Alkohol ist eine außerordentlich schädliche Droge. Man neigt dazu, Alkohol zu konsumieren, weil man empfindlich auf seine angstmindernden Eigenschaften reagiert, Alkohol die soziale Kommunikation fördert oder es für ein psychomotorisches High, wie Kokain sorgt – oder all das auf einmal. Wenn man besonders anfällig für Alkoholismus ist, können alle drei Wirkungen gleichzeitig auftreten.
Ich war mit dem mittlerweile verstorbenen Psychiater und Neurologen Frank Ervin (1926 – 2015) befreundet (Anm. d. Red.: der von 1979 bis 2009 an der McGill University in Montreal wirkte). Ein toller alter Kerl, sah aus wie Ernest Hemingway. Gemeinsam mit seiner Partnerin Roberta betrieb er eine Affenfarm auf der Karibikinsel St. Kitts. Sie fuhren dort regelmäßig hin. Unter anderem untersuchten sie die Auswirkungen von Alkohol auf grüne Meerkatzen.
Fünf Prozent der Affen betranken sich beim ersten Kontakt mit Alkohol bis zum Koma. Er hatte Videobänder von diesen trinkenden Affen, es sah aus wie auf einer Studentenparty. Wie gesagt, fünf Prozent von ihnen begingen auf Anhieb Komasaufen. Das waren die Affen, die eine biologische Veranlagung für Alkoholismus hatten.
50 Prozent aller Morde finden vor einem alkoholisierten Hintergrund statt. Es sind das Opfer, der Täter oder alle beide betrunken. Alkohol ist fast die einzige Ursache für häusliche Gewalt. Es ist fast die einzige Ursache für sogenannte „Date Rapes“, also Vergewaltigungen im Rahmen von romantischen Verabredungen. Sobald man sich auch nur ansatzweise mit kriminellem Verhalten beschäftigt, stößt man auf den Faktor Alkohol.
Er ist auch die einzige Droge, von der wir wissen, dass sie Menschen tatsächlich aggressiver macht. Und das nicht nur, weil sie nicht wissen, was sie tun. Wir haben an der McGill University in Montreal Experimente durchgeführt, die folgendes zeigen: Wenn man betrunkene Menschen in eine Wettkampfsituation bringt, in der sie aggressiv sein können, und sie dazu bringt, ihre Aggressionen zu beobachten, sodass sie sich dieser tatsächlich bewusst sind, werden sie sogar noch aggressiver, anstatt weniger aggressiv. Alkohol kann völlig normale Menschen in ziemlich impulsive und dämliche Monster verwandeln.
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Alkohol macht alle dumm und benebelt
Ich habe aufgehört, Alkohol zu trinken, als ich 27 war. Die Kultur im Norden der kanadischen Provinz Alberta (wo ich aufgewachsen bin) ist eine sehr trinkfreudige, wie in den meisten nördlichen Gegenden. Viele meiner Freunde wurden Alkoholiker. Alle Leute, mit denen ich in der Highschool und auf dem College war, waren extrem starke Trinker. Ich selbst habe auch ziemlich viel getrunken, bis ich 27 war.
Einerseits begann damals beruflich für mich der Ernst des Lebens. Und zweitens stellte ich fest, dass es mir einfach unmöglich war, ernsthaft zu schreiben und zu denken, wenn ich einen Kater hatte. Außerdem hatte ich geheiratet und wollte eine Familie gründen, daher dachte ich: „Jetzt reicht's.“
Mit 50 glaubte ich, dass ich wieder anfangen könnte, in Geselligkeit zu trinken. Damit habe ich etwa ein Jahr lang herumgespielt und festgestellt, dass ich in dieser Hinsicht wahrscheinlich noch genauso dumm war wie mit 27 und beschloss, wieder darauf zu verzichten. Ich habe diesbezüglich viele Beobachtungen angestellt, als ich um die Welt reiste. Ich habe sehr viele Menschen bei vielen gesellschaftlichen Anlässen getroffen. Da ich selbst überhaupt nichts mehr trinke, wenn ich ausgehe und daher Leute beim Trinken beobachten kann, stelle ich immer wieder fest, dass Alkohol alle dumm und benebelt macht.
Das Problem ist, dass man, wenn man trinkt, glaubt, man wäre cool. Aber das sind dieselben Wahnvorstellungen, wie sie Homer Simpsons Freund Barney hatte, als er trank, und glaubte, er wäre ein eleganter und geistreicher Unterhalter. In Wahrheit macht Alkohol einfach alle dumm.
Dies ist ein Auszug aus einem Video von Jordan B. Peterson.
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Beitragsbild: Charles Pickering - State Library of New South Wales, PXB 503, Public Domain, via Wikimedia Commons
Freie Presse in Deutschland erkennt man daran, daß alle Medien stets zufällig zur selben Zeit dasselbe Thema haben und alle sich derselben Wortwahl bedienen. Ehrlich gesagt, da ist mir eine Presse lieber, die von einem Ministerium gesteuert wird.
Leider strotzt der Artikel vor Platituden und Verallgemeinerungen, auch aus sehr individuellen Erfahrungen des Autors.
Natürlich ist Alkohol eine potentiell gefährliche Rauschdroge, aber dumm saufen tun sich nur Dumme.
Im Jugendalter habe ich auch meine Grenzen mehrmals ausgetestet, immer mit dem Ergebnis, daß ich mir jedes mal die Seele aus dem Leib gekotzt habe. das war eine gute Erfahrung, die mir meine Grenzen aufgezeigt hat. Und ist ein Beweis für einen gesunden Abwehrmechanismus des Körpers gegen seine Vergiftung.
Nur wer dumm ist, überschreitet diese Grenze immer wieder.
Ich habe aber Typen gekannt, die konnten sich vollsaufen und legten sich hin und schliefen, bis der Rausch vorbei war, die haben einfach alles verdaut.
Will heißen, das Erleben und auch die Physiologie sind je nach Mensch völlig unterschiedlich.
Und ich glaube auch nicht, daß jemand, der nicht vorher schon klandestin aggressiv ist, durch Alkohol aggressiv wird.
Suchtgefährdet sind tatsächlich diejenigen, die die Droge aufgrund psychischer Defizite benutzen, ihre Grenzen nicht kennen, oder sie wissentlich überschreiten bis zum Komasaufen. Das mögen die vom Autor genannten „Dummen“ sein.
Ist beim Rauchen dasselbe: ich habe in der Jugend geraucht, bis Ende der Zwanziger, war aber nie abhängig oder süchtig, und habe mit knapp 30 einfach aufgehört, weil mir der schlechte Geschmack nach dem Rauchen, als hätte man einen Aschenbecher ausgeschleckt, und der vom CO verursachte Sauerstoffmangel nicht gefielen.
Zur Sucht gehört immer auch der Suchtcharakter.
Den habe ich manchmal bei Speiseeis und Erdnüssen, aber das ist harmlos, macht nur dick…
In der DDR gab es massig Alkoholiker, dort gehörte das Saufen zum Alltag. Ich hatte einen Ossi als Schwager, der erbärmliche Kretin soff sich voll, bis er sich in die Hosen pisste, weil er nicht mehr vom Gartenstuhl hochkam. Erbärmlich!
Besser nach der Devise „Keine Termine und leicht einen sitzen“, wobei ja der Schöpfer dieses Zitats massiv alkoholkrank war.
Ach was, Peterson, du Schnacker, erzähl mir doch nix: Nach der 12. Runde Korn kann ich mit Tieren sprechen! Das können sonst nur Geleerte mit ganz viel Übung wie z.B. Prof. Dr. Habakuk Tibatong! Von wegen dümmer worn, pah! In diesem Sinne: Zwischen hinten und vorn passt noch ein Korn… hicks…
Gab und gibt nix Schöneres, als Bierchen um Bierchen die eigene Stimmung steigen zu spüren. Man muss einfach nur aufhören, bevor Jack Londons Knacks kommt. Das Leben wäre echt sch…langweilig, würden wir ständig auf die Puritaner hören. Dachten sich schon die Mönche.
Trinke auch fast nichts, kann aber die Beobachtungen des ehrenwerten Herrn Peterson nicht teilen. Bei meinen Beobachtungen sind die Abstinenzler genauso blöd, wie die Schluckspechte. Sonst dürften ja man ja nur Alkis bei Besuch einer Kirche, Moschee, Synagoge treffen. Oder, anscheinend wohnt die halbe Achse-Autorenschaft freiwillig in Berlin, alles Alkoholiker?
„ 50 Prozent aller Morde finden vor einem alkoholisierten Hintergrund statt. “
Na bravo. Wir haben in Deutschland ungefähr 80 Millionen Mitmenschen. Vorausgesetzt die Mordrate wird aufrechterhalten, so besteht die Chance auf 40 Millionen Überlebende.
Paradiesische Zustände entfalten sich in unserem Heimatlande. Keine langen Warteschlangen beim Doctor, keine überfüllten Autobahnen, keine CO/2 Belastung . ….
Unser Apostel Paulus legte den Grundstein zum Weinverzehr im Tim. 5/23 , um im Römer. 14/21 siegreich nachzulegen: ….. laßt uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.
Peterson scheint da als Renegat zu schreiben und konstruiert da mächtig. Es bleibt dabei: „Die Dosis macht das Gift“
Mangelnde Selbst-Kontrolle bei Affen oder Comics sind keine guten Argumente …