112-Peterson: Lieber ideologisch als eigenverantwortlich?

In meinen Videos versuche ich – und wahrscheinlich ist das der Grund für ihren Erfolg – für die Wahrnehmung der persönlichen Verantwortung als Alternative zu politischer Ideologie zu kämpfen. Es geht darum, sich zusammenzureißen, eine Vision zu haben, sein Leben in Ordnung zu bringen und zu sagen, was man denkt. Wir sollten uns von ideologischen Idiotien und groben Vereinfachungen fernhalten. Denn im Grunde glaube ich, dass das gutentwickelte Individuum das Gegenmittel zur Tyrannei der Gesellschaft und Biologie ist. Dies ist etwas Bemerkenswertes, das von der westlichen Zivilisation verwirklicht wurde. Ich glaube, das ist eine große Entdeckung des Westens. Das heißt nicht, dass in anderen Kulturen diese Vorstellung nicht auch aufgekeimt wäre, aber kultiviert wurde sie im Westen und ich finde das sehr wichtig.

Gerade verlassen wir diesen Pfad göttlicher Individualität und kehren zu ideologischer Identifikation über Rasse oder Geschlecht zurück. Wir werden einander zerfleischen. Und ich glaube, ein Grund, warum wir dazu bereit sind, ist, dass viele Menschen die Verantwortung, sich selbst als Individuen zu entwickeln, nicht tragen wollen. Also schieben sie die Verantwortung ab, selbst wenn das bedeutet, dass wir aus dem Häuschen sind, weil alles in Flammen steht. Dies kommt zu der Gefahr, in der wir uns gerade befinden, noch hinzu.

Dies ist ein Auszug aus der Sendung „Joe Rogan Experience #1006". Hier geht's zum Auszug und hier zur gesamten Sendung. 

Foto: jordanbpeterson.com

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peter luetgendorf / 12.06.2019

Natürlich alles richtig von Peterson. Aber es ist schon deprimierend wenn ein Freund aus den 70igern, mit dem man studiert, den ausgefallenen Musikgeschmack geteilt hat, Dir den Telephonhörer aufschmeißt? Gruß

Stefanie Waldeck / 12.06.2019

Prof. Peterson sollten Sie sich einmal genauer auf YouTube anschauen, besonders die sehr guten Interviews und seine Vorlesungsreihe"Maps of Mind” an der Universität Toronto.  Der Mann ist ein tiefgründiger Denker und kompromissloser Verteidiger der Freiheit.

Kevin Szabó / 12.06.2019

Die Entwicklung des Individuum ist relative der Fähigkeiten die die Normalverteilung hat, also Phänomen der Unfähigkeit und Orientierungsversuch durch eine Ideologie - Mittellosigkeit, also nicht selbst verschuldet. Auch ist eine Ideologie eine Versuch der Universalisierung der Realität, also vergleichbar mit dem Erstellen einer Gleichung. Die hier dargestellte Gefahr des Konflikts ist nur die Realisierung der Freiheit eines Individuums, eine Kontrolle dessen durch Angst oder höherer Moral ist political correctness. Ich finde Jordan B. Peterson vereinfacht stark und wählt die Anti-ideologie als Ideologie und glaubt gegen Ideologie zu sein. Das einzige was er tut ist das Bewusstsein freiwillig aufgeben um Sicherheit zu schaffen - Abschaffung der Freiheit. Das einzige was es gibt ist der gute Wille oder Absicht eines Individuums, welche für die Mehrheit erfüllt ist, und die Umgebungskatalysatoren die keine Erosion dieses guten Willens hervorbringt. Es handelt sich ganz einfach um Bevorteilte, Benachteiligte und die temporale Unausweichlichkeit in einer Welt der limitierten Ressourcen, und die Erschliessung dieser, Partizipation so zu verwalten, dass sie nicht in Überflüssigkeit von Menschen endet. Diese Überflüssigkeit wird sich zeigen, wenn alle niederen Arbeiten verschwinden sein werden und kognitive Leistungen die einzigen sind jene gebraucht werden um wirklichen Anteil und Zukunftsgestalltung zu betreiben. Wer wirklich ein kommunistische “Paradies” möchte und den Begriff der Wertigkeit eines Lebens der Egalität übereignet, reduziert den Menschen in alle Zeit auf seinen Istzustand und verneint Evolution, Unbekanntes und und die natürliche Eigenart der Freiheit, nämlich Gefahr. Alle anderen Interpretationen der Freiheit ohne Gefahr sind Versklavung und Heuchlertum in Bevormundung. Aber wer wären wir wirklich das Individuum zu befähigen seine eignenen Entscheidungen zu treffen. Der Rassegedanke ist ein partieller Ausdruck der Individualität.

Werner Arning / 12.06.2019

Nachtrag : Peterson spricht von „dem göttlichen Pfad“ der Individualität, den wir dabei seien, zu verlassen. Ich halte die Frage der Individualität für einen fundamentalen Bestandteil etwa der christlichen Lehre. Die „Befreiung“, die „Frohe Botschaft“ besteht auch darin, angstfrei zu einem Individuum werden zu können. Durch die Nähe zu Gott wird das „Aufgeben“ der Entwicklung einer Individualität zugunsten der Masse, zugunsten der Identifikation mit einer Gruppe, unnötig. Denn die Gemeinschaft mit Gott ist stärker und machtvoller als es eine „menschengemachte“ Gruppe sein kann. Durch die Gemeinschaft mit Gott wird der Mensch als Individuum frei, frei von dem „Zwang“ in einer Gruppe „aufgehen“ zu müssen. Er wird zum Individuum. Er kann es „wagen“ frei zu denken, frei zu handeln, er erfährt hierbei die Unterstützung Gottes. Diese ist mächtiger als alles Andere. Die Kirche hat diese Frohe Botschaft, meiner Ansicht nach, teilweise in ihr Gegenteil verkehrt. Die Identifikation mit der Kirche verdrängte das Individuum, das persönliche Gotteserlebnis. Diese Identifikation erübrigte das freie Denken, die freie Entscheidung, den persönlichen Kontakt zu Gott. Der Weg zu Gott kann jedoch nur über die freie Entscheidung eingeschlagen werden. Ohne freies Denken, keine freie Entscheidung, der Weg zu Gott ist versperrt. Eine Kirche, die Denktabus setzt, steht dem Menschen möglicherweise bei seiner Suche nach Gott im Weg, oder macht sie gar unmöglich. Der Zugang zu Gott ist ein höchst individueller Akt, zu dem beispielsweise auch der Zweifel an der Existenz Gottes (vielleicht) zwingend gehört. Das Denken und Fühlen kann hierbei nicht delegiert werden an einen Vertreter, oder von diesem vorgeschrieben werden, oder von diesem vertretungsweise ausgeführt werden. Nur wenn eine Kirche dieses berücksichtigt und demütig vorgeht, kann sie möglicherweise einen nach Gott suchenden unterstützen. Mir persönlich fehlen jedoch in Bezug auf Kirche die positiven Erfahrungswerte.

Gabriele Klein / 12.06.2019

Danke für den tollen Artikel, und auch den Kommentar von Herrn Dr. Giesemann der ihn noch kürzer auf den Punkt bringt…. Eins fehlt noch: Wenn da nur nicht das nudging und framing wohldurchdachter AGITPROP wäre und das “Mana” das vom Fernsehhimmel der ÖR fällt. Es übertrifft das der Bibel dadurch, dass es nicht mehr befristet ist. ....Wie auf die, von der Kanzel der ÖR verkündete Wahrheit, dürfen wir auf dieses “Mana” nun in Ewigkeit vertrauen. Dies dank der deutscher Jurispudenz der es erstmals in der Geschichte der Menschheit gelang ein Perpeduummana zu schaffen das sich im Gegensatz zu jenem der Bibel nicht durch die Hilfe von Oben sondern ganz aus sich selbst heraus erneuert durch die eigene sich selbst für immer und ewig finanzierende “Wahrheit” . Einer Wahrheit,  der sich, so hat haben es die roten Roben verfügt, keiner mehr entzieht, denn sonst wäre es ja nicht die Wahrheit, die es nun mal ist.  Das ist schlichtweg genial und nicht nur patent- sondern auch nobelpreisverdächtig….......

Werner Arning / 12.06.2019

Identifikationen gibt es in vielerlei Art und Weise. Jedesmal gebe ich ein Teil meines Individuums dabei preis. Ich identifiziere mich mit einer politischen Idee, einer Einstellung, einer Fußballmannschaft. Es gibt relativ ungefährliche Arten der Identifikation und gefährliche. Begegne ich etwa einem Menschen gegenüber hasserfüllt, weil er eine andere politische Einstellung hat, als die politische Partei, mit der ich mich identifiziere, dann handelt es sich um eine gefährliche Identifikation. Ich gebe mein Selbst zugunsten des Gruppengedankens, der Idee, auf. Ich delegiere mein Denken an eine übergeordnete, anonyme Gruppe. Ich kann mich etwa mit einer Mehrheit, die aufgrund einer Meinungsumfrage als solche „identifiziert“ wurde, „identifizieren“. Dann delegiere ich das Denken an eine Mehrheit. Es ist anstrengend selber zu denken. Das eigene Denken kann isolieren, kann mit Angst verbunden sein. Es kann als für gefährlich angesehen werden. Deshalb fühlen sich viele Menschen in der Masse wohler. Die Masse suggeriert Geborgenheit. Sie suggeriert, auf der richtigen Seite zu stehen. Die Medien machen sich diese Gewissheit zunutze. Sie geben sich als „Mehrheit“ aus. Als die, die wissen wie und was der normale Mensch zu denken und zu glauben hat. Die Medien spielen bei der „Entindividualisierung“ des Menschen eine wichtige Rolle. Ein Individuum ist schwerer zu manipulieren, schwerer zu regieren. Das eigene Denken ist deshalb auch in „Demokratien“ häufig nicht erwünscht. Es wird als nicht hilfreich angesehen. Vorgeblich ist es das Ziel der Kindererziehung, das eigene Denken zu fördern. In Wirklichkeit wird es häufig verhindert. Es entsteht ein Konformitätsdruck der richtigen Meinung. Dieser Druck unterbindet das freie Nachdenken. Denn dieses haben ja schon „kluge“ Leute, die „wissen“ wovon sie reden, für das Kind zuvor unternommen. Es muss nur nachsprechen. Gerade heute ist dieser Zustand höchst aktuell. Das „Richtige“ steht schon fest. Wer dieses anzweifelt, liegt falsch.

Volker Kleinophorst / 12.06.2019

@Frank Holdergrün Klimawahn ist auch Rassenwahn. Denn nur der CO2 Abdruck des weißen Mannes ist einzuschränken. Die Überbevölkerung bestimmter Weltgegenden ja auch “Migration” verläuft grundsätzlich so klimaneutral wie die Reisetätigkeit von FFF-Protagonistin Luisa Neubauer und anderen Klimaschützern. Die ganzen Klima-Kids könnten etwas ganz einfaches machen, um den CO2 Ausstoß zu senken. Alle kein smartphone mehr (auch die Stromersparnis wäre enorm), kein Fast-Food, kein Starbucks, keine billigen Klamotten vom Discounter und natürlich auch keine Parties, Discos, Volksfeste und unbedingt auch keine “Rock am Sowieso”-Festivals, die ja auch noch jede Menge Müll produzieren. Wenn ihr das macht, liebe Klimaretter, könnte ich euch immer noch nicht ernst nehmen, aber es wäre wenigstens konsequent.

Karla Kuhn / 12.06.2019

Sehr guter Artikel aber “WIR”  ( viele) wollen anscheinend gar keine Freiheit, sondern “betreutes Denken” , denn sonst würden sie weder einer Frau Merkel, samt ihrem Anhang und gleich gar nicht einer Greta “Expertin” und diesen grün-linken Ideologien hinterher rennen. Diese kommunistische Ideologie bedeutet DIKTATUR, ERGO UNFREIHEIT !!  Allerdings läßt mich hoffen, daß die OSTBLOCKLÄNDER; einschließlich der ehemaligen DDR, die KNUTE der DIKTATUR noch nicht verwunden haben und auch nicht so schnell vergessen. DARUM haben sich viele Länder vehement gewehrt, die von Frau Merkel eingebrockte Suppe mit auszulöffeln.  VOR allem die jungen Menschen in diesen LÄNDERN wollen ihr Leben selber in die Hand nehmen und keine KOMMUNISTISCHEN Aufpasser mehr dulden. DAS ist SEHR gut so und macht Hoffnung !!

Rainer Hanisch / 12.06.2019

“Wir sollten uns von ideologischen Idiotien und groben Vereinfachungen fernhalten.” Ja, das ist eben das Verhängnis! Den meisten in D geht es viel zu gut, als dass sie sich Gedanken um IHR Leben machen. Sie lassen das andere tun, empören sich bestenfalls mal kurz, wenn es nicht so läuft, wie erwartet und verfallen sodann wieder in ihre Wohlstandslethargie. Unter “Freiheit” versteht man hierzulande: “Ich kann tun und lassen, was ich will, was kümmern mich andere. Aber die anderen sollen gefälligst Rücksicht auf mich nehmen.” Freiheit zu leben, ist wahrlich nicht einfach; mitunter auch mit Zwängen verbunden. Sonst funktioniert eine “zivilisierte” Gesellschaft eben nicht. Und bei geringem Bildungsniveau die Idiotie diverser Ideologien zu erkennen, ist sehr schwer; manchem gelingt es nicht. Und wird zum Mitläufer, ohne begriffen zu haben, worum es eigentlich geht.

Wolfgang Kaufmann / 12.06.2019

Wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich lese, was „alle“ glauben? Vom Ablasshandel mit dem korrekten Narrativ lebte nicht nur Relotius.

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