112-Peterson: Der perfekte Manager

Das bereits viel von mir zitierte Persönlichkeitssystem der Big Five funktioniert nicht nur im privaten, sondern auch im geschäftlichen Bereich. Will man beispielsweise eine Führungsposition besetzen, ist man auf der Suche nach Menschen mit hohen kognitiven Leistungen. Dafür steht Intellekt und ein hoher IQ, aber auch das Persönlichkeitsmerkmal der Offenheit, genauer gesagt, Offenheit gegenüber Erfahrungen.

Je höher die Komplexität eines Jobs, desto wichtiger die kognitive Leistung und damit die Offenheit. Weniger komplexe Jobs, also solche, die vor allem aus der Wiederholung von einmal Gelerntem bestehen, verlangen weniger kognitive Fähigkeiten und damit weniger Offenheit.

Wenn man jedoch einen Menschen einstellen möchte, der sich an der Spitze einer sich beständig ändernden Umwelt behaupten können und in der Lage sein soll, sich regelmäßig weiterzuentwickeln und umfangreiche Entscheidungen zu treffen, geht es nicht ohne komplexe kognitive Fähigkeiten.

Ökonomisch macht es sich enorm bemerkbar, ob man einen Posten mit dem richtigen oder mit dem falschen Mitarbeiter besetzt. Von der Führungsperson hängt definitiv das Bestehen des Unternehmens ab.

Wichtig für eine Position im Management ist außerdem das Persönlichkeitsmerkmal der Gewissenhaftigkeit. Würde man sich für solche Posten also auf eine Mischung aus hoher kognitiver Leistung, Offenheit und Gewissenhaftigkeit einigen, könnte man die Quote der Fehlbesetzungen in diesem Bereich schon einmal drastisch reduzieren.

Nehmen wir an, dass die normale Fehlerquote bei der Vergabe von Jobs bei ungefähr 50 Prozent liegt – insofern alsdass 50 Prozent der eingestellten Mitarbeiter logischerweise über dem Durchschnitt liegen und 50 Prozent darunter. Wenn wir von dieser Einteilung ausgehen: Mit einem optimierten Selektionsprozess könnte man Fehlbesetzungen um 50 Prozent vermindern. Damit steht und fällt ein Unternehmen.

Dies ist ein Auszug aus einem Interview mit Jordan B. Peterson. Hier geht's zum Auszug.

Foto: jordanbpeterson.com

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Leserpost

netiquette:

Ina Johnas / 02.12.2020

... dass sie das exakte Gegenteil der Spitzenpolitiker aus Berlin und Brüssel ??? darstellt??? ... dass sie das exakte Gegenteil der Spitzenpolitiker aus Berlin und Brüssel !!!  ist !!!

Gerhard Hotz / 02.12.2020

Oekonomischer Erfolg hängt aber weit stärker von der allgemeinen Wirtschaftslage und der Attraktivität der Branche ab als von führungstechnischer Brillanz. Ausserdem: Es werden immer etwa die gleichen Charaktere für Führungspositionen ausgesucht: extrovertierte gute Redner mit Kameratauglichkeit. Dabei wäre ein stiller Schaffer vielleicht besser geeignet. Dieser wird aber links liegen gelassen. Warum?

Jürgen Probst / 02.12.2020

Trivial. Wenn dass alles ist an Erkenntnissen, sollte er seine Ausflüge ins Management unterlassen. Ich bin enttäuscht und hätte mehr erwartet.

Hermine Mut / 02.12.2020

Fachlichkeit und Menschlichkeit - was kommt zuerst ?

Ilona Grimm / 02.12.2020

Möglicherweise bin ich zu schlicht gestrickt für solche „Erkenntnisse“; für mich sind die Big Five Binsenweisheiten, auf die ich im Laufe meines Lebens auch ohne Anleitung durch Dr. Petersen gekommen bin.  Hinzufügen würde auch ich die von @Heiko Stadler und @Werner Arning genannten Eigenschaften. Die jedoch sind garantiert besonders hinderlich, wenn jemand eine Führungsposition anstrebt. Was niemals hinderlich ist: Narzissmus und eine Portion Psychopathie.

Joerg Haerter / 02.12.2020

Wir kommen locker auf eine Fehlbestztungsquote von 75%, durch Quoten. Schlimmer geht immer.

Rolf Mainz / 02.12.2020

...wie dem auch sei - das gewählte Foto des Autors dürfte sich jedenfalls ausschliesslich für Bewerbungszwecke auf sehr spezielle Positionen eignen ;-)

Heiko Stadler / 02.12.2020

Weitere Kriterien für Führungspersonal sind Unbestechlichkeit, Freiheit von Ideologien und der Mut, eigene Fehler zuzugeben. Fazit: Eine gute Führungskraft ist dadurch gekennzeichnet, dass sie das exakte Gegenteil der Spitzenpolitiker aus Berlin und Brüssel darstellt.

Werner Arning / 02.12.2020

Ob jemand für eine Führungsposition geeignet ist, erkennt man unter Anderem auch daran, ob der Person ihre Schwächen bewusst sind und er zu diesen steht. Jeder hat Schwächen. Doch braucht es ein gesundes Selbstbewusstsein, um zu diesen zu stehen. Wer Zeit damit vergeudet, seine Schwächen zu verstecken oder zu leugnen, ist wohl für eine Führungsrolle nicht geeignet. Für bestimmte Aufgaben sollte sich der Betreffende Bessere suchen. Die Fähigkeit solche Aufgaben richtig einzuschätzen, muss er mitbringen. Dieses ist ein Teilaspekt der Offenheit.

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