Jordan B. Peterson leidet seit rund einem halben Jahr an gesundheitlichen Problemen, die mutmaßlich mit einer neurologischen Erkrankung beziehungsweise CIRS (Chronisches Inflammatorisches Response-Syndrom) in Zusammenhang stehen, auch bekannt als Schimmel-Toxizitäts-Syndrom. Bereits im vergangenen Oktober hatten wir das Video-Statement seiner Tochter Mikhaila Peterson wiedergegeben, die damals die Hintergründe der Krankheit ihres Vater beschrieb. Sie hatte unter anderem erklärt:
„Dieser Sommer war außerordentlich schwierig. Mein Vater lag mit einer Lungenentzündung und Sepsis auf der Intensivstation. Zuvor hatte er mit einer Reihe von neurologischen Problemen zu kämpfen, die unserer Meinung nach auf CIRS (Chronisches Inflammatorisches Response-Syndrom) zurückzuführen sind, einem chronischen Entzündungssyndrom aufgrund jahrzehntelanger Schimmelpilzbelastung (…) Er leidet seit einigen Jahren unter unerklärlicher Neuropathie (Erkrankung des peripheren Nervensystems, Anm. d. Red.) und Schwäche sowie anderen Symptomen, aber sie verschlimmerten sich diesen Sommer, nachdem er den Keller seiner Eltern aufgeräumt hatte, da sein Vater, mein Großvater, verstorben war. Wir konnten den ganzen September über nicht wirklich mit meinem Vater kommunizieren.
Kurz bevor er sich von der Lungenentzündung erholt hatte, wurde bei ihm eine kritische Erkrankung namens Polyneuropathie diagnostiziert, von der wir hoffen, dass es sich (lediglich) um eine Myopathie (Muskelerkrankung, Anm. d. Red.) handelt, was schon schlimm genug wäre. Das war zusätzlich zu allem anderen herzzerreißend und brutal.“
Nachdem Peterson fast einen Monat lang auf der Intensivstation verbracht hatte, war er auf eine normale Station verlegt worden. Im vergangenen Dezember gab Mikhaila Peterson dann bekannt, dass ihr Vater aus dem Krankenhaus entlassen worden sei. Allerdings ging es ihm damals immer noch sehr schlecht und er befand sich in Behandlung verschiedener Spezialisten. Mikhaila erwähnte außerdem, dass immer noch nicht vollständig klar sei, ob Petersons Gesundheitsprobleme auf eine Immunschwäche, ein neurologisches Problem oder beides zurückzuführen sei. Sie gab an, weitere Ankündigungen erst folgen zu lassen, wenn es wirklich eine nennenswerte Veränderung gebe. Ende Januar schrieb sie dann auf Instagram, dass sich Jordan B. Peterson endlich besser fühle, man ihren kurzen Hinweis allerdings nicht als „offizielles Update“ werten solle.
In jedem Fall hat sich der mittlerweile weltberühmte kanadische Psychologe, politische Kommentator, Bestseller- und Achgut-Autor seit vergangenem August aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und bisher gibt es noch keinen Hinweis darauf, wann sich dies ändern wird. Demzufolge war Peterson seither nicht in der Lage, neue Inhalte für seine YouTube-Kanäle zu produzieren, deren Videos die Grundlage dieser Kolumne sind.
Sein Team bespielt daher seine Online-Präsenz mit Archivmaterial beziehungsweise unveröffentlichten Videos. Vieles von Petersons Veröffentlichungen ist zeitlos, für Achgut-Leser besonders interessant waren jedoch immer seine Gespräche mit namhaften Persönlichkeiten oder Solo-Statements zu tagespolitischen Themen. Naturgemäß konnte er derartige Videos im vergangenen halben Jahr nicht produzieren. Diese Kolumne lebt jedoch von genau dieser Mischung aus zeitlosen Weisheiten und hochaktueller Brisanz.
Um ihm an dieser Stelle gerecht zu werden, haben wir uns daher entschieden, „112-Peterson“ pausieren zu lassen, bis sich Jordan B. Peterson so weit erholt hat, dass er sich wieder in gewohnter Form an der aktuellen Debatte beteiligen kann. Unsere Redaktion wünscht ihm weiterhin gute Besserung und baldige Genesung. Wie werden Sie, liebe Leser, natürlich auch in Zukunft über den Gesundheitszustand unseres hochgeschätzten Autors auf dem Laufenden halten.
Im Folgenden daher der vorerst letzte Beitrag von Jordan B. Peterson:
Der Todeskampf traditioneller Medien
Wenn man Vertreter neuer Medien miteinander vergleicht, so gibt es eigentlich nichts, was wir gemeinsam haben. Egal ob Bret Weinstein (US-amerikanischer Evolutionsbiologe, Podcaster und Autor, Anm. d. Red.), Joe Rogan (US-amerikanischer Stand-Up-Comedian, der seit 2009 einen eigenen Podcast betreibt, „The Joe Rogan Experience“ hat aktuell auf YouTube über 20 Millionen Follower, Anm. d. Red.), Ben Shapiro (amerikanisch-jüdischer Publizist, Gründer und Chefredakteur des konservativen US-Online-Portals Daily Wire, Anm. d. Red.) oder andere – wir sind eine sehr vielfältige Gruppe von Leuten. Ich denke, das, was uns im Wesentlichen eint, ist unsere Herangehensweise an Diskurse. Das ist im Grunde alles. Natürlich: Wenn man uns paarweise miteinander vergleicht, fallen einem jeweils bestimmt noch andere Dinge ein. Aber im Grunde geht es um die Hingabe an Diskurse, offene Diskurse, vor allem in Gesprächen ausgetragene Diskurse. Und in gewisser Weise um einen Konversations-Diskurs ohne Agenda.
Eines der Dinge, die etwa Joe Rogan so anhaltend beliebt machen, ist, dass er einfach versucht, herauszufinden, was los ist. Und er meint das ernst, denn er präsentiert sich so wie er wirklich ist. Alle Leute aus dieser Gruppe neuer Medien sind hinter der Kamera genauso wie vor der Kamera. Es gibt keine Rollen. Sie sind einfach genau so, wie sie sind.
Und deshalb waren und sind diese Leute ikonoklastisch. Sie passten nicht gut in Organisationen, daher haben sie alle ihr eigenes Ding gestartet. Allen ist gemeinsam, dass sie schließlich ihr eigener Chef geworden sind.
Parallel dazu findet der Todeskampf der traditionellen Medien statt. Vor einer Weile habe ich dazu ein Interview mit Douglas Murray geführt und er sagte mir, man solle nicht alle alten Medien in einen Topf werfen. Es gäbe ja zum Beispiel die New York Post und auch die Leute von Fox News versuchten, ihr Bestes zu geben.
Natürlich gibt es eine gewisse etablierte Presse, die frei ist, etwa „The Free Press“ von Bari Weiss (US-amerikanische Journalistin und ehemalige Chefredakteurin von CBS NEWS, Anm. d. Red.). Aber das ist im Grunde auch ein neues Medium. Im Großen und Ganzen haben sich die linken Vertreter der traditionellen Medien selbst zum Scheitern verurteilt, weil sie parteiisch und betrügerisch waren sowie mit vorsätzlicher Blindheit geschlagen, da sie den neuen Medien überhaupt keine Beachtung schenkten.
(…)
Ein weiterer Unterschied zwischen den alten Medien und den neuen Medien besteht darin, dass die alten Medien Unternehmen sind und die Menschen, die man sieht, die Frontmänner der jeweiligen Organisation. Aber sie sind keine unabhängigen investigativen Journalisten. (…) Essentiell ist daher die Tatsache, dass (die meisten Solo-Podcaster) kein ganzes Unternehmen hinter sich haben, das aus Mitarbeitern und Werbetreibenden besteht, die alle dasselbe denken und dieselbe Botschaft vermitteln. Daher können sich die neuen Medien wirklich auf die Suche nach Informationen begeben. Entscheidend ist auch die Informationsbeschaffung (…)
Ich bin zwar ziemlich oft auf X, aber ich sammle Informationen aus vielen verschiedenen Quellen. Das ist keine leichte Aufgabe. Und daher bestehen die Informationsquellen, über die wir verfügen, nicht einmal ansatzweise nur aus einem monolithischen Traditionsmedium. Daher könnte man den Leitmedien auch wohlwollend unterstellen, dass sie nicht direkt Verbreiter von Unwahrheiten sind, sondern sich in einem Ökosystem befinden, das wie eine Monokultur ist. Alle denken dasselbe.
Dies ist ein Auszug aus einem Video von Jordan B. Peterson.
Beitragsbild: Gage Skidmore CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons
Alles Gute und gute Besserung an Herrn Peterson! BER: Ich leide an demselben Mist, trete es aber nicht offen breit. Mein Arzt schreibt mir ein Attest, dass ich deshalb hier nicht ausziehen/umziehen kann und damit ist die Sache erledigt. Nein, Intensiv macht keinen Spaß, das kenne ich leider auch. Nur, wir werden nicht jünger und das ist so im Alter. Man wird zur Ballastexistenz… JEDER, mehr oder weniger.
J.B. Peterson hat auch meine besten Wünsche für seine Genesung. Dem Achgut-Team meinen Dank dafür, ihn hier immer wieder zugänglich gemacht zu haben.
Bari Weiss ist lt. Wikipedia immer noch Chefredakteurin (Editor-in-Chief) bei CBS. Und auch ich habe nichts anderes gehört. Bitte korrigieren.
Jordan Peterson täuscht sich, alle Protagonisten, gehen von einem eher konservativen Ansatz aus. Auch wenn ich nicht immer alle Meinungen teile, so sind alle Zitierten meist sympathisch, wie eben auch Charly Kirk. Bei Kirk & Peterson ist die wesentliche Schwäche der Anhang an den primitiven orientalischen Hirtenkult, bei Shapiro die Tatsache, daß Er nicht in Israel lebt. Wünschen wir Jordan Peterson gute Besserung. Es wäre schön, wenn Er uns noch erhalten bliebe.
Alles Gute und gute Besserung an Herrn Peterson!
Ich empfehle seine originalen politischen Schlagabtausche in Englisch. Seine Worte wirken wie gewaltige Ohrfeigen.