegte. Zwar wurden manche Kritiker schon mal wegen Majestätsbeleidigung verfolgt, doch das mehrte nur ihren Ruhm und die Auflagen ihrer Blätter. Das Satireblatt Simplicissimus brachte aus Anlass einer kaiserlichen Tirade gegen sogenannte Schwarzseher ein gut verkauftes Sonderheft auf den Markt.

Unerwartetes war möglich

Der Historiker Hans-Ulrich Wehler, ausgewiesener Kenner der wilhelminischen Epoche, hielt die Presse der Kaiserzeit in vielerlei Hinsicht für aufmüpfiger als die heutige:

„Überhaupt kann es bei einem Vergleich mit der Bandbreite konfligierender Meinungen und dem Stil bekannter Redakteure in der Gegenwart oft so scheinen, als ob im kaiserdeutschen Obrigkeitsstaat, vermutlich provoziert durch seinen autoritären Charakter, ungeachtet aller nur zu bekannten Risiken und mit einer gehörigen Portion Zivilcourage eine offenere, pointiertere, gegebenenfalls aggressivere Sprache, welche die Streitpunkte in ungeschminkter Polemik beim Namen nannte, gepflegt worden sei, als sie in aller Regel derzeit zu finden ist.“

Wehlers Analyse stammt von 1987. Damals, zur Zeit von Kohls Kanzlerschaft, war Regierungskritik zumindest für den linken und liberalen Teil der Presse Pflichtprogramm. Wie Wehlers Vergleich der wilhelminischen Zeitungslandschaft mit den Schwanzwedelmedien der Merkeljahre ausgefallen wäre, kann man sich vorstellen.

Was mich betrifft, so bin ich wahrscheinlich etwas naiv. Aufgewachsen mit den alten Medien der alten Bundesrepublik und in ihnen sozialisiert, verstand ich Medien jahrzehntelang tatsächlich als eine Vierte Gewalt. Als informelle Institution, welche die Regierung zu kritisieren hat, nicht die Kritiker der Regierung. Zwar gab es, je nach den gerade am Ruder Stehenden, immer auch einen tendenziell regierungsfreundlichen Medienblock. Doch hielt ein anderer Teil stets wacker dagegen, schon aus Konkurrenzgründen.

Unerwartetes war jederzeit möglich. Vor allem, wenn ein Knüller winkte. Der Spiegel stand bekanntlich immer links, also auch auf Seite der Gewerkschaften. Was ihn nicht daran hinderte, 1982 finstere Machenschaften im gewerkschaftseigenen Wohnungsunternehmen „Neue Heimat“ aufzudecken. Der Konzern ging darüber letztlich koppheister, das Image der Gewerkschaften ebenso.

Waren das Zeiten. Ihre Wiederkehr ist schwer vorstellbar. Dem aktuellen Haltungsjournalismus scheint eine Art freiwillige Selbstkontrolle innezuwohnen. Allerdings eine robustere als in den Anfängen der Kinofilmzensur nach dem Zweiten Weltkrieg, als in Deutschland ab und zu pikante, politisch unerwünschte (zum Beispiel in „Casablanca“) oder „sozialethisch desorientierende“ Szenen in vorauseilendem Gehorsam rausgeschnitten wurden.

Endlich absteigen vom Haltungsgaul

Heute schaffen es Themen, die wie rosa Elefanten im Raum stehen, nur noch gelegentlich in einige Medien. Die kriminelle Energie bestimmter Migrantengruppen etwa ist weithin tabu. Oder sie wird, sofern das Thema aus einem Anlass unvermeidlich ist, von den üblichen Experten routiniert relativiert.

Unterdessen werden massenhaft Ablenkfütterungen ausgeteilt. Gespenstische Debatten über „toxische Männlichkeit“ laufen etwa in der Zeit rauf und runter. Erraten Sie, wer die Adressaten von derlei Erziehungstraktaten zuvörderst sind?

#allesunterdentisch könnte der Hashtag heißen, mit dem sich erhebliche Teile der Medienschaffenden identifizieren. Kommt doch mal was Unappetitliches auf den Tisch, setzt sogleich ein Täter-Opfer-Verdreh ein. Als kürzlich publik wurde, dass eine frisch ins Amt gewählte Nachwuchskraft der „Grünen Jugend“ sich als junges Ding in der Disziplin Hass & Hetze kapitale Meriten erworben hatte (allerdings auch noch nach ihrer Volljährigkeit), und als sie dafür aus dem Netz ebenso widerliches Feedback bekam, marschierten Mainstreammedien reihenweise zu ihrem Schutz auf.

Die arme Kleine! Waren wir nicht alle mal jung und doof? Ach, das verdammte Netz! Es vergisst nie! Dem Tagesspiegel gelang eine fulminante Verteidigungsschrift, welche sogar Sigmund Freud und William Faulkner als Entlastungszeugen für die Sarah-Lee aufrief. Ganz großes Schwurbelfeuilleton!

Verdummt in alle Ewigkeit? Eines ist klar: Nur mit Medien, die vom Haltungsgaul steigen und den Mächtigen endlich ans Leder gehen – vielleicht unter dem Druck brutaler Entwicklungen auf dem Energiesektor –, kann Ampeldeutschland vor den schlimmsten Verrücktheiten bewahrt werden.

Sie müssten nicht mal perfekt tariert sein, wie es die britische Qualitätspresse einst gewesen sein soll. Würden unsere Medien einfach nur das kritische Niveau der Kaiserzeit erreichen, so wäre das schon ein Fortschritt.

Foto: Pixabay

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Dr. Ralph Buitoni / 16.10.2021

@Dr Stefan Lehnhoff - von Dr. zu Dr. - um Ihre Liste zu ergänzen: auf Youtube für glänzende Analyse internationaler Politik (“the great game”) unbedingt Alexander Mercouris. bzw. The Duran, auch und gerade zusammen mit Alex Christoforou. Für eine kritische Sicht auf amerikanische Innenpolitik aus durchaus linker (!) Perspektive: Breakting Points mit Saagar Enjeti und Krystal Ball, auch deren voriger Host “The Hill”, ist zwar “mainstreamiger”, aber einem deutschen Publikum würde trotzdem noch die Kinnlade runterklappen. Und dann natürlich ganz wichtig: Sky News Australia, auf das auch viele US-Bürger voll neidischer Verzweiflung schauen, wenn sie wissen wollen, was in ihrem Land wirklich los ist. Und dann noch ein ganz besonderes Bonbon, allerdings eher was für Afficionados: das sexy enfant terrible Russell Brand, der schon aufgrund seiner für deutsche Verhältnissen undenkbaren Karriere vom schwere Drogen konsumierenden MTV-Star und Entertainer zum spirituell-katholisch vibrierenden Kommentator die ganze woke Linke zur hilflosen Verzweiflung bringt. To be continued…..

Bernd Maier / 16.10.2021

Der Drops mit den großen Medien ist hierzulande längst gelutscht. Meiner bescheidenen Meinung nach, liegt das vor allem daran, daß einerseits durch das Aufkommen des Internets nur noch im hochkarätigen Bereich journalistische Lorbeeren einzustreichen waren und eben dieser Bereich zugleich auch von unzähligen Arbeitsscheuen mit krankhafter Anspruchshaltung geflutet wurde. Solchen, denen Artikel über ein Zusammentreffen des TUS Pusemuckel mit SpVgg Unterbocksberg unter ihrer Würde erscheint. Die erwähnten Leute sind nicht willens und oftmals auch gar nicht fähig, arbeitsintensive und vielleicht sogar risikobehaftete Reportagen zu erarbeiten. Aber jede dieser Figuren erwartet nach Abschluß des Studiums direkt einen Purlitzer-Preis, oberfettes Einkommen und Weltruhm - ohne dafür auch nur den kleinen Finger krumm machen zu müssen. Da das alles aber nicht geklappt hat, versuchen sie es mit Haltung und merken dabei nicht einmal, daß ihre Haltung nur durch einen Stock im Allerwertesten gegeben ist. Es sind reine Abkassierer, die ihren Job nicht aus Überzeugung machen.

Bernd Fendt / 16.10.2021

Ich würde für unsere “Mainstream Medien” gerne einen Begriff, den ich kürzlich bei ServusTV gehört habe übernehmen und prägen: Lohnschreiber und Lohnschwätzer.

Thomas Schmied / 16.10.2021

Mit und ohne Merkel an der Spitze: Medien, Politiker und geneigte Experten - es ist ein Herrschaftsclub. Warum sollte das nach Merkel jemand der Profitierenden ändern wollen? Nur wer nutzt, wird und bleibt Teil vom Club. Der Rest wird verbissen bekämpft und aufgrund der enormen gemeinsamen Macht meist auch besiegt, zumindest an den Rand gedrängt. Man profitiert voneinander und finanziert wird alles mit unserem Steuergeld. Einer macht die Meinung und übt nur selektiv Kritik, einer stützt die Meinung, einer setzt die Meinung in Politik um, die wiederum allen Beteiligten nutzt und verteilt das Steuergeld. Der Medienfuzzi profitiert, der geneigte Experte profitiert, der Politiker profitiert und alle profitieren voneinander. Flankiert wird alles von Lobbyisten, Superstars und Superreichen, die ebenfalls profitieren. Amigos in hohen Ämtern der Juristerei verhindern zu viel Gegenwind durch das, was man früher “Gewaltenteilung” nannte. Das alles ist völlig legal und man kann es “repräsentative Demokratie” nennen, weil die Leute das wirklich gewäht haben. Die Leute werden erst die Augen öffnen, nachdem sie schmerzhaft gegen die Wand gelaufen sind.

Reinhard Benditte / 16.10.2021

Sehr geehrter Herr Röhl! Bestens geschrieben und beschrieben! Gratulation! Meine Meinung: Die meisten der heutigen Federmüden, oder sollte ich besser sagen, Federfaulen Journaille sind nichts anderes als gut bezahlte Prostituierte, die für ein Plätzchen in dem Flieger der Kanzlerin, für ein „Ticket“ zur Bundestagspressekonferenz, für wohlwollende Tweets der Gutmenschen, für eine Spende der kapitalkräftigen NGOs oder der Stiftungen wie der Gatesstiftung und für kräftige Finanzierungsspritzen durch z.B, riesige Annoncen durch die Regierenden ihre Seele verkaufen oder verkauft haben anstatt sich kritisch mit Entscheidungen der Herrschenden auseinanderzusetzen und die Bürger zu informieren! Siegfried Weischenberg, Kommunikationswissenschaftler und Soziologe, urteilt, man müsse die öffentliche Aufgabe, die der Journalismus nach höchster Rechtsprechung wahrnehmen soll, „inzwischen mit der Lupe suchen“: „Im gesamten Journalismus wird zunehmend mehr die Kritikerrolle zur Disposition gestellt. Die Krise des Journalismus […] erweist sich vor allem als Krise seiner Kritikfunktion; sie wird obsolet, wenn die Distanz fehlt und die Relevanz sowieso. Dies gilt schon traditionell für den strukturell korrupten Motor- und Reisejournalismus sowie einen Teil der Wirtschaftspublizistik.“ Bezahlte Journalisten seien, um ihre immer knappere Arbeit zu behalten, wegen der Einschaltquoten und der Werbung-Abhängigkeit, tendenziell wie in der PR mehr am Mainstream orientiert. Mit anderen Worten, unabhängiger Journalismus kann man vielleicht noch mit der besagten Lupe, die mit einem riesigen Vergrößerungsglas ausgestattet ist, finden!

Ralf Pöhling / 16.10.2021

Ideologie ist tödlich, denn sie befreit den Menschen vom Denken. Wer einer vorgefertigten kritiklos Ideologie anhängt, der trägt Scheuklappen und verweigert sich somit der Realität. Und wer an der Realität vorbei diskutiert oder auch regiert, der landet unweigerlich früher oder später an der Wand. Man muss Dinge so sehen, wie sie sind und nicht, wie man sie gerne hätte. Denn im letzteren Fall fehlt die Problemanalyse, die eine sachgerechte Lösung überhaupt erst ermöglicht. Mit links oder auch rechts hat das alles nichts zu tun, sondern schlicht mit Realitätsverweigerung infolge von Indoktrination. Die ideologischen Scheuklappen müssen weg und das Gehirn angeschaltet werden. Insbesondere auf der linken Seite des Spektrums, denn dort ist das Problem derzeit deutlich virulenter, als auf der rechten Seite. Und die linke Seite des Spektrums hält auch noch den Großteil des Medienapparates besetzt. Was dann dazu führt, dass nicht mehr die Wahrheit, sondern nur noch Ideologie transportiert wird und das Problem exponentiell anschwillt. Ich hoffe eindringlich, dass das linke Spektrum in der Breite noch die Kurve bekommt, denn die Probleme sind da. Aber mit weltfremder Ideologie lassen sie sich eben nicht lösen, sondern nur mit Nachdenken und offener und unzensierter Kommunikation. Die Führungselite um Schwab & co. versucht irgendwie mit dem Problem umzugehen und die Menschen einzubinden, doch das gelingt nur bedingt, denn Ideologen an den Tisch zu holen, führt eben nicht zu Lösungen, sondern nur zu neuen Problemen. Sie von oben herab zu steuern, löst das Problem auch nur bedingt und führt zu anderweitigen Problemen. Wir müssen dringend zusehen, dass die Menschen von synthetisierter und kondensierter Weltanschauung wegkommen und die Dinge so zu sehen lernen, wie sie wirklich sind. Und wenn sie sie nicht verstehen, hilft Einstein: “Ich weiß, das ich nichts weiß.” Wer nicht genug weiß und sich das eingesteht, bildet sich freiwillig weiter oder hält sich eben raus.

Karl-Heinz Vonderstein / 16.10.2021

Habe eben nach der 20 Uhr Tagesschau mal die Tagesschau-Kontaktstelle in Hamburg angerufen und gefragt, warum denn der Mordfall des britischen konservativen Abgeordneten und Brexit Befürworters David Amess heute in der Sendung keine Meldung wert war, bei dem es sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei in GB um einen islamistisch motivierten Terrorakt handeln soll. Auch auf der Nachrichtentext-Seite des ARD Senders ist es mittlerweile keine Erwähnung mehr wert. Die Dame am anderen Ende der Leitung meinte jedenfalls, dies wäre der Punkt, “Es soll sich um einen Terrorakt oder islamistischen Terrorakt handeln” (mit der Betonung auf soll), man müsste es genauer wissen. Eigentlich müssten in der Politik doch alle Alarmglocken läuten. Kann mich nämlich nicht an eine islamistisch motivierten Terrortat in einem westlichen Industrieland bis vor dieser Tat erinnern, bei dem ein radikaler Islamist gezielt einen Abgeordneten einer Regierungspartei bzw. überhaupt einer Partei eines westlichen Industrielandes getötet hat. Oder gab es da schon so einen Fall? Auf der ZDF Nachrichtentext-Seite des Senders steht die Meldung noch, allerdings nennt man es da lediglich eine terroristische Tat. Wieso werde ich das Gefühl nicht los, dass, wenn zum Beispiel ein britischer Abgeordneter von einem rechten Terroristen getötet worden wäre, wie es vor mehreren Jahren tatsächlich in GB passiert ist (Labour-Abgeordnete), dass man dann im ÖRR bei uns ganz anders damit umgehen würde?  

Dieter Kief / 16.10.2021

Hat nicht ARD-Chef Tom Buhro gerade gesagt, die ÖR-Sender brauchten mehr politische Offenheit? - Schau’n mer mal.

Karla Kuhn / 16.10.2021

Wie das Schulsystem in der Kaiserzeit war, kann ich nur aus Erzählingen meiner vielen Tanten, die schon lange nicht mehr leben, von denen manche bereits Ende der 1870 Jahre geboren wurden. Nach ihren Erfahrungen hatte der ROHRSTOCK Hochkonjungtur, denn der LEHRER, eine absolute Resepktsperson hatte IMMER recht.  Es gab eine Klasse von der ersten bis zur vierten, danach gingen die Mädche aber nur die aus “gutem Hause”  wie meine Tanten und meine Mutter, die 1912 eingeschult wurde,  auf ein MÄDCHENGYMNASIUM. Alle Mädchen trugen weiße Schürzenkleider mir großen Rüschen an den Trägern. Und Halbhohe Stiefelchen. Natürlich durfte die weiße Schleife om Haar nicht fehlen. Die Fotos meiner Mutter und meiner Tanten sehen richtig lustig aus.  100 Jahre später gehen viele Mädchen im Sommer mit nackten Bauch, auch wenn die Speckrollen zu sehen sind , kaputten Jeans und roten Fingernägeln in die Schule und NIE ohne Handy.  Mir persönlich kam es immer nur auf den LEHRSTOFF an. Egal wie verheerend der Sozialismus/Kommunismus auch war, das SCHULSYSTEM, jedenfalls in meiner Zeit,  war sehr gut. Ausfallstunden gab es so gut wie nie, höchstens mal in der Grippezeit aber auch dann bekamen wir Aufgaben, die Klassenzimmertüre blieb geöffnet. Außer “Rotlicht” (Statsbürgerkunde)  waren ALLE Fächer FREI von Politik un die LEHRER hatte alle einen Studienabschluß. Nur nach dem Krieg gab es auch NEULEHRER,  mit einer kurzen Notausbildung, ohne große Kompetenz, dafür aber kommunistisch geschult. WIr hatten auch einen aber nicht lange, weil sich Schüler und Eltern beschwert hatten. Ich bin gerne in die Schule gegangen. Fred Burig , das stimmt. Bei uns gab es sehr gut bestückte kleine Läden, die immer etwas “unter dem Ladentisch” für treue Kunden und für “Tauschkunden” hatten. Natürlich nicht immer das, was gewünscht aber im Gegensatz zu den HO Läden, die immer sehr traurig aussahen, waren die meisten zufrieden mit dem “Schwarzangebot” Es gab SAISONWARE, Tomaten im Winter jedenfalls nicht.

Dietmar Blum / 16.10.2021

Christoph Kaiser / 16.10.2021 Gaul?!? Darf man sowas heute noch gebrauchen, ohne daß sich irgendein Flöckchen empört? Solange es kein “Araber”, sondern nur ein “Rheinisch-Deutsches Kaltblut” ist.

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