112-Peterson: Wie organisiere ich meine Zeit?

Ich wurde gefragt, wie genau ich meinen Tag sowie meine Zeit im Allgemeinen plane und ob Planung zu einer höheren Produktivität führt. Nun, ich plane meinen Tag wie besessen. Mein Kalender ist immer absolut voll, und das schon oft Wochen im Voraus. Ich plane meist morgens, dann habe ich den klarsten Kopf. Und ich plane jede Stunde und wahrscheinlich jede Minute und, ja, es führt zu einer viel höheren Produktivität.

Es geht darum, Ihre Ziele zu definieren. Hierzu benutzen Sie Ihren Kalender. Betrachten Sie ihn als Ihren Freund, denn was Sie mit dem Kalender bezwecken wollen, ist, einen Tag zu gestalten, den Sie erleben möchten, oder einen Tag, der gut für Sie wäre. Und ein Tag, der gut für uns ist, ist ein Tag, der uns das Gefühl gibt, etwas bewegt zu haben. Uns selbst in Richtung der gewünschten Ziele bewegt und Chaos unter Kontrolle gehalten zu haben. Nach einem solchen Tag können wir ruhig und guten Gewissens schlafen und wissen, dass der nächste Tag wenigstens nicht schlechter wird.

Planung ist unglaublich nützlich, vor allem, wenn Sie herausgefunden haben, was Ihre Ziele sind und warum. Und dann müssen Sie herausfinden, wie Sie das in Monate, Wochen und Tage aufschlüsseln können. Aber, wie gesagt, behandeln Sie Ihren Kalender wie Ihren besten Freund. Freuen Sie sich darauf, sich eine Woche zu organisieren, die Ihnen wirklich gefällt. Denn das bedeutet, dass Sie in aller Ruhe planen können, unter Berücksichtigung aller Dinge, die Ihnen wichtig sind. Andererseits kann es unterhaltsam sein, sich für komplizierte Dinge so wenig Zeit wie möglich zu geben. Denn so können Sie herausfinden, ob Sie nicht viel mehr in viel weniger Zeit schaffen. Das kann zu einer Art Spiel werden.

Wenn Sie andererseits eine Aufgabe vor sich her schieben, sollten Sie sich zunächst fünf Minuten für genau diese Aufgabe frei halten. Wenn Sie es beispielsweise vermeiden, sich mit Rechnungen auseinanderzusetzen, weil Sie Angst davor haben, könnte ein erster Schritt sein, fünf Minuten einzuplanen, in denen Sie sich die Rechnungen nur ansehen. Mehr tun sie zunächst nicht, so dass Sie sich zu diesem ersten Schritt bestimmt durchringen können.

Planen ist unglaublich wichtig, weil Sie letztendlich Ihr Leben planen sollten. Natürlich ein Leben, das Ihnen gefällt. Das bedeutet in erster Linie, dass Sie Ihre Pflichten klar umreißen müssen, denn Pflichten ruinieren Ihr Leben, wenn Sie sie nicht erfüllen. 

Dieser Text ist die Antwort Jordan B. Petersons auf eine User-Frage. Hier geht's zum Originalbeitrag.

Foto: jordanbpeterson.com

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Johann Wayner / 27.03.2019

Bin jetzt sehr erstaunt über die fast ausnahmslos interessant verfassten Leserbriefe. Deshalb keine weitere Meinung dazu, sondern ein DANKE dem Autor des Artikels und den bisherigen Verfassern der Leserbriefe!!  

M. Braun / 27.03.2019

Erinnert mich irgendwie an Carlson auf dem Dach, der wusste auch alles.

Namor peter / 27.03.2019

Wer in der Woche 40h bei Aldi an der Kasse steht und an seinen sechs Arbeitstagen noch 2x45min Fahrzeiten hat, dazu 3h Ruhepausen. Der muss schon nicht mehr allzuviel planen. Psychologen in Kliniken sind durchgetaktet, oft durch Verwaltungskräfte. Kant war strukturiert und verplant. Wer neben Arbeit und Familie ein Hobby hat und auch noch Freunde treffen will, tut gut daran zu planen. Und auch Auszeiten, Ruhe, Regeneration, Wellness muss man planen, wenn man vielerlei verschiedene Verantwortung hat. Und auch Studienzeiten (Lesen von Büchern) muss oft freigeschaufelt werden, welches Buch es dann wird ist ja noch nicht festgelegt. Jedes Hobby das Disziplin oder Partner braucht muss geplant werden…...

Thomas Taterka / 27.03.2019

Seltsam nur, daß in der Erinnerung die glücklichsten Momente die sind, in denen die Zeit die geringste Rolle spielte und man ganz bei der Sache war. ( welcher auch immer! )

herbert binder / 27.03.2019

Wunderschöne Persiflage. Habe dennoch umgehend mein Zeitmanagement einer Überprüfung unterzogen und - - - 112 gecancelt.

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