Heute vor zwanzig Jahren erschienen in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten zwölf Mohammed-Karikaturen und lösten eine islamische Machtdemonstration gegen die Freiheit des Westens aus. Viel hat der Westen daraus nicht gelernt.
Die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten war im Jahr 2005 zwar das größte Blatt des kleinen Landes und deshalb auch außerhalb der Landesgrenzen nicht völlig unbekannt, aber niemand hätte sie wohl vor dem 30. September 2005 als weltweit berühmt bezeichnet. Das änderte sich vor zwanzig Jahren gründlich. Im Kulturkampf des politischen Islam mit seinem universellen Macht- und Herrschaftsanspruch auch gegenüber den freien Gesellschaften der „Ungläubigen“ im Westen sorgte die dänische Zeitung für eine Zäsur. Oder für eine Kulturkampf-Eskalation. In dieser macht der Westen zu einem großen Teil in den letzten zwei Jahrzehnten keine gute Figur.
Bekanntlich sorgten diese zwölf Karikaturen, die im Vergleich zu dem, was sich christliche Kirchen und ihre Würdenträger längst beinahe alltäglich gefallen lassen mussten, recht harmlos waren, für weltweit organisierten islamistischen Aufruhr. Allein dieser kostete ungefähr 100 Menschen das Leben. Aber selbsternannten Weltbeglückern, die ihre Ideologie und deren Regelwerk über alles stellen, ist ein Menschenleben - ja sind auch hunderte oder tausende Menschenleben und -schicksale nichts wert, wenn es um die Durchsetzung ihrer Lehre geht.
Dass sie nicht einfach zwölf harmlose Zeichnungen bringen, war den Karikaturisten, war der Redaktion und war auch den Herausgebern vorher schon bewusst. Spätestens mit dem 11. September 2001 - das Datum allein steht bekanntlich als Synonym für möglichst blutige und opferreiche islamistische Angriffe auf den Westen - konnten selbst die Gutgläubigsten diese Gefahr nicht mehr ignorieren, obwohl sie weiterhin versuchten (und noch versuchen), es zu tun. Trotz islamistischer Anschläge, die es auch in den Folgejahren gab, wurden jene Kulturkampf-Appeaser in Medien und Politik nach und nach immer stärker, die mehr und mehr Rücksicht auf muslimische Befindlichkeiten und Regeln einforderten. Das gehöre schließlich zu der schönen neuen „multikulturellen“ Gesellschaft.
Die zwölf Karikaturen sollten sich klar gegen Selbstzensur und Selbstaufgabe richten. Insofern war den Karikaturisten als auch den Redakteuren von Jyllands Posten damals durchaus bewusst, dass sie mit politischem und publizistischem Gegenwind zu rechnen haben würden. Doch dass sie weltweite Unruhen und internationale Boykott-Aktionen gegen Dänemark auslösen würden, damit hatten sie wohl nicht gerechnet. Ebenso wenig dürften die bekanntesten Akteure erwartet haben, ihr weiteres Leben weitgehend unter Polizeischutz verbringen zu müssen.
Auch ein kleiner und nur schlaglichtartiger Rückblick auf die damaligen Ereignisse zeigt, dass die westlichen Gesellschaften vieles von dem, was sie auch heute nur allzu schwerfällig lernen, schon vor 20 Jahren hätten lernen können und sollen.
Flemming Rose, der Kulturchef der Zeitung, hätte die Karikaturen 2005 in Auftrag gegeben, weil die Redaktion hätte prüfen wollen, wie viel Selbstzensur sich die Zeichner mit Blick auf den Islam auferlegen würden, heißt es. 40 dänische Karikaturisten seien angesprochen worden, von denen sich zwölf beteiligen wollten. Die bekannteste der Zeichnungen ist die von Kurt Westergaard. Sie zeigt Mohammed mit grimmigem Gesicht, der einen Turban mit einer Lunte trägt, an dem eine Lunte brennt.
Skandalöse Selbstverständlichkeiten
Die bekannten heftigen Reaktionen lassen allerdings an diesem 30. September noch wenig auf sich warten. Es dauert etliche Tage, ehe etwas passiert. Zuerst beklagen in Dänemark ansässige Imame die sich in den Karikaturen zeigende angeblich wachsende islamfeindliche Haltung im Westen. Man dürfe den Islam nicht mit islamistischen Terroranschlägen in Verbindung bringen, sagen sie. Am 27. Oktober 2005 erstatteten elf Vertreter islamischer Organisationen auf der Grundlage des dänischen Blasphemie-Paragraphen Strafanzeige gegen Jyllands-Posten.
Neben den Karikaturen sollen sich die klagenden islamischen Organisationen vor allem an Flemming Roses Begleittext gestört haben, in dem es heißt:
„Die moderne säkulare Gesellschaft wird von einigen Muslimen abgelehnt. Sie fordern eine Sonderstellung, wenn sie auf besonderer Rücksichtnahme auf ihre eigenen religiösen Gefühle beharren. Das ist unvereinbar mit der weltlichen Demokratie und Redefreiheit, in der man bereit sein muss, Hohn, Spott und Lächerlichmachung ausgesetzt zu sein. Das ist bestimmt nicht immer sympathisch und schön anzusehen, und es bedeutet nicht, religiöse Gefühle sollten immer und in jedem Fall verspottet werden, aber das ist in diesem Zusammenhang nachrangig.“
Eigentlich beschreibt der Redakteur damit nur Selbstverständlichkeiten in einer freien, westlichen Gesellschaft. Wer könnte glauben, dass das nur ansatzweise strafbar sein könnte? Die Staatsanwaltschaft in Viborg stellte das Verfahren denn auch mit der Begründung ein, dass keinerlei Hinweise auf eine Straftat nach dänischem Recht vorlägen. Auf Wikipedia wird darauf verwiesen, dass es zuvor die letzte Verurteilung nach dem Blaspehmie-Paragraphen in Dänemark 1938 gegen eine Gruppe dänischer Nationalsozialisten wegen Antisemitismus gegeben habe. 2017 wurde der Blasphemie-Paragraph als überholt abgeschafft, aber zurück zu den Mohammed-Karikaturen und den folgenden organisierten Reaktionen
Ein palästinensischer und ein libanesischer Imam, die beide in Dänemark lebten und wirkten, ließen ein anklagendes Dossier zu dem Karikaturen-Fall zusammenstellen, das mit beleidigenden Bildern angereichert wurde, die gar nicht in Jyllands Posten erschienen waren. Mit diesem Machwerk reisten sie nach Ägypten und Libanon zu verschiedenen Gesprächspartnern, die daraufhin offenbar eine internationale Empörung der islamischen Massen entzünden konnten. Doch bis dahin dauerte es noch einige Wochen.
Forderung nach strenger Bestrafung
Zunächst forderten am 19. Oktober 2005 elf Botschafter islamischer Staaten den dänischen Premier Anders Fogh Rasmussen auf, im Rahmen der Gesetze alle möglichen Schritte zu ergreifen, um gegen solche Karikaturen-Veröffentlichungen vor zu gehen. Zudem wünschten sie ein Treffen mit dem Premier, auch um über „die islamfeindliche Stimmung im Allgemeinen“ zu sprechen. Doch Rasmussen lehnte ab, mit der klaren Ansage, dass die Presse in Dänemark frei sei und sich die Regierung nicht in deren Belange einmischen dürfe.
Im Januar begann dann die richtige Machtprobe. Zum Anlass nahmen die Organisatoren islamischer Proteste einen Nachdruck der Karikaturen in der norwegischen Zeitung Magazinet am 10. Januar 2006. Die Nachricht vom gotteslästerlichen Treiben von Zeitungen in Dänemark und Norwegen verbreitete sich plötzlich ganz rasant in der islamischen Welt. Demonstranten, die kurz zuvor noch nie von der Existenz von Jyllands Posten oder Magazinet gehört, geschweige jemals eine Ausgabe der Zeitungen selbst gesehen haben, ließen sich für diese Machtprobe in den nächsten Wochen in unglaublichen Massen mobilisieren.
Einige arabische Staaten begannen am 26. Januar 2006 mit dem Boykott dänischer und norwegischer Waren. Libyen, damals noch unter Gaddafi, schloss seine Botschaft in Kopenhagen, Saudi-Arabien zog seinen Botschafter ab. In Tunis forderten die Innenminister in einer Resolution, dass die dänische Regierung die Urheber der Karikaturen „streng bestrafen“ müsse.
Am 31. Januar 2006 versuchte der Chefredakteur von Jyllands Posten etwas zu deeskalieren. Er tat, was moderne westliche Akteure immer gern tun, wenn sich Muslime empören: Er entschuldigte sich dafür, dass die Zeitung die Gefühle vieler Muslime verletzt hätte. Doch eine Entschuldigung für die Veröffentlichung der Karikaturen lehnte er ab. Die sei doch schließlich völlig im Rahmen der Meinungsfreiheit gewesen. Damit war diese Entschuldigung den verschiedenen islamischen Vereinigungen Dänemarks nicht weitgehend genug und wurde zurückgewiesen.
Am selben Tag übertrug der arabische Fernsehsender al-Dschasira eine Rede des in Dänemark lebenden damaligen Führers der Muslim-Bruderschaft, Mouhammed Fouad al-Barazi, der unter Tränen behauptete, in Dänemark würde per SMS dazu aufgerufen, den Koran zu verbrennen.
Die Reaktionen der islamischen Geistlichkeit waren scharf. Obwohl kaum ein Gläubiger in arabischen und anderen islamischen Ländern die dänischen Mohammed-Karikaturen jemals gesehen hatte. Vielen reichte es, dass verschiedene islamische Gelehrte zum Widerstand gegen eine angeblich von Juden und Amerikanern gesteuerte Kampagne aufriefen. Irans Ajatollah Ali Chamenei behauptete im eigenen Staatsfernsehen, die Zeichner der Karikaturen wären von Juden bezahlt worden. Es wäre eine Kampagne, gesteuert von „schmutzigen Zionisten“, die nicht nur die Zeitungen und Medien, sondern auch die US-Regierung „voll unter ihrer Kontrolle“ hätten. Islamisten im Irak riefen dazu auf, dänische Soldaten anzugreifen.
Auch Gaza ist empört
Ebenfalls am 31. Januar 2006 stürmte ein Mob in Gaza das Büro der EU-Vertretung. Zwei Tage später schloss die EU dieses Büro, nachdem es von palästinensischen Extremisten belagert worden war. Unterdessen drohten al-Aqsa-Brigaden und der Islamische Dschihad mit der Entführung von Bürgern Frankreichs, Norwegens, Dänemarks und Deutschlands im Westjordanland.
Die dänische Regierung vertrat trotz dieses Sturms ihre Auffassung, dass sie sich nicht für Veröffentlichungen der Presse entschuldigen müsse und hatte damit auch die mehrheitliche Unterstützung der dänischen Bevölkerung. In einer am 2. Februar 2006 von Danmarks Radio veröffentlichten Umfrage sollen 79 Prozent der Befragten erklärt haben, dass sich Dänemark nicht entschuldigen sollte. Zugleich hätten mehr als zwei Drittel der Dänen die Reaktion der arabischen Länder für inakzeptabel gehalten. Die Karikaturen-Unruhen nahmen allerdings erst richtig Fahrt auf.
Am 3. Februar 2006 wurde das Gelände der dänischen Botschaft in Jakarta von 150 Demonstranten gestürmt. Am gleichen Tag strahlte al-Dschasira eine Predigt des damaligen Hamas-Führers Khaled Mashal in der großen Moschee von Damaskus aus, in der er eine Entschuldigung von Europa forderte, denn es gebe kein Gesetz über dem Allahs.
Am 4. Februar 2006 setzten Demonstranten in Damaskus die dänische und norwegische Botschaft in Brand. Dabei brannte es auch in der schwedischen und chilenischen Botschaft, die sich im selben Gebäude befanden. In Gaza griffen Palästinenser das deutsche Kulturzentrum an und verbrannten die deutsche Fahne. Einen Tag später ging die dänische Botschaft in Beirut in Flammen auf. Ein 16-Jähriger, der im türkischen Trabzon einen katholischen Priester erschoss, nannte als Motiv der Tat die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in verschiedenen europäischen Ländern.
Am 6. Februar 2006 griffen gewalttätige Demonstranten in Teheran die österreichische Botschaft an. In Pakistan boykottierten muslimische Ärzte wegen der Mohammed-Karikaturen Medikamente aus Dänemark, Norwegen, Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Täglich gab es nun irgendwo in der islamischen Welt Demonstrationen gegen Dänemark und die Karikaturen, bei denen Flaggen verbrannt wurden. Dann erreichen die Proteste auch Deutschland, wo am 11. Februar 2006 etwa 5000 Muslime gegen Karikaturen demonstrierten.
Der italienische Reformminister Roberto Calderoli trat in einem T-Shirt mit Mohammed-Karikaturen zu einem Live-Interview vor die Kamera des italienischen Fernsehens, was islamische Empörungs- und Protestorganisatoren erneut befeuerte. Am 17. Februar 2006 starben elf Menschen bei Protesten gegen die Karikaturen vor der italienischen Botschaft in Tripolis. Minister Calderoli wurde daraufhin zum Rücktritt gedrängt, um zur Entspannung der Lage bei zu tragen. Er ist heute übrigens Minister für regionale Angelegenheiten und Autonomien im Kabinett von Giorgia Meloni. Sein damaliger Rücktritt brachte kaum Entspannung. In vielen Ländern tobte der Mob wegen der angeblichen Beleidigung des Propheten durch ein Dutzend dänischer Karikaturisten. So etwas hatte im Westen kaum jemand erwartet.
Viele Todesopfer in Nigeria
Die dänischen Karikaturen nahmen auch Islamisten im Norden Nigerias zum Anlass, Kirchen und christliche Geschäfte anzugreifen. Allein am 18. Februar 2006 wurden dabei 16 Christen getötet, darunter auch drei Kinder und ein Priester. 18 Kirchen wurden zerstört. In den folgenden vier Tagen sollen bei den anschließenden Unruhen in Nigeria 123 Menschen getötet worden sein.
Nach Medienberichten hatte der damalige indische Minister für die muslimische Minderheit in Uttar Pradesh 2006 nach einem Freitagsgebet ein Kopfgeld von knapp 10 Millionen Euro für die Ermordung eines der dänischen Zeichner der Mohammed-Karikaturen ausgesetzt.
Und wie reagierten die hiesigen Medien darauf, dass sich die islamistische Machtdemonstration vor allem gegen die Meinungs- und Pressefreiheit richtete? Die Kollegen diskutierten, ob man diese brisanten Zeichnungen nun nachdrucken solle oder nicht. In Deutschland veröffentlichte Die Welt alle zwölf Karikaturen, Zeit, FAZ, Tagesspiegel, Berliner Zeitung und taz einige von ihnen. Im Online-Magazin Perlentaucher sind die inkriminierten Karikaturen noch zu sehen.
Es gab aber auch prominente Stimmen, die sich gegen die Freiheit und für die Unterwerfung aussprachen. Günter Grass beispielsweise. Der Literatur-Nobelpreisträger ätzte über „eine bewusste und geplante Provokation eines rechten dänischen Blattes“. Die Blattmacher hätten das getan, „weil sie rechtsradikal und fremdenfeindlich sind“. Der Verweis auf die Meinungsfreiheit wäre nichts als Heuchelei. Allerdings war das noch keine Einheitsmeinung, sondern es wurde tatsächlich öffentlich in den Medien darüber debattiert und gestritten, wie wichtig Meinungsfreiheit- und Pressefreiheit gegenüber Befindlichkeiten der Anhänger einer machtvollen Weltanschauung sind.
In Frankreich veröffentlichte Charlie Hebdo bekanntlich nicht nur die dänischen Mohammed-Karikaturen, sondern auch eigene sowie aus Anlass der Karikaturen-Unruhen ein Manifest von zwölf namhaften Intellektuellen, in dem vor dem Islamismus als „neue weltweite totalitäre Bedrohung“ gewarnt wurde. Und diese Redaktion ließ sich auch in den Folgejahren weder durch Gerichtsprozesse noch Drohungen davon abbringen, Mohammed und seine Gefolgschaft immer wieder zu karikieren. Sie stellte sich bekanntlich in den Folgejahren buchstäblich mitten ins Feuer der Islamisten. 2011 ließ sie sich von einem Brandanschlag nicht einschüchtern. Der islamistische Mordanschlag im Januar 2015 mit zehn Toten ließ die westliche Welt einen Moment lang erschrecken. Kurze Zeit war das „Je suis Charlie“ omnipräsent, doch schnell setzten wieder die Relativierungsdebatten ein. Darf man denn die hochempfindlichen Muslime so provozieren? Darf man die westliche Meinungs- und Pressefreiheit wirklich höher werten, als die Befindlichkeiten in Zuwanderer-Kulturen? Solche Fragen wurden ernsthaft diskutiert, so wie zehn Jahre zuvor und leider auch zehn Jahre später.
Die richtige Anwendung der Pressefreiheit
Und was sagten deutsche Politiker im Jahr 2005 bzw. Anfang 2006 zu dem Karikaturen-Aufruhr? Der im November 2005 zum Innenminister ernannte Wolfgang Schäuble präsentierte beispielsweise diese Selbstverständlichkeit: „Warum sollte sich die Regierung für etwas entschuldigen, was in Ausübung der Pressefreiheit passiert ist? Wenn sich da der Staat einmischt, dann ist das der erste Schritt zur Einschränkung der Pressefreiheit.“ Doch so prinzipienfest hörte es sich nicht bei allen seinen Kabinettskollegen an. Der seinerzeit ebenfalls neu ins Amt gekommene Außenminister Frank-Walter Steinmeier, gab sich besorgt, dass die Bemühungen um die Freilassung deutscher Geiseln im Irak durch den Karikaturen-Streit belastet sein könnten. Im typischen Steinmeierdeutsch, das man auch heute noch kennt, hieß es von ihm außerdem:„Noch haben wir keinen Kampf der Kulturen, aber wir sind vom angestrebten Dialog weiter entfernt als gewünscht“. Die Logik, die dahinter steht, ist so einfach wie verheerend: Wenn man den Kampf der Kulturen auch mitten im Pulverdampf immer noch leugnet, muss man ihn nicht aufnehmen. Doch wer gewinnt ihn dann wohl?
Immerhin war der damalige Außenminister damit ganz auf der Linie des damaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan, der erklärte: „Die Pressefreiheit sollte immer in einer Weise angewendet werden, die den Glauben und die Lehren aller Religionen vollständig respektiert“.
Auch wenn die gewalttätigen Aufmärsche abflauten und der Karikaturenstreit in der westlichen Öffentlichkeit immer mehr in Vergessenheit geriet - die Islamisten vergessen nicht. Am 12. Februar 2008 nahm die dänische Polizei drei Personen fest, die einen Mordanschlag auf den Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard geplant haben sollen. Offiziellen Angaben zufolge habe es sich bei den Männern um einen Dänen marokkanischer Herkunft und um zwei Tunesier gehandelt. Am 1. Januar 2010 drang ein Somalier mit einer Axt und einem Messer bewaffnet in Westergaards Haus ein.
Die Liste weiterer Anschläge und Anschlagsversuche ist lang. Einer sollte hier noch Erwähnung finden: Vor fünf Jahren, am 16. Oktober 2020, wurde in Frankreich der 47-jährige Geschichtslehrer Samuel Paty von einem 18-jährigen Islamisten auf offener Straße mit einem Messer enthauptet, weil der Lehrer in seinem Geschichtsunterricht die Mohammed-Karikaturen gezeigt hat. An ihrem Beispiel sollten die Schüler eine Lektion über Toleranz und Freiheit lernen.
Für Verzicht plädieren
Viele im Westen wollen hingegen die Lektionen nicht lernen, die ihnen islamistische Attentäter erteilen. Sie möchten sich den Kulturkampf weiter schönreden. Ein Beispiel hierfür ist eine taz-Autorin, die vor fünf Jahren nach dem Mord an Paty schrieb:
„Zurückhaltung und Respekt für die Sensibilität anderer ist weder ein Einknicken vor Islamismus noch Selbstzensur. Seit vor anderthalb Jahrzehnten eine dänische Zeitung den jüngeren Reigen der Mohammedkarikaturen eröffnete, hat diese Auseinandersetzung nichts Gutes hervorgebracht, nur vermehrten Hass. Ist etwas deshalb wertvoll, weil es angegriffen wird? Die sexualisierte Häme, wie sie im Stil von Charlie Hebdo gepflegt wird, berührt mich unangenehm. Die Ermordung der Zeichner war entsetzlich, so wie jüngst die von Samuel Paty. Aber ist es deswegen untersagt, für den Verzicht auf diese Art von Karikaturen zu plädieren?“
Nein, Unterwerfung und Selbstverleugnung sind selbstverständlich erlaubt. Nur bringen wir uns auf solche Weise um unsere Freiheit. Wenn man auf diese 20 Jahre seit den Karikaturen-Unruhen, dieser aufsehenerregendem islamistischen Machtdemonstration zurückblickt, zeigt sich leider, wie wenig der Westen in dieser Zeit im Umgang mit dem militanten Islam gelernt hat.
Peter Grimm ist Journalist, Autor von Texten, TV-Dokumentationen und Dokumentarfilmen und Redakteur bei Achgut.com.

Die absoluten Grundsätze des Islam sind dem Koran seit über tausend Jahren kinderleicht zu entnehmen:
1. Männerbündische Verfassung
2. Frauen und Unfreie als käufliches Eigentum
3. Hierarchische Ordnung mit striktem Gehorsam
4. Strenger Verhaltenskodex für alle Lebenslagen
5. Definition der Außenwelt als todfeindliche Umwelt
6. Austritt aus der Gemeinschaft nur als Leiche
7. Außenwelt tributpflichtig oder tot
Der Ungläubige ist „harby“, der Todfeind, die christlichen Länder sind Länder des Krieges „dar al harb“ (so zitiert auch Marx, der sogar eine gewaltsame Beseitigung der assassinen Kultur des Islam noch aus dem letzten Winkel Europas (!) ausdrücklich für eine wörtlich „absolute Notwendigkeit“ hielt (z.B. MEW Band 9, Seite 9). Eine Herleitung des Begriffs „Mafia“ geht denn auch zurück auf den moslemischen arabischen Volksstamm der Ma’âfir, der seit Ausgang des Hochmittelalters fast ein Viertel Jahrtausend Palermo beherrschte und Sizilien kolonisierte. Später erwärmten sich folgerichtig Hitler und Himmler für den Islam – ausdrücklich aus Bewunderung für seine Kompetenz zur Abrichtung großer Menschenmassen auf den totalen Krieg. Die Denunziation der Religionskritik, des Aufgangs der Aufklärung, als Rassismus wird bei weiterer Andauer unsere Scheinlinke als das Gegenteil alles Linken und obendrein als womöglich katastrophalste erweisen, was Europa in seiner bisherigen Geschichte überhaupt hervorgebracht hat. Umgekehrt gilt also: Ohne eine gründlich wiederhergestellte Linke gegen das sich unterwerfende Geziefer, das uns beherrscht – laßt alle Hoffnung fahren!
@Werner Geiselhart, Wenn Islamisten christliche Kirchen überfallen, Christen verschleppen oder töten, dürfen Christen die Gefühle der angreifenden und sympathiesierenden Islamisten nicht verletzen.
@Gregor Waldersee : >>Heute in DümmerLand: Sie lesen nicht mehr, verstehen wenig, ihre Büßerhaltung hat ihnen den Verstand vernebelt.<< Ja, woher kommt das wohl, so eine Büßerhaltung? Man braucht dazu Jahrzehnte intensivster ideologischer Bearbeitung, um ein ganzen Volk zu Sündern zu machen, die für die Verbrechen ihrer angeblichen Vorfahren büßen müssen. Das Delikate dabei: Die wirklichen Nachfahren der Täter damals haben im Schatten dieses Büßerkults die höchsten Ämter in diesem Land eingenommen. Es ist von „ganz oben“ verordnete Staatsräson, gegen die der Einzelne noch nicht einmal denken darf! Und es ist eine Ungeheuerlichkeit, wenn ausgerechnet die, die das veranlasst haben, heute nichts davon wissen wollen. Sorry, aber wir sind doch nicht so blöd? Oder doch! MEINE Vorfahren sind vor Hunger gestorben, haben Zwangsarbeit leisten müssen und wurden ausgegrenzt. Sie wurden in Lager gebracht, wo sie mit TBC infiziert wurden und zeitlebens schwerbeschädigt waren. Trotzdem habe ich von der Grundschule bis überall hin das Büßerhemd tragen müssen. Mir ist es leid! Mir ist es zu viel! Und die Unverfrorenheit und BOSHEIT, mit der mir zeitlebens die falschen Etiketten angeheftet wurden, erfüllt mich mit bitterem Zorn! Und der Sohn vom unbelehrbaren NAZI-TÄTER-Vater wurde zum SPD-Chef gewählt, weil er seinen Vater überall verleumdete. Das war gerade die erwartete Haltung. Der MEISTER-Verleumder, der seinen hohen Wert gegen das Pack mit Verleumdung und Hetze demonstriert. Und dann wurde der CHEF DER ATLANTIKBRÜCKE UND IST HEUTE IM AUFSICHTSRAT DES RÜSTUNGSKONZERN RHEINMETALL. Und Jesus ist für unsere Sünden gestorben! Hört auf! Ihr LÜGT! ALLE!
Das mit Grass wusste ich nicht. Macht ihn mir nicht gerade sympathischer. Ich war entsetzt damals, dass seitens des PEN viele (internationale) Mitglieder nach dem Mord an der Charlie Hebdo-Redaktion auf der Seite der Attentäter standen, d.h., victim blaming betrieben haben, und sagten, die Redaktion sei selbst schuld gewesen, sie hätte durch die Veröffentlichung der Karikaturen „provoziert“. Das Ausmaß an Rechtfertigung für islamischen Terrorismus ist wirklich unfassbar. Wie wir wissen, bis in die Gegenwart hinein.
Zwei Dinge sind Schuld, dass hier keiner was lernt: 1. Die NATO 2. Geld Warum? Die NATO kennt als Feind nur Russland und ist für den Kampf gegen einen inneren Feind völlig ungeeignet. Die können das nicht. Das einzige was die können, sind gigantische Flugzeugträger und überteuerte Flugzeuge mit viel digitalem Schnickschnack, der uns beim Kampf gegen den radikalen Islam überhaupt nicht hilft. Man schaue einfach darauf was in Israel/Gaza läuft. Das ist viel näher an dem dran was uns hier blüht als der alte Ost-West Konflikt mit fester Grenzziehung. Die gibt es nämlich bei infiltrierten Feinden nicht und eigentlich sollte das jeder überbezahlte „Stratege“ in den Sicherheitszirkeln der NATO auch wissen. Scheint aber nicht so zu sein. Und was das Geld betrifft: Die Amis kleben an den Arabern wegen des Petrodollars und sind deswegen im Nahostkonflikt nicht unbefangen. Wir Europäer wären es theoretisch, würden wir hier nicht fast alle in der US gesteuerten NATO festhängen. Und das gleiche gilt auch für unsere deutsche Wirtschaft: Wenn wir zu recht Rüstungslieferungen in kritische Regionen der Welt unterbinden, so müssen wir auch Investitionen AUS kritischen Regionen in unsere Wirtschaft unterbinden. Wenn Katar hier bei Siemens, RWE, Volkswagen und besonders der Deutschen Bank (die ist in Deutschland systemrelevant!) sogar mit katarischen Staatsministern(!) drinhängt, dann diktiert uns Katar über unsere Wirtschaft, wie wir uns geopolitisch in der Welt zu positionieren haben. Das kann keinesfalls toleriert werden. Der BND hat eine spezielle Abteilung für derartig problematische Verflechtungen. Ich erwarte, dass unsere Spitzenwirtschaft da ab jetzt VORHER mal anklopft BEVOR sie sich einfach von kritischen Geldgebern aus dem Ausland pampern und in eine fatale Abhängigkeit treiben lässt. Es kann nicht angehen, dass wir hier durch kurzsichtiges Gewinnstreben einiger weniger CEOs unserer Wirtschaft als ganze Nation in die Erpressbarkeit getrieben werden.
Ich möchte an dieser Stelle an den Lehrer aus Batley, England, erinnern, der 2021 im Unterricht eine Mohammed-Karikatur besprach (er hatte den muslimischen Schülern vorher erlaubt, den Raum zu verlassen), und der daraufhin von Muslimen der Stadt Morddrohungen erhielt. Er muss, soweit ich weiß, bis heute mit seiner Familie an einem unbekannten Ort leben, zu seiner eigenen Sicherheit, und konnte nie wieder an die Schule zurück. Die Schule suspendierte ihn vom Dienst, obwohl er nichts Unrechtes getan hatte, und entschuldigte sich bei der muslimischen Community. (Muss man sich mal vorstellen….). Vielleicht wird er nie wieder in Sicherheit leben können, vgl. den Mord an dem Lehrer Samuel Paty aus Frankreich. Spätestens an dieser Stelle muss man sich fragen: Was ist das eigentlich für eine Religion? Denn der Protest kam im Wesentlichen aus der Mitte der Community vor Ort, nicht (nur) von muslimischen Hardlinern, die mit der Schule gar nichts zu tun hatten.
Danke, Frau Grimm !!!!!!