Stefan Frank / 05.05.2021 / 16:00 / 2 / Seite ausdrucken

Israelische Kunst in Dubai

Zu den Widersprüchen der BDS-Kampagne, die den Staat Israel durch einen Boykott von Menschen und Waren zerstören will, gehört, dass die Welt mit jedem neuen Boykottaufruf erfährt, wie vergeblich all die vergangenen Aktionen waren (angefangen beim 1945 erklärten Boykott der Arabischen Liga gegen die Juden Palästinas).

Einem auf Arabisch verbreiteten Aufruf zum Boykott einer Kunstausstellung mit Werken von israelischen Künstlern in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist zu verdanken, dass mehr Menschen erfahren, dass es diese Ausstellung in der Galerie Oblong in Dubai überhaupt gibt.

Der Erste, der auf Englisch darüber berichtete (BDS selbst hält dieses Thema offenbar für ungeeignet, um im Westen Stimmung gegen Israel zu machen), war Hakim Bishara, der für Hyperallergic, ein Onlinemagazin für Kunst mit Sitz im New Yorker Stadtteil Brooklyn, schreibt.

Bishara betreibt selbst eine Galerie in Brooklyn und erfuhr von dem Boykottaufruf. Dieser stammt von der Gruppe Palästinensische Kampagne für den akademischen und kulturellen Boykott Israels (PACBI), die „BDS“-Chefpropagandist Omar Barghouti mitgegründet hat. Laut Bisharas am 11. April veröffentlichten Beitrag stehe in dem Aufruf:

„Die Eröffnung der ersten Ausstellung israelischer Künstler in der Region ist ein weiterer Versuch, die Normalisierung populär zu machen.“

Weiter heiße es in dem Text, dass die emiratische Öffentlichkeit „das israelische Siedler-Kolonial-Apartheid-Regime trotz der Versuche, Kritik zu unterdrücken und zum Schweigen zu bringen, immer noch als ihren ersten Feind ansieht“.

Kunst von drei Israelis

Ob das stimmt, wird sich bald zeigen. Wie Times of Israel berichtet, wirbt das israelische Tourismusministerium in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Urlaub in Israel. Niemand wird dazu gezwungen, nach Israel zu reisen. Und so sollte auch jeder Mensch, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebt oder als Tourist dorthin reist, selbst entscheiden können, ob er die Ausstellung sehen will oder nicht.

Paola Marucci, die Mitgründerin der Galerie Oblong schrieb in einer E-Mail an Bishara, sie sei „sicherlich überrascht und traurig, in ein Problem verwickelt zu werden, das größer ist als wir“. Der einzige Zweck ihrer Galerie sei es, „Kunst und Kultur ohne jegliches Ziel zu fördern“. Weiter teilte sie mit:

„Wir haben die Unterzeichnung des Abraham-Abkommens mit Begeisterung begrüßt und wollten niemanden beleidigen, indem wir die erste israelische Künstlerausstellung in Dubai eröffnet haben. Für uns sind Künstler alle gleich: Der einzige Unterschied zwischen den Künstlern ist ihr künstlerischer Ausdruck, nicht ihre Nationalität.

Ich persönlich glaube, dass Kunst eine universelle Sprache hat: Kunst und Kultur sind Elemente, die Brücken und keine Mauern schaffen, wie Santo Pater Karol Wojtyla [Papst Johannes Paul II.] oft gesagt hat.“

Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Mai. Der 18-jährige israelische Fotograf Yinon Gal-On, der zusammen mit Ariela Wertheimer und Keren Shpilsher zu den drei Israelis gehört, die ihre Kunstwerke präsentieren, wird auf der Website der Galerie mit den Worten zitiert:

„Als das Friedensabkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnet wurde, war ich begeistert von der Welt der Möglichkeiten, die sich für die beiden Nationen eröffneten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Fotos in ein paar Monaten in einer Galerie in Dubai präsentieren würde.“

Wirtschaftliche Kooperation

Die guten Nachrichten hören nicht auf. Am 11. April traf Mohamed Mahmoud Al Khajah, der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Tel Aviv, den Vorsitzenden der gemeinnützigen israelischen Organisation Start-Up Nation Central, Eugene Kandel.

Start-Up Nation Central hilft israelischen Unternehmern, in der Welt der Technologieunternehmen Fuß zu fassen. Bei dem Treffen wurde vereinbart, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die Unternehmen aus Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten in Verbindung bringen soll.

Am 26. April wurde bekannt, dass der Fonds, der das Staatsvermögen der Vereinigten Arabischen Emirate verwaltet, dem israelischen Energiekonzern Delek dessen Anteil an dem 2009 entdeckten Gasfeld Tamar abkauft – für die stolze Summe von 1,1 Milliarden US-Dollar.

Tamar liegt im Mittelmeer, westlich der nordisraelischen Hafenstadt Haifa. Weil die Hisbollah in der Vergangenheit mit Angriffen auf israelische Bohrinseln gedroht hat und Erdgasförderung im östlichen Mittelmeer ohnehin eine brisante politische Angelegenheit ist – die Türkei neidet Israel, Zypern, Griechenland und Ägypten deren reiche Erdgasvorkommen und ist seit Jahren auf Konfrontationskurs – hat das auch eine strategische Bedeutung.

Die Kooperationen zwischen beiden Ländern, letztes Jahr noch eine Sensation, werden bald so zahlreich sein, dass es kaum noch möglich sein wird, über alle zu berichten.

Die offizielle Nachrichtenagentur Emirates News Agency (WAM) – um noch ein weiteres Beispiel für die vielen Facetten der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu nennen – hat einen neuen Nachrichtendienst auf Hebräisch gestartet. Sie teilte Anfang April mit:

„Mit dem Start des Dienstes bietet WAM nun Nachrichtendienste in 19 Sprachen für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt an. Der neue Dienst bietet umfassende Medieninhalte auf Hebräisch, einschließlich Nachrichten sowie schriftlicher und audiovisueller Berichte auf der offiziellen Website der Agentur und in den sozialen Medien.“

Mohammed Jalal Al Rayssi, Generaldirektor der Nachrichtenagentur, erklärte, der hebräische Nachrichtendienst werde Medieninhalte zu den „Fortschritten bei den bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel im Lichte des von beiden Ländern im September 2020 unterzeichneten Abraham-Friedensabkommens liefern.“

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Mena-Watch.

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Hans-Peter Dollhopf / 05.05.2021

Die mich ohne Ursache hassen, deren ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir unbillig feind sind und mich verderben, sind mächtig. Ich muß bezahlen, was ich nicht geraubt habe.

paul brusselmans / 05.05.2021

Zwischen den Emiraten und Israel scheint es besser zu klappen als mit Deutschland, dass in der Uno (finnisch: Trottel) immer gegen Israel stimmt, um des Führers Erbe zu verteidigen.

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