Was soll man sagen zu diesem Jahr? Es ist – Gott sei Dank – vorüber. Im Orkus der Geschichte versunken. Und wir sind noch da.
Und obwohl wir wenig tun konnten gegen all das Katastrophische, Kriegerische, Krisenhafte, das uns 2024 ins Haus oder wenigstens an die Türschwelle kam, dürfen wir reflektieren und nachdenken und unserer Chronistenpflicht nachkommen.
Ich schreibe diese Zeilen in einem Land, das immer noch im Kriegszustand ist. Nicht mehr so akut wie zu Jahresbeginn, aber weiterhin unter Raketenbeschuss, mit Unterbrechungen durch Alarm und technische Störungen, das Internet täglich hundertfach von Hackern bedroht, der Flugverkehr reduziert.
Eigentlich ist der Krieg gewonnen, aber deshalb noch lange nicht beendet. Er reproduziert sich selbst. Die Hamas ist weitgehend zerstört, die Hisballah durch das Ende des Assad-Regimes – eine der wenigen erfreulichen Überraschungen dieses Jahres – fürs erste trockengelegt und ihres Nachschubs beraubt, doch dafür kommen die Raketen nun übers Rote Meer, aus dem Jemen, einem über Jahrhunderte bedeutungslosen Wüstenstreifen, der plötzlich zu einem Hotspot der Weltpolitik avanciert.
Daran haben Fehlentscheidungen der amerikanischen Adminstration ihren Anteil, eines schwachen, inkompetenten Präsidenten, der die verfehlte Nahost-Doktrin seines früheren Chefs Barack Obama befolgte, statt den längst veränderten Realitäten Rechnung zu tragen – die bekannten Symptome der Senilität. Die Obama-Biden-Ära war eine der schwächsten Perioden amerikanischer Außenpolitik, eine Zeit der Verhinderung, des reaktionären Rückfalls, des feigen Ausweichens. Sie führte zu verstärkter Einflussnahme Chinas, sogar des chinesischen Satrapen Kim in Nord-Korea, der plötzlich als Lieferant von Langstrecken-Raketen in die Weltpolitik eintritt. Diese Staaten haben sich – von Amerika ungehindert – mit dem mörderischen Mullah-Regime im Iran verbündet, versorgen es mit Geld und Waffen und garantieren Unruhe und Unfrieden im Nahen Osten mindestens noch für das kommende Jahr.
Die schwächste und unfähigste Regierung in der Geschichte der Bundesrepublik
Auch Deutschland hatte keine gute Zeit. Es gibt Betriebsunfälle der Demokratie, durch die ein Mensch, den niemand für geeignet hielt, den eigentlich niemand wollte, niemand wirklich achtete oder wertschätzte, in ein hohes Staatsamt katapultiert wird, durch flüchtige Mehrheiten, kurzlebige Koalitionen, Mangel an entschlossenen Gegenkandidaten, und ein solcher Unfall war Olaf Scholz. Er hat seine Zeit auf der Regierungsbank abgesessen, üppige Diäten kassiert und eine Aura des Scheiterns um sich verbreitet. Entsprechend war sein zusammengewürfeltes Kabinett: es war vermutlich die schwächste und unfähigste Regierung in der Geschichte der Bundesrepublik. Eine Innenministerin, die planmäßig die innere Sicherheit zunichte machte, grüne PolitikerInnen, die ihre kindischen, ruinösen Projekte mit Brachialgewalt durchsetzen durften, eine sich weiter aufblähende, jede Innovation erstickende Bürokratie.
Doch so schlecht diese Regierung auch war – Sehnsucht nach dem Ancien Régime, nach Angela Merkel und ihren Adlaten, wollte trotzdem nicht aufkommen. Obwohl die bleierne Kanzlerin durch Veröffentlichung ihrer Memoiren offenbar eine Nostalgiewelle erhoffte. Ihr langweiliges, politisch korrektes Buch erwies sich in diesem Sinn als „nicht hilfreich“ (mit welchen Worten sie einst das erste Buch Sarrazins aburteilte, ohne es gelesen zu haben), und wer sich Aufklärung, womöglich neue Denkansätze erhoffte, wurde wie immer von dieser Frau enttäuscht. Deutschland hat seit längerem das Unglück schlechter Regierungen, die verhängnisvolle Fehlentscheidungen treffen, Probleme verleugnen und aufschieben, statt sie anzugehen, und das führte erwartungsgemäß zu sinkender Wirtschaftsleistung, bröselnder Infrastruktur und brüchiger innerer Sicherheit, zu einer demoralisierten Jugend und aggressiver Übernahme des öffentlichen Raums durch nahöstliche Nomaden.
Um diesen Text kurz zu halten, können die Naturkatastrophen, die wir mit ansehen mussten – sei es aus der Ferne, sei es selbst betroffen – nur kurz erwähnt werden: die schrecklichen Regenfälle und Hochwasser in Spanien oder Landschaften Deutschlands, die monströsen Wald- und Steppenbrände, die fortschreitende Desertifikation. Die nicht endenden, inzwischen zum Alltag gehörenden Terror-Anschläge durch meist muslimische Täter. Die lauernden Epidemien. Die darob ausbrechende Hysterie. Die berechtigte Furcht vor den Bedrohungen durch „Künstliche Intelligenz“, durch mörderische Homunculi, das wuchernde Internet. All das, was dräuend in der Luft liegt.
Es wird jede Menge Wechsel geben, jede Menge Bewegung und neue Versuche.
Die gute Laune müssen wir trotzdem behalten. Nicht nur aus Gründen der seelischen und physischen Gesundheit. Auch unseren Kindern und Enkeln zuliebe, denen wir ziemlich verfahrene Verhältnisse hinterlassen, Probleme, denen sich unsere Generation meist elegant entzog, und die nun sie mit möglichst viel Optimismus angehen müssen. Daher sollten wir bemüht sein, selbst in den schwärzesten Tagen – die uns womöglich noch bevorstehen – das Hoffnungsvolle zu sehen. Es wird jede Menge Wechsel geben, jede Menge Bewegung und neue Versuche. Nicht nur das sehnlich erwartete Ende einer desaströsen Administration in Amerika. Auch vorgezogene Wahlen in Deutschland. Immerhin die Chance für einen Wandel.
Hierzulande in Israel kann es nach dem, was wir eben durchgemacht haben, ohnehin nur aufwärts gehen. Die hiesige Jugend hat den Krieg gewonnen und stürzt sich nun grimmig entschlossen in die Abenteuer ziviler Veränderungen. Denn auch hier muss sich vieles ändern, auch wir hatten viel zu lernen. Dieses düstere Jahr war gut zum Nachdenken. Es war brutal, aber in mancher Hinsicht ein Augenöffner. Wir sollten dieses Jahr als Warnung in Erinnerung behalten. Eigentlich: Ein Jahr zum Vergessen. Oder besser nicht.
Chaim Noll wurde 1954 unter dem Namen Hans Noll in Ostberlin geboren. Seit 1995 lebt er in Israel, in der Wüste Negev. Chaim Noll unterrichtet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit an der Universität Be’er Sheva und reist regelmäßig zu Lesungen und Vorträgen nach Deutschland. In der Achgut-Edition ist von ihm erschienen „Der Rufer aus der Wüste – Wie 16 Merkel-Jahre Deutschland ramponiert haben. Eine Ansage aus dem Exil in Israel“.
Beitragsbild: Library of Congress

Man kann nicht lernen, wenn man vergißt! Schlimmer ist’s, wenn die, die nicht vergessen haben und das Nichtvergessen anmahnen, vergessen, daraus zu lernen. Das mag paradox klingen, aber es ist der Status Quo seit geraumer Zeit. Die Geschichte wird noch entblößen, was Frau Merkel eingeläutet hat und von der grün-linken Diktats-Armee vollstreckt wurde. Manchmal kommt’s halt wie der Dieb in der Nacht. Und wir glaubten uns so kuschelig sicher.
Ja, Pustekuchen..
Das kommende Jahr der Schlange wird Häutungen bringen. In D sehr nötig, mir sagte ein Richter allen Ernstes (privat), die Faeserin sei doch eine kompetente Juristin und im übrigen habe sie ja als Innenministerin eh nicht viel Einfluss, die Richtlinienkompetenz hätten ja andere. Ein gestandener Lehrer sprach von den 16 Mehltaujahren als einer „guten, prosperierenden Zeit“. Meine Kinder bekamen von der Schule die Warnung vor „den Rechten“ mit in die Ferien. Also sprechen wohl Leute, die ihr pünktliches Einkommen steuerfinanziert überwiesen bekommen und das Lied pfeifen, der ihnen formal ihr Auskommen verschafft. Wir haben 60 Prozent Staatsquote. Tendenz über steuergeld-indirekt-alimentierte Aktivisten (Journos, Verpetzerinnen und -aussen,…) steigend. Was kann man dagegen tun? Naja, das besorgen unsere Grundgesetzhermeneutiker schon selber. Irgendwann macht das Rumamteln keinen Spass mehr, wenn da in deutschen Amtsstuben und beim Arzt das zum Tragen kommt, was man durch braves Wohlwählen bestellt hat. Wenn man ewig auf Arzttermine warten muss, der Bus oder der Zug nimmer fährt oder zum Risiko wird, aber der EAuto-Lyssenkoismus auf der Fahrt zum Biobauernhof oder zum Flughafen verunfallt und ausbrennt oder nach einem Streckendrittel schlappmacht. Oder wenn beim Zahnarzt Zuzahlungen fällig werden, weil das Gesundheitssystem zur Caritasstation umgebaut wurde.
So gesehen bietet das neue Jahr Chancen.
Etwas kleines Positives aus D: Wussten Sie eigentlich, dass Eva-Marie Kogel Kogel Arabisch, Latein und Altgriechisch an den Universitäten in Göttingen, Bologna, Berlin, Damaskus und Sana’a studiert und 2009 in Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin promoviert hat? [bis auf die Tempi von wikipedia übernommen]. Eines der guten Dinge 2024 war, dass sie gekündigt hat, nachdem Döpfner sie quasi – wenn das so stimmt, Meldung von Relotius-Journal – unterlaufen hat. …… Wünsche Herrn Matthias Döpfner hiermit alles erdenkliche Gute für das Neue Jahr!
Unglaublich gut geschrieben, Herr Noll! Ich wünsche Ihnen ein Frohes Neues Jahr, Freude mit Familie, Kindern und Enkeln trotz allem Schweren! Wissen Sie, falls nächstes Jahr ein Ende abzusehen ist, ist es doch auch nur vorübergehend. Diese Leute werden nie Ruhe geben. Es sind nicht alle, aber genug, die sich ein Ende des Staates Israel wünschen. Und Iran hat dasselbe Regime wie seit Jahren. Das Bedauerlichste daran ist, abgesehen von den Geiseln, die noch in Gefangenschaft (oder verstorben) sind, dass es so viel Unterstützung aus dem Westen gibt für diese Leute und gegen den einzigen demokratischen Staat in der Region. Ich schäme mich oft dafür. Und ja, wir hatten auch noch nie eine so schlechte Außenministerin. Das Erfreulichste am Jahr für mich ist, dass Donald Trump gewonnen hat, der hoffentlich wie zuvor schon Israel robuster unterstützen wird. Alles Gute, Herr Noll!
SILVESTER 24 – Jetzt ist es vorbei, das Jahr der Miseren, die werden im neuen Jahr wiederkehren ganz sicher mit den bekannten Gestalten, die bleiben schließlich wie wir auch die Alten. Weil die sind und leider nicht wir an der Macht, hoffen wir, dass es nicht allzu sehr kracht. Ist das nicht ein frommer Neujahreswunsch? Viel Spaß mit und ohne Silvesterpunsch.
Ich bin jetzt 75 Jahre alt, habe fast die ganze DDR-Zeit mitgemacht und mich zur „Wendezeit“ politisch eingebracht und ich war mit dem Ergebnis zufrieden.
Arber was sich in diesem Land seit Merkel abspielt, insbesondere in 2024, eröffnet bei mir die Frage, warum ich eigentlich ’89 auf die Straße gegangen bin.
Ich hoffe nun auf Februar 2025 ……
Bei allen desaströsen Verwerfungen bleibe ich wie Sie, lieber Herr Noll, ein Optimist.