Gastautor / 23.11.2023 / 10:00 / Foto: Imago / 70 / Seite ausdrucken

Geert Wilders und die einstürzenden Brandmauern

Von Okko tom Brok.

Die Neuwahlen in unserem westlichen Nachbarland haben eine kaum für möglich gehaltene Sensation gebracht: Die rechtskonservative Oppositionspartei PVV von Geert Wilders ist mit Abstand zur stärksten Partei geworden. Der Trend der einstürzenden Brandmauern setzt sich fort.

„Oranje boven“ ist einerseits der Schlachtruf der stets in Orange spielenden niederländischen Fußballnationalmannschaft, zugleich aber auch der Eigenname des niederländischen Königshauses Oranien-Nassau. Die Parlamentswahlen vom 22. November 2023 haben diesem Ruf eine dritte Bedeutung gegeben: „Netherlands first.“

Nachdem die erst am 10. Januar 2022 nach zähen Koalitionsverhandlungen ins Amt gekommene, aus mittlerweile vier Parteien bestehende Koalitionsregierung des scheidenden Premierministers Mark Rutte („Rutte IV“, gesprochen: „Rütte“) im Juli dieses Jahres zerbrach, haben jetzt die Neuwahlen in unserem westlichen Nachbarland eine kaum für möglich gehaltene Sensation gebracht: Die rechtskonservative Oppositionspartei PVV von Geert Wilders ist mit Abstand zur stärksten Partei geworden (37 Sitze), während die zuletzt vier Regierungsparteien (VVD, D66, CDA, CU) erhebliche Stimmenverluste einfuhren. Die deutsche Presselandschaft ätzt bereits in gewohnter Manier gegen den zu verzeichnenden „Rechtsruck“.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Zweitstärkste Kraft wurden immerhin die zu „GroenLinks“ fusionierten ehemaligen Sozialdemokraten und Grünen unter dem bis vor kurzem amtierenden EU-Klimakommissar Frans Timmermans, die ihren Stimmenanteil von 17 auf 25 Stimmen ebenfalls deutlich ausbauen konnten. Timmermans wird jedoch keine Regierungsbildung unter seiner Führung zugetraut, denn das hoffnungslos zersplitterte linke Parteienspektrum in den Niederlanden kommt insgesamt auf lediglich 55 Sitze. Für eine Regierungsbildung sind jedoch 76 oder mehr Sitze im Parlament erforderlich.

Kein Dreierbündnis rechter Oppositionsparteien

Schon im Vorfeld hatten sich die Wähler in TV-Umfragen klar geäußert und im Zweifel mit Abstand eine „Mitte-Rechts-Regierung“ statt einer „Mitte-“ (Centrum) oder „Mitte-Links-Regierung“ gewünscht. Das Wahlergebnis sieht in der Tat die Parteien der Rechten gestärkt.

Überraschenderweise schnitt jedoch die neu entstandene Mitte-Rechts-Partei für Bauerninteressen (BoerBurgerBeweging = BBB) trotz ihres Achtungserfolges bei den Regionalwahlen im Sommer jetzt mit nur 7 Sitzen trotz eines erheblichen Zuwachses eher schwach ab. Obwohl die Neuwahlen insbesondere durch die einseitig klimaschutzorientierte, von vielen als landwirtschaftsfeindlich empfundene Agrarpolitik der Regierung Rutte und die landesweit zu beobachtenden Bauernproteste ausgelöst worden waren, wird die im Agrarland Niederlande im Grunde dringend benötigte Stimme der BBB bei der Regierungsbildung vermutlich keine entscheidende Rolle spielen können.

Möglicherweise ist es der Spitzenkandidatin Caroline van der Plas, einer ehemaligen Christdemokratin (EX-CDA), nicht hinreichend gelungen, ihre Rolle beim offenbar mehrheitlich gewünschten politischen Strukturwandel deutlich zu machen. Zuletzt hatte sie allerdings im niederländischen Radiosender NPO Radio1 dafür geworben, eine Dreier-Koalition aus BBB, Wilders PVV und der ebenfalls neugegründeten NSC des früheren Christdemokraten Pieter Omtzigt zu bilden. Auch Geert Wilders gab sich zuletzt ausdrücklich moderat, stellte die für die PVV charakteristische Islamkritik etwas in den Hintergrund und mahnte, angesichts der drängenden ökonomischen und sicherheitspolitischen Probleme des von Kriminalität und zunehmender Armut geschüttelten Landes parteiübergreifend zusammenzuarbeiten („samenwerken“).

Für ein Dreierbündnis der bisherigen rechten Oppositionsparteien wird es nach den vorliegenden Zahlen nicht reichen. Die einzige rechnerisch mögliche Dreierkoalition bestünde aus Wilders PVV, Omtzigts NSC (20 Sitze) und der unter neuer Führung angetretenen Regierungspartei VVD (24 Sitze).

Und in Deutschland?

Die neue Spitzenkandidatin der bisherigen Regierungspartei VVD, die türkisch-stämmige Dilan Yeşilgöz-Zegerius, eine promovierte Sozialwissenschaftlerin, die sich für eine Begrenzung der Immigration ausspricht, konnte für ihre Partei nur den dritten Platz erringen. Sie kritisierte mehrfach die „woke Agenda“ und hat, anders noch als Premier Mark Rutte, eine Koalition mit Geert Wilders nicht explizit ausgeschlossen.

Die Koalitionsverhandlungen dürften in jedem Fall langwierig werden. Für Deutschland halten die Wahlen im Nachbarland jedoch einige interessante Lehren bereit: Erstens ist auffällig, wie stark das ehemals christdemokratisch-bürgerliche Lager in verschiedenen Parteien zerfallen ist. Gleich mehrere neue Parteiführer sind ehemalige Christdemokraten. So lässt sich die Prognose wagen, dass auch der deutschen Christdemokratie eine Zerreißprobe bevorsteht, die in der Gründung mehrerer neuer Parteien ihren Ausdruck finden könnte. Das Erstarken von AfD und Freien Wählern deutet bereits in diese Richtung. Die Christdemokratie wird in ihrer Nachgiebigkeit gegenüber dem woken Zeitgeist nicht mehr als Kraft der politischen Erneuerung wahrgenommen.

Zweitens ist klar erkennbar, dass die woke Agenda mit den Orchideenthemen Gender, Klima und Multi-Kulti keine Mehrheiten mehr findet und nur durch mühsame Abwehrbündnisse „gegen Rechts“ am Leben zu erhalten wäre. Ein Bündnis gegen Geert Wilders, wie es insbesondere die linken Kleinstparteien der Niederlande fordern, würde aktuell bis zu 9 Parteien erfordern.

Und drittens lässt sich ablesen, wohin die ausgrenzende Dämonisierung einzelner Parteien führt: Diese „Underdogs“ werden irgendwann fast zwangsläufig zur stärksten Kraft ihres Landes, wie es jetzt auch in den Niederlanden zu sehen ist und voraussichtlich demnächst auch in Frankreich. Die „Brandmauer“ ist auf beiden Seiten der Ems akut „einsturzgefährdet“. Man kann nicht auf Dauer gegen den politischen Wandel anregieren. Höchste Zeit also, dem demokratischen Spiel der Kräfte wieder Raum zu geben und die wahre Krise der Demokratie zu beenden: die Diskursverweigerung. Gefragt sind jetzt politische Lösungen für die drängendsten Probleme der Zeit: Energieknappheit, Inflation, Wohnungsmangel, unkontrollierte Massenimmigration. Werden deutsche Politiker diese Botschaft überhaupt zur Kenntnis nehmen?

 

Der Autor ist Lehrer an einem niedersächsischen Gymnasium und schreibt hier (noch) unter einem Pseudonym.

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Bodo Bastian / 23.11.2023

“Wohnungsmangel…” Es gibt keinen Wohnungsmangel. Jeder Zugewanderte wird eine Wohnung bekommen!

Wilfried Düring / 23.11.2023

‘Wir ALLE sind Israel - und Israel ist in uns allen!’ (Geert Wilders, 2010). Ich gratuliere Geert Wilders und auch den Israelis und dem jüdischen Volk zu DIESEM Wahlergebnis. Ich freue mich sehr! Wilders ist ein treuer Freund der Israelis. Auch DESHALB schimpft man ihn Rächtzs-Populist, während die Documenta-Verbrecher, Schulschwänzer und Juden-Boykotteure selbstredend gute Demokraten sind. Mit einer (moderaten) Rechtsregierung in den Niederlanden (PVV, VVD, Bauern BBB und vielleicht NSC) wird nun nicht alles gut - aber vieles besser. Grüne, Woke und ‘Demokraten 66’ stehen zu Recht vor dem Scherbenhaufen ihrer Politik. Jetzt werden die Lügen des ‘Werte-Westens’ endlich abgeräumt! Ich freu schon mich, auf das bescheuerte Grinsen, wenn Baerbock oder Waffen-Walther Herrn Wilders demnächst die Hand geben müssen (während sie innerlich von Haß zerfressen werden). Orban, Meloni, Wilders - es geht voran!

Fritz Dieterlein / 23.11.2023

Der Mann ist vollständig „gecancelt“ worden, seine Vorhersage hingegen ist eingetreten. „Der Mainstream drückt sich noch vor der richtigen Einordnung“. Von da, wo ich es als Gebührenzahler am ehesten erwarten würde, nämlich von ARD und ZDF gibt es bisher nur totales Schweigen. Wieder einmal entscheiden diese „Anstalten des öffentlichen Rechts“, was die sie finanzierenden Bürger sehen und hören dürfen oder sollen. M.f.g.

Ron Grünbaum / 23.11.2023

Da wird die E U   alles aufbäumen damit Wilders   nicht an die Spitze der Niederlande kommt ! Wir werden die Giftpfeile der Etablierten kennen lernen.

Fritz Dieterlein / 23.11.2023

Das Département Drône liegt zwischen Avignon im Süden und Grenoble im Norden in der historischen Landschaft Dauphiné. Nah bei der Mittelstadt Romans-sur-Isère (33.000 Einwohner) liegt hier das Dörfchen Crépol mit gerade einmal etwas über 500 Einwohnern. In der Nacht vom vergangenen Samstag auf Sonntag fand ein „Wintertanz“ in der Kommune statt. Gegen 1.30 Uhr erschien eine Gruppe von zehn bis zwanzig ortsfremden Jugendlichen kommend aus Romans-sur-Isère, genauer gesagt der Neubausiedlung La Monnaie. Laut einer Zeugin, Martine, hatte die fremde Gruppe nur darauf gewartet, dass die Feiernden den Saal verließen. „Dann fingen sie an, Menschen zu töten, so ist es passiert.“ Ihre Identität ist noch nicht eindeutig festgestellt, aber laut Augenzeugen handelte es sich um arabischstämmige Jugendliche im typischen Vorstadt-Outfit, in Sportkleidung mit typischen Hosen und Schuhen.Die Folgen: Insgesamt 17 Personen wurden verletzt, acht erlitten einen Schock. Zwei Personen (23 und 28) wurden als Notfallpatienten ins Krankenhaus Valence gebracht. Den 16-jährigen Thomas aus dem Nachbardorf Chalon traf ein Messerstecher in Brust und Herz, vielleicht auch am Hals. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus von Lyon. Ein enger Freund von Thomas erzählt im Video, dass alles sehr schnell ging. „In ein oder zwei Minuten wurde überall mit dem Messer zugestochen.“ Auch einige Finger wurden abgetrennt. Am Ende waren 39 Feuerwehrmänner nötig, um den Verletzten und Traumatisierten zu helfen. Bei ihrer Flucht schossen die arabischstämmigen Täter noch einige Male in der Nähe des Rathauses in die Luft. Frankreich und Schweden sind bereits von arabischen Messermännern erobert. Wenn Deutschland nicht das gleiche Schicksal erleiden soll, muss bei der Wahl 2025 der links-gelb-grüne-rote Rotz aus dem Bundestag gekärchert werden. Dazu gibt es (k)eine Alternative. Vor genau 10 Jahren schrieb Akif Pirincci auf der Achse des Guten den Beitrag „Das Schlachten hat begonnen“.

gerhard giesemann / 23.11.2023

Geert weiß weben: Grenzschutz ist die bessere Geldanlange als “Klimaschutz”.

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