112-Peterson: Gewinnen ist nicht alles

Eltern sagen ihren Kindern oft, dass es nicht wichtig sei, ob sie bei einem Spiel gewinnen oder verlieren, sondern dass es darauf ankäme, wie sie das Spiel spielen. Kinder verstehen natürlich nicht, was damit gemeint sein soll, weil sie vor allem gewinnen wollen. Eltern können den Rat zum Fairspielen meistens auch nicht näher erklären, oft schieben sie noch nach, dass andere Kinder sonst mit ihrem Sprössling nicht mehr spielen wollen.

Natürlich gibt es den unmittelbaren Sieg in einem bestimmten Spiel. Dann gibt es aber noch die Reihe aller Spiele und einen Sieg über die Gesamtheit aller Spiele hinweg. Und dieser Sieg besteht nicht darin, jedes einzelne Spiel zu gewinnen, sondern zu allen Spielen eingeladen zu werden. Wenn man also fair spielt, spielt man sozusagen ein Metaspiel. Und dieses Metaspiel besteht darin, über die Gesamheit aller Spiele zu gewinnen. Wenn man seinen Kindern also beibringt, anständig zu spielen, werden sie immer wieder zur Teilnahme an Spielen eingeladen.

 

Dies ist ein Ausschnitt aus einem Vortrag von Jordan B. Peterson. Hier geht's zum Ausschnitt.

Foto: jordanbpeterson.com

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P. Schulze / 06.07.2022

Natürlich ist Gewinnen nicht alles. Es ist das Einzigste xD

Fred Burig / 06.07.2022

Ich spiele, um zu gewinnen - und das auch nur fair! Was soll denn sonst der Anreiz sein…. vielleicht “Dabeisein ist alles”? Wer das nicht erträgt, kann sich ja von der “Bachblütengruppe” trösten lassen! Zumal sich ja jeder ausprobieren kann, was ihm “besser liegt”. Auch hat es oft etwas mit Geschick zu tun, sodass man es lernen und üben kann! „Ohne Fleiß kein Preis“ hat seine Berechtigung! Das Gefühl, auch einmal irgendwas gewonnen zu haben oder bei den Gewinnern dabei gewesen zu sein, kann durch nichts ersetzt werden - und stärkt das Selbstbewusstsein, von dem eine gewisse Portion nicht schaden kann! Unfair Spielen - um des Sieges Willen - sollte allerdings keine Option sein!  MfG

Ronald Maeder / 06.07.2022

Tja, ebenso ein alter Spruch: >... der Klügere gibt nach…< Nun sehen wir, was wir davon haben: große Teile der Erde werden von Schwachsinnigen, Verbrechern und geisteskranken Verbrechern regiert.

Karsten Dörre / 06.07.2022

Wer beim Spiel keinen Gewinn/Erfolg erzielt, verliert die Lust am Spiel. Ob die Fairness oder der Anstand der Hauptfaktor des Spielens sei, halte ich für ein Gerücht. Kleinstkinder brauchen Spielzeug, um die Umwelt und die eigenen Fähigkeiten kennenzulernen. Da spielt Fairness absolut keine Rolle, nimmt man dem Kind das Spielzeug weg, ist das “faire” Geschrei sehr groß. Den Lustgewinn beim Spiel im folgenden Alter zu erreichen, obliegt in der Zielsetzung des Gewinns, also nicht letzter, nicht vorletzter usw. zu werden, eine gewisse Zeit zu schaffen oder zu unterbieten u.a. Wer immer Erster oder Bester werden will, braucht teilweise massive seelische Unterstützung, das durchzuhalten, um dahin zu kommen. Nur faires Dabeisein schafft Gewinn, wenn man keine eigenen Ziele hat. Das sind Menschen, denen die Persönlichkeit durch Beeinflussungen von außen abhanden gekommen ist. Einfachstes Beispiel ist das Spiel “Mensch ärger dich nicht”. In dem Spiel gibt es derart viele verschiedene und wechselnde Ziele zu verwirklichen, dass der Lustgewinn nicht am Ende des Spiels als Erster erzielt wird.

Sabine Heinrich / 06.07.2022

Ich gebe es zu: So ganz verstanden habe ich den Beitrag nicht. Nur soviel - Eindrücke aus jahrzehntelanger Praxis: Als in den 70er Jahren Bücher populär wurden und bis in die 90er waren wie “Spiele ohne Sieger”, “Spiele ohne Tränen”, bei Bundesjugendspielen jedes Kind eine Urkunde bekommen hat (auch wenn es nur eine Teilnehmerurkunde war), wurden die Weichen gestellt für junge Menschen. Die weniger starken/klugen/geschickten lernten nicht, mit Frust umzugehen - verheerend, wenn sie 9 Schuljahre in Watte gepackt wurden - und dann plötzlich im Alltag angekommen sind. - Meiner Meinung nach wollen sich Menschen an /mit anderen messen - aber diese Binsenweisheit wird seit ca. 45 Jahren ignoriert; Leistung/Leistungsbereitschaft eher selten gewürdigt. Die Ergebnisse dieser verqueren Pädagogik sitzen heute z.B. im Bundestag oder in irgendwelchen Führungsetagen. Als Kinder verwöhnt, gehätschelt, mit tonnenweise Spielzeug ruhiggestellt; Mama nur zur Stelle, wenn Kind sich über eine Lehrerin beschwert oder sich eine Schürfwunde auf dem Schulhof zugezogen hat - ansonsten keine Zeit für den in die aktuelle Mode gewandeten Nachwuchs. Das gilt nicht für alle!!!  Aber leider für viele Grundschuleltern in gutbürgerlichen Wohngebieten. Abschweifend vom Thema: Ich finde es schlimm, ja geradezu verbrecherisch, kriminell und menschenverachtend, dass in Schulen den leistungsstarken/-willigen Kindern oft nicht die Aufmerksamkeit gewidmet wird/werden kann, die sie verdient haben. Alles dreht sich um die Schwachen und die Verhaltensgestörten, die Aggressiven, die jede Unterrichtsstunde torpedieren, Mitschüler und Lehrer auch körperlich attackieren - schon in der Grundschule.- Ich bitte, meine Abschweifung vom Thema mit Fassung zu ertragen. Danke!

Gerhard Schäfer / 06.07.2022

Der größte Gewinn liegt darin, wenn Gegner Freunde werden.

Werner Arning / 06.07.2022

Es verhält sich so wie fast stets in der Kindererziehung : Das Vorbild macht’s. Auch beim Spiel übernehmen Kinder meist die Verhaltensweisen der Eltern. Eine von Ehrgeiz zerfressene Mutter kann ihrem Sprössling noch so oft sagen, der Weg sei das Ziel. Nur das Kind nimmt ihr diesen Rat nicht ab. Kinder „antworten“ auf die unbewussten Wünsche der Eltern, seltener auf das (bewusst) Gesagte. Da sich Eltern jedoch nicht verstellen können, sollten sie einfach so sein, wie sie sind. Und es wäre wichtiger, dass sie sich selbst beobachten und ihr Sein analysieren, als zu hehre Ziele bei der „Kindererziehung“ an den Tag zu legen. Das Entscheidende ist immer das Unbewusste. Und das „geben Sie Ihrem Kind weiter“, ob Sie wollen oder nicht. Wer also Kindern eine Hilfe sein möchte, sollte sich selber gegenüber ehrlich sein und erkennen, wer er ist.

giesemann gerhard / 06.07.2022

Verlieren aber auch nicht.

Thomas Szabó / 06.07.2022

Kinder verstehen ALLES was man ihnen gut erklärt. Sie sind nämlich wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Sie haben noch keine Vorurteile. Die Verblödung erfolgt erst mit der Pubertät, wo die Kinder erwachsen werden und die Vorurteile ihrer Eltern übernehmen. Genau gesagt sie übernehmen die Geisteshaltung ihrer Eltern, die sie aber gegen ihre Eltern anwenden. Die Kinder spießiger Eltern sind genauso spießig, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Ich erinnere mich an einen Bekannten aus einer streng katholischen Familie. Er wandte sich voller Abscheu vom Katholizismus seiner Eltern ab, weil er ihn für SCHEINHEILIG & VERLOGEN hielt. Aber er übernahm die SCHEINHEILIGE & VERLOGENE Geisteshaltung / Persönlichkeit seiner Eltern, ohne dies zu merken! Herr Peterson, unterschätzen sie die Kinder nicht; unterschätzen Sie die Erwachsenen. Die einzigen Menschen an deren Respekt mir etwas liegt sind Kinder, denen ihre Eltern noch nicht ins Gehirn geschissen haben.

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