Heute jährt sich der islamistische Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ zum elften Mal. Die algerischstämmigen Brüder Saïd und Chérif Kouachi hatten am 7. Januar 2015 gegen 11.30 Uhr die Pariser Redaktionsräume der Zeitung gestürmt und dabei insgesamt zwölf Menschen erschossen. Damit wollten die Al-Qaida-Anhänger den „Propheten rächen“, wie sie nach dem Attentat riefen. Denn das linke Satireblatt, das traditionell auch Judentum und Christentum auf die Schnippe nimmt, hatte nicht vor dem islamischen Propheten Halt gemacht: So hatte „Charlie Hebdo“ 2006 etwa die berüchtigten Mohammed-Karikaturen abgedruckt, die 2005 erstmals in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ veröffentlicht worden waren.
Es handelte sich dabei um zwölf Karikaturen von zwölf Künstlern zum Thema „Das Gesicht Mohammeds“, darunter eine Zeichnung von Kurt Westergaard, die Mohammed mit einer Bombe als Turban darstellte. In der Folge kam es zu Proteststürmen in der islamischen Welt, die unter anderem Angriffe auf die dänischen Botschaften in Syrien, im Libanon und in Indonesien sowie den Boykott dänischer Produkte zur Folge hatten. Der 2021 verstorbene Zeichner Kurt Westergaard entging 2010 in seinem Haus nur knapp einem Mordanschlag durch einen mit Al-Quaida verbundenen somalischen Terroristen. Ironischerweise war der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in „Jyllands-Posten“ eine redaktionsinterne Debatte über Selbstzensur gegenüber dem Islam vorausgegangen.
Als „Charlie Hebdo“ Anfang Februar 2006 die „aufrührerischen“ Karikaturen nachdruckte, garnierte es den Titel mit einer Abbildung Mohammeds, der mit vor dem Gesicht zusammengeschlagenen Händen ausruft: „Es ist hart, von Idioten geliebt zu werden.“ Wenige Wochen später publizierte das Satireblatt das „Manifest der 12“, bei dem zwölf größtenteils aus dem muslimischen Kulturkreis stammende Intellektuelle vor dem Islamismus als „neue weltweite totalitäre Bedrohung“ warnten (darunter Achgut-Gastautorin Ayaan Hirsi Ali). Im November 2011 erschien eine Ausgabe unter dem Namen „Charia Hebdo“, herausgegeben von „Gast-Editor Mohammed“, der auf dem Titel verkündete: „100 Peitschenhiebe, wenn Sie sich nicht totlachen!“
Schneise der Verwüstung und Gewalt
Da das Cover schon vor der offiziellen Veröffentlichung am 3. November online kursierte, erfolgte bereits am 2. November ein Brandanschlag auf die Redaktionsräume. Zwar wurde dabei niemand verletzt, jedoch entstand ein enormer Sachschaden, bei dem sämtliche Büroräume sowie das gesamte Layout- und Computersystem zerstört wurden. Davon ließ sich die Redaktion jedoch nicht einschüchtern, und reagierte auf dem Titel der nächsten Ausgabe mit der Abbildung eines Moslems und eines „Charlie Hebdo“-Karikaturisten beim innigen Zungenkuss mit der Aufschrift: „Liebe ist stärker als der Hass!“ Auch in den Jahren 2012 und 2013 publizierte das Satireblatt weitere Mohammed-Karikaturen.
Der Anschlag vom 7. Januar 2015 scheint den traurigen Höhepunkt des Kampfes von „Charlie Hebdo“ für die Meinungsfreiheit zu markieren. Pünktlich zur wöchentlichen Redaktionskonferenz stürmten die Attentäter das Gebäude, nachdem sie einen Wartungstechniker erschossen und eine Cartoonistin gezwungen hatten, den Zugangscode zu den Büros einzugeben. Zu den von den Attentätern Getöteten gehörten die berühmtesten Zeichner Frankreichs, darunter der aus dem Fernsehen bekannte Jean Cabut („Cabu“), der bereits unter Personenschutz stehende Herausgeber Stéphane Charbonnier („Charb“) sowie Bernard Verlhac, Philippe Honoré und Georges Wolinski. Der zu Charbonniers Schutz abgestellte Beamte Franck Brinsolaro wurde ebenfalls getötet sowie die Redaktionsmitglieder Bernard Maris („Oncle Bernard“), Mustapha Ourrad, Michel Renaud und Elsa Cayat. Auf der Flucht erschossen die Täter außerdem einen Polizisten. Ein Komplize tötete einen Tag später eine weitere Polizistin, um am Folgetag einen jüdischen Supermarkt zu überfallen und dabei vier Menschen umzubringen. Alle drei Attentäter wurden am 9. Januar im Gefecht von Einsatzkräften erschossen.
Diese Schneise der Verwüstung und Gewalt sorgte weltweit für Entrüstung und Anteilnahme, die im Twitter-Hastag „Je suis Charlie“ mündete sowie massenhafte Solidaritätsbekundungen mit sich brachte. Wenige Tage nach den Attentaten gingen landesweit rund vier Millionen Franzosen auf die Straße. Dieses vielzitierte Trauma Frankreichs wurde noch am 13. November desselben Jahres durch eine ebenfalls islamistische Angriffsreihe potenziert, die unter anderem das Theater „Bataclan“ zum Ziel hatte und über 130 Tote forderte. 2016 folgte der islamistische Anschlag von Nizza mit 86 Toten. Dieser betrübliche Reigen ließe sich noch mit zahlreichen weiteren Anschlägen auf französischem Boden fortführen.
Seit rund zehn Jahren werden vermehrt ähnliche Attentate in Deutschland und anderen westlichen Ländern beklagt. Gleichzeitig scheinen viele von uns sich mehr und mehr an diese Tragödien zu gewöhnen. Was vor über einem Jahrzehnt für wochenlange Schlagzeilen gesorgt hätte, geht heute nach wenigen Tagen im Nachrichtenstrudel unter. Obwohl etwa die Anschläge von Mannheim, Solingen und Magdeburg im Jahr 2024 für große öffentliche Verstörung gesorgt haben, scheinen auch sie schnell im kollektiven Bewusstsein zu versinken, ohne unmittelbare Spuren zu hinterlassen. Neben bewusster Verdrängung durch große Medien scheint auch der Selbstschutz vieler Bürger mittlerweile eine Rolle bei der Schnelllebigkeit solcher News zu spielen. Letzteres kann auch ich sehr gut nachvollziehen. Nicht zuletzt weil die Zusammenhänge zwischen Zuwanderung aus muslimischen Ländern und Anstieg der Gewalt hierzulande von Medien wie Achgut.com seit Jahren beschrieben werden, aber eine Änderung des Migrationskurses bislang von der Politik vehement blockiert wird. Die stete Wiederholung dieses unbefriedigenden Kreislaufes aus treffender publizistischer Beobachtung durch freie Medien und politischer Untätigkeit durch die Regierung kann ziemlich zermürbend sein.
Viele der alten Cover wären heute nicht mehr denkbar
Das elfjährige Gedenken an das Attentat von „Charlie Hebdo“ offenbart jedenfalls einmal mehr, wie kostbar und auch wie zerbrechlich die im Westen mühevoll erarbeitete Meinungsfreiheit ist. Dieser Satz mag kitschig und etwas abgedroschen klingen, an dieser Stelle aber gerechtfertigt sein. Eine wunderbare und bewegende Hommage an diese mehr und mehr verloren gehende westliche Freiheit hat der Zeichner Renald Luzier („Luz“) mit seinem Buch „Wir waren Charlie“ vorgelegt, das bereits 2019 erschien. Luz gehörte 25 Jahre zum harten Kern von „Charlie Hebdo“. Er zählt zu den wenigen überlebenden Redaktionsmitgliedern, da er am Tag des Attentats zu spät kam – er hatte nämlich Geburtstag und daher verschlafen. Das Trauma des Verlustes und der Schuldgefühle verarbeitete Luz in diesem Comicband, ausgehend von dem immer wiederkehrenden Traum, dass er wie üblich an den „Charlie Hebdo“-Redaktionskonferenzen teilnimmt.
Auf 300 Seiten erzählt Luz seine Geschichte – wie er als begabter, aber etwas ungeschickter Anfang-Zwanzigjähriger in die Redaktion des Satiremagazins stolperte und von seinem großen Vorbild Jean Cabut („Cabu“) unter die Fittiche genommen wurde. Sentimental, liebevoll und mit viel Humor hat er „Charlie Hebdo“, seinen Kollegen sowie einem gewissen anarchistischen Lebensgefühl ein Denkmal gesetzt. Detailreich gibt er Einblicke in kreativ-chaotische Schlusskonferenzen, Demo-Einsätze oder eine Reportage aus dem Kosovo. Beim Lesen wird deutlich, dass die Zeichner von „Charlie Hebdo“ sich schon immer Grenzüberschreitungen geleistet haben – aber die Gesellschaft ihnen diese in den 1990ern und 2000ern auch gewährt hat. Viele der alten Cover wären heute nicht mehr denkbar.
Autor Luz zeichnet übrigens buchstäblich für das oben beschriebene Skandal-Cover der „Charia Hebdo“-Sonderausgabe verantwortlich sowie für den Zungenkuss zwischen Moslem und Cartoonist auf dem Titel der Folgeausgabe. Er gestaltete auch das Cover der ersten Ausgabe nach dem Attentat vom 7. Januar, auf dem wiederum Mohammed zu sehen ist mit der Überschrift „Alles ist vergeben!“ sowie einem weinenden Mohammed mit „Je suis Charlie“-Schild in der Hand. Luz verließ im Mai 2015 die Redaktion von „Charlie Hebdo“. Er lebt bis heute unter Polizeischutz. Erst im vergangenen Jahr, anlässlich der Veröffentlichung seines Graphic Novels „Zwei weibliche Halbakte“, begann er wieder in der Öffentlichkeit aufzutreten.
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„Viele der alten Cover wären heute nicht mehr denkbar“ – So ist das eben. Die Starken setzen sich durch und die Schwachen packen ein.
Wenn das so weiter geht wie bisher, läuft es auf eins hinaus: „The only way to stop a bad guy with a gun is a good guy with a gun.“ Die Geschichte hat es immer wieder bewiesen.
2005 Jyllands-Posten ist die Erbsünde der Neuzeit. Nicht wegen der Karikaturen, sondern wegen der Unfähigkeit und Feigheit der westlichen Welt entsprechend auf die Empörung und die Bedrohungen der Steinzeitmenschen zu reagieren. Hier hätte man klarmachen müssen: Wir haben in unserer Welt Meinungsfreiheit und wenn das irgendeinem Ali aus der Dritten Welt nicht gefällt, dann soll er ganz schnell zurück nach Steinzeitistan, denn da hat er diese Probleme nicht. Das ist damals nicht erfolgt, sondern feiges Appeasement mit einem Gegner, der das völlig zu Recht als Schwäche des Westens auslegte. Der Rest ist Geschichte: Westeuropa wird mehr und mehr von erstklassigen Facharbeitern aus Syrien, Afghanistan etc. auseinandergenommen. Sie breiten sich als die herrschende Klasse in Kriminalität und Sozialhilfekassieren aus. Ihre Kinder sind der Sovereign in den Kindergärten und den Schulen. Und selbst dem „linkssozialisierten“ Dieter Nuhr fällt so langsam auf, dass da irgendwas nicht stimmt. Vor einiger Zeit sagte er bei Sandra Maischberger, dass ein Freund von ihm an eine Bande regelmäßig Geld zahle, damit sein Sohn unbeschädigt in die Schule gehen könne. „Irgendwas ist da mit der Migration schiefgelaufen“, sagte Nuhr bei Maischberger und sie nickte lehrerinnenhaft-nachdenklich. Und für einen Moment hatte man den Eindruck, dass die Sandra so etwas könnte wie „nachdenken“. Aber dann war der Eindruck auch ganz schnell wieder weg.
Beim Attentat im Bataclan spielten damals die hochverehrungswürdigen Eagles of death metal.
Sänger Jesse Hughes verortet sich selbst am „äussersten rechten Rand der Republikaner“.
Seine Songs sind purer Speed , Sex, Freiheit , Rock´n Roll. Also nix was dem Ayatollah gefällt.
Die meisten Menschen hier haben gar nicht begriffen, was in Europa auf dem Spiel steht.
In Amerika sind sie- wie immer – bereits viel weiter. Und mit BAP, Grönemeyer und Lindenberg wird das wirklich nix.