112-Peterson: Ohne Scheitern kein Lernen

Ich glaube nicht, dass Menschen lernen können, ohne sich einzugestehen, Fehler zu machen. Im Theaterstück „The Cocktail Hour“ von T. S. Eliott gibt es folgende Szene:

Eine Frau kommt zum Psychiater und sagt: „Ich hoffe wirklich, dass mit mir etwas nicht stimmt.“ Der Psychiater ist natürlich irritiert und fragt sie, warum sie so etwas denn hoffe. Und sie antwortet sinngemäß:

„Weil ich leide, alles schief läuft und ich gerade eine furchtbare Zeit durchmache. Dafür kann es meiner Meinung nach nur zwei Erklärungen geben: Entweder hat sich die Welt von Grund auf gegen mich verschworen und ich bin auf ewig verdammt, denn was sollte ich schon gegen die Welt unternehmen können, wenn mein Leiden in der Struktur der Realität begründet läge? Die andere Möglichkeit ist, dass ich etwas falsch mache. Also hoffe ich, dass ich etwas falsch mache, denn wenn dem so ist, hoffe ich, es ändern zu können, sodass ich nicht mehr leide.“

Wenn unser Leben nicht das ist, was es sein könnte und wir leiden, scheint das für mich der ausreichende Beweis dafür zu sein, dass wir nicht genug wissen. Und wenn das nicht Beweismittel genug für die eigene Unwissenheit ist, dann weiß ich nicht, welchen anderen Beweis dafür wir akzeptieren können.

 

Dies ist ein Auszug aus einem Vortrag von Jordan B. Peterson. Hier geht's zum Auszug und hier zum gesamten Beitrag.

Foto: jordanbpeterson.com

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Matthias Kegelmann / 21.09.2022

@A. Ostrovsky, Sie “zitieren” falsch, sagen also nicht die Wahrheit. ++ [Des christlichen] Gottes Absicht ist es, den Menschen bereits auf Erden vollkommen zu machen, ihm jegliche Angst zu nehmen und diesen geistig maximal stark zu machen. ++ Sie wissen das nicht, weil Sie anstatt die Originalliteratur selber zu lesen, sich also nicht bevormunden zu lassen, lieber das lesen, was unfähige Denker “schreiben”, sagen. So fängt linke Anti-Wissenschaft auch an. Mit selber denken hat das nix mehr zu tun. Zuviele sind ohne es zu ahnen ferngesteuert und fallen auf die perfiden Lügen herein. ++ Zum Autor: Es gibt, abhängig vom Menschen, viele Arten zu lernen. Peterson hat wohl diese brutalen, feigen, charakterlosen, menschenverachtenden Umwelt-Nazis im Blick. Deren Hochmut hindert diese jedoch daran überhaupt Fehler einzugestehen. Der menschliche Stolz ist sein schlimmstes Übel. Das christliche Fachbuch erklärt das kurz und bündig, auf höchstem wissenschaftlichen Niveau, warum das so sein muss. ++ Es ist immer gut es zu wiederholen: Jean-Jacques Rousseau hat die Menschen belogen. Seine Behauptung stimmte nicht. Sehr viele Anhänger der verlogenen pol. Aufklärung sind bis heute zu feige, zu faul, sich sehr kritisch damit auseinander zu setzen. Selber denken ist halt sehr viel schwerer, als seine Vertreter “behaupten” und führt sehr oft in die Irre.

Ralf Pöhling / 21.09.2022

Wer sich Fehler nicht eingesteht, der kann im Leben niemals etwas lernen und sich und seine ihn umgebende Gesellschaft niemals zum Besten hin optimieren. Im Gegenteil: Eine Gesellschaft, die sich Fehler nicht eingesteht, geht zugrunde. Theorie ist immer nur Theorie und diese hat nun mal Lücken. Erst die Praxis wirft den Menschen ins kalte Wasser, in dem er die Theorie mit der Praxis abgleichen und die Theorie so entweder über den Haufen werfen oder sie bestätigen oder sogar optimieren kann. Die Wissenschaft hat das begriffen. Stichwort: Forschung & Entwicklung. Falsch zu liegen ist in unserer Gesellschaft leider mit einem Makel behaftet. Dabei ist nichts Schlimmes daran, falsch zu liegen und sich dies einzugestehen. Nur so vermeidet man zukünftig, den selben Fehler immer und immer wieder zu machen. Wirklich schlimm ist es, falsch zu liegen und davon aus Scham nichts wissen zu wollen. Eine Gesellschaft, die derartiges Verhalten fördert oder sogar noch belohnt, mach etwas grundlegend falsch. Ich habe lange als Softwareentwickler gearbeitet. In jeder Software sind Fehler. Fehler sind dort Teil des Systems und des Entwicklungsablaufes. Während der Entwicklung macht man andauernd etwas falsch und muss es per “Debugging” korrigieren, bis die Anzahl an Fehlern so gering ist, dass sie vernachlässigbar ist. Wenn man das nicht tut, hat man am Ende keine lauffähige Software. Kein Softwareentwickler wird bestreiten, dass er Fehler macht. Aber er wird sie dann so weit wie möglich beheben. Davor sitzt aber die Erkenntnis und das Eingeständnis, etwas falsch gemacht zu haben. Und wenn man sich jetzt mal anschaut, wie massiv Software die Welt modernisiert und revolutioniert hat, muss man doch feststellen dass der Ansatz bei der Softwareentwicklung ein guter ist und auf die gesamte Gesellschaft übertragen werden sollte.

A. Ostrovsky / 21.09.2022

Das klingt recht katholisch: Gott gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Nein. Das trifft es nicht! Richtig wäre: “Aus Fehlern kann man lernen, aber nicht nur aus Fehlern”. Das ausschließliche Lernen aus Fehlern reduziert die Menschen auf die Pawlowschen Reflexe. Wir können logisch denken, können kommunizieren und können uns Objekte oder Zusammenhänge vorstellen, obwohl wir sie nicht sehen können. Da ist dieser Holzhammer viel zu radikal für unsere feinstrukturierte Optionen-Menge. Das betrifft den Menschen als abstraktes Wesen. Selbstverständlich wird es Einzelexemplare geben, die sogar aus Fehlern nicht lernen. Na und? Geht uns das etwas an? Gebt Solchen KEINE MACHT über Euch, sonst seid Ihr verloren!

Gerhard Hotz / 21.09.2022

Um zu begreifen, wie ein Lernprozess abläuft, reicht es, einem Kleinkind beim Laufenlernen zuzuschauen. Es fällt tausendmal auf den Po, weint, gibt aber nicht auf und versucht es wieder und wieder bis es endlich geschafft ist. Für Erwachsene ist es hilfreich, wenn sie sich beim Lernen manchmal ein Kind beim Laufenlernen vorstellen.

Johannes Schuster / 21.09.2022

Der Zirkelschluß ist falsch: Man kann soviel wissen, daß man weiß, daß man nichts ändern kann (Ratio des Kapitäns auf einem sinkenden Schiff). Daran kann man krank werden im vollen Wissen um die Unmöglichkeit. Wenn die Seele leidet hat das mit Wissen nichts zu tun, wenn das Bewältigen scheitert hat das mit dem Intellekt nichts zu tun. Wenn der Irrsinn eine Norm bildet ist das rationale Wissen qua Mehrheit wirkungslos. Also so leicht es sich der Autor macht: Er sollte vorsichtig sein, wann er anfängt nicht im Wissen, sondern auf seiner Person zu schwimmen. Das Scheitern vor dem Wissen ist die größte Angst des Psychologen und eine permanente Flucht vor sich selbst. Diese Kritik muß ein Psychologe aus dem Wissen ertragen können.

Volker Kleinophorst / 21.09.2022

Das ist eine Binse. Wer keine Fehler macht, kann sich nicht verbessern. Ich bin ja Fan der persönlichen Privatumfrage. Zum Thema Fehler mache ich da gerne Folgendes. “Jeder Mensch macht doch Fehler.” Da stimmt jeder zu. “Ist ja normal, menschlich…” Und dann die Killerfrage: Dann sag mir mal, wann du mal einen Fehler gemacht hast. ” Da kam bisher 4 mal (von ca. 50): “Also da fällt mir jetzt nichts ein.” Es wird den Damen nicht passen und ihr Vorurteile bzgl. meiner Person sicher bestätigen. Alle 4 waren Frauen. Meine Mutter (Da können meine Schwester und ich nicht mal drüber lachen.) und eine Ex-Partnerin mit vielen “Problemen”. Ich habe auch Männer gefragt. Lieblingsantwort: ” Wo soll ich anfangen.” Schlußfolgerung: Männer sind selbstkritischer als Frauen. PS.: Aktuell habe ich: “Was hätte die AfD schlechter machen können, als das Parteienkartell “Unsere Demokratie”. Bisher null Input. Da fällt auch Grünen nur ein, dass die Adolf zum Leben erwecken wollen. Wenn man denen dann dezidiert erklärt, dass das Programm der NSDAP mit keinem Parteiprogramm soviel Gemeinsamkeiten hat, wie mit dem der Grünen: “Urks, Öhm..” Und dann habe noch einem im Köcher: “Nicht gelesen, oder?” Nicht das eigene und das der NationalSOZIALISTEN selbstredend schon gar nicht. Erstaunlich oder vielleicht auch nicht. Dumm ist ja das neue Schlau. Auffällig! Von ehemaligen Grünenanhängern höre ich jetzt häufiger: “Die. Nie wieder.” War vor einem Jahr noch anders.

Pavel Sirotov / 21.09.2022

Warum muss eine ganze Volkswirtschaft für das Scheitern einiger Kretins geradestehen .Schickt die Verantwortlichen an die Front. Da können sie sich austoben und Putin eine Stirn bieten. Wohlan und diesmal kein Shampanskoye auf dem Balkon.

Helmut König / 21.09.2022

Meine Oma mütterlicherseits, Auguste Wohlfahrth, 1876 in Wasserleben an der Ilse als drittes Kind eines Dachdeckergesellen geboren, pflegte in solchen Fällen zu sagfen “aus Schaden wird man klug” - ehrlich mal

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