Unterm Strich verdienen Menschen um so mehr, je höher ihr IQ und ihr Hang zum Fleiß ist. Beide Komponenten sind größtenteils genetisch bedingt. Doch andere Erfolgsfaktoren lassen sich verändern.
Warum nimmt die Einkommensungleichheit zu? Zunächst einmal liegt es in der Natur des Einkommens, ungleich zu sein. Es braucht dafür keine nähere Erklärung, denn es ist gewissermaßen ein Naturgesetz. Wenn man ein Handelsspiel bis zu seinem logischen Ende durchführt, hat am Ende eine Person das ganze Geld und alle anderen haben nichts. Dafür braucht man also keine Erklärung. Denn es liegt sozusagen in der natürlichen Ordnung der Dinge, dass es darauf hinausläuft. Es ist die logische Konsequenz eines zufälligen Handelsspiels, bei dem Null einer der Pole ist.
Viele fragen sich, was man gegen Einkommensungleichheit tun kann, eine völlig berechtigte Frage. Doch wie ich bereits gesagt habe, lautet die Antwort darauf, dass es sich um ein außerordentlich kompliziertes Problem handelt. Wir wissen nicht wirklich, wie wir es angehen sollen.
Salopp gesprochen, wurde dieses Problem bisher aus meiner Sicht nur während der Industriellen Revolution wirklich erfolgreich angegangen. Insbesondere während der Phase der Industriellen Revolution, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Entwicklungsländern stattfand. Aus verschiedenen Gründen entstand eine enorme Anzahl hochbezahlter Industriearbeitsplätze, zu denen auch Menschen Zugang hatten, die vorher noch nicht in den Genuss positiver Rückkopplungsschleifen gekommen waren.
Unschlagbar, weil hocheffizient
Aber diese Arbeitsplätze verschwinden seit geraumer Zeit sehr, sehr schnell. Eines der Probleme ist, soweit ich das beurteilen kann, dass digitale Geräte die Intelligenz und Gewissenhaftigkeit der Menschen vervielfachen. Das ist ein großes Problem, denn intelligentere und gewissenhaftere Menschen befinden sich ohnehin schon eher auf der Gewinnerseite der Pareto-Verteilung. Hinzu kommt, dass man, wenn man beispielsweise einen IQ von 150 hat, selbstverständlich weiß, wie man einen Computer benutzt und noch dazu vermutlich im Silicon Valley zu finden ist. Man ist quasi unschlagbar, weil man hocheffizient ist.
Nehmen wir an, Sie sind superfleißig. Vielleicht auch extrem energiegeladen und gesund, denn das scheint ebenfalls ein Kriterium zu sein, das für einen lebenslangen Hypererfolg entscheidend ist. Sie liegen also weit über dem Durchschnitt, was den IQ angeht. Sie sind sehr, sehr fleißig. Sie wissen, wie man Computer benutzt. Sie sind ein wahnsinnig enormer Multiplikator Ihrer eigenen Leistungsfähigkeit. Aufgrunddessen sind Sie von Ihresgleichen, also ebenfalls superklugen Leuten, umgeben. Sie haben offensichtlich viele Vorteile. Sie kommen unglaublich schnell voran. Das ist auch der Grund, warum an Orten wie dem Silicon Valley so verdammt effektiv gearbeitet wird: Menschen aus aller Welt, die diese erlesenen Qualitäten haben, werden an einem Ort zusammengebracht.
Das Indian Institute of Technology ist eine hervorragende Ingenieursschule und sozusagen die indische Antwort auf das Massachusetts Institut of Technology. Aber eine große Anzahl der Absolventen aus Indien geht danach ins Silicon Valley und arbeitet dort, meist als Unternehmer. Denn es stellte sich heraus, dass diese Absolventen sehr gut darin sind, Unternehmer zu sein. Sie schicken wie verrückt Geld zurück nach Indien, was wiederum die indische Wirtschaft antreibt.
Das wäre nur ein weiteres Beispiel dafür, dass, weil das Silicon Valley bereits voller brillanter Unternehmer ist, noch mehr brillante und unternehmerische Menschen aus aller Welt wie verrückt dorthin strömen. Wir haben es hier mit einem dieser Kreisläufe zu tun, die sich spiralförmig nach oben entwickeln. Es ist sehr, sehr schwierig, außerhalb solcher Kreisläufe diese Dynamik zu entwickeln. Wenn ein solcher Effekt einmal in Gang gekommen ist, ist er ein unglaublich starker Wirtschaftsmotor.
Bewegung gegen IQ-Verfall
Was sind nun die Vorhersagefaktoren für persönlichen Erfolg im Leben, die uns bislang bekannt sind? Da wäre zunächst der IQ. Und da hätten wie bereits den Salat: Soweit ich weiß, gibt es keine Hinweise dafür, dass man etwas an seinem IQ ändern kann. (…)
Heutzutage gibt es viele Unternehmen, die behaupten, dass ihre Online-Gehirntrainingsübungen zu kognitiven Verbesserungen führen können. Ich habe die entspreche Fachliteratur in den letzten 15 Jahren etwa sechsmal durchgesehen, weil ich immer noch hoffe, dass jemand das Problem lösen wird, aber es bleibt immer dieselbe Feststellung: Wenn man Gehirntrainingsspiele spielt, wird man immer besser in diesem einen Spiel. Man wird etwas besser in ähnlichen Spielen, aber anders funktionierende Spiele, die kognitiv ebenfalls sehr anspruchsvoll sind, kann man mit diesem Training in keinster Weise besser lösen.
Die Frage, wie man den IQ steigern kann, ist also ein Knackpunkt, denn niemand weiß, wie man das macht. Ich kann Ihnen sagen, wie Sie verhindern können, dass Ihr IQ mit zunehmendem Alter abnimmt. Das ist ebenfalls ein großes Thema, weil es der natürliche Verlauf des Lebens ist – der fluide IQ nimmt ab dem 20. Lebensjahr ziemlich schnell ab. Körperliche Gesundheit ist die beste Vorbeugung, also kommt es auf ausreichend körperliche Bewegung an.
Auch hier fragt man sich zunächst, warum das so ist. Nun, unser Gehirn verbraucht unglaublich viel Sauerstoff und muss sauber und gut mit Sauerstoff versorgt bleiben. Körperliche Betätigung, sowohl in Form von Krafttraining als auch Ausdauersport, scheint sehr, sehr wirksam zu sein, um kognitiven Verfall im Laufe des Lebens zu verhindern. Diese Information sollte man nicht unterschätzen, denn Bewegung ist das einzige, von dem wir wissen, dass es gegen den IQ-Verfall wirkt.
Was ist Ihre Motivations-Quelle?
Nach dem IQ ist der nächstbeste Prädiktor für lebenslangen Erfolg die Gewissenhaftigkeit. Von den beiden Teilaspekten der Gewissenhaftigkeit, nämlich Ordnungsliebe und Fleiß, ist Fleiß der bessere Prädiktor. Die Frage ist also: Was können Sie hinsichtlich Ihres Fleißes verbessern? Die Antwort darauf ist ebenfalls schwierig, da es auch hier eine starke genetische Komponente gibt.
Sie können jedoch an Mikro-Gewohnheiten in Bezug auf Ihre Gewissenhaftigkeit arbeiten. Ich denke, die beste Mikro-Gewohnheit, die Sie verändern können, ist, dass Sie sich selbst einige Ziele setzen. Ziele, die Ihnen wirklich wichtig sind. Dieser Aspekt spielt beispielsweise auch in dem von mir entwickelten Persönlichkeitsentwicklungs-Programm Future Authoring Program eine Rolle.
Das Programm hilft Ihnen zunächst dabei, eine Situationsanalyse Ihres Lebens durchzuführen, die weiter reicht als eine psychologische Analyse. Als nächstes geht es um ihre Motivationsfähigkeit, die Sie für alles Fordernde im Leben brauchen. Welche potenziellen Motivationsquellen leiten sich nun daraus ab? Hier könnte man sich am „Big Five“-Persönlichkeitsmodell orientieren. (Anm. d. Red.: Nach diesem Modell werden fünf unterschiedliche Dimensionen der Persönlichkeit mittels Fragebogen untersucht, sodass sich für jeden Menschen ein bestimmter Wert für die Skalen Offenheit für Neues/Kreativität, Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus und Verträglichkeit ergeben.)
Wenn Sie extrovertiert sind, möchten Sie Freunde haben. Wenn Sie verträglich sind, wollen Sie eine intime Beziehung. Wenn Sie hingegen streitbar sind, wollen Sie lieber gegen andere gewinnen. Wenn Sie offen für Neues sind, wollen Sie sich vor allem kreativ betätigen. Wenn Sie sehr neurotisch sind, wollen Sie vor allem Sicherheit. Das alles wären jeweils potenzielle Motivationsquellen, auf die Sie zurückgreifen können, abhängig von Ihrer Persönlichkeit.
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Aber dann gibt es noch andere Dimensionen, die Sie in Ihrem Leben berücksichtigen sollten. Deshalb fragen wir die Teilnehmer unseres Programmes auch: Wenn Sie Ihr Leben in drei bis fünf Jahren so gestalten könnten, wie Sie es sich wünschen – was würden Sie sich dann von Ihren Freundschaften wünschen? Was würden Sie sich von Ihrer Partnerschaft wünschen? Wie möchten Sie Ihr Familienleben gestalten? Was wünschen Sie sich für Ihre Karriere? Wie würden Sie Ihre Zeit außerhalb Ihrer Arbeit nutzen? Und wie würden Sie Ihre geistige, körperliche und seelische Gesundheit regulieren? Und vielleicht auch Ihren Drogen- und Alkoholkonsum hinterfragen, denn das ist immer ein guter Ausgangspunkt für Veränderung. Alkoholismus zum Beispiel vernichtet fünf bis zehn Prozent der Menschen. Das sollte man also unter Kontrolle halten.
Als nächstes entwickeln Sie eine Vision davon, wie Ihr Leben aussehen soll, wie Sie sich Ihr Leben wünschen. Das hängt von Ihrem jeweiligen Ziel ab. Sobald das Ziel festgelegt ist, zerlegen Sie das Ziel in Mikroprozesse, die Sie umsetzen können. Diese Mikroprozesse werden danach belohnt, wie sehr sie in einer kausalen Verbindung mit dem Ziel stehen.
Damit wird Ihr dopaminerges Anreiz-Belohnungssystem aktiviert, das Sie vorantreibt. Es funktioniert besser, wenn es positive Emotionen hervorruft, wenn es sieht, dass Sie sich auf ein wertvolles Ziel zubewegen. Was heißt das nun konkret? Sie sollten am besten ein wertvolles Ziel haben, denn sonst können Sie keine positive Motivation aufbauen. Daher gilt: Je wertvoller das Ziel ist, desto mehr beginnen die mit diesem Ziel verbundenen Mikroprozesse eine positive Ladung anzunehmen. Das bedeutet also, dass man morgens aufsteht und sich auf den Tag freut. Man ist bereit, loszulegen.
Nichts zu tun, ist einfach
Sie legen mit der Definition Ihrer Ziele also Ihr langfristiges Ideal fest. Vielleicht legen Sie auch einen Ort fest, von dem Sie sich fernhalten wollen, damit Sie sowohl Angst vor dem Scheitern als auch Vorfreude auf den Erfolg haben, denn auch das ist nützlich. Sie legen also Ihr Ziel als einzigartiges Individuum fest. Angesichts Ihrer Ziele sollten Sie sich sagen: „Oh, wenn das als Ergebnis meiner Bemühungen passieren könnte, wäre es eindeutig lohnenswert.“ Denn die Frage lautet immer: Warum etwas tun? Denn nichts zu tun, ist einfach. Man sitzt einfach da und tut nichts. Das ist wirklich einfach.
Die Frage ist, warum man überhaupt etwas tun sollte? Die Antwort darauf muss lauten, dass man auf irgendeine Weise festgestellt hat, dass es sich lohnt. Dann könnte die nächste Frage sein: Wo sollte man nach lohnenden Dingen suchen? Eine Möglichkeit wäre, sich auf das eigene Temperament zu verlassen. Eine andere wäre, sich anzuschauen, was Menschen im Laufe ihres Lebens ansammeln, das wertvoll ist.
Man führt also eine strukturelle Analyse der Teilkomponenten der menschlichen Existenz durch. Das habe ich bereits getan und bin zu folgendem Schluss gekommen: Man braucht Familie, Freunde, Karriere, Weiterbildungsziele, Pläne für die Freizeit, Aufmerksamkeit für die geistige und körperliche Gesundheit und manches mehr. Man muss nicht alle diese Dinge haben, aber das meiste davon schon. Denn darum geht es letztlich im Leben. Und wenn man nichts davon hast, bleibt einem nur noch Elend und Leid. Das wäre natürlich fatal.
Dies ist ein Auszug aus einem Video von Jordan B. Peterson.
Jordan B. Peterson (* 12. Juni 1962) ist ein kanadischer klinischer Psychologe, Sachbuchautor und emeritierter Professor. In seinen Vorlesungen und Vorträgen vertritt er konservative Positionen und kritisiert insbesondere den Einfluss der Political correctness und die Genderpolitik. Sein 2018 erschienes Buch „12 Rules for Life“ war internationaler Bestseller.
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Steile These. Die Industrielle Revolution hat den Grundstein gelegt, aus Natur Müll herzustellen. Was ist ein Fernseher anderes, als Abfall im Wartezustand? Unsere Städten gleichen Baustellen. Die Baustellen sollen den Verfall der Straßen, Häuser, Kanäle aufhalten. Das ist eine Sisyphus-Arbeit, die man nur verlieren kann. Der Kampf gegen den Verfall, auch den eigenen, ist ein Kampf gegen die Götter. Gestern jung, heute alt, morgen kalt. Die Götter hassen Menschenwerk. / Ich habe gerade eine Doku über die Dummheit gesehen. Darin wird nachgewiesen, daß ein hoher IQ einer Karriere eher im Wege steht. Karriere macht man mit einem großen Grad an Rücksichtslosigkeit. Wer Skrupel hat, kommt nie zu was. Wenn man den Abraum einfach liegen läßt, oder im Fluß versenkt, ist das billiger, als den zu entsorgen. Schauen sie mal die Doku: „Indien, die größte Apotheke der Welt“. Die Welt ist ein großer Viehstall, der nicht so leicht gereinigt werden kann, wie der des Augius gereinigt werden kann, weil, während gefegt wird, die Ochsen drinnen bleiben und immer neuen Mist anhäufen. Heinrich Heine / Zeit ist das Kostbarste. Was nützt uns die Geschwindigkeit? Wir rasen von Hamburg nach München, weil jemand behauptet hat, Zeit ist Geld. Es geht nur noch um Geschwindigkeit, es wird schon lange nichts Neues mehr erfunden. Wenn wir in München sind, stellen wir fest, daß da der Rasen auch nicht grüner ist.
„Unterm Strich verdienen Menschen um so mehr, je höher ihr IQ und ihr Hang zum Fleiß ist. Beide Komponenten sind größtenteils genetisch bedingt.“ Na ja, eigentlich sieht das anders aus. Wir haben vollkommen dumme Familien – nehmen wir mal die Familie Ali aus Syranistan oder wie das Land heißt -, die verdient sich dumm und dämlich mit Sozialhilfe für alle Familienmitglieder. Solche Familien machen nicht selten 6000 Euro oder mehr an Sozialhilfe. Ist der Kühlschrank (oder was anderes) mal kaputt, dann gibt es Nachschub vom Sozialamt, denn das ist reich – zumindest so sehr, dass für all die Alis und ihren Familien mehr als genug da ist. Zusätzlich gibt es natürlich noch von Vater Staat Kindergeld. Gleiche Klientel aber anders organisiert: Die Berliner Clans – oder andere Clans – sind stinkereich. Bei den Bossen reden wir nicht von einer Million auf dem Konto, auch nicht von 10 Mio, sondern von Hunderten von Millionen, die jeder hat. Jetzt kann das ja nun wirklich nicht sein, dass deren IQ um ein Zigfaches größer ist als der anderer Leute. Jordan Peterson macht sich das alles klischeehaft bürgerlich zurecht: Da ist der Intelligente, der auch den Mut hat, eine Firma zu gründen blablabla – und der hat es auch verdient, dass er mehr Geld verdient. So etwas gibt es natürlich, aber der meiste Wohlstand wird durch Gier und Skrupellosigkeit erwirtschaftet. Oder wie es Graham Greene mal eine seiner Romanfiguren sagen ließ: „Alle Menschen sind gierig, und die Reichen sind die Gierigsten.“ Damit wird ausgedrückt, dass der Reiche von Natur aus ein Stück mehr Gier mitbekommen hat. Und das war der Motor, der ihn unbeirrt dazu angetrieben hat, unbedingt reich zu werden; koste es, was es wolle.
Gerd Quallo: „Nur der Halbvolle-Glas-Wasser-Typ wird Lebensberatungsbücher mit Gewinn lesen.“ --- Das ist je diese schreiende Ungerechtigkeit: Der „Welches-Glas?“-Typ geht trotz seiner Gewissenhaftigkeit und seines hohen IQs mal wieder völlig leer aus!
@Thomas Szabó, Sie kommentierten J. Petersons Beitrag auf den Punkt mit „blühte und verblühte“. Dem kann ich nur zustimmen, denn so ist es seit Anbeginn der Menschheit. Das 5. Kapitel des 1. Buchs Mose (Genesis) listet das Geschlechtsregister von Adam bis Noah auf: Männer, die z.T. steinalt (Metuschelach 969 Jahre) geworden sind und dennoch am Ende starben: acht mal hintereinander „…und starb.“ Ihren Gedanken zu „blühen und verblühen“ schließt sich die logische Folgerung an „Wir müssen auch den Verfall erforschen“. Das finde ich ganz prima und bin sehr auf Ihre Vorschläge gespannt!
Einer der wenigen Artikel des Autors, wo ich größtenteils mit ihm übereinstimme. Leider hängt die Umsetzung seiner Tipps auch von genetischen Faktoren ab. Nur der Halbvolle-Glas-Wasser-Typ wird Lebensberatungsbücher mit Gewinn lesen.
Dear Mr. Peterson. I have got another problem… Lieber Herr Peterson, ich habe ein anderes Problem. Ich beginne immer mit großem Enthusiasmus ein neues Projekt. Der glühende Enthusiasmus erkaltet rasch und ich starte ein neues Projekt. Wenn ich ein Projekt verstanden habe, interessiert es mich nicht mehr. So schmücken unvollendete Projekte wie eine Perlenkette toter Kinder meinen Lebenslauf. Es lässt mich unbefriedigt nichts vollendet zu haben. Das Big Five-Persönlichkeitsmodell trifft in allen Punkten auch mich zu. (Aber eines ist gewiss, das viele Denken hindert mich daran fett zu werden, obwohl ich so viel fresse, weil das Gehirn so viel Energie verbrennt.) Ich bin ein Friedhof der verheißungsvollen Projekte. Einmal im Leben 1 Projekt vollenden, statt 100 toter Projekte. Wie mache ich das?
„…Silicon Valley bereits voller brillanter Unternehmer ist, noch mehr brillante und unternehmerische Menschen aus aller Welt wie verrückt dorthin strömen. Wir haben es hier mit einem dieser Kreisläufe zu tun, die sich spiralförmig nach oben entwickeln…“ So waren die großen Zentren der Bildung seit dem Altertum. Sie wähnten sich unsterblich und starben doch. Die Philosophenschule von Athen erblühte & verblühte. Die Scholastik erblühte & verblühte. Ludwig XIV Frankreich erblühte & verblühte. Deutschlands Wirtschaftswunder erblühte & verblühte. Wie erklären wir das Verblühen? Wir verstehen die magische Anziehungskräfte dieser Orte, aber wir müssen auch den Verfall erforschen.