112-Peterson: Umgang mit Neurotizismus

Vielleicht neigen Sie dazu, sich viele Sorgen zu machen und ängstlich zu sein. Das ist erst einmal für Sie selber schwierig, und vielleicht auch für die Menschen, die Ihnen nah sind. Andererseits sind Sie dadurch vielleicht sensibler für Bedrohungen in Ihrer Umgebung. Und genau darauf sollten Sie setzen! Denn möglicherweise würden die Leute um Sie herum, die weniger empfänglich für Bedrohungen sind, ohne Sie einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein, vorzeitig über die Klinge zu springen.

Natürlich ist es mehr als unangenehm, ständig besorgt zu sein. Dieses Persönlichkeitsmerkmal geht mit einem Hang zu Selbsthinterfragung und Selbstverleugnung einher. Denn wenn man anfällig für negative Emotionen, also Ängstlichkeit beziehungsweise Neurotizismus ist, tendiert man zu Selbstzweifeln (siehe Big-Five-Persönlichkeitsmodell). Das heißt aber nicht, dass man falsch liegt, nur weil es unangenehm ist.

Natürlich werden Sie einigen Menschen leid tun, weil Sie ständig Blut und Wasser schwitzen, besorgt, ängstlich und nervös sind. Außerdem achten sich sorgende Menschen nicht ausreichend auf ihre eigenen Bedürfnisse. Aber wie gesagt: Das heißt nicht, dass Ihre Sichtweise keine Brechtigung hat und etwas mit Ihnen nicht stimmt. Es bedeutet lediglich, dass Sie in einer besseren Welt vielleicht ein etwas stabileres Nervenkostüm hätten.

 

Dies ist ein Auszug aus einem Vortrag von Jordan B. Peterson. Hier geht's zum Auszug.

Foto: jordanbpeterson.com

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Ralf Pöhling / 22.06.2022

@Hans Meier In der AfD gibt es ein paar der seltenen, aber sehr schlagkräftigen “Sigma Males”, die die klassische hierarchische Ordnung ablehnen und selbstständig die Welt drehen können, ohne dafür vorher bei irgendwem nachfragen oder um Erlaubnis bitten zu müssen. Dieser selbstständige und sehr schlagkräftige Typus Mensch wird vom hierarchisch durchorganisierten deutschen Räderwerk voller Bücklinge natürlich nicht verstanden und deshalb blockiert. Und diesen Widerstand muss man brechen, denn nichts hindert die Lösung von Problemen mehr, als sinnlose Bremsen im Apparat, die einfach nicht verstehen wollen, was andere da gerade leisten.

Hans Meier / 22.06.2022

Mit den „Big Five“ trifft Herr Peterson exakt das „persönliche Betriebssystem jedes Menschen“, denn es handelt sich a) um die Offenheit, aufgeschlossen für Efahrungen zu sein. b) die Gewissenhaftigkeit, den Perfektionismus. c) die Extraversion, die Geselligkeit. d) die Verträglichkeit, die Empathie, die Kooperationsbereitschaft. e) den Neurotizismus, die emotionale Labilität, die Verletzlichkeit. Es wäre wünschenswert, wenn der Neurotizismus, „dieses Leiden am Leben auf die Personen beschränkt bliebe“ die sich auf Straßen festkleben, die in NGO`s die Bevölkerung attackieren, die eine psychischen kolossalen Schaden in ihrem „Betriebssystem haben“. Die Guten und Starken die mit Optimismus und Zuversicht sich trauen, so wie die Vorfahren, die sogar Mammuts erfolgreich jagten, um reichlich Nahrung und Haut zu haben, sind immer im Vorteil, sie sind die Sieger, weil sie siegen wollen. Den vom Neuritizismus beherrschten fehlt die „Stütze mit dem Verstand, um ihren miesen Gefühlen, selbst einhalt gebieten zu können“, und die hören permanent „Kakemusiklärm“. Die brauchen quasi wie auf dem Fußballfeld, ständig welche „mit Fahne, mit Pfeife, gelben und roten Karten“ denn ihr Betriebssystem benötigt einen „externen Contoler“ oder „Anführer wie bei der Antifa, eine, die die Kommandos gibt“. Ich finde das funktioniert ähnlich wie bei Pavianhorden, alle funktionieren und folgen dem Chef, „wenn Mann das nun auf unsere Parlamentarier überträgt“, dann wollten alle Partei-Pavianchefs alle Leute spritzen, boostern bis zum umfallen. Einzig die AfD verfügte über Personen mit einem intelligenteres „Betriebssystem und wehrte sich gegen emotionale Hysterie“. Vertraute auf bessere Lösungen und klügere Souveräne Selbstbestimmung.

Gerhard Hotz / 22.06.2022

Dass wir uns ständig Sorgen machen, gehört zu unserem evolutionären Erbe und hat dazu beigetragen, dass wir überlebt haben. Die allzu Sorglosen unserer Vorfahren wurden gefressen. Die allzu Ängstlichen überlebten aber auch nicht und verhungerten. Das richtige Mass von beidem ist also die optimale Überlebensstrategie. Der Haken: Unser Gefahrensensor im Hirn ist für die heutige Zeit zu hoch eingestellt. Heute steht unsere Ängstlichkeit in keinem Verhältnis mehr zu den realen Lebensgefahren. Wir leben nicht mehr in der Savanne, wo bei jedem Wasserloch ein Säbelzahntiger lauert. 90 Prozent unserer Sorgen sind überflüssig und können zu chronischem Stress führen, der Lebensjahre kostet. Gegenstrategien: 1) Die Sorgen schriftlich festhalten. Das Hirn weiss dann, dass diese protokolliert sind und nicht einfach ignoriert werden. 2) Versicherungen abschliessen. Versicherungen gehören zu den elegantesten Sorgenkillern. Die wahre Dienstleistung ist nicht die monetäre Vergütung im Schadensfall, sondern die Reduktion der Sorgen während der Laufzeit der Versicherung. 3) Konzentrierte Arbeit. Konzentrierte, erfüllende Arbeit ist die beste Therapie gegen Grübeleien und lenkt ab wie kaum etwas anderes.

Ralf Pöhling / 22.06.2022

Völlige Fehleinschätzung. Es geht nicht um Angst, es geht um Verantwortung! Wie soll ein Bodyguard seine Schutzbefohlenen vor dem drohenden Unheil bewahren, wenn der Staat ihm die dafür notwendige Ausrüstung und Organisationsstruktur verweigert? Das einzige, was ihm dann noch bleibt, ist sich selbst zur Zielperson zu machen und das drohende Unheil von seinen Schutzbefohlenen wegzulocken. Mehr als sterben kann man nicht. Soldaten wissen das und leben damit, bis sie im Einsatz entweder sterben oder ihren Einsatz erfolgreich abgeschlossen haben. Für Zivilisten gilt das jedoch nicht. Insbesondere für die nicht, die mit der ganzen Sache nichts zu tun haben. Dieser Staat will nicht, dass der Soldat seinen Auftrag erfüllt. Dieser Staat hat keine Ahnung davon, welches Unheil droht und wie konsequent man ihm begegnen muss, damit das Unheil neutralisiert wird und die Schutzbefohlenen auch geschützt werden und am leben bleiben. Kollateralschäden kann man minimieren. Wenn man es denn wirklich will. Dieser Staat will das nicht. Dieser Staat will Kollateralschäden. In rauen Mengen. Und das hat damit zu tun, dass dieser Staat von Feiglingen und Kollaborateuren gekapert worden ist. Mir ist langsam völlig klar, wo das Hufeisen seinen Ursprung hat: Nur die harte Rechte und die harte Linke sind nicht korrumpierbar und zeigen die gleiche Opferbereitschaft. In der Mitte fehlt das vollkommen. Der Westen wird von rückgratlosen und leicht korrumpierbaren Feiglingen in den Untergang regiert. Auf Kosten derer, die er eigentlich zu schützen hätte. Dazu ein Zitat von Gottfried Benn: “Das Abendland geht nicht zugrunde an den totalitären Systemen, auch nicht an seiner geistigen Armut, sondern an dem hündischen Kriechen seiner Intelligenz vor den politischen Zweckmäßigkeiten.” Wer nicht in Willens oder nicht fähig ist, echte Verantwortung zu tragen, der sollte nicht auch noch denen Steine in den Weg legen, die es sind. Macht endlich den Weg frei!

Michael Fasse / 22.06.2022

„Alle Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petrus 5,5) ...denn… „Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist wie derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.“ (Bergpredigt, Matth. 6,25-34)

Sam Lowry / 22.06.2022

Wenn die Pole tatsächlich schmelzen, und das wäre ja erdgeschichtlich nichts Neues, wird man vermehrt holländische Wohnvagen:inen sehen. Eigentlich so wie jeden Sommer auf der A61. Ich sehe die einzige Chance darin, dass Holland vorsichtshalber Grönland kaufen sollte. Und dort Campingplätze baut… reißt euch mal zusammen und fangt damit an statt zu jammern. Zudem sind wir Menschen und keine Eisbären. Was jucken mich Eisbären?

Ludwig Luhmann / 22.06.2022

Das ist vom Neurotizimus-Kalenderblatt “Oktober - Waage - 2021”!

Volker Kleinophorst / 22.06.2022

“Wenn du nicht paranoid bist, heißt das nicht, das niemand hinter dir her ist.” Sorgen machen kling mir zu lasch? Gibt es keine realen Probleme? Macht man sich nur selbst das Leben schwer?

Werner Arning / 22.06.2022

Widerspruch Herr Peterson. Was Sie beschreiben, ähnelt einer generalisierten Angststörung, welche für die Personen, die unter einer solchen leiden, einen enormen Leidensdruck mit sich bringt. Diese Menschen verlieren nicht selten jegliche Lebensfreude und ihre Beziehungen zu Nahestehenden werden oft extrem belastet. Es handelt sich um eine Störung. Man sollte sie nicht verharmlosen oder der „bösen“ Umwelt daran die Schuld geben. Damit werden sie den Betroffenen kaum helfen. Wenn es Ihnen allerdings darum gehen sollte, dass die Betroffenen von einer unbewussten „Autoaggression“ ablassen und ihre Aggression stattdessen auf angemessener, gesunder Art und Weise nach außen wenden, dann gebe ich Ihnen recht. Denn die Betroffenen leiden häufig darunter, dass ihnen bereits in ihrer Kindheit der unbefangene Zugang zu einer konstruktiven Aggression verwehrt wurde (durch die Erweckung von Angst und Schuldgefühlen seitens der Erziehungsberechtigten). Die Betroffenen müssen durch den Aufbau eines Bewusstseins ihrer selbst und eines Wissens um die Berechtigung auch aggressiver Gefühle gegen Andere, angeleitet werden, von der Selbstzerstörung abzulassen. Denn sie richten ihre Aggression nach innen. Die Angststörung besteht mitunter aus einer fehlgeleiteten Aggression. Diese zuzulassen, diese als positiv zu betrachten, sie sich zuzugestehen, darin liegt womöglich der Schlüssel zur Auflösung der Angststörung. Denn die Betroffenen gehen unbewusst auch noch im Erwachsenenalter weiterhin davon aus, dass selbst eine kleine Regung von Aggression und Selbstbehauptung mit schweren Schuldgefühlen oder dem Verlassenwerden bestraft werden.

giesemann gerhard / 22.06.2022

So haben die fff-kids durchaus recht mit ihren Ängsten und Sorgen - sie begreifen nur nicht, dass es nicht das Klima ist, das ihnen den Garaus machen wird. Wir bewegen uns immer noch weg von der letzten Eiszeit, sodass es noch ein- bis zweitausend Jahre lang wärmer werden wird, bevor es wieder abkühlt. KGE mahnt: Tuet Buße, rückt zusammen, schränkt euch ein, macht Platz, denn sie werden immer mehr und sie werden euren Platz beanspruchen. Die Bombe tickt immer lauter, “countrymeters/” im ww-net. Also Platz da, damit sich die hyperfertilen Goldstücke umso hemmungsloser ausbreiten können - auf eure Kosten, versteht sich. “tichyseinblick/meinungen/goering-eckardt-gruene-religion/”.   

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