Gastautor / 24.04.2022 / 16:00 / Foto: Pixabay / 24 / Seite ausdrucken

Der Feminismus soll jedermanns Mutti sein

Von Kathleen Stock.

Der klassische Feminismus wird mehr und mehr von Transaktivisten geschluckt. Wie konnte es so weit kommen?

Es ist ein bemerkenswertes Merkmal des jüngsten Mainstream-Feminismus und des Homosexuellen-Aktivismus, dass beide ihre ursprüngliche Zuständigkeit erheblich ausgedehnt haben. Der Feminismus der „Dritten Welle“ wird heute gemeinhin als Projekt für „alle Frauen, einschließlich Transfrauen“ wahrgenommen. Manchmal wird er sogar als etwas beschrieben, das „für alle“ und nicht nur für diese beiden Gruppen im Besonderen da sei. Hierbei handelt es sich keineswegs um die vernünftige Vorstellung, dass eine Welt ohne Sexismus sowohl für Frauen als auch für Männer besser ist.

Es ist die Idee, dass es beim Feminismus als politisches Projekt nicht mehr nur um Sexismus gehen sollte. Wie es die Website Everyday Feminism formuliert: Feminismus strebe danach, die Diskriminierung, Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer race, ihrer Klasse und anderer Unterschiede zu beenden und unterstützt sie dabei, ihr Leben selbst zu bestimmen. Mit anderen Worten: Der Feminismus soll nunmehr jedermanns Mutti sein.

Derweil hat sich der Homosexuellen-Aktivismus vor relativ kurzer Zeit in „LGBT“-Aktivismus verwandelt und ist dabei mit dem Transaktivismus verschmolzen – und wohl auch von diesem übernommen worden. In einigen kulturellen Arealen hat sich dies noch zu „LGBTQIA+“-Aktivismus ausgeweitet, der für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Queer, Intersex, Asexual“ steht, „plus“ alle anderen sexuellen Identitäten, die nicht ausdrücklich in dieser Abkürzung enthalten sind, so etwa Polyamorie oder „a-romantisch“ („kein Verlangen nach romantischen Beziehungen“). So oder so zählt der LGBT-Aktivismus heterosexuelle Transmenschen als neuen politischen Fokus doppelt: erstens, weil sie trans sind, und zweitens, weil sie in Bezug auf ihre Geschlechtsidentitäten auch „schwul“ oder „lesbisch“ sind.

Versagen der etablierten feministischen Organisationen

Für die Ausweitung des Zuständigkeitsbereichs gibt es in jedem Fall unterschiedliche Gründe, doch der Endeffekt ist derselbe: eine Verwässerung des politischen Fokus, zunehmende Unklarheit darüber, was die Ziele sein sollen, und Konflikte, da verschiedene neue und manchmal konkurrierende Interessen gegeneinander abgewogen – oder eher aus- gespielt – werden müssen. Insbesondere mit der Aufnahme von Transfrauen in den Zuständigkeitsbereich sowohl des Feminismus als auch des LGBT-Aktivismus haben sich die alten Gewohnheiten männlicher Sozialisation offenbar überlebt. In vielen Fällen stehen Transfrauen nunmehr an der Spitze des Feminismus beziehungsweise des LGBT-Aktivismus, während andersdenkende Frauen ignoriert oder in den Hintergrund gedrängt werden.

Im Fall des Mainstream-Feminismus hat dies unter anderem zu einer schwächenden Lähmung dort geführt, wo eigentlich energische Maßnahmen hätten ergriffen werden müssen. Die Energie wurde darauf verwendet, das Wort „Frau“ in potenziell aufwiegelnden Zusammenhängen sorgfältig zu vermeiden, anstatt entschlossenen Widerstand gegen die diversen Eingriffe in geschlechtsspezifische Rechte, Räume und Ressourcen zu leisten, die von LGBT-Aktivistenorganisationen gleichzeitig verfolgt wurden. Das Versagen der etablierten feministischen Organisationen, sich diesen Herausforderungen im Namen der Frauen und Mädchen, die sie angeblich immer noch vertreten, wirksam zu widersetzen, ist deutlich zu spüren.

2018, während der öffentlichen Regierungskonsultation (Großbritanniens, Anm. d. Red.) – zur Frage, ob die „Selbstidentifikation“ das einzige Kriterium für das Ausstellung eines Gender Recognition Certificates sein sollte und ob die Ausnahmeregelungen im Equality Act beibehalten werden sollten, um Dienstleistungen zu ermöglichen, die wirklich nur Frauen offenstehen – waren die offiziellen Antworten großer feministischer Organisationen wie der Fawcett Society, der Women’s Equality Party und Women’s Aid bestenfalls unverständlich farblos und zaghaft sowie, im schlimmsten Fall, gar nicht vorhanden. Es blieb Einzelpersonen und Basisorganisationen wie Woman’s Place UK, Fair Play for Women, Transgender Trend, For Women Scotland, Scottish Women, Women and Girls Scotland und We Need To Talk überlassen, den Kampf gegen die vorgeschlagenen Änderungen am GRA aufzunehmen.

Diese Gruppen hielten Versammlungen ab, schufen Websites und schrieben Blog-Beiträge, wobei sie ihre winzigen Ressourcen sehr effektiv gegen gut verankerte Organisationen wie Stonewall, Mermaids und die Scottish Trans Alliance einsetzten, von denen jede Jahr für Jahr hunderttausende oder sogar Millionen von Pfund erhält, in einigen Fällen von staatlichen Stellen selbst. Die Organisatorinnen und Unterstützerinnen dieser Basisgruppen wurden wiederholt verleumdet und verunglimpft, während viele feministische Mainstream-Organisationen eifrig wegschauten.

(...)

Transfrauen übernehmen Frauenrollen

Sowohl im Feminismus als auch im LGBT-Aktivismus ist die Verdünnung der Energien, die durch die Ausweitung des politischen Fokus hervorgerufen wurde, durch die Tatsache verschärft worden, dass jene Sorte Menschen, von denen nun angenommen wird, dass sie in der Lage seien, als zentrale Akteure, die „für“ die Mitglieder der Bewegung im Allgemeinen sprechen, an dieser teilhaben können. Es ist ein neues Phänomen entstanden, das ich Des Kaisers neue Kleider nenne: Transfrauen werden gebeten, eine Rolle für Frauen zu übernehmen oder in deren Namen zu sprechen, für die sie außer ihrem Trans-Sein kaum relevante Kenntnisse haben. Dies hat bisweilen atemberaubend surreale Gegenüberstellungen hervorgebracht: zum Beispiel die Präsentation von Transfrau-Domina Hailey Heartless als Rednerin beim Vancouver Women’s March 2018.

Unter den von Heartless gedrehten Videos findet sich mindestens eines, in dem sie sich vorstellt, eine „kleine TERF“ (Schimpfwort für Transkritiker, Anm. d. Red.) sexuell zu demütigen. In Großbritannien bezeichnet sich die Transfrau und Journalistin Jane Fae – die sich vor ihrer Transition im Alter von 50 Jahren intensiv gegen die Zensur extremer Pornografie, darunter Sadismus, Zoophilie und Nekrophilie, eingesetzt hat – nun selbst als Feministin und schreibt unter dieser Bezeichnung für den Guardian. Bei akademischen Veranstaltungen zum Thema Feminismus ist es mittlerweile üblich, dass mindestens eine Transfrau als Rednerin auftritt, manchmal ohne jegliche einschlägige Forschungsarbeit – wie zum Beispiel bei der Veranstaltung „The Future of Feminism“, die 2016 an der LSE stattfand und deren Hauptrednerin eine Trans-Philosophieprofessorin war, die zu diesem Zeitpunkt noch keine feministischen Veröffentlichungen vorweisen konnte und erst im Jahr zuvor transitioniert war.

(...)

Anfälliger für Empathie

Der Übergang von „Feminismus ist für Frauen“ zu „Feminismus ist für alle“ hat auch andere, weniger intellektuelle Ursprünge, die mit dem Übergang des Homosexuellen- Aktivismus von „LGB“ zu „LGBTQIA+“ zu tun haben. Einer davon ist, wie ich vermute, der Wunsch nach Neuem und nach Wiedererfindung im öffentlichen Bewusstsein. Ein anderer ist eine Art unbewusste mentale Kapitulation vor jenen sozialen Kräften, die den Feminismus und den Homosexuellen-Aktivismus in ihrem ursprünglichen Sinne überhaupt erst so wichtig gemacht haben: die anhaltende Abneigung gegen Frauen und Schwule, die nach wie vor als bedeutende unterdrückende Kräfte in der Gesellschaft existieren und Menschen dazu veranlassen, ihre Interessen preiszugeben oder sogar zwangsweise gegen sie zu handeln. Wenn Ihre einzige Aufgabe darin besteht, ziemlich hoffnungslos gegen die anhaltende Flut an Verunglimpfung, Abwertung der Interessen und Verhöhnung von Frauen und Schwulen anzukämpfen, ist es wahrscheinlich nicht ver- wunderlich, dass Sie am Ende Ihre Arbeitsplatzbeschreibung ändern.

Zumindest im Fall des Feminismus und des lesbischen Aktivismus besteht ein weiterer Einfluss – reichlich ironisch – darin, dass Frauen und Mädchen gesellschaftlich tendenziell für Eigenschaften geschätzt werden, die mit dem Mütterlichen in Verbindung gebracht werden: übermäßige Freundlichkeit, die Selbstaufopferung eigener Bedürfnisse gegenüber anderen, das Fehlen fester Grenzen und ein ausgeprägter Sinn für die moralische Verantwortung, Dinge in Ordnung zu bringen. Dieses Stereotyp prägt häufig das Selbstverständnis von Frauen und Mädchen und macht sie anfälliger für Vorwürfe, sie sollten sich auf die Bedürfnisse anderer konzentrieren, die nicht „sie selbst“ sind.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die derzeitige kulturelle Manie für „Diversität und Inklusion“, die als eine Art anspruchsloses Mantra aufgefasst wird, ohne dass wirklich darüber nachgedacht wird, was dies eigentlich bedeutet oder bewirken soll. Vielfalt und Eingliederung klingen zwar gut, sind aber keine kohärenten Ziele, wenn sie nicht in eine umfassendere Erklärung eingebettet sind, weshalb sie einen Wert darstellen. Sie sind am besten als indirekte Anzeichen dafür zu verstehen, dass ein System gerecht funktioniert; Anzeichen dafür, dass Minderheitengruppen ungehinderten Zugang zu Institutionen auf allen Ebenen haben, ohne dass ihre Zugehörigkeit zu einer Minderheit ihnen zum Nachteil wird.

Aneignung der Kämpfe anderer

Eine vielfältige und inklusive Organisation ist eine Organisation, in der – unmodisch formuliert – Chancengleichheit tatsächlich gegeben ist. Insofern sollten unsere Institutionen und Organisationen vielfältig und inklusiv sein, als indirektes Zeichen für ihren guten Zustand. Heutzutage sehen wir jedoch, dass Vielfalt und Einbeziehung als vage Ziele an sich verfolgt werden, manchmal in Bereichen, in denen sie völlig unangebracht sind. Weiter oben in diesem Buch haben wir uns etwa mit der Butler’schen Idee befasst, dass unsere Konzepte selbst „inklusiv“ sein sollten: FRAU sollte Transfrauen „einschließen“, und LESBE sollte Transfrauen, die sich zu Frauen hingezogen fühlen, „einschließen“, andernfalls würden diese Begriffe „marginalisieren“.

Wie ich in Kapitel 5 dargelegt habe, liegt der Zweck von Konzepten jedoch darin, auszuschließen – und zwar nicht in einem ethisch fragwürdigen, sondern im vernünftigen Sinne, als sie uns ein funktionierendes kognitives Werkzeug an die Hand geben, das uns dabei hilft, eine bestimmte Art von Wesen in der Welt herauszufiltern, an dem wir ein wichtiges Erklärungsinteresse haben. In der heutigen Kultur hat sich die Idee durchgesetzt, dass unsere politischen Bewegungen nicht nur in Bezug auf die Beteiligten, sondern auch in Bezug auf ihre politischen Projekte divers und inklusiv sein sollten. Das ist allerdings eine Verwässerung ihres Standpunkts.

Viele Feministinnen haben darauf hingewiesen, dass dies dem Wechsel von Black lives matter zu All lives matter gleichkommt: Das Thema wird erheblich verändert, und zwar zum Nachteil der Menschen, die ursprünglich im Mittelpunkt jener Politik standen, ohne dass sich ihre Lebensumstände wesentlich verändert hätten, was diese Abzweigung rechtfertigen würde. Der Feminismus ist in dem Sinne nur für Frauen und Mädchen, als Frauen und Mädchen sein ausschließliches politisches Projekt sein sollten. Poststrukturalistische sowie aus der „Dritten Welle“ stammende Argumente haben keinen überzeugenden Grund dafür geliefert, dies zu bestreiten. Ebenso sollten homo- und bisexuelle Menschen das ausschließliche politische Projekt des Homosexuellen-Aktivismus sein, mit getrennten Kampagnen für Lesben und für Schwule, wo ihre Interessen divergieren. Transmenschen sollten das exklusive politische Projekt eines separaten Transaktivismus sein.

Sollte es von Vorteil sein, wenn sich getrennte Bewegungen manchmal absichtlich für klar definierte Ziele zusammenschließen, ist das eine Sache, eine dauerhafte Verschmelzung ist jedoch etwas ganz anderes. Manchmal wird dieser einfache Punkt mit der Behauptung verwechselt, dass sich Feministinnen, Homosexuellen- und Transaktivisten als Einzelpersonen nicht um andere Gruppen kümmern oder sich in deren Interesse organisieren können. Selbstverständlich können sie das. Die soeben aufgestellten Behauptungen über Feminismus, Homosexuellen- und Transaktivismus sind Behaup- tungen über kohärente politische Projekte, nicht über Menschen, die sie verfolgen. Dennoch: Mit einem professionellen feministischen (Pussy-)Hut auf dem Kopf ist es Ihre Aufgabe, für Frauen zu streiten; was Sie in Ihrer Freizeit tun, bleibt Ihnen überlassen.

Wenn die besonderen sozialen Herausforderungen, die das Frausein und das Mädchensein mit sich bringen, nicht mehr bestehen, wird der Feminismus nicht mehr gebraucht. In der Zwischenzeit gibt es genug zu tun, ohne sich die Kämpfe anderer unter dem Deckmantel des Feminismus anzueignen. Genauso ist professioneller Homosexuellen-Aktivismus per Definition nur für Menschen mit homosexueller oder bisexueller Orientierung gedacht, die deshalb mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind. Transaktivismus ist nur für Transmenschen, die aufgrund ihres Trans-Seins vor besonderen Herausforderungen stehen. Die Verantwortlichen der Organisationen, die vorgeben, diese Gruppen zu vertreten, müssen aufhören, das Thema zu wechseln.

Dies ist ein gekürzter Auszug aus dem Buch „Material Girls: Warum die Wirklichkeit für den Feminismus unerlässlich ist“ von Kathleen Stock, 2022, Berlin: Edition Tiamat. Hier bestellbar.

 

Kathleen Mary Linn Stock OBE ist Professorin für Philosophie an der University of Sussex. Sie hat über Ästhetik, Belletristik, Imagination, sexuelle Objektivierung, Sex, Gender und sexuelle Orientierung veröffentlicht. Derzeit ist sie Vizepräsidentin der British Society of Aesthetics.

Foto: Brian Minkoff CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost

netiquette:

Elias Schwarz / 24.04.2022

Feminismus ist ist nichts anderes, als eine Verarsche, die es erlaubt, einigen wenigen auf Kosten vieler anderen zu leben.

Stanley Milgram / 24.04.2022

Ich glaube, mich als 57-jähriger wie 15 fühlen zu müssen und habe meinen Mofa-Roller bis Tachoanschlag frisiert. Ich glaube dagegen nicht, dass mich eine 14-jährige ihren Eltern als neuen Freund vorstellen möchte und diese mich akzeptieren würden. Das gesamte Hirn wurde von ARD und ZDF wohl noch nicht zerstört… und was sollen denn die Nachbarn darüber denken? Vielleicht gründe ich auch mal eine Sekte? *nachdenk*

Marcel Seiler / 24.04.2022

Drei Absätze habe ich noch verkraftet, aber dann war es mir zu viel: Wen gibt es da jetzt alles, und wer fühlt sich wie von wem herabgesetzt, benachteiligt, bevorrechtigt oder was? Wer hier durch finden will, muss ja völlig neue Gesetzbücher, Regelwerke, Benimmfibeln usw. studieren. Und vielen von den Personen sieht man es ja nichtmal an, was sie nun sind oder behaupten zu sein. – Ich mache das nicht mehr mit. Wenn jetzt jemand behauptet, er (oder sie oder es oder sonstwas) sei X oder Y oder Z, dann sage ich nur O.K., von mir aus, und wenn es mir neu ist, dann werde ich die Person bitten, mir das aufzuschreiben, damit ich es nicht vielleicht durcheinander kriege.

F. Dittert / 24.04.2022

“Wie konnte es so weit kommen?” Ist das nicht sonnenklar? Dem Feminismus in seiner institutionellen Form ging es nie um die Rechte der Frauen. >>Der Feminismus<< der 68er diente einzig der Wegbereitung des Kommunismus. Es ging ihm einzig und allein um die Zerstörung der abendländischen Kultur und der Schwächung des kapitalistischen Teufels, nichts weiter. Die Frage ist also überflüssig.

Peter Meyer / 24.04.2022

„anhaltende Abneigung gegen Frauen“ - wer soll der Abgeneigte sein? Männer? Ganz bestimmt nichts, meine Geschlechtsgenossen und ich sind ganz verrückt nach Frauen. Andere Frauen? Da kann kein Mann helfen. Trans-wasauchimmer? Könnte den Frauen insgesamt egal sein, weil unbedeutende Minderheit. Also grübele ich jetzt, was damit wohl gemeint sein kann. - Die Abneigung gegen Schwule dagegen kann ich als Mann voll und ganz verstehen und dazu stehe ich, auch wenn es noch so politisch unkorrekt ist.

Fred Burig / 24.04.2022

Ich halte die Menschen, wie sie “Gott” geschaffen hat - oder im heidnischen Sinne - wie sie die Evolution hervorgebracht hat, für “gegeben”! Jede Kreatur auf Erden hat seine Daseinsberechtigung. Das gegeneinander “ausspielen” zwischen unterschiedlichen “Zugehörigkeiten” ist verwerflich! Eine natürliche “Auslese” - im Sinne der Eignung zur Fortpflanzung und Erhaltung der Menschheit, ist möglicherweise auch im Sinne der “kirchlichen Auslegung”- obwohl da besonders die Katholiken sich mit ihren Praktiken dem wesentlichen Teil gern entzogen haben. Und es ist auch nicht friedensstiftend, wenn “Minderheiten” in ihrer “Daseinsberechtigung” angestachelt werden, sich zu überhöhen. Gleichberechtigtes “nebeneinander” ist mMn ausreichend. MfG

Dr. Inge Frigge-Hagemann / 24.04.2022

@Sabine Heinrich: exzellenter Beitrag, liebe Frau Heinrich! Für mich zählt Leistung als Kriterium und nicht Geschlechts-zugehörigkeit. Im übrigen wird die Trans-Problematik, die eine verschwindende Minderheit darstellt, zu einer Riesenblase aufgepumpt, die mehr schadet als nutzt. Ohne Not wird mit solchem Feminismus-Getue der Gesellschaft insgesamt sehr geschadet. Absicht???

Arne Ausländer / 24.04.2022

“dass dies dem Wechsel von Black lives matter zu All lives matter gleichkommt” - mit diesen Worten zeigt die Autorin, daß sie nicht versteht, was hier gespielt wird. BLM benutzt nur Reflexe aus den Bürgerrechtskämpfen vor Jahrzehnten, aktiviert entsprechende Gefühle, interessiert sich aber in keiner Weise für Menschen. Was eben in der verbissenen Ablehnung der wohlmeinenden Reaktion “All lives matter” sichtbar wird. Zu Zeiten von Martin Luther King ging es um gleichberechtigtes Miteinander aller Menschen, jetzt aber sollen im Gegenteil die einzelnen Gruppen gegeneinander aufgehetzt werden. Da brennen auch gern weiße BLM-Aktivisten kleine, Schwarzen gehörende Läden nieder (wie 2020 vielfach dokumentiert): Hauptsache Chaos. Und um Chaos geht es eben auch nur und ausschließlich in der derzeitigen Gender-Debatte (wenn man naive Mitläufer außer Acht läßt). Wer das nicht spätestens erkannt hat, als die Kandidatin für den Supreme Court meinte, nicht erklären zu können, was eine Frau ist, sie sei ja keine Biologin, wird wohl jeder zukünftigen politischen Kampagne hilflos ausgeliefert sein. Gerade denen, die wirklich Probleme mit ihrer sexuellen Identität und/oder Orientierung haben, wird alles noch schwerer gemacht, wenn sie so zum Spielzeug der politischen Agenda werden. Aber seit wann hätten Transhumanisten Mitleid mit Menschen? Die interessieren doch allenfalls als Baumaterial für die neuen Superwesen. - Man lese ab und zu Mary Shelleys “Frankenstein”. Die Frau hatte schon vor 200 Jahre gespürt, wohin die Reise geht. (Und auch nicht zufällig Ingolstadt gewählt - Papst Fraziskus SJ läßt grüßen.)

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