112-Peterson: Ex-Premierminister verklagt kanadische Regierung

Der ehemaligen Premierminister der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador, Brian Peckford, ist einer der Begründer der kanadischen Verfassung. Nun hat er die Regierung wegen des Impfzwangs für Flugreisen verklagt.

Im Folgenden geben wir ein Gespräch zwischen Jordan B. Peterson und dem ehemaligen Premierminister der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador, Brian Peckford, (*1942) von der progressiv-konservativen Partei (PC) wieder. Peckford ist einer der Begründer des kanadischen Verfassungsgesetzes von 1982. Peckford hat kürzlich die kanadische Regierung wegen des Flugverbots für Ungeimpfte verklagt. Das Interview wurde am 26. Januar 2022 veröffentlicht.

Jordan B. Peterson: Brian Peckford sorgt sich um die Politik der aktuellen Regierung Kanadas im Verhältnis zur Kanadischen Charta der Rechte und Freiheiten, die einen Teil des Verfassungsgesetzes von 1982 bildet. Er ist der einzige noch lebende Minister, der am Prozess dieser Gesetzgebung beteiligt war. Von daher ist er eine wertvolle historische Quelle in Hinblick auf die aktuellen Ereignisse. Denn er kann bei der Aufklärung der Kanadier über die Absichten der Personen helfen, die an der Ausarbeitung, Verfassung und Zusammenführung dieses grundlegenden wichtigen Abkommens beteiligt waren.

Jordan B. Peterson: Herr Peckford, welche Sorgen haben Sie dazu getrieben, sich wieder an der politischen Diskussion zu beteiligen?

Brian Peckford: In erster Linie ist es die Sorge um die Charta der Rechte und Freiheiten, vor allem die Rechte und Freiheiten der Abschnitte 2, 6 und 15 der Charta, an deren Ausarbeitung ich beteiligt war. Es handelt sich dabei um die Vereinigungsfreiheit, Freiheit der Meinungsäußerung, Religionsfreiheit, Gewissensfreiheit und Versammlungsfreiheit in Abschnitt 2. In Abschnitt 6 steht das Recht auf Freizügigkeit, also das Recht, sich frei in Kanada zu bewegen beziehungsweise Kanada zu verlassen. (Abschnitt 7) befasst sich mit dem Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person und Abschnitt 15 mit der Gleichberechtigung. Jeder Kanadier ist vor dem Gesetz gleich.

Während wir hier sitzen, wird gegen diese Bestimmungen von allen Landesregierungen Kanadas und nicht zuletzt von der kanadischen Bundesregierung verstoßen. Ich werde demnächst eine Klage gegen die Bundesregierung wegen der Impfmandate einreichen, vor allem hinsichtlich des Reiseverbots für Ungeimpfte (diese Klage wurde mittlerweile eingereicht, Anm. d. Red.).

Es gibt in der westlichen Welt kein anderes solches Reiseverbot. Und obwohl wir flächenmäßig das zweitgrößte Land der Welt sind, wird unser Recht auf Reisefreiheit auf diese Weise eingeschränkt. Ich beispielsweise kann meine Familie und Freunde im äußersten Osten des Landes nicht mehr besuchen. Das Reiseverbot für Ungeimpfte nimmt mir als Kanadier den Anspruch, dass das Recht auf Freizügigkeit geschützt bleibt.

Aus meiner Sicht hat die Regierung ihre Befugnisse überschritten.

Jordan B. Peterson: Die aktuelle Situation in Kanada gestaltet sich so, dass ein ehemaliger Verfasser eines der grundlegendsten Bestandteile unserer Verfassung nun eine Klage gegen die Regierung selbst einreichen wird, weil diese gegen die Grundprinzipien verstoßen hat, auf welchen das gesamte Land gründet, auf die sich alle geeinigt haben. Ist das zu überspitzt formuliert?

Brian Peckford: Nein, das ist genau zutreffend. Ich bin der einzige noch lebende Premierminister, der bei der damaligen Konferenz zugegen war und diese Freiheiten und Rechte mit auf den Weg brachte sowie das Verfassungsgesetz 1982 selbst. Ich verklage die Regierung wirklich höchst widerwillig. Aber ich habe mir das ganze jetzt fast zwei Jahre angeschaut. Ich habe mich bei offiziellen Treffen, auf meinem Blog und so weiter immer wieder dagegen ausgesprochen.

Am Ende kam ich zu dem Schluss, dass ich als Kanadier und als Mitbegründer des Verfassungsgesetzes von 1982 hier nicht nur reden, sondern auch handeln muss. Ich muss den Kanadiern zeigen, dass ich als Bürger und ehemaliger Premierminister von Neufundland und Labrador so besorgt bin, dass ich gegen meine eigene Regierung aktiv werden muss, weil sie gegen Recht verstoßen hat, das ich und andere 1981 und 1982 mitgestaltet haben.

Jordan B. Peterson: Welche juristische Stellungnahme erwarten Sie? Sie haben sich ja vorher natürlich mit Anwälten beraten. Aber das ganze bringt doch die Gerichte in eine furchtbar „komplizierte“ Situation, um es gelinde auszudrücken. Bitte korrigieren Sie mich, aber es ist doch Aufgabe der Gerichte, den Wortlaut, aber auch den Geist dieser grundlegenden Gesetze zu ermitteln. Und mir scheint es nahezu unstrittig, dass, wenn eines der Mitglieder des Gremiums, das diese Gesetze erdacht hat, behauptet, dass diese missachtet werden, dies definitiv das stärkste Indiz ist, das man haben kann für den Verstoß gegen den Geist dieser Gesetze, aber vermutlich auch gegen ihren Wortlaut. Kann man das so stehen lassen?

Brian Peckford: Ja. Und andere Anwälte, einschließlich derer vom Justice Centre for Constitutional Freedoms (sozial-konservative kanadische Rechtsberatungsstelle, Anm.d.Red.), die mich im Rahmen des Gerichtsverfahrens vertreten werden, haben sich die Situation sehr genau angesehen. Und nach Wochen der Erwägungen haben wir uns zur Klage entschlossen. Also das Justice Centre for Constitutional Freedoms wird diese Klage innerhalb der nächsten 24 Stunden in meinem Namen und im Namen anderer kanadischer Bürger einreichen. Durch meine Stellung als ehemaliger Premierminister wird das ganze natürlich hervorgehoben werden und wahrscheinlich mehr Öffentlichkeit erhalten als andernfalls. Es geschah nach sorgfältiger Abwägung durch meine Anwälte und mich.

Es ist so: Es gibt einen Abschnitt in der Kanadischen Charta der Rechte und Freiheiten, der es der Regierung erlaubt, diese Freiheiten unter ungewöhnlichen Umständen aufzuheben. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie wir damals an der Verfassung arbeiteten. Es handelte sich nicht um Bundesgesetz oder Provinzgesetz, sondern um eine Verfassung, die dauerhafte Werte verankern und dem Land Halt geben sollte. Jedenfalls kann dieser Punkt, Abschnitt 1, bezüglich der Aufhebung der Freiheiten nur in Zeiten der Gefahr, im Kriegszustand, in Zeiten des Aufruhr oder wenn die Existenz des Staates in Gefahr ist greifen. Dieses bestimmte Virus, bei dem sich 99 Prozent aller Erkrankten erholen und die Sterberate weniger als 1 Prozent beträgt, stellt aus meiner Sicht keine Gefahr für dieses Land dar. Ich führe daher an, dass Abschnitt 1 hier nicht zutrifft, auch wenn man so tut als würde er zutreffen und dies als Grund anführt für das, was wir gerade erleben.

Dies ist ein Auszug aus einem Gespräch zwischen Jordan B. Peterson und dem ehemaligen Premierminister der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador, Brian Peckford. Hier geht's zum gesamten Gespräch.

Foto: jordanbpeterson.com

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R. Reger / 10.02.2022

“Es gibt in der westlichen Welt kein anderes solches Reiseverbot.” Da ist der Mann aber schlecht informiert. Reiseveranstalter & Hotels mit Corona-Impfpflicht: Folgende Reiseveranstalter oder Hotels setzen einen Impfnachweis (oder teilweise Genesenennachweis) voraus: Aida Cruises (Kreuzfahrten), Regelungen treten je nach Reiseziel an unterschiedlichen Terminen in Kraft Allsun Hotels (Alltours) Celebrity Cruises (Kreuzfahrten), auf der Celebrity Apex bis vorerst September DERTOUR, viele Gruppenreisen nur als 2G-Reisen Leitner Reisen Lernidee Reisen Norwegian Cruise Line (Kreuzfahrten), voraussichtlich bis Dezember 2021 Phoenix Reisen (Kreuzfahrten) Royal Caribbean (Kreuzfahrten) Saga Cruises (Kreuzfahrten) Studiosus Reisen (Teilnahme ab Oktober; Neubuchungen ab September) TUI Cruises (außer „Mein Schiff 4“)

Ilona Grimm / 09.02.2022

Nochm@ls Ludwig Luhmann: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ist genauso blödsinnig wie „der Mensch ist nicht tötbar“. Über diesen Satz rege ich mich schon seit Jahrzehnten auf. Aber ich denke, diejenigen, die ihn sich ausgedacht haben, sind dazu angeleitet worden, Blödsinn zu verzapfen. (Das hätte ich vor Jahrzehnten allerdings noch nicht gedacht.)

Ilona Grimm / 09.02.2022

Danke, lieber Herr Luhmann, ich hatte das gestern Abend selbst noch gefunden: 2007 im Fü—- äh WEF-Hauptquartier aufgenommen. 48 Sekunden bei GETTR.com: post/pq5sg3480a. Hat jemand am 23. Januar reingestellt. Ist doch schön, dass immer wieder Leute graben und Dinge finden. Und ja, die Transformation zum Transhumanen scheint bei Schwab abgeschlossen zu sein.

Ludwig Luhmann / 09.02.2022

@Ilona Grimm - Hallo Frau Grimm. Was ich heute gefunden habe ist Folgendes: brandnewtube com Wake Up The COVID Plandemic - Klaus Schwab in 2007, at the gestation of the Great Reset—- Ich vermute, dass ich das Video gefunden habe, welches Sie gestern meinten. Man merkt, dass es geschnitten wurde. Eine lange bzw. längere Version habe ich nicht gefunden. - Lustige Nebensache: Sein “societal” klingt wie “suicidal” ...—- Interessant ist auch, dass das Gesagte im Jahre 2007 ziemlich genau das ist, was er auch heute so absondert. Seine Selbsttransformation ist wohl abgeschlossen;) ... Ich habe noch in ein Video aus dem Jahr 2007 reingeschaut, in welchem Tony Blair eine Rede hält. Schwab trägt allerdings eine andere Krawatte. Tony ist dort ein ganz besonders willkommener Gast. Tony steht auch heute zu 100% auf der Seite von Prince Charles ... “It’s a big club and you ain’t in it!” ... Viele Grüße

Bastian Kurth / 09.02.2022

@Sabine Lotus: völlig richtig, Dr, Wolfgang Wodarg. Ein aufrichtiger Demokrat, rechtschaffend und unbestechlich!

Ludwig Luhmann / 09.02.2022

Peckford und all die anderen Transusen der Welt haben sich gemütliche 2 Jahre Zeit gelassen ... und damals, beim Gesetzemachen, haben sich wohl alle nicht vorstellen können, dass nett gemeinte Worthülsen auch den Menschenfeinden in die Hände spielen können? Sollten die Linken tatsächlich die Schlaueren sein? - - - “Die Würde des Menschen ist unantastbar” ist so eine Leerformel. Man könnte jederzeit eine Diktatur zum Schutze der Würde des Menschen errichten!——-> Der einzig wahre Schutz wäre eine bewaffnete Bevölkerung! Aber für uns Dehostilisierte ist das UNDENKBAR!

Thomas Taterka / 09.02.2022

Man lernt nie aus bei Peterson. - Gespräch mit Julie Ponesse ( Totalverweigerin der Impfnötigung ) und bemerkenswerter Auftritt bei Patrick Bet - David ( PBD, Amerikas derzeit heißester Podcast . Verglichen damit ist Indubio ein Kaffeekränzchen unter Freunden ) . Machen Sie mal ne Probe mit ” I hate Trump because of people like you ” oder ” Why America is officially controlled by China ” , erhältlich in der Saruman - Tube.

Ilona Grimm / 09.02.2022

@Ulrich Affeld: Die Väter und die eine Mutter des Grundgesetzes der alten BRD sind schon länger tot als die alte BRD. (Elisabeth Selbert starb 1986.) Und Pfleger des Grundgesetzes hat es anscheinend nie gegeben. Sonst hätten wir längst eine zur Verfassung gereifte Version. Seit Stefan Harbarth das GG - höheren Weihen und Mächten gehorchend - zerfleddert hat, haben wir nun gar nichts mehr, mit dem sich der ein Bürger gegen die übergriffige (milde ausgedrückt) Regierung wehren könnte.

Sabine Lotus / 09.02.2022

H@rr Affeld, Wolfgang Wodarg wäre ein Beispiel.

Ulrich Affeld / 09.02.2022

So etwas nennt man Verantwortung eines Politikers vor dem Volk und der Verfassung. Wo haben wir Vergleichbares in Deutschland?

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