Ein jüdisches Festival lädt Schriftsteller Leon de Winter aus, weil er die AfD verharmlose, bei den Filmfestspielen in Venedig sind (pro)israelische Schauspieler nicht jedem willkommen, und Pippi Langstrumpf wird mit einer Trigger-Warnung versehen.
Nächste Woche findet erstmals das Jüdische Kulturfestival Osnabrück statt, organisiert von der örtlichen Jüdischen Gemeinde. Und gleich zu dieser Premiere cancelt man: Achgut-Gastautor Leon de Winter wurde zunächst für einen Vortrag ein-, dann aber wieder ausgeladen. Der niederländische, jüdische Schriftsteller von Weltruf hätte in der niedersächsischen Stadt seinen neuen Roman Stadt der Hunde vorgestellt und außerdem ein paar Worte über einen seiner Vorfahren verloren, der 1889 bei einem Aufenthalt in Osnabrück verstarb. Doch daraus wurde nichts: Die Jüdische Gemeinde senkte den Daumen, weil de Winter in einem Beitrag für die Welt im Mai Äußerungen von AfD-Politikern als „nach meinen niederländischen Maßstäben eher ziemlich harmlos“ fand. „Bin ich jetzt gesichert rechtsextrem?“, frug der Autor.
Mit solchen Ansichten stehe er „in deutlichem Gegensatz zu den Grundwerten unserer Gemeinde“, gab ihm selbige als Grund für die Absage an. De Winter habe nämlich die AfD „verharmlost“, so Gemeinde-Vorsitzender Michael Grünberg, dabei sei sie doch „die größte Gefahr für die Demokratie in Deutschland“. Die Sichtweise des Literaten sei „nicht die Sichtweise eines Demokraten“, findet Grünberg – Nomen ist offenbar Omen. Möglicherweise spielt dabei eine Rolle, dass die Jüdische Gemeinde Osnabrück „gute Beziehungen zu allen Religionsgemeinschaften, einschließlich der muslimischen, unterhalten will“, wie es in der Jüdischen Allgemeinen heißt. „Noch nie zuvor habe ich erlebt, dass ein Vortrag wegen des Inhalts einer Kolumne abgesagt wurde“, kommentiert der betroffene Schriftsteller den Vorgang. „Normalerweise werde ich einfach nicht eingeladen, wenn Veranstalter Befürworter einer unbegrenzten Immigration junger islamischer Männer sind.“ Und weiter: „Ängstliche Juden, dort in Osnabrück.“
Venedig nicht sehen
Mehr als 90 Jahre länger werden schon die Internationalen Filmfestspiele von Venedig abgehalten. Seit Mittwoch bevölkern wieder die üblichen Stars und Sternchen den roten Teppich der Lagunenstadt. Es finden Pro-Hamas-Proteste statt, eine antiisraelische Gruppe namens Venice4Palestine hatte in einem Offenen Brief eine entsprechende Positionierung des Festivals verlangt. Außer Konkurrenz wird dort der Film In the Hand of Dante gezeigt, in dem die Göttliche Komödie des italienischen Dichterfürsten – die auch schon vom Canceln betroffen war – eine Rolle spielt. Weitere Rollen spielen darin unter anderem Gal Gadot und Gerard Butler. Venice4Palestine hatte die Festspielleitung aufgefordert, beide von dem Ereignis auszuladen. Gadot (Wonder Woman) ist Israelin und – wie berichtet – gewissen Kreisen ein rotes Tuch, weil sie sich nicht von ihrem Land distanziert. Den schottischen Hollywoodstar Butler wiederum haben Antisemiten als „Zionisten“ ausgemacht – das ist fein beobachtet.
Die Gadot wurde nicht ausgeladen, glänzt aber mit Abwesenheit. Das liegt Gerüchten zufolge am Gegenwind. Laut anderen Quellen war die Teilnahme der Schauspielerin aber zu keinem Zeitpunkt geplant. Das enttäuschende Einspielergebnis des Films Schneewittchen, in dem sie als böse Stiefmutter mitgewirkt hatte, führt übrigens auch die Jüdin selbst auf den antiisraelischen Druck in Hollywood nach dem 7. Oktober 2023 und die Diskussionen über ihre Person zurück. Dem Promi-Zirkus in Venedig bleibt auch Butler fern, wie es heißt.
Sprach- und andere Barrieren
Bleiben wir bei Israelis. In den Pyrenäen traf es eine Gruppe von 150 israelischen Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 16 Jahren. Sie urlaubten in Spanien, ein Freizeitpark im grenznahen französischen Porté-Puymorens war gebucht. Doch in den Luftseilgarten Tyrovol wurden sie nicht eingelassen. Geschäftsführer Floran Schaack soll sie mit Verweis auf „persönliche Überzeugungen“ abgewiesen haben. Schaack, der daraufhin wegen Verdachts des Verstoßes gegen einen Diskriminierungsparagraphen festgenommen, verhört und 48 Stunden eingesperrt wurde, bestreitet diese Darstellung. Er habe seine Entscheidung „ausschließlich aus technischen und Sicherheitserwägungen“ etroffen. Das Wetter habe nicht mitgespielt, außerdem habe eine Sprachbarriere die Übermittlung von Sicherheitshinweisen erschwert. Fernerhin sei die Stornierung vor der Anreise der Gruppe erfolgt, und diese daher gar nicht erst vor Ort erschienen. Manche fühlen sich an eine frühere Zeit in Frankreich erinnert.
Gefahr am Demorand
Und noch ein letztes zu diesem Themenkreis für heute. Bei einer Pro-Hamas-Demo in Berlin wurde Karoline Preisler attackiert. Die in der FDP engagierte Frau stellt sich häufig als Einzelaktivistin mit Plakaten an den Rand solcher Versammlungen, um sich mit Israel solidarisch zu zeigen und die Freilassung der Gaza-Geiseln zu fordern. Am Wochenende ist sie deshalb nicht zum ersten Mal angegriffen worden. Ihrer Schilderung zufolge fing eine Frau mit Kopftuch ein Gespräch mit ihr an – der Tagesspiegel verschweigt in seiner Wiedergabe die Verschleierung –, und versuchte dann, Preisler ihre Israelflagge zu entreißen, wobei sie die FDP-Politikerin an der Hand leicht verletzte. Eine andere Demonstrantin – mit rotbemalten Händen als Zeichen des Hamas-Terrors – soll dann ebenfalls versucht haben, an die Flagge und an Preislers Plakate zu gelangen; die Gegenstände seien dabei beschädigt worden.
Dass sie solche Konfrontationen mit einer gewaltbereiten Klientel nicht scheut, mag man an Karoline Preisler durchaus mutig finden. Jedenfalls mutiger als das Schild „Ich hatte Covid-19 und mache mir Sorgen um euch“, mit dem sie Corona-Demos behelligte, oder die Corona-Isolation ihrer kleinen Tochter innerhalb der heimischen Behausung, über die sie seinerzeit unter anderem bei Bild-TV Auskunft gab. Und etwas anderes als Mut hatte sie offenbar geritten, als sie den – hier in der Kolumne mehrfach erwähnten – YouTube-Livestreamer Sebastian Weber alias Weichreite bei einer Demo nur wegen seines AfD-Parteibuchs als Nazi, Rassisten, und Antisemiten beschimpfte – und ihn dann noch nahe den versammelten antiisraelischen Demonstranten mit Migrationshintergrund als bösen Abschiebebefürworter „schlechtreden“ wollte. Weber ist schon deutlich öfter attackiert worden als Preisler – meistens von Antifanten –, im Gegensatz zu der mehrfachen Mutter werden dem Sachsen dann allerdings keine Artikel in den Mainstream-Medien gewidmet.
Kritische Berichterstattung unerwünscht
Apropos Medien: Bei Queens & Flowers, einem Drag-Queen-Fest im Botanischen Garten in Berlin, konnte zwar der RBB reinschnuppern, Nius durfte allerdings nicht filmen. „Hausrecht ist Hausrecht“, hieß es von der Veranstalterin, einer „queeren“ Plattform. Dem Medium gelangen nur mit versteckter Kamera Aufnahmen von der Drag-Queen-Lesung vor Kindern – einem seit Jahren modischen Geschehen, mit dem die Woken bereits die Kleinen erreichen. Vor dem Gelände begegnete das Nius-Team dann dem Queerbeauftragten des Landes Berlin, das das Event mit 40.000 Euro Steuergeld sponsert. Alfonso Pantisano (SPD) – in seiner eigenen Partei nicht unumstritten – verlieh seiner Freude über Ausschluss der Reichelt-Leute Ausdruck. Vor diesen müssten Kinder nämlich geschützt werden, nicht vor fetischhaftem Drag-Gelese.
Auf der „falschen“ Demo gesprochen
An einem Protest gegen eine solche Veranstaltung beteiligte sich im Februar Markus Hammer. Das CSU-Mitglied trat bei der von der AfD organisierten Demo im oberbayerischen Puchheim auch ans Mikro. Seine Partei hat deshalb ein Ausschlussverfahren gegen ihn eingeleitet. „Die Diffamierung einer Dragqueen-Lesung als ‚Frühsexualisierung‘“ zeige AfD-Nähe und „steht im offenen Widerspruch zu den Grundwerten der CSU“, wie die Vorsitzende des Kreisverbandes Fürstenfeldbruck, Katrin Staffler MdB, Apollo News zufolge behauptet. Zudem hat Hammer in seinem Redebeitrag die Brandmauer kritisiert; dies sei „ein gezielter Bruch mit der parteiinternen Loyalitäts- und Rücksichtnahmepflicht“. Er gehört der CSU nach eigener Angabe seit 27 Jahren an und saß im Ortsvorstand. Viele Parteifreunde würden an solchen Protesten ebenfalls teilnehmen wollen, sich aber nicht trauen.
Achtung: Pippi
Drag-Queen-Lesungen veranstalten auch die Bücherhallen Hamburg, das sind öffentliche Bibliotheken in der Hansestadt. Ausgaben von Pippi-Langstrumpf-Büchern der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren hat die Stiftung mit Warn-Aufklebern versehen: „Dieses Medium enthält rassistische Begriffe bzw. Stereotype. Es wird ersetzt, sobald eine überarbeitete Ausgabe erhältlich ist.“ Jedes Buch wird umgeschrieben, heißt es schon in Orwells 1984. Zwar ist laut Beschilderung in den Bücherhallen die Ersetzung „rassistischer Begriffe“ (wie „Negerkönig“) schon 2009 durch den Verlag erfolgt, die „Triggerwarnung“ erfolge trotzdem, „weil koloniale Weltbilder in den Büchern fortbestehen“. Stattdessen empfiehlt man lieber „queere“ Literatur.
Mandat und Mandanten
Aber zurück zu den Unionsparteien. Einen Parteiausschluss wie Markus Hammer bei der CSU braucht Reinhard Löffler in der CDU zwar nicht zu fürchten, aber dafür scheidet er nächstes Jahr aus dem baden-württembergischen Landtag aus. Nach insgesamt 15 Jahren Parlamentszugehörigkeit ist für ihn Schluss, weil er als Rechtsanwalt für die „falschen“ Mandaten arbeitet. Dazu zählten ein früherer und ein derzeitiger AfD-Landtagsabgeordneter sowie von Antifanten zusammengeschlagene Zentrum-Gewerkschafter. Derzeit vertritt Löffler den als 19,53-Euro-Steuerbetrüger noch nicht rechtskräftig verurteilten Michael Ballweg. Vor Jahren warf ihm die Antifa die Scheiben seiner Kanzlei ein und verteilte Buttersäure.
Wie die Schwarzvermummten, so die Merkel-Partei: Schon Anfang 2023 wurde der Politiker zu einem Gespräch mit örtlichen CDU-Funktionären vorgeladen; dem aktuellen Kreisvorsitzenden Maximilian Mörseburg zufolge diente es dazu, Löffler „klar[zu]machen, wie die öffentlichkeitswirksame rechtliche Vertretung von AfD-Politikern und Herrn Ballweg bei vielen Bürgern und CDU-Mitgliedern ankommt; nämlich ganz schlecht“. Dass er nicht wieder aufgestellt wurde, mag zusätzlich daran gelegen, dass er auch mal Kritik an CDU-Landesinnenminister Thomas Strobl geübt hatte.
Gemeine JK
Und nun gleich wieder zu den Woken. Die Britin Gaby Koppel lernt mit der Sprach-App Duolingo Deutsch. An einer Stelle tauchte folgender Dialog auf: „Magst du die Bücher mit Harry Potter als Figur?“ – „Ja, aber meiner Meinung nach ist die Autorin gemein.“ Natürlich ist Joanne K. Rowling gemeint, als Feministin der Gottseibeiuns all jener, die verkleidete Männer in Frauenumkleiden für normal halten. In fünf Monaten mit der App laut Koppel die einzige reale Person, die Duolingo dort kritisiert habe: „Nicht Putin, nicht die Ayatollahs“, sondern eine Kritikerin des Transgenderismus. Duolingo entschuldigte sich und kündigte an, den Satz zu entfernen.
Sanktionen und Debanking
Die britische Regierung will Debanking erschweren, auch Trump in den USA geht gegen das um sich greifende Phänomen vor. Anders schaut es in der EU aus. Jetzt soll ein Konto gesperrt worden sein, mit dem Spenden für einen Gerichtsprozess gegen das Brüsseler Imperium gesammelt wurden. Thomas Röper und Alina Lipp sind deutsche Staatsangehörige mit Sitz in Russland beziehungsweise in einem russisch besetzten Gebiet der Ukraine. Als Kreml-nahe Journalisten stehen sie seit Mai auf einer EU-Sanktionsliste: Man darf mit ihnen keine Geschäfte machen, ihr Vermögen wird eingefroren und sie unterliegen (Ein)Reiseverboten. So läuft das, wenn man Propaganda für die „Falschen“ macht. Lipp und Röper wehren sich rechtlich, ihre Anwältin Verena Wester nahm dafür Spenden entgegen. Jetzt, bittet Röper, soll wegen der Sperrung nicht mehr überwiesen werden. Er nennt den betreffenden Finanzdienstleiter nicht. Zuvor war ein Konto bei der Sparda-Bank West angegeben worden, einem genossenschaftlichen Kreditinstitut mit Sitz in Düsseldorf.
Komplizenschaft
Debanking kommt öfters in dieser Kolumne vor, anders als Südostasien. Doch auch da wird gecancelt. Eine Galerie in Thailand entfernte Exponate aus einer Ausstellung über autoritäre Staaten – auf chinesisches Geheiß. Die Schau im Bangkok Art and Culture Centre (BACC) trägt den anspruchsvollen Titel Konstellation der Komplizenschaft: die globale Maschinerie der autoritären Solidarität visualisieren. Nicht mehr zu finden sein sollen tibetische und uigurische Flaggen sowie eine Postkarte, die den rotchinesischen Präsidenten Xi Jinping zeigt. Namen von Künstlern mit entsprechendem Hintergrund oder aus Hongkong wurden geschwärzt, berichtet ArtReview. Bei einem späteren Besuch habe die Botschaft des Pekinger Regimes eine weitere Entfernung angemahnt. Das Kuratorenehepaar sei nach Großbritannien geflohen, wo es Asyl beantragen wolle.
Störung an der Spree
Zuletzt ein Fortgang: Wurde im Juli noch die AfD-Vorsitzende Alice Weidel beim ARD-Sommerinterview vor laufenden Kameras gestört, kam Markus Söder, Chef einer oben bereits erwähnten bayerischen Regionalpartei, bei seinem Auftritt glimpflicher davon. Die Aufnahme des Sommerinterviews war laut Sender bereits beendet, als Aktivisten der Identitären Bewegung auf der anderen Spreeseite Slogans wie „Re-, Re-, Remigration“ riefen, Flaggen schwenkten und ein Banner entrollten. Diesmal war die Polizei mit einer Einsatzhundertschaft präsent, und beendete die Aktion schneller als im letzten Monat beim Zentrum für Politische Schönheit. Besser vorbereitet, sagen die einen – zweierlei Maß, die anderen. Wer nicht lautstark stört, darf übrigens völlig legal dort demonstrieren in der Hoffnung, dabei ins ARD-Fernsehbild zu gelangen. Das hat mehrfach schon der Verein Nuklearia praktiziert, der sich für ein Revival der Kernkraft in Deutschland stark macht.
Und so endet der allwöchentliche Überblick des Cancelns, Framens, Empörens, Strafens, Umerziehens, Ausstoßens, Zensierens, Denunzierens, Entlassens, Einschüchterns, Moralisierens, Politisierens, Umwälzens und Kulturkämpfens. Bis nächste Woche!
Ein Archiv der Cancel Culture in Deutschland mit Personenregister finden Sie unter www.cancelculture.de. Um auch weniger prominente Betroffene aufnehmen zu können, sind die Betreiber der Website auf Hinweise angewiesen. Schreiben Sie ihnen gerne unter cancelculture@freiblickinstitut.de.
Christoph Lövenich ist Novo-Redakteur und wohnt in Bonn. Er hat zum Sammelband „Sag, was Du denkst! Meinungsfreiheit in Zeiten der Cancel Culture“ beigetragen.
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Auch Juden haben in Ihren Reihen Idioten, nicht nur Nobelpreis Gewinner. Nur deren Prozentsatz im Vergleich mit andren Völkern ist kleiner.
Die Juden haben ein Problem, was sie niemals wieder loswerden: Dass man die Bibel böswillig dahingehend fehlinterpretieren kann, dass man nur „den“ Juden ans Kreuz nageln muss und allen anderen dann so ihre Sünden vergeben werden. Was natürlich zum immer wieder kehrenden Missbrauch und zu „False Flag“ Operationen gegen die Juden geradezu einlädt. Genau aus diesem einzigen Grund gibt es überhaupt den Zionismus, der den Juden ihr eigenes Land zurückgegeben hat, in dem sie zwar immer noch für alles Übel auf der Welt fälschlich verantwortlich gemacht, aber nicht mehr existenziell bedroht, verfolgt und ermordet werden können. Israel ist die befestigte Wagenburg der Juden. Während die Juden in aller Welt immer auf gepackten Koffern sitzen, tragen sie in Israel das Sturmgewehr mit Stolz vor der Brust. So kurios es aus der historisch vernebelten deutschen Perspektive zunächst klingen mag: Ein rechtes, national tickendes Europa ist der bessere Partner für die nationale jüdische Heimstätte Israel als es ein links tickendes jemals seien könnten. Der Draht zwischen europäisch-rechts und Israel ist schon lange da. Und der zwischen deutsch-rechts und Israel auch. Und zwar viel länger, viel freundschaftlicher und viel intensiver als es die penetrante Hitler-Drittes-Reich-Dauerbeschallung im TV jemals vermuten lassen würde. Das erste scharfe Schießeisen was ich als damals noch junger Wikinger in der Hand halten durfte, war eine UZI. Und das war kein Zufall…
Leon de Winter ist einer der interessantesten Autoren und dabei extrem humorvoll und unterhaltsam. Mein favorite: Zionoco. Am witzigsten fand ich SuperTex. Place de La Bastille ist nachdenklich, Hoffmanns Hunger und Das Recht auf Rueckkehr traurig und dabei spannend. Wusste gar nicht, dass er endlich wieder ein Buch geschrieben hat. Die Osnabruecker Juedische Gemeinde macht sich nur laecherlich. Die Vielfaeltigkeit von Juden und Juedinnen habe ich in erster Linie durch de Winter kennengelernt. Sie wurden mir von nur beweinenswerten Opfern zu lebendigen, sehr verschiedenen Menschen, die lachen und weinen. MIt de Winter lernt man auch mal ueber den Einen oder Anderen zu lachen, Max, wie er am fruehen Morgen durch Amsterdam rast (mit einem Porsche) und gerade noch vor einer Gruppe Chassidim auf dem Weg zur Schul abbremst, aber einen leicht touchiert, was zu einer Auseinandersetzung fuehrt, die man als Posse bezeichnen kann. Alle seine Romane anders, alle gut, ein Kaleidoskop an Charakteren und keine langweilige Passage. Was erlauben Juedische Gemeinde Osnabrueck? Waere doch gut, wenn zu wenig Tickets verkauft werden. Kaufen Sie statt einem Ticket sein neues Buch und verschenken Sie ein Buch von ihm zu Weihnachten oder „Die Tochter“ von Jessica Durlacher, seiner Frau. Ein starkes Stueck, aber gute Werbung fuer den Autor.
Werter Christoph Lövenich, ich finde Ihre Kolumne super! Wer „Ausgestoßener der Woche“ wird, weiß sicherlich, daß er und sie bzw. es noch Verstand besitzt und mindestens das Herz am rechten Fleck hat – also vom Kopf zur Körpermitte aus geschaut meistens eher links in der Brust lokalisiert; dabei hoffentlich lange und zuverlässig arbeitend. Ich scheute mich in diesem Kommentar zur Überschrift der Kolumne das Wörtchen „schlagend“ zu verwenden, obwohl es für unser aller Pumporgan durchaus passend ist. Aktuell hat es die liberale Mitte sowieso recht schwer.
Man kann es nicht glauben, diese Scheinheiligkeit, ich glaube diese deutsche Scheinheiligkeit, gibt diesem Land den Rest-es kotzt einen nur noch an!!!
Lindgrens Tagebuch beginnt am 1. September 1939 mit den Worten „Oh! Heute hat der Krieg begonnen. Niemand wollte es glauben.“[1] Danach dokumentiert sie mithilfe von Zeitungsartikeln und Briefen die Ereignisse des Krieges. Dabei geht sie jedoch nicht nur auf die Bedrohung durch Hitler, sondern auch die von Stalin ein, als letzterer zum Beispiel Finnland angreift. Während Lindgren anfangs Stalins Machenschaften und eine russische Invasion deutlich mehr fürchtet als Hitler, wandelt sich allmählich auch ihr Bild von Deutschland zum Schlechteren. Sie bekommt eine große Wut auf die Deutschen, die es schaffen, innerhalb von zwanzig Jahren die gesamte Menschheit, während zweier Weltkriege, gegen sich aufzubringen.[2] Gleichzeitig zeigt Lindgren aber auch Mitgefühl mit den Deutschen, als die Bomben über Berlin abgeworfen werden. Aus wiki /Die_Menschheit_hat_den_Verstand_verloren/.
@Peter Wachter: Danke für den Hinweis auf die Tat in Friedland. Mal wieder der übliche Cocktail, der einen nur noch ermüdet und anwidert. Laut NIUS: „Der Iraker, dessen Asylantrag bereits im Dezember 2022 abgelehnt worden war, hätte seit März 2025 nach Litauen abgeschoben werden können, berichtet Bild. Demnach sei ein Antrag auf Abschiebehaft jedoch im Juli 2025 vom Amtsgericht Hannover abgelehnt worden. Laut NDR hatte der Mann erst im Juli eine Ersatzfreiheitsstrafe abgesessen, weil er eine Geldstrafe nicht bezahlt hatte. Daraufhin hatte die Ausländerbehörde einen Antrag auf Abschiebehaft gestellt, soll jedoch vor dem Amtsgericht Hannover gescheitert sein. Im Anschluss soll sich der Iraker erneut in Friedland als Asylbewerber gemeldet haben. Wie Bild weiter berichtet, soll der Iraker unter falschem Namen aufgetreten sein und mehrere Identitäten genutzt haben.“ Achja, und er sitzt jetzt natürlich nicht im Knast (Untersuchungshaft) sondern in der Psychiatrie. Das Beste daran: in den Sozialen Medien gab es wohl schon eine Diskussion darüber, dass es einen Zusammenhang geben müsse zwischen dem randalierenden Mann und dem toten Mädchen. Die Polizei „warnte jedoch vor Spekulationen“. Ach ja?/Sarkasmus Die DNA-Analyse hat jetzt gezeigt, dass es Körperkontakt zwischen dem Mann und dem Mädchen gegeben haben muss. Und hätte das Amtsgericht Hannover die Abschiebehaft nicht abgelehnt, könnte sie vielleicht noch leben. Für diese Fehlentscheidung wird es natürlich keine Konsequenzen geben, vermute ich. So wie immer.