Manfred Haferburg / 12.02.2017 / 16:31 / Foto: MM1912 / 4 / Seite ausdrucken

750 Abgeordnete! Deutschland immer demokratischer!

Size matters! Mit 631 Abgeordneten liegt der Deutsche Bundestag größenmäßig nur auf einem kläglichen vierten Platz der Parlamentsgrößen weltweit. Derzeit ist China mit 2987 Abgeordneten das demokratischste Land der Welt, gefolgt von Nordkorea mit 687 Abgeordneten. Auf Platz drei liegt Großbritannien mit den 650 „Members of Parliament“. (Wenn die dadurch, dass sie ein paar mehr sind, auch noch den Brexit beschließen können – das geht ja gar nicht).

Deutschland liegt mit 631 Abgeordneten nur ganz knapp vor Italien mit 630 Abgeordneten auf dem vierten Platz der Demokratien. Und das, wo nunmehr wegen dem Gottseibeiuns Dagobert Trump die Kanzlerin die Führung der Welt übernehmen musste. Und schließlich sind wir ja auch mit der Energiewende schon als Vorreiter ein weltweites Vorbild, worum uns alle beneiden.

Zum Glück gibt es nach der Bundestagswahl in diesem Jahr eine reale Chance, dieses gravierende deutsche Demokratiedefizit aufzubessern und durch demokratiestärkende Ausgleichs- und Überhangmandate auf mehr als 750 Abgeordnete im Bundestag zu kommen. Ein wahres Konjunkturprogramm für Deutschland, man denke nur an die vielen Büros für die tausenden neuen Mitarbeiter der Abgeordneten, die Fahrer der vielen Staatslimousinen und so weiter. Wäre es nicht an der Zeit für ein neues Bundestagsgebäude ohne diese unzeitgemäße Überschrift über dem Eingang? Und vielleicht wären ja auch mal ausnahmsweise ein paar mehr Abgeordnete bei Sitzungen im Plenarsaal anwesend?

So bricht sich endlich der demokratische Fortschritt Bahn und Deutschland rückt auf den wohlverdienten Platz zwei der weltweit größten Demokratien auf, direkt hinter China. Und die Bundesrepublik Deutschland überholt damit endlich auch Nordkorea in Sachen Demokratie.

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Leserpost (4)
Simone Robertson / 13.02.2017

So geht das doch nicht! Da wählt man was anderes, damit bestimmte Leute ihren Einfluss (und ihre bequemen Sitze) verlieren und sich ein paar Gedanken zur Parteipolitik und den Wünschen der Bürger machen, und was tun die Herrschaften? Plustern den Bundestag noch weiter auf, damit auch jeder sein Pöstchen behalten darf und man dann doch noch irgendwie im Parlament die Mehrheit behält, obwohl man eigentlich Wahlverlierer ist. Hier läuft etwas ganz grundlegend schief. Unser Wahlsystem bedarf einer Reform.

JF Lupus / 13.02.2017

Das deutsche Wahlsystem demonstriert eindrucksvoll, dass gut gemeint nicht zwingen auch gut gemacht bedeutet. Und rund zwei Drittel der “Volksvertreter” sind entweder Lehrer, Beamte oder andere Staats"diener”.  Ein Staubsaugervertreter verkauft Staubsauger, ein Volksvertreter…

Wolfgang Richter / 12.02.2017

Vielleicht sollte das “Hohe Haus” endlich mal daran gehen, daß immer noch nicht verfassungsrechtlich konforme Wahlgesetz den Anforderungen des BVerfG anzupassen, damit das Ergebnis der im September anstehenden Wahl wenigsten rechtmäßig ist. Oder ist von den Etablierten schon geplant, bei einem nicht genehmen Ergebnis 1933 zu kopieren und mit entsprechender Begründung zur Neuwahl zu bitten, bis es paßt? Nach einem Einzug von bis zu 750 Abgeordneten plus Personal und beschäftigen Angehörigen ins Hohe Haus kann man dem Volk dann nach den “Flüchtlingen”  jedenfalls ein weiteres erfolgreiches Beschäftigungsprogramm ohne jegliche Wertschöpfung “verkaufen”.

Philipp Mertes / 12.02.2017

Wieder sehr amüsant. Der ganze Irrrsinn, der täglich auf einen einprasselt, ist nur noch mit einer gehörigen Portion Galgenhumor zu ertragen.

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