Elfter August
Die Situation in den besetzten Botschaften der Bundesrepublik kann von der Politik nicht länger ignoriert werden. Das Bundeskanzleramt und das Außenministerium der DDR konferieren erstmals zu der Frage, wie mit den Flüchtlingen in den besetzten Botschaften zu verfahren sei. Gleichzeitig versuchen immer mehr DDR-Bürger, in Ungarn die Grenze nach Österreich zu überqueren.
Zwölfter August
Das Neue Deutschland widmet sich in seiner Wochenendausgabe dem Mauerbau. „Der 13. August brachte Ruhe, Stabilität und Sicherheit für unseren sozialistischen Aufbau“ heißt es auf Seite 3. Der Westen sei gegen die DDR mit Sabotage, Hetze, Diversion, Menschenhandel, Abwerbung und Wirtschaftsboykott vorgegangen. Es habe Planungen von hohen Offizieren der nazistischen Wehrmacht für einen militärischen Überfall auf die DDR gegeben. Warum die Mauer dann aber gegen ein Überklettern von innen gesichert war, nicht von außen, war eine Frage, die nicht gestellt werden durfte.
Während die ND-Leser diese Ausführungen lesen oder ignorieren, wird auch in Budapest die Botschaft der Bundesrepublik wegen Überfüllung durch Flüchtlinge geschlossen.
Dreizehnter August
Zum Jahrestag des Mauerbaus demonstrieren Ausreisewillige vor dem Brandenburger Tor. Die beobachtenden Stasileute müssen sich „Die-Mauer-muss-weg!“-Rufe anhören.
In Budapest ist die Lage durch die DDR-Flüchtlinge, die unter freiem Himmel in den Parks und Grünanlagen kampieren, so angespannt, dass die Bonner Regierung einen Abgesandten in die Budapester Botschaft schickt, um über eine Lösung zu beraten. Davon hört auch Freifrau Csilla von Boeselager, die in der Residenz des Deutschen Botschafters Urlaub macht. Kurz entschlossen verkündet die Malteser-Frau, dass sie sich um die Flüchtlinge kümmern wolle. Am 13. August eröffnet sie dann mit dem Malteser-Hilfsdienst und mithilfe eines befreundeten Pastors auf dem Gelände der katholischen Gemeinde „Zur Heiligen Familie“ das erste Lager für Ausreisewillige aus der DDR.
Während des „Sonntagsgesprächs“ der Berliner Bekenntnisgemeinde ruft der Synodale Hans-Jürgen Fischbeck vom Aktionskreis „Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung vor etwa 350 Menschen zur Bildung einer oppositionellen Sammlungsbewegung auf – als Alternative zur Fluchtbewegung nach Ungarn. Fischbeck möchte, dass die Menschen die DDR verändern, statt ihr zu entfliehen. Der Aktionskreis ist eine Neugründung innerhalb der Opposition in der DDR.
In der Bekenntniskirche in Berlin Treptow fand eines der bedeutensten oppositionellen Liedermacherkonzerte in der DDR statt


Noch am 12. August 1989, als die DDR trotz der enormen privaten und staatlichen Hilfen aus der BRD bereits bankrott und flächendeckend zerstört war, die Botschaften der Bundesrepublik in den sozialistischen Bruderländern mit DDR Flüchtlingen überfüllt waren, lügt und verdreht das Parteiorgan der SED die Fakten in abenteuerlicher Weise. Denn nicht die Bundesrepublik plante den Überfall auf die DDR, sondern umgekehrt die Warschauer-Pakt-Staaten planten einen Angriffskrieg gegen die NATO-Staaten und rechneten mit 3 Millionen Toten, davon allein 2 Millionen im "Aufmarschgebiet" und das war die Bundesrepublik Deutschland. Auch die Besetzung Westberlin war geplant, da man sich das dortige Vermögen aneignen wollte und mit den Bürgern als Geiseln den Bonner Staat erpressen wollte. Für jeden der 12 Westberliner Bezirke standen nach den letzten Plänen aus dem Jahre 1987 die Strasi-Führer und ihre jeweiligen Stellvertreter bereits namentlich fest. O.W. Rot (ein Pseudonym) hat dieses Szenario bereits 1985!!! in einem selbst verlegten Buch beschrieben, da er für diese sensationelle Enthüllung keinen Verleger fand. Auch der Menschenhandel wurde von der DDR betrieben, die andererseits nicht einmal den ausgereisten Rentnern ihre kümmerlichen Renten überwies. Selbst im Drogenhandel mischte die Stasi kräftig mit, konnte sie doch zwei Flliegen mit einer Klappe schlagen: Steuerfreie Einnahmen erzielen und gleichzeitig beim verhassten, weil erfolgreicheren "Klassenfeind" die Jugend "anfüttern", weil leider dort auch viele Lehrer dieses böse Spiel mitspielten, da man außer an Diskotheken gezielt an Schulen dealte. Eigenartig in der ganzen Zeit ist die Tatsache, dass weder die Politiker (von der Justiz ganz zu schweigen) noch die Medien diese Ungeheuerlichkeiten thematisieren. Ganz im Gegenteil: Bei dem einstmals bürgerlichen Berliner "Tagesspiegel" wird jegliche Kritik an der zig Mal umbenannten SED und ihren Funktionären sofort im Keim erstickt und bei anderen ist es auch nicht viel besser. Die Täter sind immer noch "über" uns!