Air Tuerkis / 26.06.2018 / 06:04 / Foto: Pixabay / 50 / Seite ausdrucken

70 Jahre Berliner Luftbrücke – wider den Antiamerikanismus

Von Air Tuerkis.

Bei der Euphorie um die Deutsche Einheit und den Fall der Berliner Mauer wird oft vergessen, dass es auch anders hätte ausgehen können. Es werden die Menschen und die Taten vergessen, die diese Einheit erst möglich gemacht haben, die uns Deutschen in Ost und West die Freiheit geschenkt haben. Es wird vergessen, wie viel riskiert und geschuftet wurde, wieviel Mut und Entschlossenheit es Deutschland und mehr noch seine Verbündete gekostet hat, der kommunistischen Tyrannei zu widerstehen. 

Einer dieser Taten will ich heute gedenken – auch um zu zeigen, dass die Freiheit meiner Heimatstadt Berlin nicht selbstverständlich ist: der Berliner Luftbrücke, deren erster Flug am 24. Juni 1948, vor 70 Jahren stattfand.

Nach dem Krieg, nachdem das gemeinsamen Ziel – der Sieg über den Nationalsozialismus – erreicht war, wurde Deutschland zwischen den vier Siegermächten aufgeteilt. Doch in kürzester Zeit zerbrach die antifaschistische Allianz: Das Verhältnis zwischen West und Ost verschlechterte sich dramatisch. Die Differenzen zwischen Kommunismus und Freiheit hatten sich schon in der Iran-Krise abgezeichnet und spitzten sich nun weiter zu. Churchill bemerkte schon 1946, es sei ein Eiserner Vorhang über Europa niedergegangen.

Damals (wie wir in Jörg Friedrichs ausgezeichnetem Buch „Yalu“ lesen können) herrschte keinesfalls ein Gleichgewicht der Kräfte: Nach dem 2. Weltkrieg hatten sowohl England als auch die Vereinigten Staaten den Großteil ihrer Bodentruppen aufgelöst beziehungsweise nach Hause geschickt. So standen nach dem Broiler-Plan 17 Heeresdivisionen auf westlicher 241 auf östlicher Seite gegenüber. In Europa sahen sich die 6 britisch-amerikanischen Verbände allein in Ostdeutschland mit 17 sowjetischen Divisionen konfrontiert. Bei einem konventionellen Krieg hätte Russland, nach Einschätzungen des amerikanischen Verteidigungsministeriums, binnen 60 Tagen an der französischen Atlantikküste stehen können. Das letzte Verteidigungsmittel der USA war die Atombombe, über die die UdSSR noch nicht verfügte. Doch deren Wirkung war weitaus geringer als die heutiger Atomwaffen:

Sie hatten einen im Vergleich zu heute sehr geringen Sprengradius und konnten daher nur über sehr dicht besiedelten Gebieten – wie Hiroshima oder Nagasaki – ihre verheerende Wirkung entfalten. Sie mussten noch per Flugzeug abgeworfen werden, und da russische Luftabwehr und Luftwaffe, im Gegensatz zur japanischen, durchaus vorhanden war, konnte man nicht so einfach russische Städte attackieren. Zudem war die Anzahl der Sprengköpfe sehr begrenzt – für 1949 wird eine Zahl von 200 angegeben, zum Zeitpunkt der Luftbrücke waren es 50.

Die Befürchtung, Russland könnte dieses Risiko eingehen und angreifen, war durchaus realistisch – die Sicherheit Westeuropas stand auf Messers Schneide.

Man hätte West-Berlin nicht ansatzweise verteidigen können

Berlin war Zentrum dieses neuen Konfliktes: Wäre es zu einem Krieg gekommen, hätte man das umzingelte West-Berlin nicht ansatzweise verteidigen können. Und das war auch den Strategen in Moskau klar. Die Führung der deutschen Kommunisten, so besonders Friedrich Wilhelm Pieck, der Vorsitzende der SED und spätere Präsident der DDR, wünschte sich von Moskau, die Amerikaner aus Berlin zu vertreiben. Es kam zu immer mehr Sticheleien und Straßensperren vor Berlin. Der Ostblock wettete auf die Unterlegenheit des Westens und wollte durch das geschickte Ausspielen der Karten eine Vormachtstellung in Europa erringen. Als die West-Alliierten, unter Ausschluss Ost-Deutschlands, am 20. Juni 1948 die D-Mark einführten, kam es zum großen Knall. Am 24. Juni 1948 wurden alle Zufahrtswege nach Berlin versperrt, außerdem wurde Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten – die westliche Führung wurde überrumpelt.

Berlin konnte sich nur noch maximal einen Monat lang versorgen. Die Lage für die Bevölkerung Berlins war verheerend – es gab nur zwei Alternativen: Die dramatische Verschlechterung der Lebensbedingungen hinzunehmen oder dem Kommunismus in die Hände zu fallen. Was tun?

Die Überlegung, Berlin aufzugeben stand sehr wohl im Raum – von britischer Seite plädierte Feldmarschall Montgomery zunächst für einen Abzug ohne Prestigeverlust. Die republikanische Opposition in Amerika wollte auf keinen Fall einen Krieg riskieren, genauso wenig wie Frankreich. Doch zum Glück standen in Washington und London Generäle und Politiker, darunter Präsident Truman, noch unter dem Eindruck des 2. Weltkriegs. Sie erinnerten sich, wie man Hitler nachgab und die Tschechoslowakei opferte, sie erinnerten sich an die Appeasement-Politik Chamberlains und daran, wie sie letztendlich fast Europa gekostet hätte. Der amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, Lucius D. Clay, brachte es auf den Punkt:

„Wenn wir den Kontinent gegen den Kommunismus behaupten wollen, dürfen wir uns nicht vom Fleck rühren. Wenn wir Berlin aufgeben, wird als nächstes Westdeutschland geräumt.“ 

Jener Clay fragte nun Berlins Bürgermeister Ernst Reuter (SPD, aber noch ein wahrer Demokrat), ob die abgeschnittene Berliner Bevölkerung bereit wäre, eine Versorgung durch die Luft für unbestimmte Zeit hinzunehmen. Freiheit oder Wohlstand – es war dramatisch, der Krieg lag in der Luft. Reuter entgegnete, Clay solle sich um die Luftbrücke, er werde sich um die Berliner kümmern. Berlin werde zugunsten der Freiheit die notwendigen Opfer bringen – es komme, was wolle.

Der Westen riskierte alles

Die Würfel waren gefallen – der Westen entschied sich, dem Druck der UdSSR nicht zu weichen, nicht zu kapitulieren, keinen freien Menschen unter dem Deckmantel des Friedens im Stich zu lassen und riskierte damit alles.

Schon 1945 wurden den West-Alliierten drei Luftkorridore nach Berlin zugesichert, von denen man nun Gebrauch machte. Man begann den gewaltigen Kraftakt, die ganze Stadt Berlin durch die Luft zu versorgen, am 26. Juni – vor genau 70 Jahren.

Selbst Ernst Reuter soll daran gezweifelt haben, dass die Luftbrücke Erfolg haben werde. Doch Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika scheuten keine Mittel – und so gelang es tatsächlich. Alle eineinhalb Minuten landete eine Maschine in Berlin. Der Flughafen Tempelhof hatte 1948 ein doppelt so hohes Flugaufkommen wie der Flughafen Tegel heute.

Der Westen verhängte Wirtschaftsembargos über Ostdeutschland. Die Kriegsgefahr lag in der Luft, man musste täglich damit rechnen, dass die Rosinenbomber von sowjetischer Luftabwehr beziehungsweise Luftwaffe attackiert würden und eine Bodenoffensive folgen könnte. Doch so kam es nicht, und Berlin hielt stand.

Angesichts der wirtschaftlichen Nachteile für die SBZ – verursacht durch das Embargo – und des erkennbaren absoluten Willens zur Verteidigung West-Berlins wurden die Zufahrtswege nach West-Berlin am 12. Mai 1949 wieder geöffnet. Nachdem die Lager in Berlin ausreichend aufgefüllt waren, landete am 30. November selbigen Jahres der letzte Versorgungsflieger.

In diesem einen Jahr absolvierten die West-Alliierten 277.569 Flüge und transportierten 1,5 Mio. Tonnen Kohle und 500.000 Tonnen Lebensmittel. Das alles ohne Boeing 747 und Düsentriebwerke – sondern mit der Technologie von 1948! Während der Luftbrücke ließen mindestens 101 Menschen ihr Leben. Der Druck auf die Piloten, in extrem kleinen Zeit- und Platzfenstern zu landen, war sehr hoch. Trotzdem waren die Verluste nur etwa halb so groß, wie man zuvor erwartet hatte – auch technisch gesehen also eine Meisterleistung.

Fest entschlossen, Freiheit und Demokratie zu schützen

Der Westen hatte gesiegt – friedlich aber bestimmt wurde die Freiheit geschützt. Zurecht ging der Rosinenbomber als Symbol der Freiheit in die Geschichte ein, zurecht wurden an den Flughäfen Denkmäler gebaut, und zurecht gibt es heute den „Platz der Luftbrücke“ in Berlin. Man hatte demonstriert, dass kein einziger demokratischer Quadratmeter aufgegeben wird, dass man bis zum Äußersten gehen würde und fest entschlossen war, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat – komme, was da wolle – zu schützen.

Am 26. Juni 1963 kam John F. Kennedy zum 15. Jubiläum des Beginns der Berliner Luftbrücke nach Berlin und sagte in seiner legendären „Ich bin ein Berliner“-Rede: „Ich bin stolz darauf, heute in Ihre Stadt in der Gesellschaft eines amerikanischen Mitbürgers gekommen zu sein, General Clays, der hier in der Zeit der schwersten Krise tätig war, durch die diese Stadt gegangen ist, und der wieder nach Berlin kommen wird, wenn es notwendig werden sollte.“

Ein anderes Symbol sendet der Westen heute aus: Wer sich an der Ukraine bedienen will, der soll das tun. Wer Israel ins Meer treiben will, meint das sicherlich nicht so. Wenn Faschisten eine Atombombe bauen, dann gilt nur die Devise: Bloß nicht provozieren. Wer Assad mal etwas entgegen stellt, ist ein Kriegstreiber. Die westliche Außenpolitik ist wieder in den 1938er Modus zurückgekehrt: falsche Kompromisse, Frieden um jeden Preis, Kooperation mit autoritären Regimes.

Der neue verhasste amerikanische Präsident versucht, zumindest in Teilen, eine standhafte Außenpolitik voranzutreiben – und was tut Deutschland, was tut Berlin? Man sagt, das transatlantische Verhältnis wäre gefährdet durch den lustigen Trollkopf in Washington, der ja ohnehin nur durch Russland an die Macht gehackt (?) wurde. In deutschen Buchläden sieht man zuallererst Bücher wie: „Nachruf auf Amerika – Das Ende einer Freundschaft und die Zukunft des Westens“, „Fremdes Land Amerika – Warum wir unser Verhältnis zu den USA neu bewerten müssen“, „Verrat – Geheime Treffen, schmutziges Geld und wie Russland Trump ins Weiße Haus brachte“, „Eiszeit – Wie Russland dämonisiert wird und warum das so gefährlich ist“, „Die den Sturm ernten – Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ und natürlich „Die neuen Paten“ (mit Bildern von Putin, Erdogan, Orban und Trump). Antiamerikanismus ist längst im Mainstream angekommen. Man verbündet sich lieber mit dem Iran gegen Amerika und Israel, anstatt einen Finger krumm zu machen für die Freiheit der Menschen im Iran oder die Sicherheit der Israelis.

Undankbar und geschichtsvergessen

Damals, vor 70 Jahren, war man sich nicht zu schade, für die Freiheit der Menschen eines Landes, das einen kurz zuvor noch angegriffen und in totaler Weise bekämpft hatte, alles zu riskieren. Und heute sitzen wir auf unserem Wohlstand, undankbar und geschichtsvergessen, und stellen es als Kriegstreiberei dar, wenn Amerika andere Länder schützen will, so wie es damals uns beschützt hat. 

Amerika erzwang die Einheit Berlins, heute fallen wir Washington in den Rücken, wenn die Einheit und Freiheit Jerusalems auf der Agenda steht. In Deutschland hat man die Ideale der Freiheit und wehrhaften Demokratie, der Solidarität zu anderen freien Staaten längst aufgegeben.

Wilhelm Röpke bemerkte einmal: „In der Tat bleibt uns nichts anderes übrig, als von zwei Dingen eines zu tun: entweder unterzugehen, wie bisher die meisten Zivilisationen untergegangen sind, nämlich durch Selbstmord aus Verbindung von Dummheit, Lüge und Feigheit; oder, wenn wir das nicht wollen, tapfer, ehrlich und klug zu sein.“

An jenem Scheideweg stehen wir heute wie 1948. Damals waren wir tapfer, klug und ehrlich – heute sind wir heuchlerisch und vor allem feige und illoyal. Diese Politik können und dürfen wir, um unser eigenen Freiheit willen, nicht länger mittragen! Wir sollten den bedrohten Demokratien der Welt beistehen: Von Seoul bis Jerusalem, von Taipeh bis Kiew. Es gilt heute wie damals – Amerika bedeutet Freiheit.

Der Autor ist 15 Jahre alt, Gründer der klassisch-liberalen Schülergruppe LJB und gibt in diesem Zusammenhang den Schülerblog apollo-news.net heraus, auf dem dieser Beitrag bereits erschien.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Markus Zinkner / 26.06.2018

Anti-Amerikanismus und Putinismus gibt’s jetzt auch schon bei achgut.com - zun Glück nur in der Kommentarspalte. P.S.: Guter Artikel!

Gabriele Klein / 26.06.2018

@Sobleski : Um vom wahren Gesicht Deutschlands mal nicht abzulenken: Von wem wurde der II. Weltkrieg eigentlich entfacht? Und, es wäre mir kein Krieg bekannt wo Städte NICHT bombardiert wurden, so ist das mit dem Krieg, deshalb sollte man die Überlegungen über das wahre Gesicht von Kriegen vielleicht vorher anstellen ...Nur, genau das kann ich, wenn ich die Presse vor dem 1. wie vor dem 2. Weltkrieg lese leider nicht erkennen .... Aber. um zum wahren Gesicht Deutschlands zurückzukehren, es entspricht haarscharf dem “Arschgesicht” (und vergleichbaren Äußerungen der deutschen Chefdiplomaten) das man über einen Politiker den man gar nicht kannte in die Welt setze.. .... Das ist Diplomatie vom Feinsten und Deutschlands Beitrag zum Weltfrieden der keines weiteren Kommentars mehr bedarf…..... Selbst jener der die Deutsche Geschichte nicht selbst kostete, weiß hier umgehend Bescheid über die Autoren.

M. Flores / 26.06.2018

Danke für diese wichtige Analyse und ich stimme Dir zu : wider den Antiamerikanismus. Ich kann nur vermuten, dass die Amerikaner bei vielen wohl schon immer unbeliebt waren und der amerikanische Individualismus im konformen Deutschland oft missinterpretiert wird. Man kann natürlich vieles an der amerikanischen Regierung kritisieren, aber ich stimme dem Autor zu, dass momentan ein übertriebener Antiamerikanismus herrscht, der nicht viel Fuss in der Realität hat. Nicht zu vergessen, dass die Amerikaner sich vielleicht nie in europäische Politik eingemischt hätten, wenn die deutsche Regierung, damals wie heute, Europa nicht zertrümmert hätte.

Robert Jankowski / 26.06.2018

Schöner Artikel eines 15Jährigen! Allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass es dabei nicht nur um Humanität ging, sondern auch um den eindeutigen Schutz der eigenen Einflußsphäre. Das bleibt meins! Und es war eine durchaus gelungene Inszenierung von Humanismus und sollte natürlich auch das böse Gesicht der Kommunisten zeigen. Trotzdem bleibt es als humanistische Geste stehen, denn die Piloten und Mannschaften der rosinenbomber hatten sicherlich nicht diese politischen Hintergedanken, sondern sie waren absolute “Überzeugungstäter” die dabei durchaus ihr Leben riskiert haben. Ich kann Sabine nur zustimmen: Appeasement Politik bringt nix Gutes, sondern ist eine Kapitulation vor den herrschenden Verhältnissen und zeigt nur die eigene Schwäche auf. Dies kann man durchaus auf die momentane politische Situation übertragen, insbesondere, wenn es um Leute wie Erdogan oder auch die Machthaber im Iran oder Saudi Arabien geht. Die verstehen Appeasement nur als Schwäche die sie ausnutzen.

Jens Richter / 26.06.2018

@Herr Jochen Wegner und einige andere: machen Sie sich keine Sorgen. Die elende amerikanische “Beschützerei” hat ein Ende. Ab sofort müssen die Deutschen ihre selbst angerührten Giftsuppen alleine auslöffeln. Ich wünsche aufrichtig Guten Appetit. Schöner Artikel! Danke!

klaus Blankenhagel / 26.06.2018

Nachdem ich nun alle Leserbriefe gelesen habe, muss ich erkennen wie viele doch mit dieser Hilfsaktion der Alliierten wenig anfangen koennen. Damalige Politik war so, fuer uns Berliner gings ums nackte Ueberleben. Und das zaehlt, Punkt.

klaus Blankenhagel / 26.06.2018

Auch in meiner Erinnerung ist die Luftbruecke eine feste Groesse. Als Kinder sind wir, sooft es Zeit war am Airport Tempelhof gewesen, und haben unsere Schutzmaechte bei ihren schwierigen Fluegen zugesehen. Und natuerlich gehofft, eines der kleinen Fallschirmchen zu erhaschen. Als Kind hat man die Verhaeltnisse nicht so empfunden wie sie waren. Nie im Leben werde ich den Alliierten undankbar sein. Jetzt in Amerika lebend werde ich oft angesprochen, wie war das damals! Und spuere wie die Amerikaner zum allergroessten Teil uns trotzdem wohlgesonnen sind. Das ist nicht selbstverstaendlich. Man erwog sogar Berlins Bevoelkerung komplett umzusiedeln. Es kam anders. Thank you my America.

Holger melzer / 26.06.2018

Obwohl ich dankbar bin, im Westen aufgewachsen zu sein, gebe ich zu bedenken, dass diese Operationen immer ein Machtspiel unter Grossmächten ist. Es geht bei solchen Operationen nie primär um Freiheit, Demokratie und Wohlstand, sondern um Macht und Profit. Beispiel Golfkrieg (Öl), Afghanistan (Geostrategie und Lithium). Eine Weltmacht wäre ja auch schön blöd, Milliarden in Militär zu investieren, ohne selber davon zu profitieren. Zudem sehe ich keinen Anlass, Amerikafeindlichkeit an den Tag zu legen- es reicht, sich unabhängig zu machen, nicht bei jedem US Angriffskrieg mitzumachen und als selbsbewusster Partner auftreten aber auch einen guten Umgang mit Russland zu pflegen. Wichtig: US Atomwaffen raus aus Europa- sonst wird man zum Ziel eines russischen Zweitschlages.

Karla Kuhn / 26.06.2018

Na da hat ja der Autor mit seinen 15 Jahren schon “sehr viel erlebt”  und schreibt sicher seine “Erinnerungen” nieder.  Oder stammen die vom Opa ?

HaJo Wolf / 26.06.2018

An den - angeblich 15jährigen - Autor: ich empfehle dringend die Lektüre folgender Werke: A.C. Grayling, Die toten Städte und Jörg Friedrich, Der Brand. Danach empfehle ich die eingehende Beschäftigung mit dem Koreakrieg und mit dem Vietnamkrieg, mit der Rolle der USA in den kriegerischen Auseinandersetzungen in den Kriegen in Honduras, Panama, DomRep, Nicaragua, Haiti, Mexico, China, Ägypten (Suezkrise), Laos, Kambodscha, Bolivien usw usw usw. Die USA wurden 1776 gegründet, sind also 245 Jahre alt, 227 Jahre davon führten die USA Krieg. Es gab kein einziges Jahrzehnt, in dem die USA nicht Krieg führten. Der längste Zeitraum, in dem die USA keinen Krieg führten, beträgt 5 Jahre, nämlich die der Wirtschaftskrise von 1935 bis 1940. Alle (!) Kriege wurden ausschließlich aus wirtschaftlichen und machtpolitischen Gründen geführt. Vielfach waren die offiziellen Gründe gefälscht oder erfunden (Beispiele: spanisch-amerikanischer Krieg 1898, Golfkriege). Alle US-Präsidenten führten während ihrer Amtszeit mindestens einen Krieg. Schon die “Eroberung” des nordamerikanischen Kontinents war eine Ansammlung von Landraub, Völkermord und Kriegsverbrechen an den Ureinwohnern. Ehe man einen solchen Artikel verfasst, macht man sich rundum kundig. Wäre das ein Schulaufsatz, ich würde eine glatte 6 (ungenügend) vergeben. - Ach ja: ich bin kein USA-Hasser und erst recht kein Israel-Gegner (im Gegenteil), aber der Lobhudelei auf einen Staat, dessen Geschichte mit Kriegen und Kriegsverbrechen übervoll ist, muss man mit Fakten entgegentreten.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Air Tuerkis / 11.08.2019 / 10:00 / 12

Jugend-Workshop mit Achgut.com: Der nächste bitte!

Im März diesen Jahres fand der erste Juniorenkreis Publizistik statt, eine Veranstaltung der F. A. von Hayek-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit Achgut.com und dem Jugendblog Apollo-News.…/ mehr

Air Tuerkis / 23.07.2019 / 06:15 / 83

Kein Nonsens, Lindner will nationalen Konsens!

„Liberal ist, wer die Zeichen der Zeit erkennt“ sagte einmal Gustav Stresemann und formulierte damit den Schlachtruf der deutschen Liberalen. Und FDP-Chef Lindner scheint sehr…/ mehr

Air Tuerkis / 18.07.2019 / 06:25 / 35

Als Klimaflüchtling auf Mallorca

Immer mehr Städte und Gemeinden erklären sich bereit, Klimaflüchtlinge aufzunehmen. Besonders vorbildlich verhält sich Mallorca, das Jahr für Jahr viele Millionen deutsche Klimaflüchtlinge beherbergt. Air Tuerkis ist…/ mehr

Air Tuerkis / 29.06.2019 / 15:30 / 30

Nicht mal bedingt abwehrbereit

Über etwaige Menschenrechtsverletzungen westlicher Armeen wird stets ausführlich berichtet und gesprochen. So etwa über die Luftangriffe auf die zwei von den Taliban entführten Tanklaster nahe…/ mehr

Air Tuerkis / 14.06.2019 / 08:10 / 75

Liebe Grüne, lest doch mal Friedrich August von Hayek

Was sollen wir tun gegen Finanz- und Wirtschaftskrise? Gelddrucken und Banken verstaatlichen. Wie sollen wir unsere Energie erzeugen? Erneuerbar. Wer bestimmt, finanziert und erzwingt das? Der Staat. Was…/ mehr

Air Tuerkis / 11.06.2019 / 14:00 / 43

Sado-Maaso in Teheran

Lange haben wir nichts von unserem Außenminister gehört. Doch jetzt ist seine große Stunde da – jetzt rettet er das Iran-Atomabkommen und damit den Weltfrieden. …/ mehr

Air Tuerkis / 09.04.2019 / 16:30 / 15

Postsozialismus: Die Zukunft der Vergangenheit

Postsozialismus – was soll das sein? Frei nach Norbert Bolz würde ich sagen: Ich kenne keinen Postsozialismus, ich kenne nur die sozialistische Post. Eigentlich sogar…/ mehr

Air Tuerkis / 05.04.2019 / 06:08 / 37

“Kleener, lass die Finger davon”. Oder: Alle gegen Donald

"Kleener, lass die Finger davon", würde der Berliner jetzt sagen, "damit machste dir keene Freunde.“ Andererseits: Wenn ich auf der Suche nach mehr Freunden wäre,…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com