Ich habe eine Zeit lang auf freiwilliger, unentgeltlicher Basis für die UN gearbeitet. Ich war an einem Report für den Generalsekretär über nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung beteiligt. Einige Verschwörungstheoretiker des rechten Flügels hatten große Freude daran, mich deswegen zu einem heimlichen globalistischen U-Boot abzustempeln.
Aber was wäre denn die angemessenste Reaktion, wenn mich die Vereinten Nationen um eine Zusammenarbeit bitten? Es ging um besagtes Dokument, das gerade vorbereitet wurde. Es sollte eine halbwegs intelligente Vision davon entwerfen, wie sich die Dinge entwickeln könnten, wenn die internationale Gemeinschaft in den nächsten 30 Jahren zusammenarbeiten würde.
Es ging dabei nicht um brutale Richtlinien, die von Nazis in Springerstiefeln durchgesetzt werden sollten. Es war lediglich eine Sammlung von Vorschlägen. Alle Beteiligten bekamen die Möglichkeit, sich einzubringen. Ich gehörte zum einzigen kanadischen Team. Ich hatte dadurch die Gelegenheit, mich zwei Jahre lang zu den Themen Wirtschaftslehre und Ökologie zu belesen.
Man kann nie wissen, was stimmt
Das Seltsame war: Je mehr ich las, desto optimistischer wurde ich. Das war genau das Gegenteil von dem, was ich erwartet hatte. Ich dachte, dass unsere Zukunft finster aussähe. Natürlich begehen wir einige Dummheiten. Das Dümmste ist wohl, dass wir die Ozeane überfischen. Dies ist in jeglicher Hinsicht destruktiv und schwachsinnig. Und es könnte gestoppt werden.
Australien hat beispielsweise begonnen, Meeresschutzgebiete einzurichten, in denen das Fischen untersagt ist. Man braucht nicht viele davon, damit sich der Ozean von selbst regenerieren kann. Als sehr interessant stellte sich der Fall der Ölpest im Golf von Mexiko von 2010 heraus. Zwei Jahre später gab es dort mehr Fische als vor der Ölpest. Und warum? Nur weil dort nicht mehr gefischt wurde. Wie sich zeigte, wirkte sich die Verschmutzung am Ende also sehr gut auf die Fischbestände aus. Ein schönes Beispiel, warum man stets gründlich recherchieren sollte. Man kann vorher nämlich nie wissen, was stimmt und was nicht.
Ähnliches geschah während des Zweiten Weltkrieges mit der Nordsee, die damals stark überfischt war. Während des Krieges war es ein riskantes Unterfangen, dort zu fischen, schließlich konnte man leicht von einem U-Boot versenkt werden. Also wurde das Fischen ausgesetzt, und ziemlich schnell erholten sich die Bestände. Das ist üblich bei Fischen, weil sie sich schnell vermehren. In diesem Fall muss man die Sache also einfach ruhen lassen, und eine Regeneration findet von selbst statt.
Jeder Quadratmeter voll verhungernder Skelette
Verlassen wir jedoch das erschreckend und düster erscheinende, aber nicht hoffnungslose Gebiet der Fischerei, in dem gerade ein Umdenken beginnt. Auch andere ökologische Bereiche sahen viel günstiger aus, als ich befürchtet hatte. Auf der nördlichen Halbkugel gibt es beispielsweise heutzutage mehr Wälder als vor 100 Jahren. Wer hätte das gedacht? Ich nicht.
Der Grund hierfür ist, dass nicht mehr benötigtes Ackerland wieder zu Wald wurde, weil die landwirtschaftliche Produktion viel effizienter geworden ist. In China gibt es heute mehr Wälder als vor 30 Jahren.
Ein weiterer Grund für die erhöhten Waldvorkommen liegt darin begründet, dass heutzutage Kohle anstelle von Holz verbrannt wird. Dies führt zwar zu Luftverschmutzung. Aber irgendetwas muss man ja verbrennen, wenn man sich nicht von rohen, ungenießbaren Lebensmitteln ernähren und zu Tode frieren will. Kohle ist definitiv Holz vorzuziehen. Derartiges ist also stets kompliziert.
Dasselbe gilt für den Themenkomplex der Überbevölkerung. Seit den 1960ern und Paul R. Ehrlichs „Bevölkerungsbombe“ dominierte der furchtbar pessimistische Ausblick, dass wir uns wie Ratten vermehren würden, bis schließlich jeder Quadratmeter der Erde mit verhungernden Skeletten bedeckt wäre. Und das alles bis zum Jahr 2000. Hungernde Menschenmassen, Verlust des Wohlstands und kein Öl mehr. Bekanntlich ist dies nicht geschehen.
Uganda könnte ganz Afrika ernähren
Vielmehr ganz im Gegenteil: Die Armutsrate und die Hungerquote ist gesunken, obwohl die Bevölkerung wuchs. Natürlich hungern heute in absoluten Zahlen mehr Menschen als vor 50 Jahren. Aber im Verhältnis betrachtet sind es heute deutlich weniger. Und das ist schon einmal eine enorme Verbesserung.
Die Horrorszenarien rund um eine bevorstehende Überbevölkerung waren also absolut falsch. Die heutigen Prognosen sehen vor, dass wir wohl bei 9 Milliarden unseren Höchststand erreichen werden. Und das wären nur 2 Milliarden mehr als heute. Natürlich ist dieser Zuwachs nicht wenig. Aber in dem Maße, in dem wir die Effizienz der Landwirtschaft steigern, gibt es keinen Hinweis darauf, dass uns das Essen ausgehen wird.
Würde beispielsweise ein Land wie Uganda – mit einer ziemlich großen Fläche und dank des Grundwasserspiegels ausreichend Wasser – ordentlich bewirtschaftet werden, könnte es ganz Afrika ernähren. Wir nutzen noch gar nicht die volle landwirtschaftliche Kapazität, die uns zur Verfügung steht.
Es ist also bei weitem nicht so, dass es zu einer Überbevölkerung kommen wird, die für hungernde Menschen in karger Landschaft sorgen wird. Ich hege ja den heimlichen Verdacht, dass in 100 Jahren vielmehr die schrumpfende Bevölkerung ein Problem darstellen wird.
Die guten Neuigkeiten sind doch bemerkenswert
Wir sollten auch nicht vergessen, dass sich die Anzahl der Kriege reduziert hat. Die Gesamtraten mörderischen Verhaltens auf der Welt sowie die Todesraten durch Terrorismus sind in den letzten 50 Jahren stark zurückgegangen. Aktuell gibt es keine Kriege in der westlichen Hemisphäre.
All diese guten Neuigkeiten sind doch bemerkenswert. Der Zweite Weltkrieg liegt über 70 Jahre zurück und seitdem verfügen wir über thermonukleare Waffen. Aus gutem Grund fürchten sich alle vor diesen schrecklichen Mordinstrumenten. Vielleicht ist es wichtig, dass wir etwas haben, vor dem wir uns so richtig fürchten können. Doch obwohl immer die Möglichkeit eines Fehlers besteht und es immer denkbar ist, dass es zu einem Atomwaffenausbruch kommt – wir haben sie seitdem nicht mehr benutzt und noch gibt es keinen Dritten Weltkrieg.
Vielmehr haben fast alle Menschen, die heute im Westen leben, ihr Leben im Vergleich zu anderen Epochen in relativem Frieden und Wohstand verbacht.
Dies ist ein Auszug aus einem Vortrag von Jordan B. Peterson. Hier geht's zum Auszug und hier zum gesamten Vortrag.
Letzter Eintrag ins Logbuch von mir an diesem Ort : Aus jedem Kapitel von Canettis " Masse und Macht " lernt man sein Gepäck für die Zukunft besser zusammenzustellen, als aus den Lektionen dieses disziplinlosen protestantischen Weltpredigers . Ich will keine Zeit mehr haben für Geschwätz, dessen Sinn ich nachorakeln soll , ich werde täglich älter. Man ist nicht ewig " Gast " auf der Erdoberfläche und das Jenseits mit allem konfessionellen Zubehör ist mir egal. Leben heißt, den Weg auswählen und ihn auch zu gehen, ohne Zaudern oder Reue über die eigene Entscheidung. Und dieser Mann "kuschelt" mir zuviel an jeder Kreuzung. Deshalb trennt sich unsere Route, - jetzt.
Mensch @ J. Peterson. Endlich sagt es mal einer Alles läuft super. Übervölkerung kein Problem. Zwei Miliarden mehr sind locker drin. Noch gibt es keinen 3. Weltkrieg. Der Text überschreitet die Grenze zum Dummschwätzerei. Dieser Erkenntnis stimme ich allerdings zu: "Ich hege ja den heimlichen Verdacht, dass in 100 Jahren vielmehr die schrumpfende Bevölkerung ein Problem darstellen wird." Nur das wird keine 100 Jahre dauern. Ich kann das Blut schon riechen. Das große Schlachten hat längst begonnen. Da hatte/ Akif Pirincci schon recht. Und: Welches Problem solte ein geringere Weltbevölkerung bitte darstellen?
Danke! Gerne mehr davon!
Und am Ende des Guten sucht der Mensch doch nach der Anleitung zum Unglücklichsein. All die Projektionen der Vergangenheit kannten den Menschen in der Kommunikation als Grund der Annahme, nicht den interaktiven Halbmenschen, der sich zwischen Netflix und einer hypochondrischen Hysterie oszillierend bewegt und in induzierten Themenkreisen seiner selbst benimmt. Eine Welthysterie mit einem 0815 Virus hat es noch nicht gegeben, die Folgen medial - inhaltlicher "Bewaffnung" sind ökonomisch unwägbarer als Erdbeben oder Atomwaffen: Denn am Ende steht nicht der wissende Mensch, der in der Lage ist einen B 52 zu konstruieren und Wissen selbst für die Destruktion braucht, sondern ein medial abhängiger Säugling, der keinen Dreisatz berechnet bekommt. Und die Gefahr für die Ökonomie, die von einer abgesättigten Horde bildungsloser Kleinkinder bei allem Frieden und im Wohlstand ausgeht ist größer als jede nukleare Strategie abstrakter destruktiver Planspiele. Die neue Welt kann sich kaum auf Dummheit errichten und wenn sie sich auf dem Wissen errichten soll -. sei eine Funktionseinsicht, so muß sie lernen mit dem destruktiven Kehrwert des Wissens arriviert in sich um zu gehen. Die Dummen werden den leichten Parolen glauben und die Wissenden im Zweck, das ist aber nicht der Sinn einer weiteren "Funktionseinsicht".