112-Peterson: Die Lüge der Gleichheit

Skandinavische Länder sind Vorreiter in der Gender-Politik. Eigentlich müssten dort Frauen und Männer hinsichtlich ihrer Interessen immer gleicher werden. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.

Es gibt nennenswerte Persönlichkeits-Unterschiede zwischen Männern und Frauen, hinsichtlich bestimmter Charakter-Merkmale (siehe „Big Five“-Persönlichkeitsmodell).

Frauen haben einen größeren Hang zu negativen Emotionen (Neurotizismus), gleichzeitig haben sie höhere Werte im Punkt Verträglichkeit. Will man jemanden manipulieren, der zu negativen Emotionen neigt, dann sollte man negative Emotionen an ihn herantragen: „Ich kann nicht mehr, denn ich brauche eine Pause.“ Für jemanden mit einer Empfänglichkeit für negative Emotionen ist die Tatsache, dass ein anderer negative Emotionen hat, viel ausschlaggebender als für eine Person, die kaum empfänglich für negative Gefühle ist. Die hohe durchschnittliche Verträglichkeit der Frauen führt außerdem dazu, dass sie viel eher bereit sind, sich für etwas schuldig zu fühlen.

Im Positiven lässt sich das im Umgang mit Kindern beobachten. Wenn Kinder in Not geraten, ist es das Beste, umgehend ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Langfristig ist das Nachgeben gegenüber negativen Emotionen jedoch keine gute Strategie. Das Charakteristikum Gewissenhaftigkeit steht im Gegensatz dazu. Denn es braucht schon ein gewisses Maß an Kaltblütigkeit, um seine Bedürfnisse aufschieben zu können, was nötig ist, um gewissenhaft zu agieren.

Als solches ist der Punkt der Gewissenhaftigkeit zwischen den Geschlechtern gleich verteilt. Gewissenhaftigkeit setzt sich jedoch aus Ordnungssinn und Fleiß zusammen. Männer sind im Schnitt etwas fleißiger als Frauen, wohingegen Frauen im Schnitt ordentlicher als Männer sind. Einen wirklich großen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt es im Punkt der Verträglichkeit.

Auf dieser Grundlage der Temperamente wäre es eigentlich leicht, für die Notwendigkeit einer Familie mit Vater und Mutter zu argumentieren. Einfach, weil biologische Tatsachen dafür sprechen. Die beschriebenen Unterschiede kann man zu einem gewissen Grad glätten, aber unter keinen Umständen werden sie verschwinden. Angesichts der Entwicklung unserer Gesellschaft sind diese Unterschiede sogar noch unverrückbarer.

Das Gegenteil ist der Fall

Denn man könnte argumentieren, dass diese Unterschiede verschwinden würden, wenn die Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft gestärkt würde.

Doch dann werfe man einen Blick nach Skandinavien. Dort sind die Versuche, die soziale Landschaft anzugleichen am weitesten gediehen und gewissermaßen auch am erfolgreichsten. Es gibt jedoch bemerkenswerte Unregelmäßigkeiten. Wenn man Länder nach dem Grad der Geschlechter-Gleichmacherei in ihrer Sozial-Politik ordnet (und natürlich geht es hier nicht um eine absolute Angleichung, es meint nur das Zugeständnis, dass manche Länder mehr Gleichmacherei betreiben als andere, und da liegen die skandinavischen Länder eindeutig vorne), dann würde das bedeuten, dass in Skandinavien die Persönlichkeits-Unterschiede zwischen Männern und Frauen am geringsten und in autoritären Ländern am größten sein müssten. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.

Wenn man die Unebenheiten der sozialen Landschaft ausradiert, sodass größere Gleichheit herrscht, werden Männer und Frauen unterschiedlicher. Und zwar hinsichtlich ihrer Interessen: Frauen interessieren sich noch mehr für Menschen als für Dinge, bei Männern ist es umgekehrt. Das bedeutet auch, dass sich Frauen in diesen Ländern noch weniger für die MINT-Fächer interessieren (als sie es ohnehin in anderen Ländern schon tun). Außerdem steigt in diesen Ländern der Gleichheit der Hang der Frauen zu Neurotizismus und Verträglichkeit. Nicht umgekehrt. Das spricht eindeutig dagegen, dass die klassische Familie mit einer Mutter und einem Vater mittels sozialer Maßnahmen zu ersetzen wäre.

Dies ist ein Auszug aus einem Gespräch zwischen Jordan B. Peterson und dem US-amerikanischen Bestseller-Autor und Männerrechtler Dr. Warren Farrell wieder. Hier geht’s zum gesamten Gespräch.

Foto: jordanbpeterson.com

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Leserpost

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Kurt Müller / 29.09.2021

Gender - der größte Schwindel in der Geistesgeschichte der Menschheit nach der Erfindung der Religionen und der Popkultur. Wobei, man weiß nicht, an welche Blödheiten noch viel früher schon geglaubt wurde, das meiste wurde ja nicht aufgeschrieben. Den Buchdruck gibt es in Mitteleuropa ja erst seit 700 Jahren, und die Tonplatten oder Tontöpfe mit runischen Schriftzeichen sind inzwischen alle verrottet. Die Mitteilungen in Pyramiden enthalten auch keine beeindruckenden geistigen Leistungen, sondern nur die Verherrlichung von Verbrechern. Heute wird alles fleißig aufgeschrieben, so dass künftige Generationen wenigstens etwas zu lachen haben werden, wenn Sie in Berlin in 100 Jahren nur noch oben ohne herumlaufen und wieder mit Trommeln kommunizieren.

Thomas Schmied / 29.09.2021

@Petra Wilhelmi, das klingt alles sehr sympathisch. Halt! Sorry! Bevor Sie jetzt bei “#MeToo” twittern - das war wirklich nur ein harmloses Kompliment! (Bin etwas vorsichtiger geworden, seit mich eine Frau regelrecht angeschissen hat, nur weil ich ihr in der Stadt die Türe aufgehalten habe.) Im Ernst: Die machen den normalen, netten Umgang zwischen Männern und Frauen regelrecht kaputt. Das ist so intensiv, dass ich manchmal glaube, es geschieht mit Absicht.

Tilman Kappe / 29.09.2021

Warum wird nicht konsequent zwischen Gleichwertigkeit und Gleichheit unterschieden? Daß die Menschen nicht gleich sind, sagt sofort ein Blick in den Spiegel - und das setzt sich über die Äußerlichkeiten auch im Verhalten fort, Die humanistische und christliche Lehre sieht die Menschen alle als gleich wert an: kein Leben ist mehr wert als ein anderes; sprich Gleichwertigkeit. Auf diese Differenzierung könnten sich doch alle einigen: Alle Menschen sind gleichwertig, aber nicht gleich.

Thomas Schmied / 29.09.2021

@Sara Stern, der höhere Wert bei Afroamerikanern überrascht mich nicht. Das liegt jedoch nicht an der Diskriminierung von Vätern, Männern und Jungs, wie es im feminisierten Westen heute tatsächlich der Fall ist. In Afrika gibt es eine Tendenz, dass zwar sehr viele Kinder gezeugt werden, die Väter sich aber weniger darum kümmern. Viele Multikulti-Frauen in europäischen Ländern und ihr Nachwuchs haben diese Erfahrung mit ihren schwarzen Kerlen/ Erzeugern auch gemacht. Bevor jetzt der Rassismus-Vorwurf kommt, muss ich noch von meiner Erfahrung berichten, dass schwarze Frauen in Afrika häufig die ganze Arbeit machen: Feldarbeit, Kinder, Alte. Die flicken sogar die Hütten selbst. Die halten den Laden in den Dörfern zusammen, während ihre Kerle in den Städten ihr Glück suchen, die verdiente Kohle für eitlen Schnickschnack verprassen, während zu Hause das Dach undicht ist, und als Bonus nicht selten noch Aids und Geschlechtskrankheiten anschleppen. Wer das nicht glaubt, soll mal in ein afrikanisches Dorf fahren und mit den Frauen sprechen. Das ist nicht pauschal so, doch die Tendenz ist da. Männer sind nicht gleich, Frauen sind nicht gleich und Männer und Frauen sind schon gar nicht “gleich”. Zum Glück!

Rolf Mainz / 29.09.2021

Die grösste Lüge des Sozialismus lautet, alle Menschen seien gleich. Dass offensichtlich das Gegenteil der Fall ist, reizt Sozialisten zu immer neuen Versuchen, jene herbeigesehnte “Gleichheit” künstlich herbeizuführen, sei es über Missbrauch von Sprache, sei es durch gezielte ideologisch Agitation zur Behinderung überlegener Kulturen, sei es über zielgerichtete Durchmischung von Ethnien. Am Ende jener Bemühungen wird stets deren Scheitern stehen.

Jörg Haerter / 29.09.2021

Kinder ohne Väter, Amerika ist schon seit den 60ern Vorreiter, Europa zieht nach. Früher war die Familie Sozialamt und Altersvorsorge in Person, das ist alles weggefallen. Der Staat muss es richten. Kinder, die hauptsachlich ohne Vater erzogen werden, haben starke Defizite auf Grund des Fehlens einer kompensierenden Hälfte. Dort, wo die Mutter dominiert, gibt es ebenfalls eine Mangelerziehung. Es müssen beide Partner agieren können, mal die Mutter mit der versöhnenden Art, mal der Vater mit Konsequenz und Strenge. Ich habe alle diese Beispiele erlebt, die Fehlleistungen waren klar zu erkennen, manche Kinder haben durch die harte Lebenspraxis gelernt, manche kommen mit dem Leben nicht klar. Teilweise war schon früh klar, dass die Kinder die leidtragenden sein werden, so war es dann auch. Machen wir uns nichts vor, Kinder brauchen Führung, Vorbilder, Anleitung, Richtungsweisung. Fehlt das alles, ist die Katastrophe vorprogrammiert.

Petra Wilhelmi / 29.09.2021

Interessant, obwohl ich mich als Frau dort nicht wiedergefunden haben, in keinem Punkt. Ich sage immer, wenn wir die Fernsehprogramme zappen und man irgendwann an Sendungen vorbeikommt, wie “Tüll und Tränen” oder “Shopping Queen” oder gar “GNTM”- und das nur beim vorbeizappen. Ich kichere dann immer und sage zu meinem Mann, dass die Linksgrünen, die irgendetwas von Gleichstellung erzählen, diese Weiberchen in dieser Sendung mal anschauen sollten. Oder sie sollten man hinschauen, wenn auf der Straße Frauen ihre Meinung kundtun. Da würden sie ganz schnell merken, dass dieses Irgendwie-Gleichstellungs-Gedöns an der Masse vorbeigeht. Die Frauen, die ich kenne, heulen bei jedem Tier, was sie “traurig” anschaut, wollen Wasserbüffel retten, weil die im Wasser stehen oder schmelzen an den dunklen Kulleraugen der Migrantenkinder. Ich habe Frauen im Beruf kennengelernt, denen es furchtbar wichtig ist, die Wohnung zu dekorieren, die sich stundenlang darüber unterhalten können, welchen Tischschmuck sie zu irgendeinem Anlass oder Feiertag auf den Tisch bringen und die froh waren, nur ein paar Stunden auf Arbeit gehen zu müssen, um sich dann um Haus und Garten kümmern zu können und die die Kinder im Urlaub bei der Kinderbelustigung im Hotel abgeben, weil sie sich ja von ihrer furchtbaren Arbeit in Haus und Garten erholen müssen. Ich war in Frauenrunden immer nur Außenseiter. Wer interessiert sich denn für “Schmuckabende”, “Unterwäscheabende” und so’n Quatsch. Dorthin sollten sich mal die Feministen begeben und sehen, was viele Frauen wirklich interessiert, jenseits von Vorstellungen Vorstandsmitglied zu werden.  Naja, es gibt auch andere Frauen, sicherlich. Ich habe sie nur nicht kennengelernt. Welche Frau will sich schon über PC-Action, Rollenspiele oder MODS unterhalten. Das kann ich nur mit meinem Enkel. Bei der Enkelin hört es schon auf. Oder über politische Themen? Ich kenne keine, außer hier im Forum.

B.Kroeger / 29.09.2021

Sehr interessante Info über die Entwicklung der Geschlechterrollen in Skandinavien.

Sara Stern / 29.09.2021

In den USA sind 35% der Kinder ohne einen Elternteil, logischerweise fast immer der Vater, da der vorm Familiengericht in den USA nicht wie ein vollwertiger Mensch gesehen wird. Bei den Afroamerikanern ist es noch schlimmer und es sind es 65%. Angesichts der zu erwartenden Probleme mit diesen Kindern, dürfte es interessant werden, zu beobachten, wie die Amerikanische Gesellschaft damit in den nächsten Generationen umgehen wird. Defund the Police würde ich jedenfalls lieber nicht machen;D. Insbesondere, wo der Trend zur starken, alleinerziehenden Frau klar anhält und neuerdings durch das Sozialsystem in den USA es sich tatsächlich rechnet mehrere Baby-Daddies, anstatt einem zu haben und diesen dann Unterhalt abzunehmen. Wenn da erstmal der Trend zu 3-4 Kindern pro Alleinerziehende losgeht, werden die Zellen sehr schnell voll. Der Exodus aus Kalifornien und der Verfall New Yorks dürften damit zu tun haben, das Leistungsträger kein Interesse haben länger dafür aufzukommen.

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