Wir holen Freund und Feind gleichermaßen herein. Sunniten und Schiiten, Türken und Kurden, Islamisten und Ex-Muslime. Und dann wundern wir uns, dass die Konflikte von Damaskus bis Diyarbakır nun in Berlin-Neukölln oder Wien-Favoriten weitergehen.
Wir retten Menschen vor dem Islamismus – und liefern sie ihren Verfolgern direkt vor der Haustür aus. Die Absurdität: Die eine Gruppe fordert hier lautstark genau das ein, wovor die andere geflohen ist. Wer Geld hat in der Türkei, kauft sich keinen Fernseher – er kauft sich den Fluchtweg. Zweitpässe sind zur Lebensversicherung geworden: Investition hier, Immobilie dort, und schon öffnet sich der Schengen-Raum wie ein Rettungsschirm. Nicht alle wollen sofort weg, aber viele wollen können. Der Gedanke ist simpel: Wenn das eigene Land endgültig kippt, dann bleibt immer noch der blaue EU-Pass im Schrank.
Warum? Weil die Fluchtmotive real sind. Der mit mir befreundete Publizist Emrah Erken bringt es auf den Punkt: „Unzählige Menschen aus muslimisch geprägten Ländern haben sich bewusst für den Westen entschieden, weil sie mit einer gewaltaffinen, frauenfeindlichen und rückwärtsgewandten Lesart des Islam nichts zu tun haben wollen. Sie wollten raus aus dem Zwang, hinein in die Freiheit. Sie wollten Demokratie, Gleichberechtigung, offene Kultur.“ Doch die bittere Wahrheit ist: Viele finden im Westen genau das wieder, wovor sie geflohen sind. Nicht weil es unausweichlich wäre – sondern weil wir es selbst importiert haben.
Alte Kriege, neue Heimat
Deutschland, Frankreich, England, Australien, Amerika – alle erleben das gleiche Muster: Wir holen Freund und Feind gleichermaßen herein. Sunniten und Schiiten, Türken und Kurden, Islamisten und Ex-Muslime. Und dann wundern wir uns, dass die Konflikte von Damaskus bis Diyarbakır nun in Berlin-Neukölln oder Wien-Favoriten weitergehen.
Auf unseren Straßen wird die palästinensische Fahne geschwenkt, während israelische Einrichtungen Polizeischutz brauchen. In Moscheen predigen Imame gegen Frauenrechte, während junge Frauen aus denselben Herkunftsländern im Westen endlich frei atmen wollten. Kurden, die dem türkischen Nationalismus entkommen sind, sehen denselben Nationalismus hier wieder marschieren – nur diesmal mit deutschen Steuerzuschüssen.
Die Absurdität ist unübersehbar: Wir retten die einen – und laden zugleich ihre Gegner an den Tisch. Die einen sind geflohen, um ihre Töchter ohne Kopftuch großzuziehen – und müssen nun erleben, wie andere hier genau den Kopftuchzwang fordern, dem sie entkommen sind.
Der Westen als Spiegel des Nahen Ostens
Ein unhaltbarer Zustand. Doch was passiert? Nichts. Die Politik scheint immun gegen die Realität auf den Straßen. Hauptsache, die eigene Wählerklientel bleibt bei der Stange. Hauptsache, niemand wagt das Wort „Importkonflikte“ in den Mund zu nehmen. Man beschwört Integration, während man die Parallelgesellschaften hofiert. Man ruft „Vielfalt“, während sich die Vielfalt der Konflikte wie eine Hydra vermehrt. Und man nennt es „Weltoffenheit“, wenn die eigene Stadt mehr an Gaza-Stadt erinnert als an eine europäische Metropole.
Die eigentliche Tragödie: Jene, die wirklich Schutz gesucht haben, werden von der Politik doppelt verraten. Sie sind geflohen, um frei zu leben – und finden sich nun neben denselben Feinden wieder, diesmal mit deutschem Pass in der Tasche. Ein Blick genügt: London, Paris, Berlin, New York, Melbourne. Die Bilder sind austauschbar: Straßenschlachten zwischen verfeindeten Gruppen, antisemitische Demonstrationen, „No-Go-Areas“, in denen westliche Lebensweise bestenfalls geduldet, schlimmstenfalls angegriffen wird. Genau hier liegt der Kern des Problems: Der Westen wird immer mehr zu dem, wovor die Menschen flohen. Wir retten sie nicht – wir verraten sie. Und wir verraten uns selbst gleich mit.
Wer schützt die Schutzsuchenden?
Die Frage, die kaum jemand zu stellen wagt: Wer schützt eigentlich die wirklich Schutzbedürftigen? Wer schützt die Ex-Muslime, die in Teheran ins Gefängnis gegangen wären und in Berlin von Islamisten bedroht werden? Wer schützt die Frauen, die dem Zwang entkommen wollten und hier erleben, wie derselbe Zwang in Schulen und Vereinen Einzug hält? Wir retten Menschen – und überlassen sie dann ihrem Schicksal. Wir holen sie heraus aus der Hölle – und bauen die Hölle nach. Und die Politik? Hört lieber weg.
Deutschland ist längst nicht nur ein Einwanderungsland. Es ist ein Austragungsort fremder Kriege geworden. Und solange wir so tun, als sei das eine Bereicherung, machen wir uns mitschuldig: am Verrat an den wirklich Schutzsuchenden und an der Zerstörung unserer eigenen Gesellschaft. Wer das nicht sehen will, braucht keine neuen Statistiken, keine weiteren Studien. Ein Spaziergang durch London, Paris oder Berlin genügt. Die Bilder sprechen Klartext.
Ahmet Refii Dener ist Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram.

Geopolitisch liegt Deutschland jetzt doch etwas ungünstig ( hat die Vergangenheit oft genug gezeigt ). Vielleicht sollte man diesesmal das Vaterland unseren kriegsgeilen Politikern überlassen und selbst einfach mit Sack und Pack auswandern … ? So eine Konstellation wäre mal echt was Neues //°o°\\
Erlaube mir den Hinweis: Islam, Islamismus, Islamistisch, alles eine Quelle und diese heißt Koran. Der Koran erweist sich als unreformierbar und hat sich deswegen überlebt. Im übrigen bin ich der Meinung, D’schland verkommt zum Siedlungsgebiet und ergibt sich (freiwillig?) archaischen Invasoren!
@ Lutz Liebezeit/ Für Soldaten war Maria schon seit Karl dem Unrasierten Schutzpatron. Wenn der Papst über Maria spricht, oder eine Weihe ausspricht, so ist Krieg im Anmarsch. Kyrill und Franziskus nahmen die Marienweihe am 25.3.22 vor. Der Papst segnet Waffen, der Patriarch Gräber. Die unbedingte Anbetung der Ikone war ein Zankapfel zwischen Ost- und Westkirche. Soldaten schreien am Ende nirgendwo nach dem Vater, so wurde der von Hellas übernommenene Isiskult zur Marienverehrung besonders in der Miltärseelsorge Brauch, da Priester überall auf der Welt beste Freunde der Soldaten sind.
Nach dem Döner kommt der Dröhner.
Überall das selbe Phänomen. Überall die selbe Ursache. Überall die selben falschen Lösungsansätze und die selbe Nachlässigkeit im Umgang damit. Geht auch anders: Man darf nicht jedem einfach so vertrauen. Kameras und digitale Abhöre helfen hier nicht weiter. Nur das gute alte Handwerk und die richtige Organisationsstruktur…
Autor Dener hat recht. Die Politiker machen sich schuldig, indem sie nichts tun; sie tun nichts, weil sie von den Inhabern der Mediengewalt brutal abgestraft würden, wenn sie etwas täten. Die Wähler wählen falsch, aus Unwissenheit, aus Bequemlichkeit, weil sie der Medienpropaganda erlegen sind und nicht zuletzt aus Angst vor Repressalien. –– Wir brauchen eine strikte Repression des politischen und des archaisch-fundamentalen Islams, mit erheblich schlimmeren Mitteln, als man sie jetzt gegen die AfD anwendet. Das wäre Menschenliebe, keinesfalls Fremdenfeindlichkeit oder gar Rassismus. Dazu bräuchte es europäischen Stolz auf die eigenen Errungenschaften, einen tiefen europäischen Patriotismus. Ich bezweifle, dass Europa dazu noch fähig ist.
Immerhin scheint die Schönwetterphase, deren Überfluss uns zum migrationspolitischen Suizid verleitete, nun mit Säbelrasseln und Spannungsfall zu enden.