Im Folgenden geben wir einen Auszug aus einem Gespräch zwischen Jordan B. Peterson und dem kanadischen Psychologie-Professor und Kollegen John Vervaeke wieder.
Jordan B. Peterson: Meine Definition von Liebe lautet: Das beste in mir dient dem besten in dir. Und das halte ich für das tiefsinnigste, langlebigste Vergnügen und die umfassendste, unerschöpflichste Motivationsquelle. Denn wann immer ich auf diese Weise handle, habe ich das Gefühl, mich ordnungsgemäß zu verhalten. Und es gibt doch nichts besseres.
John Vervaeke: Und vor allem ist diese Definition (von der Liebe zu Menschen) auf vieles andere übertragbar. Auf die Welt, auf Situationen, auf Orte ...
Jordan B. Peterson: Naja, ich würde mal sagen, das ist überhaupt die Grundvoraussetzung für die Annahme, dass Gott Liebe bedeutet. Es heißt ja, Gott ist Liebe und Gott ist Logos, also Vernunft, Folgerichtigkeit und Definition. Das heißt, man könnte sich die Frage stellen, welches davon zuerst kommt. Und ich würde es so formulieren: Gott ist Wahrheit in Liebe. Und dies ist der Geist, der die Menschheit motiviert. Natürlich ist das eine ganz andere Behauptung, als sie ein Atheist aufstellen würde (lacht). Aber trotzdem: Ist Wahrheit im Dienst der Liebe nicht die allerbeste Motivation für einen Menschen, die man sich denken kann? Ein Irrweg ist es bestimmt nicht. Aber jeder kann sich diese Frage selbst stellen.
John Vervaeke: Auf jeden Fall ist das eine gute Frage! Ich glaube, dass sich die Aspekte „Wahrheit“ und „Liebe“ noch stärker gegenseitig durchdringen. Ich denke, sie verbindet ein stärkeres Verhältnis als nur der Aspekt des Dienens. Ich finde in diesem Zusammenhang den Begriff der „Bewusstwerdung“ sehr passend. Liebe ist für mich die Möglichmachung der Bewusstwerdung. Und das tiefste Verständnis für Realität liegt nun einmal in der Bewusstwerdung.
Jordan B. Peterson: Na gut, dann füge ich meiner These noch eine Fußnote hinzu: Die Realität, die am ehesten zu vertreten ist, wird durch das Wirken der Wahrheit im Dienste der Liebe herbeigeführt.
John Vervaeke: Ja. Aber zum Begiff der Wahrheit muss ich sagen: Ich glaube, dass Sie „Wahrheit“ in einem Sinne verstehen, der über das Verhältnis zwischen dem semantischen Inhalt eines Gedankens und der Realität hinausgeht.
Jordan B. Peterson: Ja, natürlich spreche ich in diesem Fall von „Wahrheit“ im größeren Sinne.
John Vervaeke: Diesen Punkt würde ich gerne weiter ausführen. Wenn Sie auf ein Ziel schießen und treffen, dann war Ihr Können effektiv. Ihre Macht an diesem Punkt ist eine Form der Wahrheit. Aber unsere bloße Existenz stellt auch eine bestimmte Wahrheit dar. Nicht zuletzt beinhaltet die tiefste Form der Wahrheit das geteilte Wissen, das an Vertrauen gekoppelt ist und daraus folgend an das wichtige, enge Verbundensein mit der Welt.
Wenn Sie mir also gestatten, den Begriff von „Wahrheit“ auf all diese angeschnittenen Dimensionen auszudehnen ...
Jordan B. Peterson: Ja, absolut! Verbunden mit der Welt im selben Maße wie man auch mit seinem Partner verbunden oder an ihn gebunden ist.
John Vervaeke: Genau! Ich glaube, die Antwort auf den Nihilismus ist kein propositionales Wissen (Begriff aus der Philosophie, „wissen, dass“, Anm.d.Red.), sondern das Wiedererlernen, sich in die Realität und das Sein zu verlieben. Und zwar im tiefsten buddhistischen Sati-Sinne.
(...)
Im Grunde leben wir doch alle vom nicht-propositionalen Wissen, wie Platon hervorhob (mit nicht-propositional ist „nicht-konkretes“ Wissen gemeint, wie beispielsweise Fertigkeiten und Fähigkeiten oder das geistige Innenleben, Anm.d.Red.). Sokrates versuchte den Fokus der Menschen auf das nicht-propositionale Wissen zu lenken. Also das prozessuale, perspektivische und partizipierende Wissen.
(...)
Jordan B. Peterson: Bitte erklären Sie die verschiedenen Modi der Erkenntnis noch einmal genauer.
John Vervaeke: Noch heute benutzen wir in der Psychologie die Definition des Philosophen Gilbert Ryle (1900-1976). Propositionales Wissen bedeutet das Wissen, dass etwas der Fall ist. Also größtenteils geht es hierbei um die Stichhaltigkeit von semantischem Inhalt, also der Wahrheit von Aussagen.
Jordan B. Peterson: Und das ist mit der Aufforderung verwandt, dass an Gott zu glauben bedeutet, einige Propositionen, also Grundannahmen, zu akzeptieren, die mit dem Wesen Gottes einhergehen. Aber der Grund dafür, warum sich tiefergehende Fragen nach dem Wesen Gottes nicht so leicht beantworten lassen, ist, dass diese Fragen überhaupt nicht propositional, also nicht durch genaue Angaben zu beantworten sind.
John Vervaeke: Genau!
Jordan B. Peterson: Ihre Differenzierung hat mir wirklich sehr geholfen! Denn somit kann ich meinen Sinn für den nicht-propositionalen Raum schärfen. Ich weiß, dass die Philosophie zwischen „wissen, dass“ und „wissen, wie“ unterscheidet, seitdem ich „Warum wir denken, was wir denken“ geschrieben habe. Und dass das Innenleben, also die „Philosophie des Geistes“ wieder etwas anderes ist.
Dies ist ein Auszug aus einem Gespräch zwischen Jordan B. Peterson und dem kanadischen Psychologie-Professor und Kollegen John Vervaeke wieder. Hier geht's zum Auszug und hier zum gesamten Gespräch.
@ M. Fasse Sie meinen doch nicht das überzeugt? „Jesus starb für Ihre Schuld und hätte das auch getan, wenn Sie der einzige Mensch auf dieser Erde wären.“ Woher wissen Sie denn das? Und: Mir wird wie von Ihnen gerne unterstellt von Religiösen ihre Schriften inkl. Bibel nicht zu kennen. Weit gefehlt. Ich schreibe nicht über Themen von denen ich nichts weiss. Christlich (evangelisch) erzogen, fällt Bibel schon mal aus. Und auch bei den Anderen kenne ich mich gut aus. Ich schaue auch mal in Parteiprogramme, Was ist das anderes. Ich habe aber genau wie bei Feminismus, wo ich eben auch den Kanon von Butler bis Brigitte durchaus kenne, das dumpfe Gefühl, das ist das Schlimmste. Dass ein Insider einer der sich auskennt, es ablehnt, einer der sogar der zuhört. Sie können glauben was Sie wollen werter Herr Fasse und sollten das nicht persönlich nehmen, Doch: Wenn Sie das, was Sie glauben, als reale echte Wahrheit akzeptieren, belügen Sie sich selbst. Die Bibel hat ihren Stellenwert, ich finde die Josefgeschichte beeindruckend, von der Offenbarung des Johannes mal ganz abgesehen, aber jegliche Überhöhung zu Gottes Wort: Das ist kindisch.
Gott ist Liebe und Gott ist Logos – stört viele, auch manche Foristen der Achse. Dabei hat sich gar Sokrates auf Ihn berufen, es gibt ohne Ihn kein Gewissen, nur Unterwerfung oder den Tod. Die Vereinbarkeit des Juden- und Christentums mit der aristotelischen Logik haben ein Maimonides und Thomas von Aquin im 11./12. Jh. bewiesen. Wohingegen säkular und muslimisch nur zwei Seiten derselben verlogenen, mörderischen und totalitären Medaille sind.
Es gibt zwei Arten, den Bogen zu schießen. Die eine ist die aggressive: Kimme, Korn – Schuß! Die andere die intuitive: man läßt sich leiten. Beide Arten funktionieren, aber die erste ist die übliche. Gott wird üblicherweise nicht auf die aggressive Art gefunden.
Der Autor hat unrecht, weil Liebe nicht definierbar ist. Liebe ist, wie ich meine Flamme in der Klasse sah und sich mein Kopf extragalaktisch leerte, das ist so wie das Gefühl beim ersten Alleinflug als Pilot, es kommt etwas über mich und das ist mächtiger als ich – und das fühlt sich gut an, sehr gut, gar nicht, es ist transgefühlt oder aufgewühlt, scheiß egal – irrational. Wenn ich mich neben meine Dame des Herzens setze und an Wortfindungsstörung leide und nicht zum definieren komme, dann ist es Liebe. Wenn man eine Definition als Begründung braucht, jemand zu umarmen, dann hat man einen Klatsch oder ein Loch in der Luftmatratze, wie man eben will und liebt und den Begriff wählt ohne Hirn.
Der Artikel wäre wirklich gut … wäre da nicht dieser durch nichts zu beweisende Verweis auf „Gott“ . Liebe ist ein evolutionäres Mittel zum Austausch von Genen. Kompliziert & schön wurde es erst durch die Entstehung des Bewusstseins. Aber in unsere woken, und politisch korrekten Gesellschaft hat diese Liebe des Bewusstseins einen bitteren Geschmack bekommen. Sie wurde vorsätzlich vergiftet. Denn Liebe führt (oftmals) zu Zweisamkeit. Zweisamkeit führt (nicht immer) aber evolutionsgeschichtlich bewiesen, häufig zur Familie. Und nichts hasst der elitäre Links-Grün-Gutmensch mehr als die Familie. Vor allem seine eigene Familie. Lieben tut er nur sich selbst. Er ist Narzisst durch und durch. Es ist ihm egal ob arme braune Kinderhände die seltenen Erden für die Akkus seines woken E-Bikes aus dem Boden kratzen .. und dabei verrecken. Er möchte einen autobefreite Klimazone vor seiner Haustüre. Er isst natürlich vegan und fair Trade … ihm ist egal ob dadurch irgendwo die Lebensmittelpreise um 30% steigen …. bei armen braunen Leuten die jetzt schon 90% ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Er möchte gut sein … nein .. das nehme ich zurück. Er möchte als gut gesehen werden. Er möchte zu den (vermeintlich) Guten gehören. Jordan Peterson ist ein extrem intelligenter, gebildeter und eloquenter Zeitgenosse und ich bewundere und konsumiere regelmäßig seine Vorlesungen und Diskussionen auf YouTube. Einzig seine Religiosität, die im schärfsten Kontrast zu seiner profunden naturwissenschaftlichen Bildung steht, verursacht mir regelmäßig Kopfschmerzen.
Ich bin immer wieder entsetzt, wie wenig die vielen in Deutschland vom Evangelium Jesus Christus wissen. Nein die Weisheit der Griechen reicht nicht aus, um die Tiefe Gottes zu erkennen. Ich schäme mich des Evangeliums nicht und Jesus lebt. Leider muss ich sagen, dass unsere Kirchenoberen längst nur noch Marx vertreten. Traurig.
@Volker Kleinophorst: Ihr Frage möchte ich mal auf einer persönlichen Ebene beantworten. Denn nur so ist es kein „Gelaber“. Jesus starb für Ihre Schuld und hätte das auch getan, wenn Sie der einzige Mensch auf dieser Erde wären. Weil Er Sie liebt! Ob das nun wahr ist, oder dummes Gelaber (wie Sie meinen), wird sich am Ende herausstellen. „Kleriker“ haben mir das übrigens vor 45 Jahren, als ich auf der Suche nach Gott war, und wissen wollte, welchen Sinn dieses Leben hat, nicht erklärt. Dazu gibt es nur eine seriöse Quelle: die Bibel. Lesen Sie sie! Sie müssen sie ja nicht gleich, wie ich, mit Löffeln fressen. Sie müssen nur vorher den Gott, an den Sie nicht glauben wollen oder können, mit einem ehrlichen (wenn auch für Sie zunächst hypothetischem) Gebet bitten, Ihnen zu zeigen, ob das Gelesene nun wahr oder Gelaber ist. Er wird reagieren, wenn Sie ehrlich sind. Hundert Prozent!