Im Folgenden geben wir einen Auszug aus einem Gespräch von Jordan B. Peterson mit dem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler, Politikwissenschaftler und Soziologen Arthur C. Brooks wieder.
Jordan B. Peterson: Ich habe mich lange Zeit mit Psychopathen beschäftigt. Automatisch denkt man an egoistische, selbstsüchtige Menschen. Das Seltsame ist, dass Psychopathen sich ständig selbst verraten, weil sie nicht aus Erfahrungen lernen. Sie bekommen zwar kurzfristig, was sie wollen, aber langfristig scheitern sie. Bekanntlich interessieren sich Psychopathen nicht für andere Menschen. Aber dann überlegte ich mir, dass sie sich auch nicht für ihre eigene Zukunft interessieren. Ich kam zu dem Schluss, dass beides dasselbe ist.
Arthur Brooks: Sie lernen nicht aus Reue, weil sie keine Reue empfinden. Das ist typisch für Vertreter der dunklen Triade (Psychopathie, Narzissmus, Machiavellismus, Anm. d. Red.) oder dunklen Tetrade, wenn man Sadismus mit einbezieht. Das Merkmal von Menschen, die in Bezug auf Psychopathie über dem Durchschnitt liegen, ist das Fehlen von Reue. Und dieser Mangel an Reue ist eine Unfähigkeit zu lernen. Wenn man jemandem wehgetan, etwas Falsches getan hat, hat das normalerweise Konsequenzen. Denn Reue aktiviert den präfrontalen Kortex des Gehirns, wodurch man sozialen Schmerz empfindet. Das passiert aber nicht, wenn man psychopathische Tendenzen hat.
Jordan B. Peterson: Ja, und wenn dieser Schmerz nicht auftritt … Ich denke, dass dieser Schmerz das Gefühl der Auslöschung eines neurologischen Systems ist. Stellen Sie sich vor, dass ein System im darwinistischen Sinne entsteht, um zu dominieren. Nun stehen Sie also unter seinem Einfluss. Das System hat ein Ziel vor Augen, aber es scheitert beim Erreichen des Ziels. Die Folge dieses Scheiterns sollte die Zerstörung dieses Systems sein. Ich denke, dass dieser Schmerz die psychologische Folge des Todes eines Systems ist, das seine Ziele nicht erreicht hat. Nun wird es kämpfen und sich wehren, um sich selbst angesichts des Scheiterns zu erhalten. Deshalb ist es beispielsweise so schwer, eine schlechte Angewohnheit loszuwerden.
Denn sie ist wie ein Lebewesen, das nicht ohne Kampf aufgeben wird. Aber die logische Folge davon wäre ungefähr das, was Sie gerade beschrieben haben. Es gibt kein Lernen, wenn es keine Reue gibt, weil es keinen Unterschied zwischen Reue und Lernen gibt. Die erste Stufe des Lernens ist: „Oje, ich habe mich geirrt. Dieser Teil von mir muss weg.“ Auch das ist gewissermaßen ein Opfer. Aber der entsprechende Anteil in uns sagt natürlich: „Nein, nein, ich möchte leben.“ Wenn man in seinem Leben wirklich schlecht orientiert ist und katastrophal versagt hat, muss ein großer Teil von einem gehen.
Wir müssen unsere Emotionen kontrollieren
Arthur Brooks: (Das gilt übrigens auch für andere Empfindungen wie Dankbarkeit trotz schlechter Erfahrungen). Denn der präfrontale Kortex sagt an dieser Stelle: „Dein limbisches System ist so entwickelt, dass es Groll empfinden würde. Das wäre aber schlecht angepasst. Daher habe ich beschlossen, das limbische System, das zu Groll neigt, neu zu programmieren.“ Das ist Selbstmanagement. Das ist die Essenz der Selbstführung: Tun, was sich gut anfühlt. Vermeiden, was sich schlecht anfühlt. (…) Wir können Entscheidungen treffen, und das ist das Göttliche in uns. Das ist der Unterschied, und die Essenz des vollkommenen Menschseins, des vollkommen Lebendigseins. Irenäus von Lyon sagte, die Herrlichkeit Gottes sei ein Mensch, der voll und ganz lebt. Was bedeutet es, ein Mensch zu sein, der voll und ganz lebt? Es bedeutet, sein limbisches System zu kontrollieren.
Es bedeutet, sich dagegen zu entscheiden, dass unsere jeweiligen Gefühle tatsächlich der entscheidende Faktor dafür sind, wie wir andere Menschen behandeln. Es bedeutet vielmehr, über das hinauszugehen, was wir als Person sind, und sich für die Verehrung Gottes zu entscheiden, auch wenn wir an einem bestimmten Tag kein einziges Milligramm an Glauben verspüren. (…)
Würden wir nur mit dem limbischen System denken, wäre es für viele, viele Menschen eine absolut logische Entscheidung, Selbstmord zu begehen. Aber das Göttliche in uns, die göttliche Kontrollzentrale, ermöglicht es uns, unser urzeitliches Selbst zu verwalten. Das ist der Puffer hinter unserer Stirn, der präfrontaler Kortex genannt wird. Was für ein Wunder!
Mein Hund kann sowas nicht. Er kann nicht gedanklich durch die Zeit reisen. Er kann seine Emotionen nicht kontrollieren. Das Wesen des menschlichen Lebens besteht genau darin. Das ist die Botschaft, die wir all diesen jungen Menschen heute vermitteln können.
Sie müssen nicht wie wir beide leben und sich einen Doktortitel erarbeiten. Sie müssen keine Verhaltensforscher werden. Aber sie müssen lernen, sich selbst zu kontrollieren. Sie müssen ihren präfrontalen Kortex dazu bringen, ihr limbisches System zu kontrollieren. Darum geht’s. Das erfordert Übung, Engagement und gute Beziehungen zu anderen Menschen, um das tatsächlich zu ermöglichen. Denn der beste Indikator dafür, dass jemand in der Lage ist, sein limbisches System zu kontrollieren, ist eine gute Partnerschaft. (…)
Auch Demut erfordert Selbstmanagement. Wir haben uns nicht dazu entwickelt, bescheiden zu sein. Als Stammesgesellschaften haben wir uns dahin entwickelt, demütig zu werden. Aber nicht, freiwillig bescheiden zu sein. Das ist eine Entscheidung, durch die wir unser bestes Leben führen können.
Dies ist ein Auszug aus einem Video von Jordan B. Peterson.
Foto: Werbefoto von Janet Leigh aus dem Film Psycho, 1960.
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Beitragsbild: Shamley Productions, Paramount Pictures - Public Domain, via Wikimedia Commons
Kann ich leider nicht bestätigen. Kenne aus eigener Anschauung mehrere (eine Handvoll) persönlich, die ganz klar Psychopathen sind. Ja, einer davon grandios „gescheitert“, aber null Selbstreflektion. Schuld sind die Untergebenen, und „gescheitert“ ist eine Frage des Blickwinkels, wenn man eine mittlere sechsstellige Abfindung bekommt anstelle eines Gerichtsverfahrens wegen Insolvenzverschleppung und Verdacht auf Bilanzfälschung und Veruntreuung. – Als nächstes mache man den Fernseher an, und was sieht man da? Massenhaft Psychopathen in einflussreichen Positionen in Politik, Wirtschaft, Medien. In DE, EU und weltweit. Dass die in der Regel scheitern, wäre wünschenswert, entspricht aber nicht der Realität. Wenn ich erwachsen bin, will ich auch Psychopath werden.
Seit Merkel, EUvdL, Antifa-Esken, Klingbeil, Merz, KGE, Roth, Hofreiter, Strack-Zimmermann, Kiesewetter und wie sie alle heißen, stellt sich für mich nurmehr die Frage, wie ich einen normalen Menschen erkenne.
„Das Seltsame ist, dass Psychopathen sich ständig selbst verraten, weil sie nicht aus Erfahrungen lernen.“
Sind wir nicht alle Psychopaten?
„ Wir können Entscheidungen treffen, und das ist das Göttliche in uns. Das ist der Unterschied, und die Essenz des vollkommenen MENSCHSEINS, des …….
Und die Gita erzählt uns das gleiche wie die Bibel. Kleine Kostprobe, Kapitel 2 vers 37
Entweder wirst du getötet werden und in den Himmel eingehen oder du wirst siegen und die
Erde genießen. Darum erhebe dich, o Sohn der Kunti (Arjuna), zum Kampf entschlossen! (02.37)
Rüste dich zum Kampfe.
Wünsche allen gesegnete Festtage.
… „Ich bin gestern mit dem Zug aus Frankfurt gekommen, in Begleitung eines sehr sympathischen, jungen Mannes … wir haben uns sehr angeregt unterhalten – ich hatte einen sehr guten Eindruck von ihm“. Harry Klein: „Und Welchen“? Wolf Roth: „Gutherzig. Gutgläubig … versehen mit dem, was man einen anständigen Charakter nennt – unter dem er wohl auch ein bisschen leidet“. Derrick: „Na ich glaube, keiner ist sich seines anständigen Charakters so bewusst, dass er auch darunter leidet“ … Wolf Roth: „Nicht immer – aber zuweilen. Ein anständiger Charakter hat nämlich die unangenehme Eigenschaft, dass er einschränkt: die Kraft seiner Phantasie, seinen Einfällen nachzugehen – lassen Sie es mich übertrieben sagen: ein anständiger Charakter ist zuweilen lästig. Ja man kommt einfach nicht zur freien Entfaltung seiner Fähigkeit“ …
[aus: Derrick – Höllensturz – YT ab Min 24:34]
Das spräche also -stimmte es denn- wohl dagegen, dass Psychopathen -oder eben Menschen ohne anständigen Charakter- da irgendwie benachteiligt wären … was Gott betrifft: seit Xenophanes, der etwa 570 bis 580 vor Christus geboren wurde, hat ohnehin Niemand Nennenswertes zur Existenz -oder der Nichtexistenz- Gottes beitragen können … Jener hielt es eben für für unmöglich, in theologischen Fragen die Wahrheit festzustellen. „Es war nie ein Mensch und wird nie einer sein, der sichere Kenntnis über die Götter hat … Selbst wenn er zufällig die vollständige Wahrheit spricht, weiß er nicht, dass es so ist. Aber alle mögen ihre Einbildungen haben“ …
Die Annahme einer höheren Macht -oder eines höheren Zwecks- mag aber für viele Menschen tröstlich sein – und wenn Jene nun recht hätten: zumindest dann zahlt’s sich ja vermutlich doch noch aus, einen anständigen Charakter gehabt zu haben … davor – meiner Erfahrung nach: wohl eher selten.
Ach wissen Sie , ich war Buchhändler von Beruf und ich habe es immer genossen , daß man mich für „ eine
kleine linke Buchhandlung “ gehalten hat und diesem Gerücht selten widersprochen , weil ich davon ausgegangen bin , daß jeder Kunde , der das „Vergnügen“ hatte , mit mir persönlich zu sprechen , auch fähig genug sein sollte , sich ein genaueres Urteil bilden zu können . In einer kleineren Buchhandlung sind die vielen , vielen Menschen , die bei mir gekauft und bestellt haben
ehrlicher aber auch schamloser , was dazu führen kann ,
daß man die etwaigen Abgründe ihrer Seele deutlicher erkennen kann . Gebuckelt wird ja immer nach oben und
getreten grundsätzlich in die Richtung , die man für unten
hält und da ich sowohl Linke und Rechte als Kunden zufriedengestellt habe , weil ich ein Profi im Gewerbe war ,
hatte ich ausreichend Gelegenheit , beide Seiten kennenzulernen . Sie nehmen sich wenig an Liebenswürdigkeit und Verkommenheit , nur das Theater unterscheidet sich . Etwa 10% auf jeder Seite sind willens , selbst zu denken und wären ein guter Anfang für eine tatsächlich bessere
Gesellschaft . Der Rest besteht aus Schwätzern , die alles , was gut sein könnte , durch Breittreten und andere Eitelkeiten versauen . Und die Hoffnung , daß sich das ändern ließe , bleibt auch immer gleich groß . Oder klein . Aber gehen Sie ruhig wählen , irgendetwas , das neu aussieht , wird dabei schon herauskommen und wenn es nur ein schicker Posten ist , auf dem man sich sonnen kann , falls man sich nicht „braun“genug fühlt . Und tun Sie mir einen Gefallen : Ordnung ja , sehr gerne , aber keinen neuen „ braunen “Alptraum „ mehr . MfG – Einer aus der Feldforschung
Andere Frage: Waran erkenne ich einen Geisterfahrer? Richtig. Die kommen mir ständig zu Hunderten entgegen. Wer in der Masse fährt hat Recht, so wie sich Millionen Fliegen nicht irren können, Scheiße schmeckt. Nicht umsonst heißt es, gegen den Strom zu schwimmen, um an die Quelle der Erkenntnis zu kommen, macht mehr Spaß, als sich ins Meer der Dummen spülen zu lassen. Also, nicht jeder „Geisterfahrer“ ist ein Psychopath.