Der Westen versteht unter Kosmopolitismus eine wechselseitige Kooperation, die nicht Verwandtschaft, sondern Leistung als Kriterium hat. Die Massenzuwanderung aus Regionen mit Clan-Strukturen führt genau zum Gegenteil.
Im Folgenden geben wir ein Gespräch zwischen Jordan B. Peterson und dem US-amerikanischen Evolutionsbiologen, Podcaster und Autor Bret Weinstein wieder. Weinstein ist ehemaliger Professor am Evergreen State College in Olympia, Washington, das er 2017 wegen seiner Kritik an der dortigen Identitätspolitik unter großem öffentlichen Interesse verließ.
Bret Weinstein: Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass uns etwas vorgegaukelt wurde, und zwar unter dem Namen Multikulturalismus. Das Problem mit dem Multikulturalismus ist, dass er sich wie etwas anhört, das diejenigen von uns, die gerne mit Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen interagieren, schätzen sollten, aber in Wirklichkeit ist er das Gegenteil von dem, was wir tatsächlich für wichtig halten.
Den Wert, den wir eigentlich meinen, würde ich als westlichen Kosmopolitismus bezeichnen. Und er ist das ganze Gegenteil. Multikulturalismus ist die Idee, dass Menschen sich nicht in unsere Gesellschaften integrieren sollten, sondern ihre eigenen Traditionen in einer isolierten Nische bewahren sollten, und dass wir im Westen die Idee, ein einheitliches Volk zu werden, effektiv ablehnen sollten.
Jordan B. Peterson: Multikulti ist nur die Miniatur-Wiederholung der (globalen Vielvölkerschaft auf Landesebene). Aber ohne zu berücksichtigen, dass man, wenn man Menschen im Kleinen ohne ein vereinigendes Meta-Narrativ zusammenbringt und damit die globale Situation wiederholt, man auch alle globalen Konflikte mitbringt.
Das Ganze wird vielleicht noch durch den zugrunde liegenden Materialismus angeheizt. Denn es scheint ja die Vorstellung zu herrschen, dass, wenn man verschiedene Menschen aus aller Welt zusammenbringt, und ihnen ausreichende wirtschaftliche Möglichkeiten bietet, Konflikte, die im Grunde genommen durch wirtschaftliche Not oder wirtschaftliche Unterschiede verursacht werden, einfach auf magische Weise verschwinden, unabhängig von ihrer Kultur.
Nun behaupte ich nicht, dass irgendjemand dies unbedingt durchdacht hat, aber mein Eindruck ist, dass die Ideensysteme, die diese Massenereignisse motivieren, ihren eigenen inneren Geist und ihren eigenen Vorwärtsdrang haben und voller innerer Konflikte sein können, die niemand wirklich löst. Denn im Grunde lautet ja die Theorie: Wir bringen alle zusammen, so unterschiedlich sie auch sind, aber jetzt, da sie reich sind, wird alles gut werden. Es braucht kein universelles Wertesystem, das Vorrang haben sollte, außer der Fülle wirtschaftlicher Möglichkeiten.
Da ist ja schon etwas dran, denn man könnte argumentieren, dass Menschen, die in relativer Armut leben, vielleicht eher zu Konflikten neigen, obwohl ich nicht glaube, dass hier das Verhältnis 1:1 betragen würde. Was ist Ihrer Meinung nach falsch an dieser Theorie, dass wirtschaftliche Möglichkeiten Frieden bringen, und warum?
„Ich sehe den Westen also in der Defensive“
Bret Weinstein: Lassen Sie es mich biologisch ausdrücken. Es gibt zwei grundlegende Ursachen, warum Lebewesen, insbesondere Menschen, zusammenarbeiten. Der wichtigste Grund ist die genetische Verwandtschaft. Der zweite Grund ist der Wert, der durch Wechselseitigkeit entsteht.
Erlauben Sie mir, etwas holzschnittartig vorzugehen, dann meiner Meinung nach geht es bei dem, was wir den Westen nennen, im Grunde genommen darum, dass wir uns darauf geeinigt haben, unsere Abstammung beiseitezulassen und zusammenzuarbeiten, weil wir damit Wohlstand erzeugen.
Diese Vorstellung hat ihre Wurzeln in der Antike, aber ich glaube, dass sie in ihrer heutigen Form durch Zufall von den amerikanischen Gründervätern erfunden wurde. Im Wesentlichen haben sie, um die Kolonien zu vereinen, eine Reihe von Regeln aufgestellt, die niemanden besonders begünstigten. Natürlich hat das nicht perfekt geklappt. Es gibt beispielsweise einige eklatante Mängel in unseren Gründungsdokumenten, aber im Allgemeinen haben unsere Gründerväter dieses enorme Problem gelöst.
Im Laufe der nächsten paar hundert Jahre war dieses System unglaublich produktiv, indem es die Menschen, die am besten für eine Zusammenarbeit geeignet waren, miteinander in Kontakt brachte und ihnen half, ihre ethnischen Unterschiede beiseitezulassen. Wir wurden zu einer Großmacht.
Auf diese Weise wurde das amerikanische Experiment ansteckend, denn als die Menschen sahen, wie dynamisch es war und welchen hohen Preis sie dafür zahlen, wenn sie ihre genetische Verwandtschaft in den Vordergrund stellen, wollten alle daran teilhaben. Das ist für mich der Westen. Und obwohl ich ein patriotischer Amerikaner bin, bin ich auch ein Patriot dieser Idee. Ich denke, um diesen Gedanken sollten wir uns versammeln. Das bedeutet, dass wir diese kosmopolitische Vorstellung übernehmen sollten, dass man mit jedem zusammenarbeiten kann. Und dass es darum gehen sollte, ob jemand die richtigen Einsichten und Werte hat, und nicht darum, zu welchem Gott er betet.
Und genau dieses Ideal wird jetzt angegriffen. Und zwar von Menschen, die unsere Unterschiede fetischisieren und eine solche Zusammenarbeit unmöglich machen wollen. Ich sehe den Westen also in der Defensive und in der Notwendigkeit einer energischen Verteidigung, was mit ein Grund dafür ist, warum ich tue, was ich tue. Ich denke, die Welt ist in großer Gefahr, wenn diese Idee verloren geht, selbst wenn es nur für kurze Zeit ist.
Unabhängig von Verwandtschaftsbeziehungen
Jordan B. Peterson: Okay, lassen Sie mich dazu eine Frage stellen. Es gibt einen Aspekt in Ihrer Argumentation, den ich nicht ohne Weiteres von der These unterscheiden kann, dass bloße materielle Möglichkeiten Frieden bringen. Lassen Sie mich Ihre Argumentation noch einmal durchgehen und zusammenfassen. Sagen Sie mir, wenn ich etwas falsch verstanden habe. Und dann wollen wir uns eingehender mit diesem möglichen Paradoxon befassen.
Zunächst gehen Sie davon aus, dass die grundlegende soziale Organisation des Menschen die Verwandtschaft ist, richtig? Das Wort „kind“ (bedeutet als Substantiv im Englischen „Art“, „Weise“, „Gattung“; als Adjektiv „nett“ oder „freundlich“, Anm. d. Red) selbst kommt vom Wort „kin“ (im Englischen „Verwandtschaft“ oder „Familie“, auch verwandt mit dem Substantiv „das Kind“ im Deutschen, Anm. d. Red.). So neigen wir von Natur aus eher dazu, unser Selbstbewusstsein auf diejenigen auszuweiten, die genetisch mit uns verwandt sind.
Das hat einen großen Nutzen, nicht zuletzt in Bezug auf die Fortpflanzung, wenn man es über einen längeren Zeitraum betrachtet, aber es ermöglicht uns auch, enge, blutsverwandtschaftliche Bindungen zu knüpfen, die am wenigsten anfällig dafür sind, mit der Zeit zu zerbrechen.
Nun kam es zu einer Veränderung dieser Sichtweise, die Sie insbesondere mit der Gründung der Vereinigten Staaten in Verbindung bringen. Diese Idee wurde in eine allgemeinere Wertschätzung für die Möglichkeiten radikaler, altruistischer Gegenseitigkeit, unabhängig von Verwandtschaftsbeziehungen, verwandelt.
Bret Weinstein: Ich würde das nicht altruistisch nennen.
Jordan B. Peterson: Vielleicht wechselseitig altruistisch?
Bret Weinstein: Wechselseitig altruistisch bedeutet, dass wir durch Zusammenarbeit einen Vorteil haben. Beide kommen besser weg.
Wurzeln in der jüdisch-christlichen Tradition
Jordan B. Peterson: Oh ja, Sie haben recht. Das ist eine vollkommen vernünftige Neuformulierung. Der Gedanke dahinter ist also, dass eine Zusammenarbeit unabhängig von Verwandtschaftsbeziehungen enorme komparative Vorteile mit sich bringt.
Das liegt zum Teil daran, dass man auf ein breiteres Spektrum an Talenten und Fähigkeiten zurückgreifen kann, und die Weiterentwicklung dieses Arguments könnte die These stützen, dass eine vielfältigere multikulturelle Bevölkerung aufgrund der Meinungsvielfalt von Vorteil wäre, wenn man dieser Sichtweise zustimmt.
Ich würde aber zunächst zwei Ihrer Thesen beanstanden. Die eine ist, dass der Kern davon amerikanisch ist. Außerdem erkenne ich nicht, wie sich Ihre Ausführungen von der These unterscheiden, dass bloßer wirtschaftlicher Erfolg mehr oder weniger Frieden garantieren wird, unabhängig von jedem anderen übergeordneten Rahmen.
Ich denke, es gibt Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit nicht-verwandtschaftliche, gegenseitig altruistische Beziehungen aufgebaut werden können. Damit meine ich metaphysische Annahmen. Ich denke, sie sind im Allgemeinen in dem kodiert, was wir als religiöse Sprache empfinden, was ihre Tiefe und Notwendigkeit widerspiegelt.
Und dazu gehören, soweit ich das beurteilen kann, jene Annahmen, die für die jüdisch-christliche Tradition selbstverständlich sind. Ich denke, diese sind eine Voraussetzung für die Entwicklung jener Haltung des radikalen gegenseitigen Altruismus gegenüber Nicht-Verwandten, die in ihrer höchsten Form die Vereinigten Staaten charakterisiert. Aber ich denke, dass diese Haltung, obwohl sie mit der Gründung der USA eine rasante Blütezeit erlebte, viel, viel tiefere Wurzeln hat. Sicherlich muss man Großbritannien sowie der gesamten westlichen Tradition, die dahinter steht, hierfür etwas Anerkennung zollen. Und außerdem, so scheint es mir, den griechischen und jüdisch-christlichen Traditionen, aus denen der Westen hervorgegangen ist.
Warum also bei den USA aufhören? Ich weiß, dass Sie das in einem grundlegenden Sinne nicht tun, aber was halten Sie von der Notwendigkeit, diesen Kulturbegriff über das rein Wirtschaftliche und Pragmatische oder das selbstverständlich Wirtschaftliche und Pragmatische hinaus zu erweitern?
„Ich möchte keine perfekte Gleichverteilung“
Bret Weinstein: Zunächst einmal wurde die Gegenseitigkeit als Motor der Zusammenarbeit natürlich nicht von den amerikanischen Gründervätern erfunden. Ich meine, tatsächlich ist jede Form von Gegenseitigkeit, die in der Natur existiert, genau dieser Art. Es ist also nicht so, dass sie sie erfunden hätten. Sie haben aber eine Reihe von Regeln erfunden, die die Grundlage für eine Gesellschaft bildeten …
Jordan B. Peterson: Das stimmt, sie haben diese Regeln auf eine Weise kodifiziert, die politisch und wirtschaftlich umsetzbar war.
Bret Weinstein: Ich würde sogar sagen, dass sie diese Regeln so gut kodifiziert haben, dass sie zu einem funktionsfähigen Prototyp wurden. Dieser Prototyp hat eine unglaubliche Phase der Dynamik ausgelöst. Wenn man an die Vielzahl der Erfindungen denkt, die ihren Ursprung in Amerika haben, vom Flugzeug über den Computer bis hin zu Kunststoffen, ist es verblüffend, wie viel die Amerikaner in kurzer Zeit erreicht haben. Und ich behaupte, wenn wir eine Gesellschaft hätten, in der man grundsätzlich dazu neigt, mit denen zusammenzuarbeiten, die aus derselben Gegend stammen wie man selbst, wäre das meiste davon nicht passiert. Sowas geschieht nur, wenn man die Freiheit hat, mit jedem zusammenzuarbeiten, weil er der richtige Partner ist. Diese Idee hat also eine enorme Kraft. Ich glaube auch, dass dies das Wesen einer funktionierenden, stabilen Welt ist, die sich nicht in Konflikten zerfleischt.
Nun gehe ich auf Ihren Einspruch ein. Woher wissen wir, dass die einfache Verteilung des wirtschaftlichen Wohlstands nicht automatisch zum Frieden führt?
Jordan B. Peterson: In China hat es zum Beispiel nicht funktioniert.
Bret Weinstein: Es funktioniert eigentlich nirgendwo, ohne die von mir skizzierte Übereinkunft. Sobald man sich darüber klar wird, dass man eng mit einer bestimmten Gruppe von Menschen verwandt ist und diese Gruppe derzeit in der Lage ist, sich einen Vorteil gegenüber einer anderen Gruppe zu verschaffen, die ihnen weniger nahe steht – dann bleibt das Spiel „Abstammung gegen Abstammung“, mit Wettbewerb und Gewalt, was praktisch die gesamte Geschichte bis vor ein paar hundert Jahren geprägt hat, konstant.
Das ist die einzige Alternative, die wir (zum westlichen Modell) haben. Die Hoffnung besteht darin, dass (unser Modell) das Beste ist. Ich bin ebenso wenig wie Sie an einer Welt interessiert, in der das Wohlergehen perfekt gleichmäßig verteilt ist. Ich möchte keine perfekte Gleichverteilung.
Jordan B. Peterson: Das wäre ja auch unmöglich.
Bret Weinstein: Und selbst wenn es möglich wäre, wäre eine Welt, in der alles gleichmäßig verteilt ist, eine Welt, die Menschen bestraft, die mehr beitragen, und Menschen belohnt, die weniger beitragen.
„Aus unseren Unterschieden Kapital schlagen“
Jordan B. Peterson: Es verhindert auch jede Möglichkeit des Handels, denn wenn es keine Unterschiede zwischen Ihnen und mir gibt, dann gibt es in Bezug auf die wirtschaftliche Bedeutung über die verschiedenen Dimensionen eines potenziellen wirtschaftlichen Vergleichs hinweg keinerlei Motivation für uns, zusammenzuarbeiten.
Denn wir könnten uns ohnehin nicht über unsere radikale Gleichheit erheben, und außerdem wäre alles, was wir haben, genau gleich. Das bedeutet also, dass (die Gleichheit) den Begriff des Fortschritts und des Handels ad absurdum führen würde, und das würde bedeuten, dass wir jetzt nicht mehr in der Lage wären, aus unseren Unterschieden Kapital zu schlagen. Das wäre also das Gegenteil dieser Vielfalt, die als Allheilmittel angepriesen wird.
Bret Weinstein: Deshalb wird der Kommunismus so stark mit Knappheit assoziiert, weil er genau das demotiviert, was eine Gesellschaft funktionieren lässt. Das will ich nicht. Aber um auf die Frage zurückzukommen, warum ich mich immer noch als links sehe: Ich möchte, dass eine Sache so gleichmäßig wie möglich verteilt wird, und zwar Chancen. Der Markt funktioniert am besten, wenn jemand, der das Potenzial hat, etwas Wunderbares beizutragen, nicht dazu verdammt ist, die Toilette eines anderen zu putzen.
Wenn ein jeder Zugang zum Markt hat und belohnt wird, wenn er der Menschheit etwas bringt, das unser Leben verbessert, erhält man ein System, in dem der Reichtum zwar nicht vollkommen gleichmäßig verteilt ist – tatsächlich könnte man vielleicht mit einer Pareto-Prinzip-Verteilung rechnen –, aber es würde niemand ausgegrenzt. Wenn man sich gemäß dem Pareto-Prinzip im unteren Quadranten befindet, aber die Möglichkeit hat, durch einen positiven Beitrag einen Ausweg zu finden, dann ist die Motivation, dies zu tun, maximal. Jedenfalls ist das für mich das, was ein hartnäckiger Linker als wünschenswert ansehen würde.
Jordan B. Peterson: Wenn ich Sie also richtig verstehe, sehen Sie den Sonderfall des Multikulturalismus als etwas wie den grundlegenden Antagonismus zwischen einem auf Verwandtschaft basierenden ethischen System und einem abstrakteren System, das auf dem Begriff des abstrakten gegenseitigen Altruismus basiert. Sie sagen also im Grunde genommen, dass diese beiden Orientierungen nicht friedlich nebeneinander existieren können, da sie im Wesentlichen gegensätzlich sind.
Dies ist ein Auszug aus einem Video von Jordan B. Peterson.
Jordan B. Peterson (* 12. Juni 1962) ist ein kanadischer klinischer Psychologe, Sachbuchautor und emeritierter Professor. In seinen Vorlesungen und Vorträgen vertritt er konservative Positionen und kritisiert insbesondere den Einfluss der Political correctness und die Genderpolitik. Sein 2018 erschienes Buch „12 Rules for Life“ war internationaler Bestseller.
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„Wechselseitig altruistisch“, genau dies funktioniert in einer bestimmten Form des sogenannten Multikulturalismus nicht, da eine Gruppe, die man gar nicht beschreiben muss, weil jeder weiss, um was es geht, zwar Altruismus kennt, jedoch nur innerhalb ihrer Gruppe. Alle anderen Gruppen, geleitet von Juden in erster Reihe, haben als Feind zu gelten. Dieser von Juden und Christen erfundene „wechselseitige Altruismus“ ist vollkommen unvorstellbar, wenn eine Gruppe dezidiert Feindbilder aufbaut und pflegt. Genau diese Gruppe wurde daher mit dem Begriff Multikulturalismus euphemistisch verkleidet. Der Begriff ist eine Art Trompe-l’œil. Wo dieses Konzept allerdings in den US versagt hat, ist im 19. Jh, als man dem Indian dies und jenes versprach, ihn aber systematisch hinterging. Ausnahmen gab es. Joseph R. Walker (December 13, 1798 – October 27, 1876) war ein sehr respektierter Scout, der eine Shoshone heiratete und mit ihr alt wurde und sich spaeter mit ihr in NoCal zur Ruhe setzte in einem Haus. Der Respekt zwischen Walker und den First People beruhte auf Gegenseitigkeit und Walker hat viel von ihnen gelernt. Ich habe einige interessante Geschichten ueber die Zeit in Wyoming und Colorado gelesen. „Wechselseitig altruistisch“ ging nur, wenn genuegend Respekt da war. Das sind aber zwei Welten gewesen, die Ostkueste und die Wildnis westlich der Rockies.
Ich denke nicht, daß irgendwer was verwechselt. Das ist schon fast egal, welches Thema man anpackt, Ausländer, Integration, Medien, Maskenpflicht, divers, der Apparat treibt wie ein Bulldozer eine festgelegte und meist unausgesprochene Agenda voran, deshalb spricht man von Lügen- oder Lückenpresse. Die Einheimischen täuscht ihr Gefühl nicht, das ist richtig, das Gefühl, welches und voin den Parteien aufgeschwatzt werden soll, das ist falsch. Die Methode der Politik ist fortgesetzte Nötigung. Die meisten Einheimischen wägen ab, Selbstverrat oder Existenzverlust. Die Debatten beginnen leider sehr chronisch immer wieder beim status quo. Wer hat eigentlich die Kirchen, Dome, barocken Schlösser und biedermeierlichen Straßenzüge mit den kunstvollen Säulen und Engelsputten gebaut? Waren das die Türken? Haben die Araber den Otto-Motor erfunden? Nie wieder heißt dann wohl, leider haben wir die ganzen Entwicklungshilfegelder verplempert und euch angelogen, weil wir lieber in Krieg und Waffen investiert haben. Was treibt sonst die Millionen Flüchtlinge?
Wenn das alles arme „Flüchtende“ sind, warum wird politisch so viel Wert auf Integration und Durchmischung gelegt? Warum sind im Hintergrund so viele Gesetze erlassen, die es auf das Bleiberecht abgesehen haben? Warum wird mit Hass und Häme auf uns heruntergeschaut und unser Verlust gefeiert
mit „Good night white Pride“?Warum werden wir als Nazis beschimpft und ausländische Mordtäter können hier einreisen und werden nach der Tat als psychisch labil aus der Schußlinie genommen? Daß es sich nicht nur hier, sondern auch in den USA um einen alten Rassistenplan handelt, liegt nicht nur auf der Hand, das kann man ganz leicht nachweisen. Das sind niedere Absichten, die hinter „Multikulti“ stehen. Ehrenhafte Motive waren das nie.
„Lassen Sie es mich biologisch ausdrücken. Es gibt zwei grundlegende Ursachen, warum Lebewesen, insbesondere Menschen, zusammenarbeiten. Der wichtigste Grund ist die genetische Verwandtschaft. Der zweite Grund ist der Wert, der durch Wechselseitigkeit entsteht, (…) dass wir uns darauf geeinigt haben, unsere Abstammung beiseitezulassen und zusammenzuarbeiten, weil wir damit Wohlstand erzeugen.“ – Bret Weinstein hat völlig recht. Aber wie bekommt man das in das Hirn eines deutschen Gutmenschen, der auch dann kein Nazi sein will, wenn es niemand behauptet hat?
Textzitat (Weinstein): „….von Menschen, die unsere Unterschiede fetischisieren und eine solche Zusammenarbeit unmöglich machen wollen.“ „Fetischisierung“ scheint mir hier der entscheidende Begriff zu sein. Je mehr eine Kultur inkompatibel mit unserer eigenen ist, desto besser offenbar, und desto mehr wird sie romantisiert. Das ist ähnlich wie bei der früheren Vorstellung vom „edlen Wilden“: dass man Syrern, Irakern und Afghanen *pauschal* unterstellt, edle und herzensgute Menschen zu sein. Zwischendurch nimmt man durchaus die Berichte von Human Rights Watch und Amnesty International zur Kenntnis im Hinblick auf die Verletzung der Menschenrechte in Afghanistan etc. (was dort nicht nur an den Taliban liegt). Dann macht man ohne mit der Wimper zu zucken weiter mit der Verklärung von Migranten aus den genannten Ländern. Die Afghanen, die nach Deutschland kommen, haben natürlich nie etwas zu tun mit den Afghanen, die Frauen wegen „Ehebruchs“ steinigen, 9jährige Kinder zwangsverheiraten und die sich etwa als örtliche Polizeichefs ganz offen Kindersklaven zum eigenen sexuellen Vernügen halten. Oder die diese Vorgänge zumindest billigen. Neulich sagte eine Dame in bewunderndem Ton zu mir, muslimische Männer seien „so sanft“. Sie verbittet es sich übrigens, über Terroranschläge durch Muslime zu reden, das sei nur ein „islamophobes Stereotyp“. Da fällt einem wirklich nichts mehr ein, und dieses Gespräch war kein Einzelfall. (Und das mit der „Fetischisierung“ betrifft nicht nur Frauen.) Ich bin durchaus in der Lage, Menschen nicht nach ihrer Herkunft zu beurteilen, sondern nach ihrem Verhalten. Gerade deshalb nervt mich diese pauschale Verklärung alles Fremden. (‚Seltsamerweise‘ schicken diese Leute ihre Kinder jedoch zunehmend auf private Schulen, offenbar will man sie doch nicht vollumfänglich dem Segen von MultiKulti aussetzen. Merkwürdig. /Sarkasmus).
Was die USA betrifft würde ich annehmen, dass mit den ersten Einwanderern ein durchaus starkes religiöses Band heilsam, weniger jüdisch, als vielmehr einer sehr ausgeprägten und wirksamen Variante des Protestantismus, der in Teilen bis heute mehr oder weniger stark nachwirkt. Dass diese Einwanderer neben diesem kulturellen Band auch noch aehnliche oder gleiche Motive und Ziele verbindet, ist alles andere als ein Nachteil. Man könnte hier durchaus calvinistische Einschläge vermuten. Diese Verbindung wurde zunehmend durch ein Motiv ergaenzt und dann ersetzt, welches mot dem Begriff Werte etwas euphemistisch beschrieben ist. Den Nutzen. Ein durchaus evolutionär angelegtes Nützlichkeitsprinzip, welches zwingend zu einer bestimmten Sichtweise auf den „ Naechsten “ und die Gesellschaft führte. Ergaenzt durch den religiös immer noch wirksamen Mechanismus der freiwilligen Spende fuet Notleidende. Freiwillig und durchaus selektiv, was die Frage der Not und der eigenen Versuche betrifft , die Sache ( zunächst ) selbst zu regeln. Die psychokulturellen Unterschiede zu den meisten europäischen Gesellschaften und zum Menschenbild sind erheblich und logisch. Die jeweiligen Folgen auch. Sowohl wirtschaftlich wie auch sozial. Dass und warum dieses Verstaendnis in den USA seit vielen Jahren massiv unter Druck geriet, ist bekannt. Vermutlich leiden die Indigenen in den USA psychohistorisch bedingt weniger unter den neurotischen Zwangsstöungen der Europäer , die diese fuer die Sozialingenieure und Transformatoren bzw deren Erlösungsnarrative anfaellig machen. Natuerlich setzt eine funktionierende Demokratie und jedes funktionierende System eine gewisse Homogenität voraus, eine tiefsitzende gemeinsame Ueberzeugung und ein Commitment. Ob der reine Nutzen dazu ausreicht ist sehr zweifelhaft. Jedenfalls reicht er nicht zur Verteidigung gegen Gefahren von Innen, Oben und Aussen. Da muss etwas deutlich mehr und tiefer verbinden und natürlich setzen die Taeter genau da an.