In seinem Buch „An Instinct for Dragons“ („Ein Instinkt für Drachen“) bietet David E. Jones im Wesentlichen eine evolutionäre Erklärung für das Konzept des Drachen an. Er beschreibt einen Drachen als eine Verschmelzung der Merkmale von Baum, Katze, Schlange und Vogel. Und natürlich spielt auch noch das Element Feuer eine Rolle. Alle aufgezählten Tiere sind im Grunde Raubtiere, die uns beziehungsweise unsere evolutionären Vorfahren, die noch auf Bäumen lebten, Millionen Jahre lang jagten.
Daher ist der Drache eine Verschmelzung der Motive des Raubtiers. Dies ist eine interessante Art, um über dieses Fabelwesen beziehungsweise die Gefahr, die von ihm ausgeht, nachzudenken. Der Kampf mit dem Drachen ist eine narrative Verdichtung des Dramas des Menschen. Die Tatsache, dass wir uns dem schrecklichen, räuberischen Unbekannten stellen und versuchen müssen, das Wertvolle, das darin verborgen ist, zu sammeln, uns selbst dabei zu verwandeln und unseren Weg als Helden zu gehen.
Ein Teil dieses Prozesses ist die Fähigkeit, aufmerksam auf die Dinge zu achten, die wir vielleicht lieber beiseitelegen und vermeiden möchten. (…) Genau darum geht es in dem Kinderbuch „There‘s no such thing as a dragon“ („Sowas wie Drachen gibt es nicht“). Ob etwas real ist oder nicht, hängt bis zu einem gewissen Grad von unserem Analysegrad ab. Offensichtlich sind Bären, Löwen, Komodowarane, Krokodile und das Feuer real. Ist eine Mischung aus all diesen Dingen (in Gestalt eines Drachen) real? Nun, sie ist real in dem Sinne, wie eine Abstraktion real ist. Sie ist real in dem Sinne, wie das Wort „Raubtier“ oder „Gefahr“ real ist.
Denn es gibt viele verschiedene Phänomene, die in dem konzeptuellen Begriff von Raubtier oder Gefahr zusammengefasst sind. Dies hat aber sehr wenig mit der tatsächlichen Realität des Begriffs zu tun. Sagen wir es so: Ein Drache ist genauso real wie ein Raubtier. Nun ist das Konzept des Drachens weiter gefasst als jenes des einfachen Raubtiers. Denn der Drache steht eigentlich für alles, was im Unbekannten lauert.
„Alles“ wäre in diesem Fall die Gefahr, die untrennbar mit dem Unbekannten verbunden ist, dem Ort, an dem sich die Raubtiere versammeln – wo aber auch Verheißung lockt. Draußen im Unbekannten, dem Land der Drachen, findet man also sowohl schreckliche Gefahren als auch großen Nutzen. Daher auch der Schatz, der mit dem Drachen verbunden ist. Die Geschichte vom Drachenkampf gehört zu den ältesten Erzählungen, die uns überliefert ist. Es ist also ein uraltes Motiv, das sich in allen möglichen Geschichten manifestiert.
Durch Ignoranz verschwinden schreckliche Dinge nicht
Das Kinderbuch beginnt folgendermaßen: „Billy Bixby war ziemlich überrascht, als er eines Morgens aufwachte und einen Drachen in seinem Zimmer vorfand. Es war ein kleiner Drache, etwa so groß wie ein Kätzchen.“ Warum ist das relevant? Billy wacht auf und stellt fest, dass etwas in seiner Umgebung anders ist. Der Unterschied manifestiert sich zunächst als etwas Kleines. Und er kümmert sich darum: „Der Drache wedelte fröhlich mit dem Schwanz, als Billy ihm über den Kopf strich.“
Es gibt also bereits eine Moral in dieser Geschichte, nämlich dass dieser kleine Junge aufwacht und etwas Unerwartetes passiert. Er könnte im Prinzip so tun, als wäre es nicht da, oder er könnte Angst haben, aber er geht freiwillig auf ihn zu und daraufhin freut sich der Drache.
„Billy ging nach unten, um es seiner Mutter zu erzählen. ‚Es gibt keine Drachen‘, sagte Billys Mutter. Und sie sagte es so, als meine sie es ernst.“ Billy ist also aufgeweckt und spielt die Rolle des Helden. Er hat etwas Ungewöhnliches und Andersartiges entdeckt, und in seiner jugendlichen Heldenhaftigkeit beschlossen, freiwillig mit ihm zu interagieren. Dieses Etwas hat er bereits bis zu einem gewissen Grad gezähmt. Und jetzt macht er die Autoritäten darauf aufmerksam.
Die Autoritäten haben aber im Grunde schon entschieden, wie die Welt beschaffen ist. Ihr Urteil lautet, dass es so etwas wie Drachen nicht gibt. Und Billys Mutter besteht darauf. „Billy ging zurück in sein Zimmer und begann, sich anzuziehen. Der Drache kam nah an Billy heran und wedelte mit dem Schwanz, aber Billy streichelte ihn nicht. Wenn es so etwas wie ihn nicht gibt, ist es albern, ihm den Kopf zu streicheln.“
Was ist also die psychologische Bedeutung davon? Nun, es gibt Dinge, über die in vielen Familien und Haushalten nicht gesprochen wird. Und die Haltung, die in solchen Haushalten vorherrscht, ist, dass, wenn wir einfach so tun, als gäbe es das Schreckliche nicht, es verschwinden würde. Das ist eine Form der vorsätzlichen Blindheit.
Die drachenähnliche Kraft, die immer wieder auftaucht
Davon erzählt schon der ägyptische Schöpfungsmythos um Horus, Osiris, Isis und Seth, wo vorsätzliche Blindheit als die größte Gefahr für den Staat dargestellt wird. Die Geschichte geht folgendermaßen: Ägypten wurde von einem Gott und Helden namens Osiris gegründet. Osiris war in seiner Jugend – ähnlich wie der Junge Billy – ein großer, aufgeweckter Held. Er ist die Kraft, der Geist oder der Prozess, der den Staat begründet. Er wagt sich in die unbekannte Wildnis und macht sie bewohnbar, wie Gott es in der Genesis am Anfang der biblischen Geschichte tut.
Nun gründet Osiris den Staat und wird zum Herrschergott Ägyptens. Aber er hat einen Bruder namens Seth. Dieser wird im Laufe der Jahrhunderte durch die ägyptischen koptischen Christen zum Satan. Seth ist die drachenähnliche Kraft, könnte man sagen, die immer wieder auftaucht, um den Staat zu bedrohen. Seth will Osiris stürzen, damit er selbst Herrscher werden kann. Und Osiris stellt sich an dieser Stelle blind.
Er verschließt die Augen vor den Machenschaften seines bösen Bruders und wird infolgedessen von Seth gestürzt. Warum ist das relevant? Weil Böswilligkeit sich im Privatleben, im Familienleben, in der Gemeinschaft, im Staat, in der Nation, auf jeder Ebene findet. Aber die Neigung, die Augen zu verschließen vor dem Auftauchen des Unbekannten und Bösartigen, ist Teil des ursächlichen Weges zur Zerstörung des stabilen und produktiven Zustands. Das ist also die Botschaft hinter dieser kleinen Kinder-Geschichte.
„Billy ging zurück in sein Zimmer und begann, sich anzuziehen. Der Drache kam näher zu Billy und wedelte mit dem Schwanz.“ Als kleiner Drache zeigt er damit auch seine relativ wohlwollende Absicht. So ist eine der Lehren, die man daraus ziehen kann, die Vorstellung, dass, wenn man sich mit einem Problem befasst, sobald es sich zum ersten Mal bemerkbar macht, es allen Grund zu der Annahme gibt, dass es offen, geradlinig und vielleicht auch produktiv angegangen werden kann.
Ignorierte Anomalien haben die Neigung zu wachsen
Daher ist der Drache in seiner kleinen Form hier immer noch eine wohlwollende Kraft. Etwas Unbekanntes kann sich als reine Frage des Interesses manifestieren, und wenn es nicht ignoriert wird, kann man angemessen damit umgehen. „Aber Billy streichelte ihn nicht. Wenn es so etwas wie ihn nicht gibt, ist es albern, ihm den Kopf zu streicheln.“ Nun hat Billy also die Haltung seiner Mutter übernommen, vorsätzlich blind zu sein, und wendet sie auf die Realität seiner eigenen Erfahrungen an. „Billy wusch sich Gesicht und Hände und ging zum Frühstück hinunter. Der Drache ging mit. Er war jetzt größer, fast so groß wie ein Hund.“
Was passiert nun? Es scheint, dass der Drache – der sowohl Anomalie und Raubtier als auch Ort der Möglichkeiten ist –, wächst, weil er ignoriert wird. Und was ist nun die Moral dieser Geschichte? Dieselbe Moral, die man aus dem altägyptischen Mythos von Osiris und Seth ableiten kann. Wenn man die Augen vor etwas verschließt, kann es wachsen, bis es zu einer überwältigenden und zerstörerischen Kraft wird.
Stellen Sie sich folgendes Beispiel vor: Sie erhalten einen Steuerbescheid per Post von Ihrer örtlichen Kommunalbehörde. Anstatt sich darum zu kümmern, ignorieren Sie ihn. Sie werfen ihn in den Müll oder legen ihn in einen Aktenschrank oder einen Ordner, den Sie nie wieder öffnen werden. Es ist nicht so, dass er einfach seine Form behält. Er mutiert und verändert sich im Laufe der Zeit und wächst zu etwas heran, das ziemlich monströs sein kann. All die Anomalien, die unerwarteten Ereignisse, die sich mit der Zeit in Raubtiere verwandeln könnten, haben die Neigung zu wachsen, wenn sie ignoriert werden. Daher ist dieses kleine Buch eine Geschichte über die Gefahr der vorsätzlichen Blindheit.
Dies ist ein Auszug aus einem Video von Jordan B. Peterson.
Beitragsbild: Jan Baegert - (original brightness), Public Domain, via Wikimedia Commons
Der Drache symbolisiert in China die beweglich-elektrische, starke und anregende Kraft. Er ist ein geistiges Prinzip, während er im europäischen Kulturkreis eine negative Bedeutung hat und die destruktiven, zerstörerischen Kräfte repräsentiert. Beispiele sind der Drache in der Apokalypse. Er wird auch als alte Schlange bezeichnet und ist damit ein bösartiges Reptil, das die Welt unterwerfen will. Der Teufel.
Farnir ist der Drache in der Nibelungesage, der den sagenumwobenen Schatz behütet und von Sigfried getötet wird.
Die Unterschiede sind wohl archetypisch begründet und deuten auf eine unterschiedliche Herkunft in einen völlig anders gelagerten Kulturkreis.
Heute werden wir damit gegängelt, daß alle Menschen von den Afrikanern abstammen, was eine völlige absurde Theorie ist. Die Eliten sind im Gleichschaltungswahn, wobei sie alle menschlichen Wesenzüge ignorieren müssen, aber so einfach lassen sich Menschen nicht umerziehen.
Ein Ausländer unter Deutschen bleibt immer ein Fremder, da kann man noch so gut mit ihnen befreundet sein, wie das umgekehrt genauso gilt. Man merkt einfach, daß da irgendwas zwischen steht.
Die Afrika-Hypothese geben weder die ausgebuddelten „Beweise“ her, noch die Psychologie. Äußerlich haben wir Ähnlichkeiten, aber das haben Elephanten und Giraffen auch. Wissenschaftler erfinden Erklärungen, wenn sie nicht weiter wissen, um nicht als unwissend dazustehen.
Bis heute ist das „Bewußtsein“ blinder Fleck.
„Das Rätsel um das Bewusstsein – und warum es bis heute ungelöst ist – WELT
1 Apr 2025
Trotz intensiver Forschung und modernster Technologien bleibt das Bewusstsein noch immer ein Rätsel. Was die Wissenschaft bislang herausgefunden hat – und wo sie an ihre Grenzen stößt.
..“
Das „Bewußtsein“ befindet sich nicht in unserer Raum- und Zeitvorstellung. „Zeit“ wird ja nur von der Bewegung „abgeleitet“. Jedes Meßgerät bedarf aber der Zeitachse. Erbeben kann man messen, aber nur mit der Illusion einer Zeitachse. Die Zeit ist ein Kunstprodukt
Wir haben die freie Auswahl von 3 Szenarien. The best case, the mid case and the worst case Szenario.
Erstaunlich viele Mitmenschen ignorieren das beste Szenario und begnügen sich mit dem Mittelmaß. How come?
Nobody knows wirklich warum. Man müßte sich auf eine lange und mühevolle Reise begeben, so wie es unsere Archäologen mit den Ausgrabungen machen. Sie buddeln und buddeln, und manchmal werden sie auch belohnt.
Wer seine Erfüllung in erschöpfenden Entrüstungen und Empörungen findet , der kann eine große Fangemeinde um sich scharen, wer das Gegenteil bevorzugt ist allein. ( aber nicht einsam)
Der Autor wird die Phänomene der Verdrängung, der ( Selbst) täuschung , des sich etwas Vormachens, der „ heile Welt- Phantasien“, des „ Vogel – Strauss- oder 3 – Affenverhaltens nicht nur kennen, sondern auch um deren teilweise evolutionäre, teilweise konditionierte Ursachen wissen. Die Vermeidung von Unlust zwecks Homoöstase dürfte in infantil/ regressiven Gesellschaften , wie wir sie im Wertewesten vorfinden , heute mehr denn je, ein wichtiger Grund für ein auffälliges Verhalten sein. Anzunehmen ist, dass der westliche Mensch unter anderem auch deshalb die Realität resp den “ wahren„ Feind verweigert und durch eingebildete ersetzt, weil er zumindest ahnt, welche Konsequenzen mit einer realen Feinderkennung wegen der aktuell sehr offensichtlichen , unangenehmen Reaktionen des Feindes verbunden wären. Er “sucht„ sich lieber den harmloseren Überbringer der schlechten Nachricht als den bösen Erzeuger als Feindbild. Ein erkennbar wegen der logischen Folgen sehr problematisches Vorgehen. Der Lerneffekt ist allerdings evolutionär begrenzt. Ob das ZNS in 100.000 Jahren “weiter„ ist , unterstellt den Menschen gibt es dann noch, ist fraglich. Es bräuchte entsprechende Mutationen und Selektionen oder schlicht eine deutliche funktionale Verbesserung des Gehirns, von manchen Experten als in Teilen durchaus unvollkommen angesehen, zumindest aber eine Aufhebung der oder eine andere Konditionierung. Gegen die Interessen der Machthaber. Der “Drache„ kommt ja in sehr unterschiedlichen Erscheinungen mit unterschiedlichen Erzählungen vor. Gerne auch als Frau. Auf konkrete Namen wird natürlich verzichtet. Wobei die Anfälligkeiten des Westmichels sich von denen anderer durchaus unterscheiden. Aus bekannten Gründen. Nicht zwingend zum Besseren.
Schon schwach der Artikel. Der Drache sitzt im kollektiven Gedächtnis der Menschheit, auch wenn sie vor 66 Mio. Jahren ausstarben. Drachen sind, also wenn, nur noch auf eine spirituellen Ebene gegenwärtig. Aber da den Anhängern des antik-marxistischen Hirtenkults, wie Herrn Peterson, spirituelle Wahrnehmung verboten ist, können diese auch keine Drachen „sehen“. Der heutige Mensch ist nur noch in der Lage, den „Atem des Drachen“ als Morgennebel über einer Wiese zu sehen.