Gottes Rolle im Sündenfall ist bis heute nicht durchschaubar – man kann nur spekulieren.
Es gibt eine Menge Fragen, über die die Menschen schon seit langer Zeit rätseln. Zum Beispiel der Charakter Gottes in der Geschichte von Adam und Eva. Er spielt darin eine eher schwierige Rolle. Man fragt sich, warum sich die Frucht überhaupt im Garten befindet, wenn man sie nicht essen darf. Außerdem hat er dem Menschen, den er selbst erschaffen hat dies verboten, obwohl er wusste, dass er es trotzdem tun würden.
Gott sagt den Menschen mit ihrer unstillbaren Neugier, dass das alles schön und gut ist, es aber etwas gibt, was sie sich niemals ansehen sollten. Dann verlässt er die Szene und alle versuchen sofort herauszufinden, was dieses Ding ist, weil wir neugierige Geschöpfe sind. Man muss sich fragen, was genau Gott hier vorhatte. Es gibt gnostische Spekulationen, dass der ursprüngliche Gott nicht wirklich ein sehr guter Gott war, er war eine Art unbewusster, böser Gott, der wollte, dass seine Schöpfung unbewusst ist. Deshalb verbot er ihnen, Bewusstsein zu entwickeln. Ein anderer höherer Gott – vielleicht in Form der Schlange – verführte die Menschen zum Bewusstsein.
Diese Idee wurde schon sehr früh aus dem klassischen Christentum gestrichen, obwohl dies ein interessanter Aspekt ist. Es gibt Überbleibsel davon in verschiedenen Formen, die in der Geschichte weiterhin erhalten geblieben sind. Zum Beispiel die Idee, dass der Sündenfall eine schreckliche Tragödie war, aber auf der anderen Seite die Voraussetzung für das größte Ereignis in der Geschichte war, nämlich die Geburt Christi und die Erlösung der Menschheit.
Dieser Text stammt aus einem Video von Jordan B. Peterson.
Jordan B. Peterson (* 12. Juni 1962) ist ein kanadischer klinischer Psychologe, Sachbuchautor und emeritierter Professor. In seinen Vorlesungen und Vorträgen vertritt er konservative Positionen und kritisiert insbesondere den Einfluss der Political correctness und die Genderpolitik. Sein 2018 erschienes Buch „12 Rules for Life“ war internationaler Bestseller.
Beitragsbild: Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America - Jordan Peterson, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Wenn wir ausnahmsweise davon ausgehen, dass Gott, in welcher Variante auch immer, bekanntlich gab es auch mal viele und Jahwe hat sich nicht nur entweibt ( oder wurde entweibt), sondern eine Art Karriere ( unter „Verlust“ seiner Mitgoetter) gemacht, duerfen wir vermuten, dass hier bei den von Menschen? geschaffenen, deshalb durchaus menschlichen Geschichten auch zutiefst Menschliches enthalten ist. Vermutlich auch so etwas wie Projektionen. Und natuerlich gilt es, jeden Gott aus den sehr speziellen kulturellen und geographischen Gegebenheiten seiner Zeit, den Umstaenden, zu verstehen. Zum Beispiel der Sicht der Herren auf die Damen. Man muss nicht, kann aber zum Verständnis des allzu Menschlichem, des allzu Maennlichen, dieser Zeit auf den Koran, vor allem aber die Begleittexte mit den Ratschlägen des Propheten M. rekurrieren, um zu erkennen, dass Allah hier fuer durchaus interessanten Bedürfnisse der Herren herhalten muss. Jedenfalls haben die Damen seinerzeit in manchen Wuestengegenden nicht allzu gut abgeschnitten. Wenn man(n) sich dabei auf den passenden Gott berufen kann, wird es mit Widerspruch oder Kritik schwierig, u. U. sogar lebensgefährlich. Womit wir „ etwas“ regressiv in 2024 angekommen wären. Die Wueste lebt tatsaechlich, selbst in Mittel – und Westeuropa.
Ich möchte dringend dazu raten, Peterson im angefügten Video anzuhören – sein Text ist soviel differenzierter und umfassender , als die obige (vereinfachte) deutsche Übersetzung.
„Man fragt sich, warum sich die Frucht überhaupt im Garten befindet, wenn man sie nicht essen darf.“ Dahinter verbirgt sich die Frage: Warum erlaubt ein guter Schöpfer jene Freiheit, das Böse zu tun dessen Quintessenz es letztlich immer ist, ihn zu negieren, um Ihm gleich zu werden, (ganz so, wie es sich im Griff nach der Frucht) manifestiert. R‚ Akiva Tatz, in seinem Werk „Will, Freedom and Destiny“ kommt, wenn ichs richtig in Erinnerung habe, in diesem Buch zur schlüssigen,wohlbegründeten Erkenntnis, dass wir im Grunde nur den Freien Willen dazu haben ihn, zu Seinen Ehren aufzugeben.
Der Sündenfall ist der erste Schritt in der Emanzipation des Menschen. Bis dahin war der Mensch an Blut und Boden (das „Paradies“) gebunden und hatte kein Bewusstsein seiner selbst. Es war nicht ein anderer höherer Gott, der den Menschen zum Bewusstsein verführte, sondern der Mensch befreite sich selbst. Einmal zum Bewusstsein gelangt, gab es kein Zurück mehr ins Paradies. Die Bibel schildert das eindrücklich. Der Mensch bedauerte das aber nicht, sondern ging den Weg der Selbsterkennung und Selbstbestimmung weiter, der aber auch mit Rückschlägen gepflastert war. Je mehr Zugeständnisse der Mensch im Prozess der Menschwerdung Gott abrang, desto mehr verwandelte sich dieser sozusagen von einem absoluten in einen konstitutionellen Monarchen.
Das ist einfach ein logischer Betriebsunfall der Autoren der Bibel. Die wollten unbedingt eine schuldfähige Wende der Eigenschaften der Menschen herbeischreiben und haben die Konsequenzen ohne Alternative nicht bedacht. Eine Erlösung durch die unbewiesene Geburt eines überbewerteten grünen Wanderpredigers als Vereinsgründer kann niemals funktionieren, weil es ohne Bewußtsein keine Menschen gäbe und auch nie gegeben hat. Die Schlange hieß vermutlich Nancy und verhieß dem politisch korrekten Paar ein Fachkräfteasyl in einem paradiesischen Klima der gendergerechten Gleichmacherei. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sitzen sie immer noch unter dem Baum, halten sich für göttergleich, können sich jedoch nicht für eine Wahl entscheiden.
Etwas Gegenrede: (1) Laut Genesis 3 war das Problem nicht eine „neugierige Befassung“ mit der Frucht, sondern deren Verzehr, die dem Menschen verboten, da schädlich war. Auslöser war die Eva und Adam betörende Versuchung durch die Schlange, durch Verdrehungen und implizit Verleumdung Gottes. Die Sünde bestand also darin, statt Gott dem „Diabolos“ zu vertrauen. (2) Der biblische Gott ist für Juden und Christen das personifizierte ultimative Gute und Gerechte, der „Erfinder“ dessen, was wir als Gerechtigkeit und Liebe bezeichnen, und damit das Gegenteil des Bösen. Auch wenn man mit Gottes Handeln ringen mag – eine Kombination aus ultimativ gut und ultimativ böse, also der Verkehrung des Guten ins Gegenteil, ist schon rein logisch nicht möglich, da sonst das Gute nicht das Gute wäre. (3) Wäre Gott – wie in den antiken Götter-Mythologien – nur ein kompromittierter Übermensch mit guten und bösen Anteilen und ein paar Zauberkräften, gäbe es eine Instanz im Universum, die an Gutheit und Gerechtigkeit über Gott stehen würde. Auch wenn sich der postmoderne Mensch oft dafür hält, ist eine solche übergöttliche Instanz weder bekannt noch definiert. (4) Wie Gott reagiert hätte, wenn Adam und Eva ihm Fragen zum Verbot gestellt und mit ihm diskutiert hätten, wäre interessant, ist jedoch nur aus dem Kontext des Redens und Handelns Gottes in der gesamten Bibel ableitbar. (5) Dass die Weltgeschichte langweilig und ohne die Entdeckungen der Neuzeit abgelaufen wäre, wenn Adam und Eva Gottes einziges Gebot eingehalten hätten, ist nicht der Fall, auch wenn einige behaupten, der Mensch musste auch mit dem Sündenfall zuerst großen Schaden anrichten, um dann zu sich selbst finden und selbstbestimmt die Welt retten zu können. Schon in Genesis 4 kommt es zum Mord. (6) Verbotene Früchte, deren Genuss für den Menschen tödlich ist, gibt es bis heute – was der Mensch im Eigeninteresse beachtet. Das Leben ohne die Übertretung schützender Gebote ist besser, als „schlauer als Gott“ sein zu wollen.
Seufzt . Denkt : „ Eigentlich wollte ich weniger rauchen , nicht mehr . – Schreibt : “ Schon immer war ich
der Meinung , daß man die Beantwortung der wirklich brennenden Fragen Hyde Park Corner überlassen sollte !„ – Denkt : “ Na ja , is‚ jetzt auch wieder ein bißchen zu … rauh . „ – Zurück zur 2ten Kurt Weill / Winnaretta Singer , Joana Mallwitz und – David Hurwitz ( der leibhaftige Anti-Adorno ) . Wie auch immer : Leben heißt auch wählen , wo man “die tödliche Waffe „ raucht . Ein , für mich , gesundheitlich
wichtiges Dilemma .