
Sicherlich ein etwas einseitiger Artikel, das amerikanische Aussenpolitik so gut wie immer opportunistisch war und ist (taktvoll formuliert), wird unterschlagen. Für mich geht das trotzdem in Ordnung, da der Autor im Gegensatz zum fast ausnahmslos antiamerikanischen Einheitsbrei der Mainstreammedien es wagt aucheinmal eine andere Sichtweise darzulegen. Und mit vielem hat er einfach Recht. Wir haben unsere jetzige freiheitliche Grundordnung nunmal den Amerikanern zu verdanken, und diese Ordnung ist keine Einbahnstraße! Die EU glänzt durch aussenpolitische Verantwortungslosigkeit, Doppelmoral und Gleichgültigkeit. Und das seit Jahrzehnten. Man sucht ganz unverblümt den Schulterschluss mit Diktaturen wie Russland oder China und träumt davon sich von den USA zu emanzipieren.(die ja sowieso immer an allen Übeln in der Welt schuld sind) Ich frag mich oft was für eine Gesellschaftsordnung sich Bürger erhoffen die sich Putin und Xi an den Hals werfen. Angst vor der Freiheit, zurück zum starken Mann? Was sagt denn die Geschichte? So richtig versteh ich es nicht.
@Matthias Böhnki “Aber offensiv ausgebaut haben sie ihren Machtbereich mit Afghanistan nur ein einziges Mal.Das man heutzutage hinsichtlich der eigenen und globalen Geschichte noch so dermaßen eindimmensioniert daherkommt - beängstigend.” Wie verhielt es sich denn mit Polen 1939? Hat die Rote Armee dort nicht ab dem 17. September 1939 Angriffsoperationen durchgeführt und hat sich in deren Folge die Sowjetunion nicht den östlichen Teil Polens einverleibt? Und wie sieht es mit Finnland aus? Wurde Finnland nicht im November 1939 von der Sowjetunion mit einem Eroberungskrieg überzogen? Oder wie sieht es mit den drei baltischen Staaten aus? Ist die Sowjetunion dort nicht 1940 einmarschiert und hat sich diese Staaten einverleibt? Dann war da doch noch was mit Rumänien: Hat die Sowjetunion nicht mit militärischer Gewalt gedroht und damit 1940 die Abtretung von Bessarabien und Teilen der Bukowina von Rumänien erpresst? Der “offensive Ausbau” des sowjetischen Machtbereichs in den Fällen Baltikum, Polen und Rumänien beruhte auf dem geheimen Zusatzprotokoll zum Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt vom August 1939. Und dieses Zusatzprotokoll ist während der Vertragsverhandlungen von Stalin bzw. Molotow aus dem Hut gezogen worden und nicht etwa auf deutsche Initiative hin entstanden. Außerdem: Hat die Sowjetunion nicht die Atlantik Charta unterzeichnet, die u.a. erklärte: “1. Ihre Länder streben keinerlei Bereicherung an, weder in territorialer noch in anderer Beziehung. 2. Sie wünschen keinerlei territoriale Veränderungen, die nicht im Einklang mit den in voller Freiheit ausgedrückten Wünschen der betroffenen Völker stehen.” Wie kommt es dann, das die Sowjetunion bzw. Russland heute einen Teil Ostpreußens zu ihrem Staatsgebiet zählt? Angesichts dieser Tatsachen ist Ihre obige Behauptung geradezu “nulldimmensioniert” = Geschichtsklitterung” hoch 3!
@Jan Sobieski: Ja, im Krieg werden alle Westen dreckig. Aber begonnen hat den WK 2 ein Regime, das völlig skrupellos die eigene Bevölkerung opferte und sie bewusst den Kriegseinwirkungen aussetzte (die planmäßige Ermordung des jüdischen Bevölkerungsanteils und anderer Minderheiten steht auf einem gesonderten Blatt). Der von bestimmten Kreisen zum Thema regelmäßig benutzte Whataboutism ist lediglich ein peinlicher Versuch der aufrechnenden Relativierung. Der Artikel des jungen Mannes ist mE zutreffend.
Ich gehöre definitv nicht zu den “USA”- bzw. “Trump-Bashern”, aber der junge Verfasser stellt die Gesamtumstände, die die Westallierten zur Aufnahme der Berliner Luftbrücke veranlasst haben, doch sehr vereinfacht dar. Die Luftbrücke war schlicht und ergreifend ein Instrument des “Kalten Krieges”, wie der im selben Jahr verabschiedete “Marshallplan”, der auch nur initiiert wurde, weil man vermutete, Stalin könne die Mangelsituation ausnutzen, um in den Westsektoren kommunistische Unruhen größeren Ausmaßes anzetteln lassen. Das dabei quasi ganz nebenbei amerikanische Überkapazitäten aus der Kriegsproduktion abgebaut wurden, war ein angenehmer Nebeneffekt.
Induktionschlüsse sind unzulässig, lieber Air Tuerkis, einfacher gesagt, man darf nie von einem Fall auf das Ganze schließen. Chronologisch liegen zwischen dieser Luftbrücke und heute solche Ereignisse wie die McCarhty Ära, Korea Krieg, Vietnam Krieg, die Angriffe auf Afghanistan und Irak, um nur einige zu nennen. Was haben diese militärischen Operationen bewirkt?( Allein in Korea, 4 Millionen Tote. 20% der Bevölkerung getötet.) Oder kurz vor der Luftbrücke, die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Was oder wer ist die USA, die eines Trumps oder die eines Obamas? Schließe das einmal in deine Überlegungen ein. Andersrum hast du nicht unrecht, jeder undifferenzierte Antiamerikanismus ist ein Fehlschluss.
Ich gebe dem Autor in allen Punkten recht. Amerika bedeutet Freiheit. Und wer hier schreibt, es habe den Irak “zu Tode gebombt”, der ignoriert, daß dort gerade erst demokratische Wahlen stattgefunden haben und das Land alles andere als tot ist. Wer so etwas äußert, offenbart auch eine sonderbare Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid, welches Diktaturen bedeuten, gerade die von Saddam Hussein. Nach dem Motto: Was stört mich der Schrecken für Leute weit weg, wenn ich hier in Sicherheit und Wohlstand lebe. Eine Sicherheit und ein Wohlstand, den wir, ob nun in West- oder Ostdeutschland, vor allem nicht uns selbst, sondern den Amerikanern verdanken.
Liebe Redaktion, was soll das? Schülerzeitung ist woanders. Mit so einem Quark - auch wenn er gut gemeint sein sollte - brauchen wir uns hier doch wohl nicht zu beschäftigen. Oder steckt da eine pädagogische Absicht hinter?
Da liest uns doch tatsächlich ein Teenager die Leviten und das Schlimmste daran ist, dass er im Recht ist, denn was wir heute und gerade in Berlin erleben, das hätte ich mir vor 30 Jahren gar nicht vorstellen können, wobei der widerliche Antiamerikanismus der im Stechschritt mit dem Antisemitismus einhergeht, nur ein Teil unseres Dilemmas ist. Speziell wir Berliner haben den Amerikaner viel zu verdanken, wenn man die Entwicklung in Westberlin mit der in der widerwärtigen SED-Diktatur vergleicht, die die DDR als hoch verschuldete Kloake mit vier Millionen ratloser Rentner eiskalt dem “verhassten Klassenfeind hinterließ und die dafür verantwortliche Funktionäre sich die Taschen vollstopften, eine Politik der verbrannten Erde betrieben und fleißig “rechtsextreme Verbrechen” verübten und alle so wie immer, einfach weg sahen, um dann auch noch die Falschen zu beschuldigen. Ein wichtiges Detail geht immer wieder unter, nämlich dass die Amerikaner und die Briten nach dem Ende des Krieges weite Teile Ostdeutschlands besetzt hatten, die sie den Sowjets überließen, um dafür einen Teil von Berlin einzutauschen, den sich dann die Sowjets mit dieser Blockade auch noch unter den Nagel reißen wollten.
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