Dieser Tage ist es im „Kampf gegen Rechts“ durchaus salonfähig, die Auslöschung von sechs Millionen Juden dafür zu instrumentalisieren, den politischen Gegner auszuschalten. Wo wart ihr alle nach dem Hamas-Massaker?
In Corona-Zeiten hat sich die Politik zu Recht dagegen gewehrt, dass das Dritte Reich von Impfgegnern instrumentalisiert wurde. Es war richtig, sich dagegen auszusprechen, den Davidstern missbräulich zu verwenden, Jana aus Kassel wurde zu Recht kritisiert. Nun ist es dieser Tage, im „Kampf gegen Rechts“, durchaus salonfähig, die Auslöschung von sechs Millionen Juden dafür zu instrumentalisieren, den politischen Gegner auszuschalten.
Dass es bei dem „Geheimtreffen“, bei dem auch unstrittig rechtsextreme Personen teilgenommen haben, nicht um Deportationen ging, dass es nicht darum ging, Menschen zu vergasen, zu verbrennen, zu ermorden, wird offenbar völlig außer Acht gelassen. Politiker wie Nancy Faeser, Christian Wulff, Bodo Ramelow vergleichen dieses Treffen, ohne mit der Wimper zu zucken, mit der Wannsee-Konferenz. Der Konferenz, bei der in der Nazizeit die systematische Auslöschung der Juden beschlossen wurde.
Es verbietet sich, ein Treffen, wo unter anderem Politiker darüber diskutiert haben, nicht integrierte migrantische Straftäter in ihre Herkunftsländer abzuschieben (es spielt auch keine Rolle, ob man das gut oder schlecht findet), mit einer Nazi-Konferenz in einem Atemzug zu nennen, in der es um die Ermordung der Juden geht. Es ist ganz schlechter Stil, es zeugt von fehlendem Anstand, und es verharmlost die industrielle Tötung der Juden durch die Nazis.
„Palästina gegen die AfD“
Ich heiße es gut, wenn Menschen für ihre Rechte demonstrieren und nicht nur vom bequemen Sofa aus motzen. Es widert mich allerdings an, wenn wieder Juden herangezogen werden, um den eigenen Belangen größtmögliche Bedeutung zu verleihen. Wenn der politische Gegner auf dem Rücken der Juden ausgeschaltet werden soll. Dass es bei diesen Demonstrationen nicht wirklich um Juden geht, hat die Zeit nach dem 7. Oktober gezeigt. Nur wenige Menschen haben sich versammelt, um gegen den Judenhass der Hamas zu demonstrieren. So bleibt das schale Gefühl, dass es schick ist, gegen Rechts zu demonstrieren, aber für Israel einzustehen eher verpönt.
Als sich unter die Proteste der Bauern Rechtsextreme mischen wollten, war der Aufschrei groß. Viele versuchten, das legitime Interesse der Landwirte sogleich mit der Anschuldigung einer rechten Gesinnung zu delegitimieren. Dass Hamas-Freunde öffentlich in den sozialen Netzwerken mit dem Slogan „Palästina gegen die AfD“ werben und sich zahlreich, mit Palästina-Flaggen bestückt, unter die Anti-Rechts-Proteste mischen, scheint in dem Fall nicht skandalös. Da kommen wieder die allseits bekannten Doppelstandards zum Vorschein.
Es mag dem einen oder anderen Teilnehmer der Demonstrationen ein Wohlfühlgefühl geben, diesem politischen Modetrend zu folgen. Mir hätten hunderttausende demonstrierende Menschen nach dem Massaker an Juden in Solidarität für Israel, gegen Antisemitismus auf bundesdeutschen Straßen ein besseres Gefühl vermittelt. Und die einseitige Wahrnehmung der Gefahren, die unser Land bedrohen, macht mir Angst.
Dieser Beitrag erschien auch bei Tapfer im Nirgendwo.
Malca Goldstein-Wolf ist eine deutsch-jüdische Aktivistin und Publizistin, die sich gegen Judenhass einsetzt. Neben ihrem Aktivismus als ehrenamtliches, geschäftsführendes Mitglied des deutschen Präsidiums von Keren Hayesod, Israels größter Spendenorganisation, sammelt sie Gelder für israelische Menschen in Not.
Nur um mit einem populären Mythos aufzuräumen: Bei der Wannsee-Konferenz wurde nicht die systematische Auslöschung der Juden beschlossen – die war bereits voll im Gange und der Entschluss dazu längst gefällt. Bei der Wannsee-Konferenz ging es nur noch darum, dieses beispiellose Massaker an Millionen Menschen im Detail zu organisieren.
@Max Weber: der Meinung bin ich nicht. Mit Begründung kann und darf ich den Vergleich wagen, und den Judenstern braucht man da gar nicht. Es genügt einzig und alleine die T4 Impfaktion die dem Holocaust vorausging und Ernst machte mit zero Krankheit unter strenger Einhaltung des Datenschutzes. Keiner wars am Ende. Jeder tat wie befohlen. Wie nun die 17 SDGs (von bis dato unbekanntem Autor) ein solches Szenario zu verhindern gedenken das wüßte ich nach diesem geschichtlichen Hintergrund ganz gern. Wie und in welcher Form wurden die 17 SDGs beschlossen, wer schlug sie vor, wer stimmte dafür und wer dagegen? Wer entwarf diesen seltsamen Pandemie Vertrag? Stellt euch namentlich vor um die Verantwortung für Euer Tun zu übernehmen. Tretet ans Licht!
@Thomas Szabo+Michael Lorenz: Diese Petition ist man zwar sofort geneigt zu unterschreiben, gibt aber dadurch dem politischen und vielleicht auch tatsächlichen Gegner (An tifa) die Chance zur Identifikation. Das sollte man bedenken!
„Man kann jar nücht so viel essen, wie man…“ Für mich ist Fakt: Game over!
Ihr Name kommt ja bei Orwell vor. Hasswochen gegen Goldstein. Goldstein ist ein aufgebauschter Dissident, in etwa ein Afdler. Ansonsten sind nur tote Juden nützlich, jedenfalls für Deutsche .
Liebe Frau Goldstein-Wolf,
ich möchte mich bei Ihnen und allen jüdischen Mitbürgern entschuldigen, dass ich gewartet habe, dass unsere Altvorderen sich klar und entschlossen an Ihre Seite stellen. Ich wäre samt Familie sofort gekommen, so habe ich nur wenige Male an der Berliner Synagoge Blumen im stillem Gedenken niedergelegt. Es tut mir unendlich leid, wenn der Eindruck entstanden ist, dass viele Deutsche nicht an Ihrer Seite stehen.
Liebe Frau Goldstein-Wolf, genau diese Frage habe ich in linken Kommentarspalten gestellt: wo wart Ihr nach dem 07. Oktober? Da bekommt man verbal ziemlich viel Haue und wird natürlich ins rechtsextreme Eck gestellt, weil man diese Frage stellt. Die Leute kommen mit ihrer eigenen kognitiven Dissonanz nicht klar und wenn man auf Selbige hinweist, probieren sie, einen verbal zu vernichten. Im besten Deutschland aller Zeiten wohlgemerkt.