112-Peterson: Eine Interpretation des Paradieses

Es gibt einige wunderbare Darstellungen des Paradieses. Beispielsweise den "Garten Eden" aus der Darstellung "Der Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch. Es grenzt an ein Wunder, dass dieser Künstler nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Salvador Dalí kommt einem im Vergleich mit Bosch wie ein Feigling vor. Vor allem, wenn man alle drei Teile des genannten Gemäldes betrachtet. Man könnte vermutlich einen ganzen bizarren und surrealen Monat damit zubringen, sich dieses Bild anzusehen. Ich weiß nicht, was mit Bosch los war, aber er war eine einmalige Erscheinung und das ist bestimmt auch besser so.

Es gibt die verschiedensten Darstellungen des Paradieses, aber nur Gott selbst weiß wohl, wie es dort wirklich ist. Natürlich könnte ich versuchen, es mir auszumalen, aber ich werde es nicht tun. Stattdessen fällt mir die Bibelstelle vom Lamm und dem Löwen ein. Also die Vorstellung, dass es mal eine Zeit gab oder eine Zeit geben wird, in der die Schrecken des Lebens nicht mehr notwendig sind, damit das Leben überhaupt existieren kann. Die Schrecken des Lebens bestehen natürlich darin, dass jeder jeden auffrisst, alle geboren werden, alle sterben und es eigentlich zugeht wie in der Leichenhalle. Eine Katastrophe von vorne bis hinten. Das Paradies ist das komplette Gegenteil davon.

Und es gibt den Gedanken, der auch schon in der alchemistischen Idee enthalten war, und ich denke, er ist auch Bestandteil der wissenschaftlichen Revolution (der Frühen Neuzeit, Anm. d. Red.), dass der Mensch mit der Realität so interagieren kann, dass ihre tragischen und bösen Elemente gemildert werden. Und wir uns somit einem Zustand nähern können, der – natürlich sehr bildlich – dadurch charakterisiert werden kann, dass wir die Vorteile der tatsächlichen Existenz genießen, jedoch ohne die ganze Katastrophe, die damit einherzugehen scheint.

 

Dies ist ein Ausschnitt aus einer Vorlesung von Jordan B. Peterson zum Thema "Bibel-Reihe: Adam und Eva: Bewusstwerdung, das Böse und der Tod." Hier geht's zum Ausschnitt.

Foto: jordanbpeterson.com

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Wolf Scholz / 23.10.2019

“...nur Gott weiß wohl, wie es dort wirklich ist”. Wie mir dieser Pseudo-Psycholog Peterson auf die Nerven geht. “Ich weiß nicht, was mit Bosch los war” .  Nun, lieber Jordan, vielleicht war er ein Kiffer oder gehörte zu den Kreisen, die an der verordneten Religon zweifelten und sich nur symbolisch artikulierten konnten. Da gibt es weitaus Berufenere als Dich und mich. Also halt einfach mal die Klappe.  Zum Trost: “Nur Gott weiß...”.  Also frag ihn mal. Wolf Scholz

Rolf Lindner / 23.10.2019

Es gab 1990 bestimmt viele Menschen im Osten des Landes, die die Illusion hatten, jetzt in eine Art Paradies des Wohlstandes gelangt zu sein, wo tatsächlich das Volk herrscht, die Meinung frei geäußert werden kann, wo Recht und Gesetz gelten. Ich hatte zwar die Illusion nicht, aber ein bisschen mehr von allem gab es schon und Reste davon gibt es sogar heute noch, obwohl an maßgeblichen Stellen daran gearbeitet wird, diese Reste zu beseitigen, was nicht anderes bedeutet, als wieder das nicht gerade paradiesische Gefühl genießen zu dürfen, in einem gesellschaftlichen Abwärtsstrudel zu leben.

Ilona G. Grimm / 23.10.2019

@Gerd Quallo: Sind Sie mit sich, Ihren Mitmenschen und der Welt im Allgemeinen im Reinen? Ihr kurzer Kommentar klingt ziemlich trostlos. Gott kennen Sie jedenfalls überhaupt nicht. Diesem Mangel wäre aber relativ leicht abzuhelfen, indem Sie andere Bücher läsen als z.B. Esther Vilars „Erziehung der Engel“, vor allen Dingen natürlich konsequent die Bibel. Der Sinn des Lebens besteht für mich darin, mit Gott ins Reine kommen und dabei zu bleiben. Jesus Christus ist der Schlüssel dazu. Ich würde Ihnen gern mehr davon erzählen… Wie das Paradies aussieht, weiß kein Mensch, ich auch nicht; selbst die Bibel sagt darüber sehr wenig. Dass es sehr viel schöner und wunderbarer sein wird als alle menschlichen Vorstellungen, das glaube ich sehr wohl. Haufenweise nackte junge Frauen gibt es aber nur für die muslimischen Männer im muslimischen Paradies. Dass das Paradies so aussieht wie Hieronymus Bosch es sich vorgestellt hat, hoffe ich nicht. Das wäre für mich eher ein Ort des absoluten Horrors. Bosch muss schlimme Drogen konsumiert haben, um Bilder wie die von ihm gemalten im Geiste projiziert gesehen zu haben. Wenn ich ein paar Stunden vor diesem Triptychon verbringen müsste, wäre ich anschließend reif für ein paar Stimmungsaufheller.

Josef Gärtner / 23.10.2019

Ja es ist schon so ein Problem, dass die Menschheit irgendwann eine Entwicklungsstufe erlangt hat, um sich der eigenen Sterblichkeit, - und damit auch Vergänglichkeit bewusst zu werden. Und dass nicht nur in akuten Gefahrensituationen oder schweren Erkrankung, - wie es wohl auch Tiere irgendwie spüren. , Nein, auch dann wenn es einem (noch) richtig gut geht, kommt man auch mal auf die traurige Thematik: “Also noch 10 weitere Fußballweltmeisterschaften, die werde ich nicht mehr erleben”.  Und spätestens dann wird man natürlich religiös, da dort auf die eine oder andere Art Hoffnung produziert wird und “ewiges Leben” lockt, - was immer auch das konkret bedeuten mag.  Mit gesundem Menschenverstand kann man das natürlich nicht fassen. Wer glaubt schon daran, das nach zertrümmern seines Laptops, es ein Weiterleben der Software Windows auf seinem eigenen Rechner gibt. Nun ja. Aber der Mensch hat ja schließlich “eine Seele”. Die soll ja auch hardware-unabhängig funktionieren, - heißt es. Hieraus ergeben sich zwei Möglichkeiten fürs Leben danach. Entweder man bekommt einen neuen Körper verpasst, oder man denkt nur, man hätte noch einen (a la “Matrix”).  Also ich jedenfalls würde das Gefühl vermissen, sich auch mal am Hintern kratzen zu können, wenn ich nur so als Geistwesen körperlos durch den Himmel “wabern” würde. Und womit spielt man dann eigentlich Harfe? Meine Güte, und das alles auch noch “ewig”! Also nehmen wir mal an, “ewig” dauert nur (!!) ungefähr 200 Millionen Jahre. Da kann es einem schon langweilig werden im Paradies. Auch wenn man, wie bei den Moslems so mit 75 Jungfrauen und Shisha-Pfeife dann so vor seiner Hütte sitzt.  Nun, und wie sieht es beim ewigen Brennen im Höllenfeuer aus? Ganz egal ob das metaphorisch oder wörtlich zu nehmen ist, - ich denk mal so nach 10.000 Jahren hat man sich daran gewöhnt. Und nach 1 Millionen Jahren möchte man es gar nicht mehr anders. Aber wer weiß, ich kenne Leute für die sind schon 40 Jahre Arbeiten im Büro die Hölle…

Hermine Mut / 23.10.2019

warm eingepackt in unserm gorgious-georgian Bett, draussen blaest der sw-irische Wind, im Fireplace singt & roehrt er ; es fuehlt sich an, als waere man in einem sicheren Schiff auf hoher See unterwegs….“and pluck, till time and tides are done / the silver apples of the moon, the golden apples of the sun ..”(W.B.Yeats)

Joerg Haerter / 23.10.2019

Der Mensch ist darauf, auf das ewige Leben mit Gott, hin angelegt. Ob er das letztlich will, entscheidet er selber. Und die alberne Vorstellung, wir kämen alle, alle in den Himmel, entbehrt jeder Grundlage. Wie soll denn dieser Himmel aussehen? Der Himmel ist Gemeinschaft mit Gott, die Hölle Trennung von Gott. Warum sollten Atheisten Gemeinschaft mit Gott haben wollen? Deswegen ist die landläufige Vorstellung vom Himmel eine Illusion, es soll möglichst die Party ohne Unterbrechung weitergehen. Oder Menschen, die in Kesseln gekocht werden, Märchenstunde! Sich vorzustellen, dass mit dem Tod alles vorbei ist, ist auch sehr bequem. Aber man muss sich verantworten. Das will der Mensch nicht, aus verständlichen Gründen, niemand soll über ihm stehen, sagen was gut oder schlecht ist. Und immer wieder die Frage, sollte Gott gesagt haben?

Thomas Taterka / 23.10.2019

” Nicht Du bist in dem Ort, der Ort, der ist in Dir. “ ( Angelus Silesius, Der Cherubinische Wandersmann ). Wiedergefunden in Alfred Polgar, Theorie des “Cafe Central “. Kleine Schriften, Band 4, Rowohlt Verlag, Hrsg. Reich -Ranicki, Weinzierl, 1984.

Gerd Quallo / 23.10.2019

Esther Vilar hat in ihrem Buch “Die Erziehung der Engel. Wie lebenswert wäre das ewige Leben?” alles geschrieben, was es zu dem Unsinn von einer Jenseitsvorstellung zu sagen gibt. So schwer es auch zu akzeptieren ist, Evolution, Hedon oder Epikur hin oder her; es gibt keinen wahren Sinn des Lebens.

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