Lange Zeit habe auch ich Donald Trump für einen selbstdarstellerischen Rowdy gehalten. Heute muss ich mein Urteil revidieren. Erstens zählen seine Taten. Zweitens ist seine Persönlichkeit komplexer als vermutet.
Ich glaube, ich hatte dieselben Probleme mit dem ehemaligen und nun wieder amtierenden Präsidenten Donald J. Trump, die viele Menschen teilen. Für mich war es keineswegs offensichtlich, dass sein erster Versuch, die Führung des mächtigsten Landes der Welt zu übernehmen, etwas anderes war als ein brillanter und unorthodoxer Marketing-Schachzug. Allerdings einer, der über alle Erwartungen hinaus erfolgreich war.
Zu diesem Zeitpunkt kannte ich ihn nur als sich selbst vermarktenden, bombastischen, typisch amerikanischen Prominenten, der mich in meiner Vorstellung an Colonel Tom Parker erinnerte, den moralisch ambivalenten, aber zweifellos erfolgreichen Manager von Elvis Presley.
Trump hatte sich jedoch einen Namen in der schwierigen Baubranche gemacht, wo insbesondere in Städten wie New York und Chicago alle möglichen Arten von Korruption und Problemen bewältigt werden mussten, eine herausfordernde Angelegenheit, um die Projekte termingerecht und innerhalb des Budgets abzuwickeln. Jeder, der schon einmal eine Renovierung größeren Ausmaßes durchgeführt hat, weiß, wie schnell solche Dinge außer Kontrolle geraten können, wenn man ihnen nicht viel Zeit und Aufmerksamkeit widmet. Dabei gelang es ihm, sich einen Namen zu machen – eine weitere Leistung, die keineswegs so einfach ist, wie es sich diejenigen vorstellen, die so etwas noch nie gemacht haben.
Vielleicht hatte er also in Bezug auf Fleiß, Aufmerksamkeit und Verhandlungsgeschick etwas zu bieten, das über seinen bloßen Erfolg als Prominenter hinausging. Außerdem war er natürlich Co-Produzent und Moderator der Reality-Shows „The Apprentice“ („Der Auszubildende“) und „The Celebrity Apprentice“. Diese waren sehr erfolgreich und liefen lange Zeit – insbesondere nach den Maßstäben des traditionellen Fernsehens –, mehr als ein Jahrzehnt lang, von 2004 bis 2015. Er ist außerdem Autor von 19 Büchern, die er in Zusammenarbeit mit verschiedenen Ghostwritern verfasst hat, und war an einer Vielzahl anderer Geschäftsvorhaben beteiligt.
Diese Geschichte unternehmerischer Aktivitäten in Verbindung mit seinem erfolgreichen Streben nach Aufmerksamkeit spricht für zwei wesentliche Persönlichkeitsmerkmale von Präsident Trump: Er ist extrem extrovertiert, das heißt sowohl selbstbewusst als auch enthusiastisch, wobei ersteres gegenüber letzterem überwiegt. Und er zeichnet sich zumindest relativ stark durch Offenheit für Neues beziehungsweise Kreativität aus, die nach der allgemeinen Intelligenz der beste Einzelindikator für unternehmerische beziehungsweise kreative Aktivitäten und Fähigkeiten ist (siehe „Big-Five-Persönlichkeitsmodell“).
Dies verleiht seiner ihm einen hohen Wert bei der Persönlichkeits-Meta-Eigenschaft der Plastizität, die sich in erster Linie durch die Fähigkeit, sich zu verändern, zu wachsen und sich zu verwandeln auszeichnet. Dies ist im Falle Trumps, der in der Tat ein sehr dynamischer Mensch ist, besonders angesichts seines Alters, ganz offensichtlich. Viele Menschen sind mit 30 Jahren in ihrem Wesen bereits festgefahren, Trump jedoch nicht. Er erfindet sich ständig neu und ist dabei kontinuierlich sehr erfolgreich. Das kann einmal, vielleicht zweimal zufällig passieren, aber wenn es über viele Jahrzehnte hinweg so bleibt, steckt etwas Substanzielles und Reales dahinter.
Diktatoren haben keinen Humor
Ich habe Donald während seiner ersten Präsidentschaftskampagne und auch danach, als er im Amt war, mit großer Belustigung auf Twitter verfolgt, bevor er von den progressiven Gutmenschen, die die Plattform damals befallen hatten und die sich durch Arroganz, Anmaßung und schiere Frechheit auszeichneten, so skandalös hinausgeworfen wurde. Der Mann hat einen vernichtenden Sinn für Humor, der zumindest von den etablierten Meinungsführern unterschätzt wird, wenn er auch etwas rücksichtslos ist. Ich besitze ein sehr komisches Buch „The Collected Poems of Donald J. Trump“, das seine denkwürdigsten Tweets und Erklärungen von 2009 bis 2019 in einer schönen Bibliotheksausgabe mit Hardcover zusammenfasst. Es ist ein lächerlich witziges Werk.
Ich glaube, dass eine tiefere Betrachtung dieser Neigung zu bösartigem Humor auch nützlich ist, um Trumps zugegebenermaßen komplexe Persönlichkeit allgemeiner zu beleuchten. Zunächst sollten wir fairerweise festhalten, dass diktatorische Typen, zu denen ihn seine Feinde unbedingt zählen wollen, im Allgemeinen nicht für ihren Sinn für Humor bekannt sind. In der stalinistischen Sowjetunion wurden Menschen inhaftiert, weil sie als Erste nach einer Rede des großen Führers aufgehört hatten zu applaudieren. Kritik war absolut tabu und kam schon gar nicht von oben. Ich habe auch noch nie eine Lobeshymne auf die witzigen und amüsanten Äußerungen von Adolf Hitler, Fidel Castro oder Mao Zedong gehört.
Trump ist in manchen Situationen zwar überraschend empfindlich, aber er kann in Sachen Witzen sowohl einstecken als auch austeilen. Er wurde 2011 in der Show „Roast of Donald Trump“ des US-Senders Comedy Central auf die Schippe genommen und lieferte sich mit David Letterman mehrere selbstironische Wortgefechte. Er machte sogar einen Witz darüber, dass er während seiner Präsidentschaftsdebatte mit Joe Biden eine Erektion bekam. Ich glaube, er konnte einfach nicht anders. Und das gefällt mir wirklich gut. Seine Witze sind zwar derb, aber nicht derber als etwa jene von US-Komiker Bill Burr.
Die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen
Aber ist es nicht so, dass ein gewisses Maß an Härte für ernsthafte Komik notwendig ist? Wenn wir dies verstehen und würdigen, können wir eine der bemerkenswertesten Eigenschaften Trumps besser nachvollziehen, nämlich seine große Anziehungskraft auf die Arbeiterklasse.
Dies zeigt sich besonders deutlich in seiner Fähigkeit, ungezwungen mit Soldaten und Polizisten scherzen zu können – eine seltene Eigenschaft unter Politikern, die oft nervös werden, wenn sie mit Menschen interagieren müssen, die gefährliche und schwierige Berufe ausüben. Wir sollten auch nicht vergessen, dass der Humor der Männer und Frauen aus der Arbeiterklasse ebenfalls eher derbe Züge aufweist.
Diese Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, die so oft als Anspielung auf einen hypothetisch gefährlichen Populismus verspottet wird, spricht für mich für die paradoxe Präsenz einer erheblichen Freundlichkeit in Trumps Charakter. Einer Persönlichkeitseigenschaft, die am meisten mit Empathie für andere Menschen in Verbindung gebracht wird und die die eher pathologischen Elemente des Narzissmus, die mit extremer Extrovertiertheit einhergehen können, erheblich mildert.
Wie kann das sein, angesichts seines derben und manchmal sogar tyrannischen Humors? Nun, das Persönlichkeitsmerkmal Verträglichkeit lässt sich in die Aspekte Höflichkeit und Mitgefühl unterteilen. Obwohl sie dazu neigen, gemeinsam zu variieren, da sie sich sonst nicht zu diesem Merkmal vereinen würden, kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass Menschen in einem Bereich einen hohen Wert und im anderen einen niedrigen Wert aufweisen. Das macht das ganze etwas schwieriger zu verstehen, aber es ist dennoch möglich.
Ich glaube, dass Donald J. einer dieser Menschen ist. Er ist sicherlich nicht höflich. Er weiß, wie man sich benimmt, ist also nicht einfach nur unsozialisiert oder zufällig ungeschickt, sondern entscheidet sich häufig dafür, sich nicht so zu verhalten. Das ist einer der Gründe, warum er so lustig ist. Der bereits erwähnte Comedian Bill Burr ist nicht höflich. Sein Kollege Louis C.K. ist nicht höflich. Ebenso wenig der Komiker Tony Hinchcliffe, derzeit bekannt als Kill Tony. Viele komische Menschen sagen alles, was ihnen in den Sinn kommt, egal was es ist. Solange es entweder wahr oder lustig ist, oder optimalerweise beides. Trump gehört definitiv zu dieser Gruppe.
Harte Schale, weicher Kern?
Aus der Literatur über Persönlichkeit und Psychopathologie geht klar hervor, dass Menschen zu Narzissmus neigen, wenn sie extrovertiert und streitbar sind. Trump ist unbestreitbar extrovertiert, und zwar in extremem Maße. Er ist auch definitiv wenig höflich. Aber er wäre einfach nicht in der Lage, Kontakt zu den sogenannten normalen Menschen aufzunehmen, die ihn lieben, wenn er sich nicht tief in seinem Herzen um sie sorgen würde. Ich habe den Verdacht, dass seine Unhöflichkeit zumindest teilweise eine Maske ist, die er trägt, um sich vor dem Schmerz zu schützen, den solche Fürsorge hervorrufen kann.
Das würde Trump zu einem Mann machen, dessen Schroffheit dazu dient, sich vor der öffentlichen Enthüllung seines zarten Herzens zu schützen. Es gibt viele Männer, die so sind. Nun kenne ich Trump nicht, außer aus der Ferne. Aber ich kenne viele Menschen, die ihn kennen. Sie alle haben mir von seiner gastfreundlichen Art im Privaten erzählt und von seiner Neigung, sich für die Menschen in seiner Umgebung besonders einzusetzen. Zu dieser Gruppe von Zeugen seines Charakters gehören übrigens auch Menschen, die politisch überhaupt nicht mit ihm übereinstimmen.
Es ist auch keineswegs ersichtlich, dass Trump sich bei den Mächtigen einschmeichelt und die Schwachen unterdrückt. Diese Tendenz wäre in der Tat ein sehr vernichtendes Zeichen, insbesondere bei jemandem, der echte Macht hat. Über Trump gibt es in dieser Hinsicht jedoch keinerlei Berichte. Dies scheint in deutlichem Kontrast zu Kamala Harris zu stehen, die bei ihren aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern aus genau diesem Grund notorisch unbeliebt ist.
Ein sehr ungewöhnlicher Republikaner
Zwei Persönlichkeitsmerkmale bleiben in Bezug auf den ehemaligen Präsidenten noch zu bewerten. Das eine ist der Neurotizismus, die Neigung zu negativen Emotionen, und das andere ist die Gewissenhaftigkeit, also die Neigung, hart und fleißig zu arbeiten und mündliche Vereinbarungen zu treffen sowie einzuhalten.
Neurotizismus unterteilt sich einerseits in einen Hang zum Rückzug, eine depressionsähnliche Neigung, sich angesichts von Herausforderungen zurückzuziehen, vermeidend zu agieren und zu erstarren. Und andererseits in Volatilität, eine Tendenz zu aggressiver Empfindlichkeit.
Trump erscheint mir als jemand, der sehr schwer zu stoppen ist. Daher vermute ich, dass er sehr wenig zum Rückzug neigt. Was jedoch möglicherweise zu dem Paradoxon seiner Persönlichkeit beiträgt, ist ein höheres Maß an Volatilität. Menschen können ihn aus der Reserve locken, wie es Kamala Harris in ihrer Debatte mit ihm so effektiv getan hat. Er reagiert zwar, aber er gibt nicht auf. Und er kann dauerhaft hohem Druck standhalten. Seine spontane Reaktion auf den versuchten Mordanschlag auf ihn war ein klarer und eindrucksvoller Beweis dafür.
Wie steht es um seine Gewissenhaftigkeit? Nun, Trump ist bekannt dafür, dass er weder Alkohol trinkt noch Drogen konsumiert, sodass er seine Nüchternheit und Wachsamkeit über die vergänglichen Freuden des Substanzkonsums stellt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie er all seine Aktivitäten unter einen Hut bringen konnte – darunter nicht zuletzt die mit Hilfe von Ghostwritern entstandene Produktion von 19 Büchern, was, gelinde gesagt, keine unbedeutende Leistung ist –, ganz zu schweigen von all seinen anderen Geschäften und Projekten, ohne eine echte Arbeitsmoral.
Er steht um 5.30 Uhr morgens auf, ein Zeichen dafür, dass er zu den sogenannten Lerchen gehört, mit der Vorliebe für frühe statt späte Stunden, was hinsichtlich des Temperamentes mit Freundlichkeit und Gewissenhaftigkeit einhergeht. Nachteulen neigen auch dazu, neurotischer zu sein und mehr Symptome einer Persönlichkeitsstörung zu zeigen. Trump (war schon vor seiner neuerlichen Wahl zum Präsidenten) jeden Tag bis etwa Mitternacht aktiv, hat gearbeitet und sich aus dem Fernsehen über den Stand der Dinge zu informiert. Das ist ein langer Tag voller Aktivitäten. Er hat den Ruf, generell ein wahrer Wirbelwind zu sein. Eine Beschreibung, die ich angesichts seines anstrengenden Wahlkampfprogramms, seiner hohen Offenheit und Extrovertiertheit und seiner Vorliebe für den frühen Morgen trotz seines relativ fortgeschrittenen Alters für glaubwürdig halte.
Was das Persönlichkeitsmerkmal der Offenheit für Neues beziehungsweise Kreativität angeht, vermute ich, dass Trump mehr an Ideen als an Ästhetik interessiert ist. Das sind zwei Aspekte, in die sich die Offenheit aufteilt. Er ist weder ein Intellektueller noch ein Künstler, daher würde ich ihn nicht in die oberen Ränge der Verteilung dieser Eigenschaft einordnen.
Aber niemand, der durchschnittlich oder darunter liegt, widmet beispielsweise dem Schreiben von Büchern Aufmerksamkeit, und die Anzahl der Bücher, die eine typische Person geschrieben hat, ist gleich Null. Die Vielfalt seiner Karriere ist ein weiterer Beweis für seine Offenheit für Neues. Trump ist eindeutig ein Serienunternehmer und interessiert sich auch sehr für die Welt der Unterhaltung. Das verbindet ihn, im Guten wie im Schlechten, mit den Menschen aus der Welt der Kunst und macht ihn zu einem sehr ungewöhnlichen Republikaner.
Eine bemerkenswert skandalfreie und stabile Familie
Warum also bringt Trump so viele Menschen auf die Palme? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass er außergewöhnlich extrovertiert ist, insbesondere was seine Durchsetzungskraft angeht. Außerdem ist er wenig höflich. Diese Kombination hat einige Überschneidungen mit Narzissmus, was bei einer Persönlichkeit, die seit so vielen Jahren nach dem Rampenlicht strebt, nicht überraschend ist.
Allerdings ist er wirklich mitfühlend, was ziemlich überraschend ist, und scheint aufgrund seines Verhaltens relativ oder vielleicht sogar ausgesprochen gewissenhaft zu sein. Das Vorhandensein dieser Aspekte und Eigenschaften mildert die Gefahren, die sonst mit Narzissmus verbunden sein könnten.
Wir sollten uns nun etwas näher mit Trumps Persönlichkeit befassen und dabei seine Familie und die Anzeichen für seine grundlegende Zuverlässigkeit und vielleicht sogar Güte betrachten, die sein hohes Funktionsniveau erkennen lässt. Die Trump-Kinder sind eine bemerkenswert skandalfreie und stabile Gruppe, zumindest gemessen an den Maßstäben, die beispielsweise Hunter Biden setzt.
Barron scheint seinen Vater aufrichtig zu bewundern. Donald Jr. hat viele der gleichen Persönlichkeitsmerkmale wie sein Vater, im Guten wie im Schlechten, aber er ist auch frei von narzisstischen Privilegien und Macht. Jared Kushner (Unternehmer, Investor, Politikberater, Ehemann von Ivanka Trump, maßgeblich an den Abraham-Abkommen beteiligt, Anm. d. Red.) hat in die Familie eingeheiratet, ihr aber zweifellos Ehre gemacht, nicht zuletzt im Hinblick auf die Abraham-Abkommen.
Trumps schöne und elegante Frau Melania behält ihre Meinung für sich, wofür man sie nur bewundern kann. Sie scheint nicht zu glauben, dass sie das Land regieren könnte oder sollte, nur weil sie mit dem Mann verheiratet ist, der dies tut, im deutlichen Gegensatz beispielsweise zu Hillary Clinton. Diese familiäre Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit ist besonders aussagekräftig.
Im Fall der Familie Trump würden die fast ausnahmslos demokratisch geprägten traditionellen Medien und ihre propagandistischen Vertreter jeden möglichen Fehltritt von Personen aus dem Umfeld des Präsidenten mit Begeisterung in die Welt hinausposaunen. „Wo Rauch ist, ist auch Feuer“, so lautet das Klischee. Das ist manchmal, aber nicht immer wahr. Das Gegenteil ist vielleicht zuverlässiger. Wo es absolut keinen Rauch gibt, obwohl viele scharfsichtige Beobachter nicht nur zuschauen, sondern sich auch wünschen, dass er auftaucht, gibt es vielleicht wirklich kein Feuer.
Die fehlenden Skandale innerhalb der Familie Trump erinnern mich an die fehlenden Kriege während der ersten Trump-Präsidentschaft. Das ist etwas, das man leicht als selbstverständlich hinnimmt, da ein Problem, das man einfach nicht hat, leicht unsichtbar wird und man schwerlich dafür Dankbarkeit aufbringt. Dennoch ist es eine Erleichterung. Und ein weiterer Hinweis darauf, dass der bombastische Donald J. zumindest sein häusliches Reich ordentlich regiert hat. Das ist auch keine leichte Aufgabe, wie wir an den entsetzlichen Familienskandalen im Weißen Haus unter Biden gesehen haben, und ein weiterer Umstand, der die Behauptung entkräftet, Präsident Trump sei in Bezug auf sein Temperament eine Gefahr.
Psychisch gesunde Menschen sind flexibel
Nach unserer Analyse der Persönlichkeit sollten wir noch ein weiteres relevantes klinisches Persönlichkeitsproblem ansprechen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Familie. Bevor wir dies tun, sollten wir bedenken, dass es zwei Hauptfaktoren gibt, die das Verhalten beeinflussen: die Persönlichkeit und die daraus resultierenden Gewohnheiten sowie die Besonderheiten der jeweiligen Situation.
Es zeigt sich, dass die Kenntnis des ersten Faktors, der Persönlichkeit, eindeutig weniger nützlich ist als die Kenntnis des zweiten Faktors, der Situation oder des Kontexts, wenn es um die spezifische und anspruchsvolle Aufgabe geht, das aktuelle oder zukünftige Verhalten einer Person vorherzusagen.
Warum? Nicht zuletzt, weil psychisch gesunde Menschen flexibel sind und sich trotz ihrer charakterlichen Neigungen an die spezifischen Anforderungen der aktuellen Umgebung anpassen. Selbst extrovertierte Menschen sind wahrscheinlich ruhig bei einer Beerdigung, zumindest wenn sie gut sozialisiert sind. Tatsächlich stimmt oft etwas ernsthaft nicht mit Menschen, denen es an solcher situativen Flexibilität mangelt. Obwohl die Tatsache, dass Ehrlichkeit mit Charakterstärke einhergeht, eine deutliche Ausnahme darstellt.
Die als Persönlichkeitsstörungen bekannten Psychopathologien, die eine sehr ernste Quelle von Leiden und sozialen Konflikten darstellen, sind in Wirklichkeit genau das, was entsteht, wenn jemand zu unflexibel ist, um sich den aktuellen sozialen Anforderungen anzupassen. All dies bedeutet, dass es am sinnvollsten ist, Beweise darüber zu sammeln, wie jemand in der Vergangenheit in einer bestimmten Situation gehandelt hat, wenn das Ziel darin besteht, sein Verhalten vorherzusagen, wenn er in Zukunft erneut in diese Situation gerät.
Von wegen Diktator in Wartestellung
Im Fall von Trump liegen uns diese Beweise bereits vor. Das bedeutet, dass wir uns bei der Vorhersage seines Verhaltens nicht auf unsere Beobachtungen seiner Persönlichkeit verlassen müssen, auch wenn diese fundiert, überzeugend oder sogar professionell sind. Der Mann war bereits vier Jahre lang Präsident. Was haben wir gelernt?
In erster Linie war die Phase während Trumps Amtszeit friedlich, insbesondere auf internationaler Ebene. Die Bedeutung dieses Nicht-Problems, das in Wirklichkeit eine Errungenschaft ist, kann kaum überschätzt werden. Krieg im Atomzeitalter ist unendlich gefährlich. Wäre Trump der Diktator in Wartestellung gewesen, für den ihn seine Feinde so lautstark und ängstlich halten, hätten sich dann nicht einige Anzeichen dafür gezeigt, beispielsweise auf dem Schlachtfeld? Der typische Narzisst, insbesondere der besonders bösartige, sadistische, machiavellistische Typ, hat absolut keine Skrupel, andere für seine imperialen Ambitionen zu opfern. Tatsächlich betrachten sie es vielleicht sogar als große Ehre, wenn andere für ihre eigene Verherrlichung sterben. Trump hingegen hat die USA, die mächtigste Militärmacht, die die Welt je gesehen hat, in genau null Kriege verwickelt. Null ist eine sehr geringe Zahl.
Darüber hinaus handelte er die Abraham-Abkommen aus, die neun wundersamen Friedensabkommen, die Israel eine Gruppe von – wenn auch nicht gerade arabischen Verbündeten –, so doch zumindest keine offenen Feinde beschert haben. In einer gerechteren Welt, hätten Trump und sein damaliges Team von Diplomaten für diese Leistung, die von den Experten des Außenministeriums jahrzehntelang als unmöglich angesehen wurde, den Friedensnobelpreis erhalten sollen.
Bemerkenswert ist auch, dass diese Abkommen selbst nach den Ereignissen vom 7. Oktober 2023 Bestand haben, trotz aller Bemühungen, vor allem seitens der wahrhaft pathologischen Akteure der Islamischen Republik, die Muslime und sogar die gesamte Welt erneut gegen die Juden aufzubringen.
Lassen Sie uns dies in Bezug auf unsere Analyse noch einmal wiederholen: Wir verstehen seine Persönlichkeit, könnte man sagen, und haben vielleicht sogar noch einige Vorbehalte ihm gegenüber. Allerdings war Donald J. Trump schon einmal Präsident, und seine Amtszeit war geprägt von einem absoluten Mangel an katastrophalen Ereignissen. In dieser Hinsicht können wir also beruhigt sein.
An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass seine unhöfliche Durchsetzungskraft und seine Neigung, sich nicht aus Angst oder Bestürzung zurückzuziehen, eine echte Stärke im Umgang mit Diktatoren sein könnten, insbesondere in Kombination mit seiner Offenheit, die es ihm ermöglicht, über den Tellerrand hinauszuschauen und den Vorteil der Unberechenbarkeit an den Verhandlungstisch zu bringen.
Darüber hinaus war Trumps erste Zeit als Präsident auch durch eine nicht unerhebliche innenpolitische Wirtschaftsbilanz gekennzeichnet, mit der wohl deutlichen Ausnahme der Schulden-Akkumulation. Zumindest eine ordentliche Wirtschaftsleistung und Frieden – diese beiden Tatsachen haben viele meiner früheren Bedenken hinsichtlich Trumps Persönlichkeit zerstreut, ebenso wie meine mittlerweile differenziertere Einschätzung seiner besonderen und einzigartigen Kombination von Eigenschaften.
Dies ist ein Auszug aus einem Video von Jordan B. Peterson.
Jordan B. Peterson (* 12. Juni 1962) ist ein kanadischer klinischer Psychologe, Sachbuchautor und emeritierter Professor. In seinen Vorlesungen und Vorträgen vertritt er konservative Positionen und kritisiert insbesondere den Einfluss der Political correctness und die Genderpolitik. Sein 2018 erschienes Buch „12 Rules for Life“ war internationaler Bestseller.
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Frau Grimm, können Sie denn mal mit Numerologie oder so schauen, wie oft in der Bibel das Wort „nexperia“ auftaucht? Das muss doch dort irgendwo stehen!
„Wir sollten uns nun etwas näher mit Trumps Persönlichkeit befassen und dabei seine Familie und die Anzeichen für seine grundlegende Zuverlässigkeit und vielleicht sogar Güte betrachten, die sein hohes Funktionsniveau erkennen lässt. Die Trump-Kinder sind eine bemerkenswert skandalfreie und stabile Gruppe…“ – Dieses Zitat weckt bei mir sofort eine Verbindung zu Barack Obama. Oder soll das heissen, Donald Trump hat seine Kinder allein großgezogen bzw. den größten Anteil an dessen Erziehung? Immerhin ist es einfacher seine Kinder als Immobilienhai großzuziehen mit dem Input „mach es so wie ich, dann hast ein einfaches und bequemes Leben“. Dass die Trump-Familie die jetzige zweite US-Präsidentschaft offensichtlich nutzt, um im großen Stil in die eigene Tasche zu wirtschaften, schafft nicht einen guten Ruf, sondern beschädigt das freiheitliche US-System zutiefst.
@Talman Rahmenschneider : >>@ Ostrovsky: Technisch eher invalide, habe ich das nur in Umrissen verstanden.<< Es ist nicht technisch. Es ist das komplette Unverständnis Donals Trumps für die Verflechtung einer globalisierten Weltwirtschaft. Und es ist egal, wie die Chinesen sind und was sie tun. An denen liegt es gar nicht. Es liegt daran, dass wir als gutmütige Vasallen Amerikas, die immer rechtzeitig mit Freude und Fleiß die geforderten und ständig steigenden Tribute gezahlt haben, vom „Großen Bruder“ wie Küchenabfälle behandelt werden. Unsere Existenz ist Verhandlungsmasse bei Donalds Pokerspiel. Und dann lese ich hier die Beweihräucherung und Lobhudelungen seines Charakters aus psychoanalytischer Sicht! Solange nicht ein Wunder geschieht, hat er damit, dass er die Niederländer gezwungen hat, eine Firma zu enteignen und zwangszuverwalten, die sie erst 2017 an die Chinesen verkauft haben und in der vermutlich keine technologischen Innovationen seit etwa 25 Jahren versteckt sind, den letzten Sagnargel für die wuropäische Wirtschaft eingeschlagen. Es war sinnlos, weil es nur aus einer Fieberphantasie heraus eine Zwangsentscheidung ohne Verstand war. Aber es wird Europa als Kontinent politisch und sozial destabilisieren. Und die Wirkungen für die USA werden genau UMGEKEHRT zu seinen Illusionen sein. Wahrscheinlich wird auch die US-Autoindustrie zusammen brechen, wenn einfache Standardbauelemente für wenige Cent nicht mehr zur Verfügung stehen. Und sogar die deutschen Firmen, die er in die USA zwingen will, gehen bankrott, wenn sie nichts produzieren können. Wer das nicht versteht, hat ein komplett irres Bild von der Welt. Ich habe die ungeheure Angst, der mächtigste Mann der westlichen Hemisphäre, der als Feuerschlucker auf dem Jahrmarkt fungiert, könnte von den langweiligen technischen Details der Weltwirtschaft komplett nichts verstehen und nimmt auch keinen Rat an! Wer im Übermut seine Diener und Lastenträger erschießt oder erwürgt, wird danach verhungern!
@dina weis, „ hält, so lässt der Sonnenkönig grade einen riesigen Ballsaal für eine hohe Summe bauen und das Weiße Haus dafür teilweise abreißen. Geld ..“ Dass sie deutsche TV Propaganda nachplappern können haben sie hiermit bewiesen. Aber dass das Bundeskanzleramt inzwischen 3 mal so gross geworden ist, wie das Weisse Haus, mit Geld das Deutschland nicht hat, haben sie wohl nicht mitbekommen? Wird im Einheitsparteien-Hofberichterstattungs-Zwangsfernsehen auch nicht drüber berichtet.
@Ilona Grimm : >>@A.Ostrovsky, Sie fragen: „WAS HAT GEFEHLT, um wenigstens diese Narreteei nicht zu vollführen?“ Ganz einfach: A.Ostrovsky im Beraterstab.<< ## Ja, trotzdem unverständlich und bedauerlich, wie das überhaupt passieren konnte. Wo doch alles vorbestimmt ist seit 2000 Jahren. Es steht doch alles im goldenen Buch. Man hätte es nur rechtzeitig richtig herauslesen müssen. Was machen Sie denn den ganzen Tag? Wieso reicht es nicht, dass Sie im Beraterstab sind? Ist die Wahrheit etwa nicht wahr, wenn sie nur einer sagt? Oder haben Sie vergessen, das richtige zur rechten Zeit auch zu beraten. Oder wen überhaupt?
TDS (bitte Googeln)! Trump ist Trump? Ich bin Trump Fan, weil er keiner dieser verdammten Berufspolitiker ist, er hat schon selbst Geld verdient!
@ Jungnickel: Quark. Wir brauchen Putin in vier Teilen. Teil 1: Der KGB-Mann, hier auch die berufliche Beschaedigung durch die Exfiltration von Oleg Gordievsky seitens der Briten. 2. Der Politiker vor Obama. 3. Der Getriebene. 4. Der Kriegsherr. Bei der Gegenseite brauchen wir nur einen Teil: Geschichte und Entwicklung eines Narzissten. Oder: Wie wird man von einem lustigen Komoedianten zum Despoten? Oder: Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Atombombe zu lieben.