112-Peterson: Lieber ideologisch als eigenverantwortlich?

In meinen Videos versuche ich – und wahrscheinlich ist das der Grund für ihren Erfolg – für die Wahrnehmung der persönlichen Verantwortung als Alternative zu politischer Ideologie zu kämpfen. Es geht darum, sich zusammenzureißen, eine Vision zu haben, sein Leben in Ordnung zu bringen und zu sagen, was man denkt. Wir sollten uns von ideologischen Idiotien und groben Vereinfachungen fernhalten. Denn im Grunde glaube ich, dass das gutentwickelte Individuum das Gegenmittel zur Tyrannei der Gesellschaft und Biologie ist. Dies ist etwas Bemerkenswertes, das von der westlichen Zivilisation verwirklicht wurde. Ich glaube, das ist eine große Entdeckung des Westens. Das heißt nicht, dass in anderen Kulturen diese Vorstellung nicht auch aufgekeimt wäre, aber kultiviert wurde sie im Westen und ich finde das sehr wichtig.

Gerade verlassen wir diesen Pfad göttlicher Individualität und kehren zu ideologischer Identifikation über Rasse oder Geschlecht zurück. Wir werden einander zerfleischen. Und ich glaube, ein Grund, warum wir dazu bereit sind, ist, dass viele Menschen die Verantwortung, sich selbst als Individuen zu entwickeln, nicht tragen wollen. Also schieben sie die Verantwortung ab, selbst wenn das bedeutet, dass wir aus dem Häuschen sind, weil alles in Flammen steht. Dies kommt zu der Gefahr, in der wir uns gerade befinden, noch hinzu.

Dies ist ein Auszug aus der Sendung „Joe Rogan Experience #1006". Hier geht's zum Auszug und hier zur gesamten Sendung. 

Foto: jordanbpeterson.com

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Werner Arning / 12.06.2019

Identifikationen gibt es in vielerlei Art und Weise. Jedesmal gebe ich ein Teil meines Individuums dabei preis. Ich identifiziere mich mit einer politischen Idee, einer Einstellung, einer Fußballmannschaft. Es gibt relativ ungefährliche Arten der Identifikation und gefährliche. Begegne ich etwa einem Menschen gegenüber hasserfüllt, weil er eine andere politische Einstellung hat, als die politische Partei, mit der ich mich identifiziere, dann handelt es sich um eine gefährliche Identifikation. Ich gebe mein Selbst zugunsten des Gruppengedankens, der Idee, auf. Ich delegiere mein Denken an eine übergeordnete, anonyme Gruppe. Ich kann mich etwa mit einer Mehrheit, die aufgrund einer Meinungsumfrage als solche „identifiziert“ wurde, „identifizieren“. Dann delegiere ich das Denken an eine Mehrheit. Es ist anstrengend selber zu denken. Das eigene Denken kann isolieren, kann mit Angst verbunden sein. Es kann als für gefährlich angesehen werden. Deshalb fühlen sich viele Menschen in der Masse wohler. Die Masse suggeriert Geborgenheit. Sie suggeriert, auf der richtigen Seite zu stehen. Die Medien machen sich diese Gewissheit zunutze. Sie geben sich als „Mehrheit“ aus. Als die, die wissen wie und was der normale Mensch zu denken und zu glauben hat. Die Medien spielen bei der „Entindividualisierung“ des Menschen eine wichtige Rolle. Ein Individuum ist schwerer zu manipulieren, schwerer zu regieren. Das eigene Denken ist deshalb auch in „Demokratien“ häufig nicht erwünscht. Es wird als nicht hilfreich angesehen. Vorgeblich ist es das Ziel der Kindererziehung, das eigene Denken zu fördern. In Wirklichkeit wird es häufig verhindert. Es entsteht ein Konformitätsdruck der richtigen Meinung. Dieser Druck unterbindet das freie Nachdenken. Denn dieses haben ja schon „kluge“ Leute, die „wissen“ wovon sie reden, für das Kind zuvor unternommen. Es muss nur nachsprechen. Gerade heute ist dieser Zustand höchst aktuell. Das „Richtige“ steht schon fest. Wer dieses anzweifelt, liegt falsch.

Volker Kleinophorst / 12.06.2019

@Frank Holdergrün Klimawahn ist auch Rassenwahn. Denn nur der CO2 Abdruck des weißen Mannes ist einzuschränken. Die Überbevölkerung bestimmter Weltgegenden ja auch “Migration” verläuft grundsätzlich so klimaneutral wie die Reisetätigkeit von FFF-Protagonistin Luisa Neubauer und anderen Klimaschützern. Die ganzen Klima-Kids könnten etwas ganz einfaches machen, um den CO2 Ausstoß zu senken. Alle kein smartphone mehr (auch die Stromersparnis wäre enorm), kein Fast-Food, kein Starbucks, keine billigen Klamotten vom Discounter und natürlich auch keine Parties, Discos, Volksfeste und unbedingt auch keine “Rock am Sowieso”-Festivals, die ja auch noch jede Menge Müll produzieren. Wenn ihr das macht, liebe Klimaretter, könnte ich euch immer noch nicht ernst nehmen, aber es wäre wenigstens konsequent.

Karla Kuhn / 12.06.2019

Sehr guter Artikel aber “WIR”  ( viele) wollen anscheinend gar keine Freiheit, sondern “betreutes Denken” , denn sonst würden sie weder einer Frau Merkel, samt ihrem Anhang und gleich gar nicht einer Greta “Expertin” und diesen grün-linken Ideologien hinterher rennen. Diese kommunistische Ideologie bedeutet DIKTATUR, ERGO UNFREIHEIT !!  Allerdings läßt mich hoffen, daß die OSTBLOCKLÄNDER; einschließlich der ehemaligen DDR, die KNUTE der DIKTATUR noch nicht verwunden haben und auch nicht so schnell vergessen. DARUM haben sich viele Länder vehement gewehrt, die von Frau Merkel eingebrockte Suppe mit auszulöffeln.  VOR allem die jungen Menschen in diesen LÄNDERN wollen ihr Leben selber in die Hand nehmen und keine KOMMUNISTISCHEN Aufpasser mehr dulden. DAS ist SEHR gut so und macht Hoffnung !!

Rainer Hanisch / 12.06.2019

“Wir sollten uns von ideologischen Idiotien und groben Vereinfachungen fernhalten.” Ja, das ist eben das Verhängnis! Den meisten in D geht es viel zu gut, als dass sie sich Gedanken um IHR Leben machen. Sie lassen das andere tun, empören sich bestenfalls mal kurz, wenn es nicht so läuft, wie erwartet und verfallen sodann wieder in ihre Wohlstandslethargie. Unter “Freiheit” versteht man hierzulande: “Ich kann tun und lassen, was ich will, was kümmern mich andere. Aber die anderen sollen gefälligst Rücksicht auf mich nehmen.” Freiheit zu leben, ist wahrlich nicht einfach; mitunter auch mit Zwängen verbunden. Sonst funktioniert eine “zivilisierte” Gesellschaft eben nicht. Und bei geringem Bildungsniveau die Idiotie diverser Ideologien zu erkennen, ist sehr schwer; manchem gelingt es nicht. Und wird zum Mitläufer, ohne begriffen zu haben, worum es eigentlich geht.

Wolfgang Kaufmann / 12.06.2019

Wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich lese, was „alle“ glauben? Vom Ablasshandel mit dem korrekten Narrativ lebte nicht nur Relotius.

Joerg Haerter / 12.06.2019

Volle Zustimmung! Es geht nicht ohne Verantwortung zu übernehmen, es geht nicht ohne eigene Meinung, und ja, man wird anecken, Freunde verlieren, aber persönlich reifen und wachsen und den Rattenfängern nicht mehr auf den Leim gehen. Im Moment beobachten wir in diesem Land das genaue Gegenteil: Keine Verantwortung für das Land übernehmen, Ideologien hinterherlaufen und die eigene Meinung zugunsten der korrekten Meinung unterdrücken, das kann nicht gut gehen!

Frank Holdergrün / 12.06.2019

Hitlers Ideologie folgte die Vernunft und Versöhnung von Adenauer, statt Rassenwahn leben wir heute Klimawahn, abseits der Vernunft und Versöhnung mit Europa. So dämmert Deutschland dem Rückbau durch den Islam entgegen und der Vereinfachung auf 2 Sachen: Gläubige und Ungläubige. Hitler machte für seinen Untergang das fade Christentum verantwortlich, mit den Kämpfern aus dem Morgenland hätte er den Krieg gewonnen, so sein Glaube. Nun, was nicht war, es kann noch werden.

Dr. Gerhard Giesemann / 12.06.2019

Freiheit ist schon schwer, individuelle Freiheit noch viel mehr.

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