Gastautor / 11.03.2012 / 21:25 / 0 / Seite ausdrucken

10 000 Tonnen sind ganz schön viel, oder?

Dirk Weidner

Deutschlands Medien sehen ihre Aufgabe nur partiell darin, mit einer gewissen Sachlichkeit zu berichten. Vielmehr hat auch der deutsche Journalismus hier und da gerne mal eine Agenda. Kernkraft und das „dagegen-sein“ gehört dazu. Es wird also nicht sachlich, sondern, um es vorsichtig in Worte zu kleiden, ein wenig tendenziös berichtet.

So beispielsweise im Rahmen der aktuellen Aufarbeitung von Fukushima, und der dortigen Natur-, sorry: ATOM-Katastrophe.

Man verliert in den deutschen Medien kaum ein Wort darüber, dass, im Gegensatz zu über 15.000 Naturkatastrophenopfern bislang kein einziger Mensch an Radioaktivität gestorben ist – wohl aber belehrt man die deutschen, dass sage und schreibe 10.000 t radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer geflossen seien.

10.000 t !!!

Ich gebe zu, auf den ersten Blick eine unvorstellbar große Zahl, keine Frage. Leider, und dies scheint in Deutschland sonst niemanden aufzufallen, steht diese Zahl ganz für sich alleine im luftleeren Raum, sie wird nämlich keinen Bezugsgrößen gegenüber gestellt.

Dabei wäre es doch mal interessant zu wissen, wie groß eigentlich die Gesamtmenge des Wassers in den Ozeanen ist, um vor diesem Hintergrund sich einen eigenen Reim darauf machen zu können, wie sehr denn nun diese 10.000 t ins Gewicht fallen.

Ein wenig googlen brachte mich vorhin zu folgenden Ergebnissen:

1 t Wasser entspricht ca. 1m³ Wasser.  (Und mit der relativierenden Angabe „ca.“ können wir, wie das Gesamtergebnis zeigt, gut leben!)

Somit geht es also um ein Volumen von 10.000 m³ „radioaktiv verstrahltem“ Wasser (was auch immer unter der Beschreibung „radioaktiv verstrahlt“ zu verstehen sein mag, denn das ist ja bekanntlich ein weites Feld!)

Im nächsten Schritt kommen wir nicht drum herum, den Schritt zu gehen von m³ zu km³:

1 km³ entspricht 1.000.000.000 m³

Nach Adam Riese können wir also festhalten, dass die eingangs erwähnten 10.000 t Wasser exakt 0,001 % von einem 1 km³ Wasser entsprechen. Schon das ist recht wenig.

Wenn man nun noch bedenkt, dass die Wassermenge global auf ca. 1,4 Milliarden (!!!) km³ geschätzt wird, darf man recht locker zu der Feststellung kommen, dass die 10.000 t sich in den Weltmeeren ungefähr so verhalten, wie ein Fliegenschiss im Universum: sie fallen nicht weiter ins Gewicht.

Den deutschen Atomaussteigern kommt man hingegen nicht mit diesen Ergebnissen simpler Mathematik. Denn nur fernab der Gesamtrelation haben die 10.000 t Gewicht, nur dann unterstützen sie die Ausstiegs-Agenda und klingen so richtig schön nach menschengemachter Naturkatastrophe.

Leserbriefe dazu:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/leserbriefe/article/wasser_in_wein_gerechnet/
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/leserbriefe/article/es_muss_noch_viel_getan_werden/
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/leserbriefe/article/journalisten_sind_gruen/
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/leserbriefe/article/journalisten_sind_gruen/

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