In der Bibel heißt es über die unbefleckte Empfängnis (Lukas 1:26 - 50):
„Elisabeth war im sechsten Monat schwanger, als Gott den Engel Gabriel nach Nazareth schickte, einer Stadt in Galiläa. Dort sollte er eine junge Frau namens Maria aufsuchen. Sie war noch unberührt und mit Josef, einem Nachkommen von König David, verlobt. Der Engel kam zu ihr und sagte: ‚Sei gegrüßt, Maria! Der Herr ist mit dir! Er hat dich unter allen Frauen auserwählt.‘ Maria erschrak über die Worte des Engels und fragte sich, was dieser Gruß bedeuten könnte. ‚Hab keine Angst, Maria‘, redete der Engel weiter. ‚Gott hat dich zu etwas Besonderem auserwählt. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Jesus soll er heißen. Er wird mächtig sein, und man wird ihn Sohn des Höchsten nennen. Gott, der Herr, wird ihm die Königsherrschaft seines Stammvaters David übergeben, und er wird die Nachkommen von Jakob für immer regieren. Seine Herrschaft wird niemals enden.‘ ‚Wie soll das geschehen?‘, fragte Maria den Engel. ‚Ich habe ja noch nie mit einem Mann geschlafen.‘ Der Engel antwortete ihr: ‚Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird sich an dir zeigen. Darum wird dieses Kind auch heilig sein und Sohn Gottes genannt werden. Selbst Elisabeth, deine Verwandte, von der man sagte, dass sie keine Kinder bekommen kann, ist jetzt im sechsten Monat schwanger. Sie wird in ihrem hohen Alter einen Sohn zur Welt bringen. Gott hat es ihr zugesagt, und was Gott sagt, das geschieht!‘ ‚Ich will mich dem Herrn ganz zur Verfügung stellen‘, antwortete Maria. ‚Alles soll so geschehen, wie du es mir gesagt hast.‘“
Ich möchte ein paar Aspekte dieser Bibelstelle aus psychologischer Sicht herausarbeiten. Ich habe grundsätzlich zwei Dinge zu diesem Thema zu sagen. Zunächst ist das Bild von Mutter und Kind ein uraltes Bild. Es ist älter als das Christentum. Und der Grund dafür ist, dass jede Kultur, die das Bild von Mutter und Kind nicht als heilig betrachtet, gescheitert ist. Denn das Bild von Mutter und Kind ist das eigentliche Bild von Liebe, mütterlicher Liebe, Leben, Fortpflanzung, Kontinuität, Opferbereitschaft. (…) Aus psychologischer Sicht ist die opferbereite Beziehung der Mutter zu ihrem Kind der Kern dieser biblischen Geschichte und ihr grundlegendes Motiv.
Das nächste grundsätzliche Thema, das sich in diesem Motiv offenbart, ist möglicherweise, dass die Definition des Weiblichen biologisch gesehen nicht im chromosomalen Unterschied besteht. Der chromosomale Unterschied ist ein Spiegelbild eines grundlegenderen Unterschieds. Weiblich bedeutet biologisch gesehen, dass es sich um das Geschlecht handelt, das mehr zum Fortpflanzungsprozess beiträgt.
Angefangen auf der Ebene von Spermium und Eizelle, liegt der Großteil der Fortpflanzungsverantwortung, insbesondere in der Anfangsphase, eindeutig bei den Frauen. Und so erscheint es, als ob die Mutter und Gott das Kind zeugen, während der Vater nur eine Kleinigkeit zu diesem Prozess beiträgt. Nun, in Marias Fall wird das Ganze offensichtlich auf die Spitze getrieben, aber zumindest spiegelt die Geschichte diese zugrundeliegende biologische Realität wider.
Nicht zuletzt sagt Maria, die den Geist der Mutterschaft verkörpert, „Ja“ zu ihrem Kind. Nun wissen wir nicht, was Maria vom Engel über das Schicksal ihres Kindes erfahren hat, dass es nämlich ein sehr brutales und großes Schicksal haben wird. Aber das ist unterm Strich das Schicksal aller Kinder.
Einer der Gründe, warum wir in der modernen Welt eine Geburtenkrise haben, liegt darin, dass Frauen heute die Welt betrachten und a) nicht bereit sind, dieses Opfer zu bringen, und b) denken: Wer würde es schon wagen, ein Kind in eine Welt wie diese zu setzen? Die Antwort lautet: Wir haben schon immer Kinder in eine Welt des Todes und des Bösen gesetzt.
Es gibt keine tiefere Reflexion des grundlegenden Glaubens an das Gute im Sein und Werden als die Entscheidung einer Frau, sich von ganzem Herzen und ohne Vorbehalte in die Beziehung zu ihrem Kind zu stürzen. Und all das – und natürlich noch viel mehr – ist in der Botschaft der unbefleckten Empfängnis enthalten. (…)
Das Element der unsicheren Vaterschaft
Weiter heißt es in der Bibel (Matthäus 1:18-23):
„Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe sie zusammenkamen, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, der fromm und gerecht war und sie nicht in Schande bringen wollte, gedachte, sie heimlich zu verlassen. Als er noch so dachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: ‚Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben‘, das heißt übersetzt: Gott mit uns.“
Ich denke, die einfachste Erklärung auf der biologischen Seite ist die der unsicheren Vaterschaft. Bevor DNA-Tests möglich wurden, gab es in jeder Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau das Element der unsicheren Vaterschaft. Eines der Dinge, mit denen ein Mann zu kämpfen hat, wenn seine Frau schwanger ist, ist diese Vaterschaftsunsicherheit.
Seine Bereitschaft, in gutem Glauben zu handeln, hängt natürlich von der Integrität der Ehe ab. Aber es ist diese Bereitschaft, in gutem Glauben zu handeln, die tatsächlich für die Stabilität der Familie sorgt. Denn es wäre furchtbar, wenn ausgerechnet hier Zweifel aufkommen können. Auch darum geht es in dieser Geschichte. (…)
Eine klassische Heldengeschichte
Über die Geburt Jesu heißt es (Lukas 2, 1-12):
„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: ‚Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.‘“
Zunächst muss man festhalten, dass Christus unter der Herrschaft des Staates geboren wird. Das wird deutlich durch die Volkszählung und die erzwungene Wanderschaft der Menschen. Der Staat hat ein tyrannisches Element. Jeder Mensch, sogar der Retter der Welt, wird in eine Situation hineingeboren, in der er mit der Tyrannei des Staates im Hintergrund zu kämpfen hat (der damalige römische Kaiser Augustus führte als Cäsars Adoptivsohn den Titel „Divi filius“, auf Deutsch „Sohn des Vergöttlichten“, Anm. d. Red.).
Wir haben also den wahren Gott, der zu einer Zeit geboren wird, in der es einen falschen Gott gibt, der das Produkt eines tyrannischen Staates ist. Eine klassische Heldengeschichte. Also wer ist hier der wahre Gott? Nun, es ist ein Baby. Wird also jedes menschliche Baby, das das Potenzial hat, an der Erlösung der Welt mitzuwirken, an einem prekären Ort geboren? Nun, auch das ist eine biologische Realität, denn alle menschlichen Säuglinge sind unglaublich bedroht.
Sie sind extrem abhängig. Sie sind sehr, sehr verletzlich. Wir werden unter der Tyrannei des Staates geboren. Wir werden in Beziehung zur Natur und sogar zur niederen Natur geboren, wofür die Krippe steht. Es geht also um das Auftauchen des Höchsten und des Niedrigsten als Gegenpol zum falschen Höchsten, also Augustus.
Das wird dann bis zu einem gewissen Grad mit der Verkündigung an die Hirten wiederholt. Es ist so, als würde man fragen: Wer hat von der Geburt Jesu Wind bekommen? Nicht die Leute am Hof, sondern die Hirten. Auch die Hirten sind eine interessante Wahl, denn natürlich gibt es eine Verwandtschaft zwischen dem Hirten und dem Propheten, die sich durch das gesamte Alte Testament zieht.
Diese Bildsprache wird im Neuen Testament immer wieder aufgegriffen. Hirten kümmern sich um die Schwachen. Das ist im Wesentlichen ihre Aufgabe. Und sie tun das unabhängig und verantwortungsbewusst. Und obwohl sie zum niederen Volk gehören, sind sie es doch wieder nicht, weil sie Prototypen von etwas viel Größerem sind.
Obwohl sie also einen niedrigen sozioökonomischen Status haben, ist die Tatsache, dass ihnen die Geburt Christi verkündet wird, ein Hinweis auf die universelle Heilsnatur seiner Geburt und Mission. Das alles geschieht in Gestalt dieser Hirten.
Dies ist ein Auszug aus einem Video von Jordan B. Peterson.
Erläuterung zum Foto oben: Es zeigt den Innenraum der Dreifaltigkeitskapelle bei Mikulášovice (ehem. Nixdorf, Schluckenauer Zipfel, heute Tschechien), Kaple Nejsvětější Trojice. Fotografiert wurde es von unserem Autor Stefan Klinkigt im Jahr 2023.
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Je älter ich werde, desto weniger interessiert mich Weihnachten, außer als Geburt der Erlösung, des Potentials der Erlösung. Richtig interessant wäre doch nur, ob und wie es postmortal weiterginge. Entsprechend so zu leben, wie wenn es nicht weiterginge, und zugleich, wie wenn es weiterginge. Der Stoiker Seneca empfiehlt, vorab zu imaginieren, wie es wäre, vor das jenseitige Gericht zu treten. Hat Peterson sich dieser Übung unterzogen? Er und seine Tochter scheinen seine derzeitige Erkrankung auf bösartige spirituelle Einflüsse von außen zurückzuführen, so etwas wie schwarzmagische Praktiken. Würde er Senecas Empfehlung folgen, gerne in christlichem Kontext, müsste er sich seinem eigenen Anteil an seiner Erkrankung stellen und könnte damit hoffentlich äußere Einflüsse abwehren.
Wer nichts weiss, aber auf alle Fragen eine Antwort hat, ist ein gläubiger Zeitgenosse. Hüte dich vor denen.
@Frau Grimm … warum sollte man die Bibel lesen (ich habe das ausgiebig gemacht)? Man muß sich auch nicht jeden Hollywood-Schinken anschauen oder jeden Tatort gesehen haben. Man braucht auch nicht den Juden-, Christen- oder Muslimischen Gott debattieren. Außer Krieg, haben diese Götter nichts nachweisliches gerissen. Ihr Jesus sagt sogar selbst, „mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Dann können wir immer noch die christlichen Angebote abklopfen, wenn wir diese Welt verlassen haben & zur großen Armee abgetreten sind. Wenn man Jesus aber als Jude & nicht als Christ oder Muslim versteht, wird erst ein (politischer) Schuh draus. Ich feiere immer die originale & echte Weihnacht, die Wiedergeburt Baldurs & daß es wieder Licht werden möge. Ich wünsche allen Christen, wie auch jenen, welche dieses Abrahamitische Teufelszeug, egal ob Jude, Christ oder Muslim, loswerden wollen, eine Frohe Weihnacht & den Blick aus aller Stille & Einkehr auf die Wilde Jagd, ohne entdeckt zu werden.
Ich möchte gerade zu Weihnachten besonders denjenigen gratulieren, die mit Rüstungsaktien und Gottes Segen viel, viel Geld verdient haben. Sie haben damit unsere Rüstungsindustrie unterstützt, die für unsere Sicherheit sorgt. Wenn Sie im Januar 2022 eine Aktie von Rheinmetall für unter 80 Euro gekauft haben, muss es Ihnen vorgekommen sein wie Jesus, als er in der Wüste ein paar schlappe Brote und Fische an Tausende verteilte und die Dinger einfach immer wieder irgendwie „nachwuchsen“: Ihre Aktie wurde – durch den Segen Gottes – immer teurer und teurer und teurer bis sie Ende September 2025 bei 2000 Euro ankam. Wenn Sie 2022 ganze 10.000 in Rheinmetall investiert haben sollten, haben Sie jetzt durch den Willen und Segen Gottes über 250.000 Euronen. Andere Baustelle: Ohne die Rüstungsfirma Renk läuft etwa in Sachen Antriebssysteme in Panzern gar nix mehr rund, aber nicht nur da. Mehr als weltweit 70 Armeen vertrauen auf die Systeme von Renk, eine davon ist die israelische. Als Merz den Teilstopp der Rüstungslieferung nach Israel proklamierte, kündigte Renk sofort seine Unterstützung für Israel an, indem das Unternehmen mitteilte, dann eben von ausländischen Zweigniederlassungen aus Israel zu beliefern. Man muss schon Antisemit sein, um gegen Renk zu sein. Eine Belohnung vom lieben Gott gab es auch: Wer so mutig Israel unterstützte, indem er Renk-Aktien kaufte, konnte sich darüber freuen, dass seine Aktien, die er im Januar 2025 für schlappe 18 Euro kaufte, innerhalb von 10 Monaten auf 88 Euro gestiegen sind. Ja, Gott belohnt die Standfesten, die zu Israel stehen!!! Also, Frau Grimm, noch haben Sie Zeit, Ihre Sünden zu bereuen und sich zu Israel zu bekennen: Die Renk-Aktie ist in den letzten Wochen wegen dem drohenden Ukraine-Frieden von 88 Euro auf jetzt 52 Euro abgerutscht. Das ist ein Schnäppchen, denn das Ding steigt gerade wieder. Jetzt Israel unterstützen und dabei noch Kohle machen. Was will man mehr? Greifen Sie zu!
War es damals nicht so, daß ledige Mütter mit Kindern und Mütter die Ehebruch begingen, große Probleme bekamen? Falls Josef so alt war, wie beschrieben, wer hätte dann geglaubt, daß das Kind von ihm ist? So gesehen kann die Geschichte mit der unbeflekten Empfängnis auch ganz prosaische Gründe haben.
@Weihnachten 2025:
♦Allen Christen und solchen, die gern Christen werden möchten, wünsche ich frohe und gesegnete Weihnachten und immer neu die Erkenntnis, was das Kommen Jesu in die Welt, sein Kreuzestod und seine Auferstehung für die Menschheit bedeuten.
♦Allen anderen wünsche ich schöne freie Tage ohne Stress und Streit.
☆ ☆ ☆
♦Allen „Friedfürchtigen“ wünsche ich tiefe metaphorische Blicke in die Hölle jedes Krieges.
– - – (Bilde ich mir ein, dass diejenigen, die vor vierzig und fünfzig Jahren an Friedensmärschen teilgenommen haben, heute die schlimmsten Kriegstreiber sind?)
♦Sollte ich den Kriegstreibern leibhaftige Teilnahme an den Fronten der Kriege wünschen, die sie so heiß ersehnen?
Nein, natürlich nicht!
Aber ich wünsche ihnen ebenfalls tiefe metaphorische Blicke in die Kriegshölle.
♦Allen Besitzern von Rüstungs-Aktien, die sich an jeder Kurssteigerung berauschen, wünsche ich vollkommene Klarheit darüber, dass sie am Morden, Zerfetzen von Menschenkörpern, am Anrichten von Blutbädern, am Vernichten von Mensch und Kultur DIREKT beteiligt sind und aus alledem PROFIT ziehen wollen. Kriegsgewinnler werden solche Leute genannt.
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Wie wär’s mit Friedensgesprächen mit Putin •und• Selenskyi in EHRLICHER Absicht, Frieden herbeizuführen??
Das ist mein wichtigster Weihnachtswunsch!
Ich will Petersons Interpretation gar nicht kritisieren, die ist o.k., so kann man die Geschichte ohne Weiteres sehen.
„Der Name Antipas ist eine relativ selten belegte Kurzform des verbreiteten Namens Antipatros, was svw. Stellvertreter oder “Ebenbild des Vaters„ bedeutet. In der Bibel wird der Name Antipas nur ein einziges Mal erwähnt: In Offb 2,13 EU wird der Name eines frühchristlichen Märtyrers mit Antipas angegeben.“ wikipedia
Herodes bezeichnete sich als Stellvertreter (des Vaters), gemeint ist sicher der Senior, und nicht der Stellvertreter Gottes. Aber der „Stellvertreter“ ist im Spiel.
Zu Jesu Zeit galt die patriarchale Ordnung, was erst später geändert worden ist. Die Geschichte wird damit verwirrender. Joseph war aus dem Geschlecht Davids. Glaube wir das einfach, wie kann Jesus aus demselben Geschlecht sein, wenn Joseph gar nicht der Vater ist?
„ Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu reden mit dem HERRN, wie wohl ich Erde und Asche bin.“ Gen 18, 26-27
Gott tat zwar wie in jedem vernünftigen Glauben Wunder, aber eine Erblinie hat er bis dahin nicht aufgebaut gehabt.
„ Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem Erdenkloß, uns blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele.“ Gen 2, 6-7
Die Menschen waren sterblich, sie waren zwar wie „Gott“ durch den Verzehr verbotener Früchte, dem neuen Bewußtsein von Gut und Böse, aber bis zum Baum des Lebens kamen sie nicht. Gott hat sie vorher gestellt und rausgeworfen.
Unsterblichkeit gab es im A.T. nicht. – Daran glaubten die Juden auch nicht. Das hat sich erst später geändert.
„ Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“ Gen 3, 18-19
.. Staub zu Staub. Jesu Davids-Herkunft wird so oder so zur Konstruktion. – Die Frage nach dem Davidssohn wird relevant. Die Erblinie wird von Jesus bestritten.