Julian Marius Plutz, Gastautor / 13.04.2021 / 06:25 / Foto: Pixabay / 74 / Seite ausdrucken

6 Millionen ohne Arbeit und die Zerstörung des Arbeitsmarktes

Mehr als ein Jahr leidet der „Arbeitsmarkt“ an einer Politik, die sich zur Hauptaufgabe gemacht hat, ein Virus zu bekämpfen. Arbeitsmarkt ist hier völlig zu recht in Anführungszeichen gesetzt, handelt es sich doch längst nicht mehr um einen mehr oder weniger freieren Markt, in denen Arbeitgeber nach einer Arbeitskraft nachfragen und Arbeitnehmer ihre Kompetenz anbieten. Viel zu reglementiert und staatlich geplant, ja von oben gelenkt ist dieser vorgebliche Markt, in denen 60 Prozent aller Beschäftigten eh schon nicht mehr Teil davon sind – denn die arbeiten in irgendeiner Form für diese große Planwirtschaft.

Zu den Zahlen: Laut Presseerklärung der Agentur für Arbeit waren im März rund 2.827.000 Menschen arbeitslos. Doch diese Größe ist irreführend, falsch und – wenn man ehrlich ist – propagandistisch. Denn sie berücksichtigt viele Größen gar nicht. Allen voran die viel beschworenen Maßnahmen, in der viele Arbeitslose stecken und die im übrigen eine Vielzahl an privaten Unternehmen erschaffen haben, die nicht zu den oben genannten 60 Prozent gezählt werden. Wie auch immer, die Agentur für Arbeit fasst diese Teilnehmer an mehr oder weniger sinnhaften Kursen unter den Punkt „Unterbeschäftigung“ zusammen, wiederum ein politischer Begriff aus dem Reich der Euphemismen. Denn „Unterbeschäftige“ sind gar nicht beschäftigt, sprich arbeitslos. Dies sind (mit der proklamierten Arbeitslosenzahl) 3.173.543 Personen. Pikant hierbei: Rund 170.000 über 58-Jährige sind hierbei auch eingepreist und tauchen in der großen monatlichen Verlautbarung aus Nürnberg ebenfalls nicht auf

Große Medien stützen sich zuverlässig auf diese frisierten Zahl, siehe TagesschauSüddeutsche oder die Wirtschaftswoche. Besondere Nebelkerzen wirft die Agentur für Arbeit in der bereits genannten Presseerklärung, wenn es um die Kurzarbeit (KUG) geht. Hier schreibt und spricht auch der Chef der Agentur für Arbeit, Detlef Scheele, von der konjunkturellen Kurzarbeit von 197.000 Personen. Hierbei kann es sich jedoch nur um die hinzugekommenen Kurzarbeiter handeln, es ist also kein kumulativer Wert, hier werden lediglich die genehmigten Anträge für KUG angezeigt. Auch das geht aus der Presseverlautbarung der Agentur für Arbeit nicht hervor. Laut Agentur für Arbeit gibt es hierzu noch keine aktuellen Zahlen. Diese liegt für Januar bei 2,85 Millionen Arbeitnehmern. 

Jeder kann sich im System einrichten 

Ein stiefmütterliches Verhältnis scheinen Agentur für Arbeit, aber auch viele einschlägige Medien, mit den Zahlen der Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld II zu haben. Dies waren im März 3,91 Milliarden Euro. Also alle, die in in irgendeiner Form Grundsicherung benötigen. Sei es in Gänze, oder seien es Aufstocker. Hartz IV können Menschen ab den 15. Lebensjahr beantragen. Man muss lediglich in irgendeiner Form hilfsbedürftig sein und seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Eine Bindung an den Leistungswillen gibt es, trotz ständigen Betonens des „Fordern und Fördern“, nicht. Die Sanktionsmöglichkeiten sind äußerst beschränkt. Jeder, der die Realität kennt, weiß das.

Provokativ formuliert: Wenn jemand halbwegs geradeaus denken kann, wird er bei Arbeitsweigerung nicht bestraft. Wer die Termine bei seinem Berater einhält und zwei Bewerbungen pro Woche abschickt, unabhängig ihrer Qualität, wird weiterhin Leistung erhalten. Im Laufe meiner Arbeit als Personaler bekam ich unzählige solcher „Bewerbungen“ zugesendet, Darunter solche mit falscher oder gar keiner Telefonnummer bis hin zu Lebensläufen, die Jahre alt sind. Wer das System kennt, kann es umgehen. Wer nicht arbeiten möchte, bekommt sein Arbeitslosengeld II – das ist überhaupt keine Frage und sollten sich alle, die das Hartz-IV-System so lautstark kritisieren, hinter die Ohren schreiben. Ich hatte noch mit keinem einzigen Mitarbeiter des Jobcenters Kontakt, der sich erkundigen wollte, wie es um die Bewerbung seines Kunden, so werden die Leistungsempfänger allen Ernstes genannt, steht. Einzige Berührungspunkte mit den Mitarbeitern im Amt ist das Ausstellen von Arbeitsbescheinigungen der Lohnbuchhaltung zur Belegung der Leistungen. 

Auffallend ist auch, dass Arbeitslose jenseits der Sozialgesetzbücher II („Hartz IV“) und III (Eingliederungen, Maßnahmen, Beratungen etc) gar nicht aufgeführt werden. Personen, die aus der Arbeitslosenversicherung Geld erhalten, also ALG I, sind zwar de facto ebenso arbeitslos wie der gemeine Hartz-IV-Empfänger. Doch das scheint die Macher der Zahlen nicht zu stören. Dieses sind laut Statista knapp 1,1 Millionen Menschen. 

Die Politik erschafft Zombieunternehmen

Das heißt: Die gemeldete Zahl von 2.827.000 Menschen, die im März 2021 arbeitslos waren, ist eine Nebelkerze. Hinzu kommen die Teilnehmer aus den Maßnahmen, so wie alle, die Leistungen aus der Grundsicherung erhalten. Ebenfalls nicht berücksichtigt sind diejenigen, die Versicherungsleistungen aus dem Arbeitslosengeld 1 erhalten. Dies alles mit eingerechnet, ergibt sich eine realistischere Arbeitslosenzahl von rund 5 Millionen. Nicht enthalten sind hier die Kurzarbeiter, dessen verringerte Arbeit ebenfalls mit einbezogen werden sollte. Konservativ gerechnet, ergibt sich eine Zahl von ca 6 Millionen Menschen, die ohne Arbeit sind. Tagesschau und Co. verbreiten jeden Monat zuverlässig vollkommen unrealistische Zahlen und erscheinen wie der nützliche Idioten oder PR- und Propaganda-Abteilungen der Regenten.

Nun ist die Schönrechnerei der Statistiken seitens der Politik leider nichts Neues und gab es bereits vor Corona. Neu ist die hohe Zahl an Kurzarbeitern in Verhältnis zu den Beschäftigten. Ich kenne von Unternehmen das Prozedere der Beantragung von Kurzarbeitergeld im letzten Jahr. Die Anträge wurden seitens der Agentur für Arbeit so gut wie nicht geprüft und einfach durchgewunken. Mitnahmeeffekte waren und sind hier vorprogrammiert. Wobei es nun den Anschein hat, als würde das Auszahlen des Kurzarbeitergelds seit diesem Jahr gewissenhafter geprüft. Aber dennoch muss man sich das Paradoxon vor Augen halten: In der Industrie stehen Leute am Band und finanzieren eine Subvention, damit Andere in einem unrentablen Job gehalten werden – die möglicherweise längst produktive Arbeit gefunden hätten. 

Neben der Kurzarbeit und der Dauerniedrigzinsen evoziert auch die Verlängerung der Insolvenzanmeldung, die die Politik als große Maßnahme gegen die Krise beschworen hatte, vor allem eines: Zombieunternehmen. Firmen, die künstlich am Leben gehalten werden, aber eigentlich schon längst den Marktaustritt hätten antreten müssen. Nun wird der eine oder andere sagen: „Ist doch gut, immerhin haben die Leute Arbeit.“ Nach diesem Motto hatte die DDR eine Arbeitslosigkeit von null Prozent. Zombieunternehmen haben die unangenehme Angewohnheit, nicht innovativ zu sein. Wie denn auch, sind sie doch aufgrund der hohen Verschuldung und dem geringen Cash Flow damit beschäftigt, am untoten Leben zu bleiben. Ferner können Mitarbeiter keine Lohnerhöhungen, geschweige denn Fortbildungen oder ähnliches erwarten. Das Unternehmen ist tot. Es hängt nur noch an Maschinen. Experten schätzen, dass mehr als 800.000 Zombieunternehmen in Deutschland „existieren".

Getrieben, von der Angst, nicht gewählt zu werden

Wir erleben einen Arbeitsmarkt, der durch Corona-Verordnungen und Subventionen völlig verzerrt ist und mit einem Markt, bei dem sich Angebot und Nachfrage im idealen Lohn, im Gleichgewichtspreis treffen. Weiterhin wird Arbeitslosigkeit durch kaum vorhandene Sanktionen subventioniert. Viele Menschen, die arbeiten, werden künstlich in unproduktiver Arbeit gehalten. Diese Politik fordern Politiker und deren Unterstützer, die gar keiner wirtschaftlichen Arbeit nachgehen und denen der Sinn für das Ökonomische fehlen. Profit ist keine Schande, Profit ist auch nicht unmoralisch. Er ist die Voraussetzung für alle Sozialtaten, die Grüne, SPD, Union und DIE LINKE vor Wahlen versprechen. Eigentlich sollten diese Parteien als Allererstes für das Bestehen profitabler Unternehmen sein. Denn propere Gewinne erzeugen hohe Steuereinnahmen und machen ihre Politik, die teuer ist, erst möglich. 

Zur Arbeitsmoral möchte ich jedoch zum Ende einen positiven Aspekt beisteuern. Viele Bewerber und Ex-Mitarbeiter, die wieder eingestellt werden sollen, fragen wöchentlich nach Arbeit. Menschen, die lange zu Hause waren und nun wieder eingestellt werden, legen einen hohen Arbeitsethos an den Tag – zumindest laut meiner Beobachtung. Wir haben aktuell eine unterdurchschnittlche Krankenquote, was bei Helfertätigkeiten durchaus bemerkenswert ist. Meine Interpretation: Diese Mitarbeiter wollen arbeiten. Arbeit ist für sie nicht nur Überleben – sonst könnten sie, wie beschrieben, ohne Probleme Arbeitslosengeld II beantragen –, sondern Leben und Alltag. Kollegen treffen, sich verausgaben, vielleicht sogar aufsteigen. Es ist möglich, wenn man will. 

Die aktuelle Arbeitsmarktpolitik ist jedoch getrieben von der Angst, nicht mehr gewählt zu werden. Das Verlängern der Kurzarbeit und der Anmeldepflicht für Konkurse über den Wahltermin hinaus sind klare Indizien hierzu. Es ist den Millionen produktiver Kräfte in Deutschland zu verdanken, dass sie mit ihrer Hände und Köpfe Arbeit die Fehler dieser zutiefst unmoralischen und feigen Politik kompensieren. 

Alle Zahlen, die nicht via Link belegt wurden, bezog der Autor aus dem Monatsbericht der Agentur für Arbeit März. Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors, „Neomarius".

Foto: Pixabay

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Hans-Peter Dollhopf / 13.04.2021

Erst 2001 hatte Bernhard Jagoda, ein CDU-Mann, gerade noch den zweithöchsten Orden des Freistaates Bayern an die Brust getackert bekommen, den Bayerischen Verdienstorden, doch schon am 21. Februar 2002 nahm er nach 9 Jahren und 24 Tagen seine “sauberen” Griffel von der Präsidentschaft der Bundesanstalt für Arbeit, die damals sagenhafte 90.000 Mitarbeitys verköstigte. Feuern hätte man, also der Herr Riester, ihn nicht können. Was war geschehen? Nun, es gab da einen Revisor, sein Name war Bixler, der die Schnauze gestrichen voll hatte und dem sauberen Herrn Riester ein Briefelein zukommen ließ aus dessen Inhalt er öffentlich kein Geheimnis machte. Und dann durfte der Bundesrechnungshof - von dem man jetzt auch schon seit geraumer Zeit nichts mehr gehört hat, gibts den überhaupt noch? - einmal überprüfen, was Jagodas 90.000 Mannys von der Anstalt den lieben langen Tag denn so treiben und stellte doch tatsächlich fest, dass nur 30 Prozent aller behaupteten Stellenvermittlungen, mit denen die Arbeitsamtler ihre Existenz begründeten, echt waren und Jagoda das auch wusste, ui jui jui! Schröder kam also um eine Reform des Saftladens nicht herum und so kam Peter Hartz, früherer VW-Vorstand und heutiger Vorbestrafter, zum Zuge. Mit der Anstalt wurde es dann gemacht wie mit der SED: Man benannte sich um. Heute arbeiten bei der Bundesagentur sogar 96.000 Mannys. Nur dass jetzt private Vermittler die Arbeit für sie machen. Lang lebe das Sozial-Sklaven-Gesetzestum!

Volker Kleinophorst / 13.04.2021

Wie Merkel mit ihrem Entschuldigungsmanöver kurz die Illusion genährt hat, sie hätte so etwas wie ein Herz. Lady Macbeth wäre vor Neid erblasst. “Gerecht ist schlecht und schlecht ist gerecht.” Denn: “Ich habe goldene Meinungen von allen möglichen Leuten gekauft.” “Oder haben wir an der wahnsinnigen Wurzel gegessen?” Ein jeder weiß: “Was getan wird, kann nicht rückgängig gemacht werden.” “Jetzt bin ich gekabelt, verkratzt, eingesperrt, an freche Zweifel und Ängste gebunden .” “Kann der Teufel wahr sprechen?” (Alle Zitate: William Shakespeare, Macbeth)

g.schilling / 13.04.2021

Es sind schon seit Jahren Fantasiezahlen. Bevor sich wg. Corona die Innenstädte leerten, sah man dort immer schon jede Menge Menschen im erwerbsfähigen Alter sitzen bzw. rumhängen und dabei angestrengt über die deutsche Zukunft nachdenken. Es wird Zeit für ein bedingungsloses Grundeinkommen, damit sich auch die Restbevölkerung dazusetzen kann.

Rolf Rüdiger / 13.04.2021

Die Arbeitslosenstatistik ist eine maßlose Untertreibung, weil Alle die in Schulungen stecken, kaputte Unternehmer und viele mehr nicht mit einberechnte werden. Man müsste die Erwerbstätigen durch die Erwerbsfähigen dividieren, damit man eine seriöse Quote erhält.

Leo Hohensee / 13.04.2021

Sehr geehrter Herr Plutz, Ihr Artikel führt mir deutlich vor Augen, dass meine eigenen, verschiedenen Beiträge der letzten Tage doch unvollständig argumentiert waren. Ich hatte - verkürzt - mehrfach geschrieben, dass dieser Coronazirkus sogar noch aufgekocht werden müsse, wollte man den Grund für den unvermeidlichen Zusammenbruch unseres Krankensystems und der Sozialsysteme weiterhin noch ausreichend verschleiern können. Die Folgen des unbezifferten “Flüchtlings”-Zustroms mit dem millionenfachen leistungslosen Anspruch an unser Krankensystem. an unser Rentensystem und die Sozialsysteme dürfen nicht offenkundig werden. Es muss alles “Corona” in die Schuhe geschoben werden können! Die aufgekochten Corona-Gefahren dienen der Vertuschung. Die Corona-Gefahren müssen ganz einfach zu DEM apokalyptischen Tropensturm aufgeblasen werden. Jetzt liefern Sie, Herr Plutz eine weitere tödliche Seite für unsere Sozialsysteme.—Die Belastung für die Netto-Werktätigen ist nicht mehr zu stemmen. Diese Leistungsbereiten werden ausgepresst bis aufs Blut. Und die Industrien in denen sich noch Netto-Mehrwerte schaffen lassen, werden durch die Heimsuchung von Kanzlerin platt gemacht. Die Größenordnung der Belastung aus der Versorgung, der, im weitesten Sinne Arbeitslosen macht mich für die Zukunft hoffnungslos. Und dann geht diese Junta in Berlin noch eine Verpflichtung zur Schuldenvergemeinschaftung ein ....—das bedeutet die Zerstörung unseres Vaterlandes !

Ralf Rüdiger / 13.04.2021

Mit der bewußten Zerstörung der Wirtschaft durch Lock Downs schaffts sich die angebundene Politik die nötige Aufmerksamkeit für den “big reset” Plan der Bankster und ihrer Geostrategen. Hier gilt zu befürchten das ein Sozialistisches System ala China vor der Türe steht. Enteignete rechtlose Menschen und eine superreiche Elite die alle Macht in sich vereint… Orwells Engsoz wird Realität. Im Endeffekt wird die Politik für ihr enormes menschliches “Versagen” noch belohnt. Denn wir sind schon von Kindesbeinen an Märchen gewohnt. Und der Pawlovsche Hund springt bei uns immer dann an, wenn etwas gut ausgeht, auch wenn wir dadurch Schaden erleiden. Zum Schluss zählt nur das Ende der Geschichte.

Hyacinth Pfeiffer / 13.04.2021

Das Ganze erscheint mir nicht ganz stichhaltig: schließlich hängt die Chance eines Politikers nicht davon ab, welche Wähler für ihn stimmen, sondern welchen Platz er auf einer Landesliste einnimmt. Nicht umsonst sind mindestens viele der sog. Direktkandidaten durch Listenplätze “abgesichert”. Die einzige Gefahr für Abgeordnete sind alternative Parteien, aber diese Gefahr ist dank funktionierender flächendeckender Dauerpropaganda eher mäßig.

Thomas Brox / 13.04.2021

@ Uta Buhr. “Klaus Schwab wird’s freuen. ... Selbstredend trifft dies auf ihn und seinen   Club der Superreichen nicht zu, der in nicht ferner Zukunft eine neofeudalistische Weltherrschaft schaffen wird.”  Dieser staatsnahe Mumpitz zur Ablenkung von den wirklichen Verursachern geht mir gewaltig auf den Senkel! ++ Erklären Sie bitte mal den genauen Zusammenhang zwischen den “Superreichen” und dem fetten, versagenden deutschen “Staat” mit seinen zig Millionen steuerfinanzierter Profiteure und Kostgänger. Und zwar mit FAKTEN und ZAHLEN. Jedem Depp ist doch klar, dass die weltweit höchsten Abgaben an den aufgeblähten Staatsapparat gehen, und der vergeudet die Billionen kontraproduktiv - was hat das mit den Superreichen zu tun? Was haben die Superreichen mit der schwachsinnigen, singulären Energiewende zu tun? Haben die Superreichen ab 2015 die Grenzen geöffnet und Teddybären geworfen? ++ Das Versagen des fetten, unfähigen “Staats” reicht vollkommen aus als Erklärung für den Niedergang - dazu braucht man keine weiteren Annahmen (Ockham’s Rasiermesser). Die feudale Ordnung wird von parasitären Staatsapparaten geschaffen. Wollen Sie etwa behaupten, dass die Superreichen den Sozialismus in Venezuela eingeführt haben, oder dass sie die chinesische KP herum kommandieren. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Rot-Rot-Grün die Enteignung von Konzernen und Reichen plant (z.B. K. Kühnert)!

Gerald Weinbehr / 13.04.2021

Habe vor einigen Tagen mit einem ehemaligen Kollegen gesprochen. Der ist praktisch seit Beginn der Corona-Beschränkungen, also seit über einem Jahr, auf Kurzarbeit 100% (angestellt als EDV-Mann in einer Technik-Firma). Wie es für ihn weitergeht, wenn es irgendwann einmal wieder weitergeht, weiß er nicht genau, jedenfalls nicht mehr so wie vor Corona, das hat sein Chef ihm schon klargemacht. Er ist nicht mehr jung, er kann es wirtschaftlich vermutlich verkraften. Aber die Post-Corona-Rechnung, die uns irgendwann einmal präsentiert werden muss und wird, macht mich nervös. Denn bzgl. Arbeitsmarkt gilt, was im Artikel steht: “... handelt es sich doch längst nicht mehr um einen mehr oder weniger freieren Markt, ...”. Richtig, wir haben schon jetzt in weiten Teilen einen vom Staat gelenkten und finanzierten “Markt”. Es wird alles darangesetzt, das Debakel bis zur Bundestagswahl zu verschleiern. Die Staatsschulden explodieren, außerdem zahlt der dt. Steuer-Michel immer gigantischere Beträge an die EU. Das dicke Ende kommt, und irgendjemand wird es ausbaden müssen. Politiker, Beamte und (die aktuellen) Rentner werden es nicht sein.

Horst Jungsbluth / 13.04.2021

@Hajo Wolf:  Dieser irre “Sozialstaatsfetischismus” begann nicht erst mit der kaum fassbaren” Ära” Merkel, sondern wohl bereits in den siebziger Jahren, wobei SPD und die stasiverseuchten Gewerkschaften eine unheilvolle Rolle spielten, als man nämlich entdeckt hatte, dass man nicht nur mit Terrorismus, sondern mit dem perversen Missbrauch der Verwaltungsgesetze den Staat in die Kniee zwingen kann.  In Berlin (West) haben wir das schlagartig 1989 mit dem Start des von der SED gewünschten SPD/AL-Senat erlebt, wobei der Mauerfall zur falschen Seite, wie es nicht nur in der Berliner Justiz bedauert wurde, zunächst einmal das Schlimmste verhinderte. Da diese durchgeführten und noch geplanten Verbrechen nie politisch, juristisch und publizistisch aufgeklärt wurden, haben die “Strategen des Untergangs” einfach abgewartet, die Apparate wie einst die Stasi unterwandert und sind jetzt fröhlich obenauf. Da nur noch “moralisch” argumentiert wird und alle unbedingt “gut” sein und nicht “merkeln” wollen, dass sie nur die nützlichen Idioten spielen, geht die Strategie eben vollkommen auf. Der Straßenkämpfer Fischer hat doch den Startschuss geliefert, als er sinngemäß meinte, “dass die Deutschen zu fleißig sind und man müsse Wege finden, um ihnen das Geld abzunehmen”. Es hat es wie einst ein anderer mit viel Krawall, aber ohne jegliche abgeschlossene Ausbildung sehr weit gebracht und die von fleißigen Bürgern erarbeiteten Steuergelder in der ganzen Welt verteilt und Terroristen zählten dabei bestimmt nicht zu seinen Feinden.  Dass die Union plump und willig in jede Falle tappt und sich von einer anführen lassen, die diese Parteien (und damit den gesamten Staat) in den Abgrund führt, ist ein Stück aus dem deutschen Tollhaus. Und jetzt kommt nicht etwa Erna, sondern Armin, aber leider nicht der Cherusker!

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