1.089-mal Transformation

Die Bundesregierung hat ihren zweiten „Transformationsbericht“ vorgelegt, der als Grundlage für die Weiterentwicklung der „Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ dienen soll. Das Werk trägt den Titel „Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeit, soziale Gerechtigkeit“. Lesen Sie dessen irre Enstehungsgeschichte und was der ehemalige Kanzlerinnen-Berater Hans Joachim Schellnhuber damit zu tun hat.

Um die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zu erreichen, gebe es in den Bereichen Gesundheit, Bildung und soziale Gerechtigkeit noch einiges zu tun, heißt es seitens der Regierung. Was das im Einzelnen bedeutet, wird in dem 45 Seiten umfassenden Bericht nun ausgeführt. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie ist laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) ein „ganzheitlicher, integrativer Ansatz“, der die „drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales“ betrifft und „auf eine wirtschaftlich leistungsfähige, sozial ausgewogene und ökologisch verträgliche Entwicklung“ zielt, wobei „die planetaren Grenzen unserer Erde zusammen mit der Orientierung an einem Leben in Würde für alle die absoluten Leitplanken für politische Entscheidungen bilden“. Durch ein entsprechendes Maßnahmenprogramm soll beispielsweise konkret „eine klimaneutrale Verwaltung“ bis zum Jahr 2030 erreicht werden.

Tatsächlich bedeutet die Nachhaltigkeitsstrategie nichts anderes als das Bekenntnis zur umfassenden Umsetzung der siebzehn von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 beschlossenen globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, kurz: SDG) im Rahmen der sogenannten Agenda 2030, deren vollständiger Titel „Transformation unserer Welt: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ lautet. Spätestens seit 2015 geistert also der Begriff der „Transformation“ durch die Sphären der globalen Politik und wurde etwa von Angela Merkel im Januar 2020 aufgegriffen, als sie in Davos von „Transformationen von gigantischem, historischem Ausmaß“ sprach.

Es lohnt sich, diese Rede, die auf der offiziellen Webseite der Bundesregierung dokumentiert ist, noch einmal in vollem Wortlaut zu lesen. Weiter sagte Merkel beispielsweise darin:

„Diese Transformation bedeutet im Grunde, die gesamte Art des Wirtschaftens und des Lebens, wie wir es uns im Industriezeitalter angewöhnt haben, in den nächsten 30 Jahren zu verlassen – die ersten Schritte sind wir schon gegangen – und zu völlig neuen Wertschöpfungsformen zu kommen, die natürlich auch wieder eine industrielle Produktion enthalten und die vor allem durch die Digitalisierung verändert worden sind. Wir haben ja eine zweite Riesentransformation zu bewältigen. Und wir hoffen, dass sich die Transformation zur CO2-Emissionsfreiheit mit der Digitalisierung verstärken wird und die Digitalisierung das erleichtern kann.“

Außerdem merkte sie an, dass „78 Prozent unseres Energieverbrauchs in das Heizen, in die Mobilität oder in die industrielle Produktion gehen.“ Sie kündigte zudem „dramatische Veränderungen“ an, für die „staatliche Rahmenvoraussetzungen“ geschaffen werden müssten, und sie stellte die Frage: „Wie versöhnt man diejenigen, die an den Klimawandel einfach nicht glauben wollen und die so tun, als wäre das eine Glaubensfrage?“

„Die globale Krise der Moderne überwinden“

Im Grunde formulierte Merkel in dieser Rede einzig und allein den in der Agenda 2030 vereinbarten globalen wirtschaftlichen Umbau und signalisierte die Bereitschaft Deutschlands, dabei mit gutem Beispiel voran zu gehen. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass schon 2011 der „Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“ (WBGU) ein Gutachten erstellt hatte mit dem Titel „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“. Darin begründet er nach eigenen Angaben „die dringende Notwendigkeit einer post-fossilen Wirtschaftsweise, zeigt zugleich die Machbarkeit der Wende zur Nachhaltigkeit auf und präsentiert zehn konkrete Maßnahmenbündel zur Beschleunigung des erforderlichen Umbaus“.

Der WBGU wurde bereits vor gut 30 Jahren, nämlich 1992 im Zuge der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro unter der gemeinsamen Federführung des Bundesumwelt- und des Bundesforschungsministeriums als Beratungsgremium eingerichtet. Die neun Mitgliedern werden von den entsprechenden Bundesministern jeweils für vier Jahre berufen. Die Aufgabe des WBGU ist es, „die globalen Umweltveränderungen und ihre Folgen zu begutachten und Vorschläge zu deren Bewältigung in ihrem ökologischen, sozialen und ökonomischen Kontext zu unterbreiten“. Der Beirat soll damit „zur Urteilsbildung der verantwortlichen Instanzen und der Öffentlichkeit beitragen“.

Federführend bei besagtem Gutachten war Hans Joachim Schellnhuber, der 1991 Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) war, unter anderem eine Gastprofessor an der Tsinghua-Universität in China innehatte und ab Dezember 2023 als Generaldirektor des International Institute for Applied System Analysis nach Laxenburg (Österreich) wechseln wird. Die Kernaussage des Gutachtens wird in einer Übersicht wie folgt zusammengefasst:

„Damit die Transformation gelingen kann, muss ein Gesellschaftsvertrag zur Innovation durch einen neuartigen Diskurs zwischen Regierungen und Bürgern innerhalb und außerhalb der Grenzen des Nationalstaats geschlossen werden. Nur mit einem tiefen gemeinsamen Verständnis von klimaverträglicher Wertschöpfung und nachhaltiger Entwicklung lässt sich die globale Krise der Moderne überwinden. Mit dem Gutachten zeigt der WBGU Perspektiven für die Zukunft nachhaltigen Wirtschaftens auf, die nach dem atomaren Desaster von Fukushima erst Recht auf der Agenda der nationalen und internationalen Politik stehen müssen.“

18.500 Menschen starben im März 2011 durch das Seebeben und den Tsunami in Japan. Doch laut WBGU-Gutachten soll das Unglück offenbar vor allem als „atomares Desaster“ ins kollektive Gedächtnis eingehen.

„Allianz für Transformation“

In dem 448-seitigen Gutachten taucht der Begriff „Transformation“ sage und schreibe 1.089-mal auf und die Wortverbindung „Große Transformation“ immerhin 71 mal. Wohlgemerkt im Jahr 2011! Übrigens ist Schellnhuber in letzter Zeit vor allem dadurch aufgefallen, dass er persönlich Inlandsflüge, die er generell am liebsten verbieten möchte, durchaus zu schätzen weiß. Mindestens seit 2011 wird also der Begriff der Transformation den bundesdeutschen Politiken schmackhaft gemacht. So wundert es wenig, dass Kanzler Scholz im vergangenen Jahr den Startschuss für eine „Allianz für Transformation“ gegeben hat, die dem „Austausch über verlässliche Rahmenbedingungen für den Transformationsprozess Deutschlands“ dienen soll.

Vor der diesjährigen Sommerpause folgte der „Transformationsbericht zu Internationaler Verantwortung und Zusammenarbeit“ der Bundesregierung. Und nun also der aktuelle Transformationsbericht „Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeit, soziale Gerechtigkeit“. Der erste Satz der „Zusammenfassenden Empfehlungen“, die dem Bericht vorangestellt sind, klingt so: „Der Transformationsbereich 'Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit' stellt die soziale Dimension der Nachhaltigkeit und ihre Bedeutung für die Transformation zur Nachhaltigkeit in den Fokus.“

Weiter wird betont: „Damit die Transformation zur Nachhaltigkeit gelingt, gilt es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um das Individuum selbst zu unterstützen und zu befähigen, mit den Herausforderungen der Nachhaltigkeitstransformation umzugehen und diese für sich zu gestalten, geeignete Strukturen und Institutionen weiterzuentwickeln und aufzubauen, sowie die gesamtgesellschaftlichen Kapazitäten zu stärken. Denn die Transformation muss aktiv und selbstbestimmt von allen Menschen mitgestaltet werden.“

Daher plane die Bundesregierung, dass die ressortübergreifende Zusammenarbeit auf Bundesebene vertieft werden soll. Außerdem soll „zur Förderung einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik“ eine „ressortübergreifende Arbeitsgruppe Vorschläge für die Stärkung des 'Health in All Policies'-Ansatzes auf Bundesebene“ erarbeiten. Mit „Health in All Policies“ (kurz: HiAP)  ist gemeint, dass das Thema Gesundheit in allen Politikfeldern verankert werden soll. Es handelt sich um eine von der WHO verfolgte Strategie, die eine ressort- sowie politikfeldübergreifende Zusammenarbeit im Sinne der Gesundheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verfolgt. In Hinblick auf den Pandemievertrag und die Internationalen Gesundheitsvorschriften, die zur Zeit von der WHO erarbeitet werden, wirkt dieser Ansatz auf Bundesebene nicht unbedingt vertraueneinflößend.

„Pandemien wie COVID-19“

Darüber hinaus sollen „nachhaltige Angebote der Aus-, Fort- und Weiterbildung“ ausgebaut werden, „damit alle Menschen über die notwendigen Fähigkeiten zur Gestaltung der Transformation zur Nachhaltigkeit verfügen“. Wörtlich heißt es: „Um eine 'Kultur der Nachhaltigkeit' mit breitem gesellschaftlichen Rückhalt zu verwirklichen, wird eine zielgruppenspezifische Nachhaltigkeitskommunikation angestrebt.“ Auf globaler Ebene sollen internationale Foren und Formen der Zusammenarbeit oder des „Peer Learning“ verstärkt genutzt werden.

Um „die globale Gesundheit zu fördern“, soll der „One Health-Ansatz“ im Rahmen der „Strategie der Bundesregierung zur globalen Gesundheit“ einen größeren Stellenwert erhalten. Das ressortübergreifende „informelle Netzwerk One Health“ soll prüfen, welche Maßnahmen geeignet sind, um die „Umsetzung des One Health-Ansatzes deutlich voranzubringen“. Auch an diesem globalen „One-Health-Aktionsplan“ ist die WHO beteiligt: Zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH, gegründet als OIE) will die WHO durch einen Fünfjahresplan (2022 bis 2026) Gesundheitsbedrohungen besser vorbeugen. Dabei geht es etwa um die „Abwehrkräfte der Welt“ gegen „Pandemien wie COVID-19“.

So wird auch im Bericht der Bundesregierunge hervorgehoben:

„Menschliches Wohlbefinden hängt wesentlich mit der persönlichen Gesundheit zusammen, die ein selbstbestimmtes Leben und die Teilhabe an Bildung sowie am Wirtschafts- und Gesellschaftsleben unterstützt (SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen). Gesundheit ist somit ein wichtiger Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft. Die Erfahrungen der COVID-19-Pandemie verdeutlichen die besondere Relevanz von Gesundheit für alle Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Wesentlich für das Erreichen des SDG 3 sind nachhaltige und leistungsstarke Gesundheitssysteme und der breite Zugang zur allgemeinen Gesundheitsversorgung sowie zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen.“

„Strategie gegen Einsamkeit“

Neben dem Thema Gesundheit stehen die Bereiche Aus- und Weiterbildung sowie „Teilhabe für alle“ im Mittelpunkt des Transformationsberichts. Dazu wird beispielsweise angemerkt: „Um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Innovationspotentiale der Transformation zur Nachhaltigkeit zu heben, sind entsprechende Schlüsselkompetenzen sowie Bildungszugänge entlang der gesamten Bildungskette erforderlich.“ Selbst um „gesunde Ernährung und Bewegung“ machen sich die Autoren des Berichts Gedanken. Die Förderrichtlinie „Interventionsstudien für gesunde und nachhaltige Lebensbedingungen und Lebensweisen“ verfolgt beispielsweise das Ziel, eine „bis dato in Deutschland noch nicht vorhandene Evidenz für wirksame Maßnahmen zu einer grundlegenden gesellschaftlichen Transformation in Richtung gesundheitsförderlicher sowie ökologisch nachhaltiger Lebensbedingungen und Lebensweisen zu generieren“.

Ein weiteres Thema im Rahmen des Nachhaltigkeitsziel 4 der Agenda 2030 ist das lebenslange Lernen für alle. Mit dem „DigitalPakt Alter“ will der Bund die Technik- und Medienkompetenz und dadurch auch die „gesellschaftliche Teilhabe“ älterer Menschen stärken. In Zeiten von digitalen EU-Brieftaschen und elektronischer Patientenakte bekommt dieser Pakt tatsächlich eine besondere Bedeutung. Sogar eine „Strategie gegen Einsamkeit“ hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht. Auch auf das „Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“ (LkSG), das am 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist, ist die Bundesregierung stolz und blendet problematische Aspekte offenbar aus. Damit all die großartigen Maßnahmen der Bundesregierung bei ihren von der Wiege bis zur Bahre betreuten Bürgern auch richtig ankommen, setzt sie auf eine „zielgruppenspezifische Nachhaltigkeitskommunikation“. So wird betont: „Ziel muss es sein, Informationen gut verständlich und ansprechend zu vermitteln, um möglichst viele Personen erreichen und einbeziehen zu können.“

Der Bericht zum Transformationsbereich „Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit“ wurde übrigens gemeinsam von dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unter Beteiligung des Auswärtigen Amts (AA), des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), des Bundesministeriums der Justiz (BMJ), des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erstellt und baut auf einer thematischen Aussprache des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung vom 27. März 2023 auf. Am Entstehungsprozess beteiligt waren zudem der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 (wpn 2030) und die im September 2022 wiederberufene Dialoggruppe des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung. Darüber hinaus wurden das Positionspapier des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung (PBnE) sowie schriftliche Stellungnahmen des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) berücksichtigt.

Wer mit dem Transformationsbericht noch nicht genug bekommen hat, kann sich an inhaltlich vergleichbaren Publikationen des WBGU erfreuen: etwa am Gutachten „Gesund leben auf einer gesunden Erde“. Die Zusammenfassung liest sich vielversprechend:

„Die Vision 'Gesund leben auf einer gesunden Erde' stellt die Untrennbarkeit der Gesundheit von Mensch und Natur und damit ein erweitertes Gesundheitsverständnis ins Zentrum: Menschliche Gesundheit im umfassenden Sinne der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern einen Zustand des vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens beschreibt, ist auf eine 'gesunde' Erde mit funktionierenden, resilienten und leistungsfähigen Ökosystemen und einem stabilen Klima angewiesen.“

Und wer es etwas unterhaltsamer mag: Der WBGU bringt auch Comics heraus wie etwa zur „Großen Transformation“ und zum „Urbanen Planeten“. Diese können sogar kostenlos downgeloadet werden. Der erstgenannte Comic ist allerdings nur in englischer und griechischer Sprache abrufbar. Dafür begegnet einem darin Schellnhuber persönlich als Comicfigur.

Lesen Sie auch zum Thema: „Des Kaisers nachhaltige Kleider“ von Dirk Maxeiner.

Foto: Stefan Klinkigt

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Sigrid Leonhard / 30.08.2023

@A. Ostrovsky, ” Die alten verschrumpelten Kartoffeln haben ihre gute Zeit gehabt und haben sie vertan, mit sinnlosem Arbeiten. Wir heulen ihnen keine Träne nach. Zu spät, zu wenig, zu billig.” Die verschrumpelten Kartoffeln haben ihr Land wieder aufgebaut und vertrauten darauf, dass ihre Angestellten in der Politik ebenfalls ihren beeideten Auftrag (Arbeit zum Wohl der Auftraggeber, die sie bezahlen) erfüllen. Quid pro Quo. Die Politikos haben ihren Auftrag nicht erfüllt, die hatten noch lukrativere Angebote nebenher. Das hätte ich nicht erwartet. Gut, mich kotzt das ganze gesellschaftliche Gefüge schon seit langem an - habe schon seit Jahrzehnten keine Lust mehr auf Massenevents, weil mir das Schauer über den Rücken verursacht. Wusste nicht warum, seit mindestens 3 Jahren weiß ich das.

A. Ostrovsky / 30.08.2023

@Ludwig Luhmann : (Teil 2). Wir machen es falsch. Wir machen es eigentlich alle falsch und der ganze Streit geht nur darum, wer es falscher macht. Aber es bewegt sich so nichts. Ich zähle mal einiges auf, was wir nicht brauchen: Wir brauchen keine Kampagnen im FDJ-Stil, wir müssen uns nicht unterhaken und im Gleichschritt marschieren und niemanden allein lassen. Wir müssen nicht alle im gleichen Takt hüpfen. Wir brauchen keine Graichens, die erst die Absicht haben, CO2 zu sparen, dann ein Tafelwerk der oberen Klassen nehmen und daraus dann die Weltformel abschreiben wollen, nach der die geistige Elite seit Jahrhunderten sucht.. Wir brauchen keine Zerstörer, die das alte zerstören oder verbieten wollen und jeden empfindlich bestrafen der Widerstand leistet. Wir brauchen keine alten Tanten, die die Augen aufreißen und mit langgezogenem Ooo immer Toood rufen. Wir brauchen keine Zigaretten-Millionärinnen, die jetzt den Wert der sauberen Luft entdecken wollen. Wir brauchen aber auch keine Oysisi-Negierer, die uns schnell mal erklären, dass es eigentlich gar kein Problem gibt, weil da der zweite Teilsatz immer lauten muss (wegen der Logik), wir sollen uns doch nicht so anstellen. Wir brauchen auch keine “Freunde” aus Übersee, die uns ihr Schlangenöl verkaufen wollen, weil sie uns für blöd halten und die immer auch ein bischen nachhelfen und schubsen. Eine lange Liste und sicher absolut unvollständig. Was wäre denn der bessere Weg? Wir müssten uns miteinander unterhalten können, wie es weiter gehen soll, unabhängig von CO2 oder Schlangenöl. Offen, ernsthaft, ohne Agenda oder Hintersinn, einfach mal Erfahrungen und Wissen austauschen, vielleicht sogar über die Schützengräben hinweg (wie es in den Siebzigern schon mal möglich war). Aber da gibt es keine reale Chance. Kein Mensch darf den Feinden sein Wissen und seine Erfahrungen verraten! Wir sind Feinde. Das ist das Problem. Obwohl “der Westen” den Kalten Krieg mit Taraa gewonnen hat, noch immer und wieder Feinde. Ende.

T. Schneegaß / 30.08.2023

@Sabine Schönfelder: “Den Rest schenke ich mir, sonst verschwinde ich wieder im Nirwana.” Geben Sie diesen Koryphäen bitte weiter den Rest, niemand kann das besser als Sie. Natürlich werden Sie mit Ihren herrlichen und voll in die rotgrünen Hohlkörper treffenden Beiträgen nie in der Rubrik “Kommentar der Woche” landen, was garantiert ganz anders aussehen würde, wenn es dort eine Publikumswertung geben würde. Ich glaube zu wissen, was Ihnen wichtiger wäre. VG aus Sachsen.

Wolfgang Richter / 30.08.2023

@ Leo Hohensee - “sondern einen Zustand des vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens beschreibt, ist auf eine ‚gesunde‘ Erde mit funktionierenden, ... ” Daß das nur Verar…. des Untertanen ist, zeigt eine kleine Episode vor Ort in einer ländlichen Gemeinde von NRW, die -ich glaube- vor ca. 2 Jahren mitten in “Corona” Zeitgeist entsprechend auch den “Klimanotstand” ausgerufen hat, jetzt ein neues Baugebiet ausweist, das bisher nicht möglich war, weil offensichtlich zumindest teilweise im Landschaftsschutz gelegen. Jetzt wird es “Klima-Wohngebiet” mit entsprechend “energetischen Auflagen. Die Grundstücke werden zum Wohle der Gemeindekasse von der gemeindeeigenen Erschließungsgesellschaft verkauft. Und wie die Vergangenheit hier gezeigt hat, werden bei entsprechend monetär gegebenen Anlässen die “Öko-Auflagen” sodann mittels Rats-Beschluß irgendwann erst verwässert, dann aufgehoben, ohnehin nie kontrolliert.

Wolfgang Richter / 30.08.2023

“Um die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zu erreichen,” - Dieser Welt rettende 40-Städte-Bund von Berlin über London bis Frankfurt etc. hat sich ja entsprechend vorgenommen, bis 2030, also in etwas mehr als verbleibenden 6 Jahren, Verbrenner, Fliegen, Fleischkonsum auszumerzen, zum Wohle der gesamten Menschheit, und natürlich der betreuungswürdigen Untertanen vor Ort, denn man das unbotmäßige Leben entsprechend verteuert quasi verunmöglicht. Offenbar gibts dazu in London schon die ersten Meutereien, denn gut 400 der insgesamt 1600 Überwachungskameras zur Umsetzung der dortigen Polit-Agenda sind bereits durch unwillige “Weltenretter” zerstört. Das läßt hoffen, auch darauf, daß “Personenschutz” demnächst keine Gewähr mehr dafür bietet, den Bürger entmündigende und verarmende Politik umzusetzen.

Silas Loy / 30.08.2023

Die Planbarkeit einer Gemeinschaft (lat.: communitas), neudeutsch Gesellschaft, ist der feuchte Traum kommunistischer Utopist:innen und autoritärer Gouvernanten, die irrationale sogenannte CO2-Klimakrise ist dafür lediglich ein Hebel.

Thomin Weller / 30.08.2023

@Ludwig Luhmann Ein Gotteskomplex haben sehr sehr viele Wissenschaftler z.B. auch der lustige Lesch. Thema Offenheit für Innovationen. Über den Begriff Innovation können Bücher geschrieben werden und wurden viele Patentklagen geführt. Wann ist eine Innovation eine Innovation? Echte Innovationen genau wie patentwürdige Ideen können niemals erzwungen oder per Gesetz diktiert oder “beschleunigt” werden. Häufig sind sie einfach nur zufällig. Als logische Folge des Vorherigen wäre es keine Innovation, nix neues. Die Transformation, keiner analysiert die Realität in dem hier und heute, also von wo aus transformiert werden soll und wohin. Eine Verwesung des ehemals Lebenden ist auch eine Transformation. Selbst China hat erkannt das die Armut bekämpft werden muss, während die rotgrüne Pest diese totalitär, massiv ausbaut. Wer das Buch Harry Maier “Soziologie der Päpste Lehre Und Wirkung Der Katholischen Sozialtheorie” kennt, weiß was sich hinter der Sprache des Schellnhuber und Klimaktologen und Wetterhysteriker versteckt. Erst versuchen sie Arbeitsplätze auf der Titanic zu schaffen und nun simulieren sie einen Aufschwung, Innovation per Dekret. Ich glaube Marx hat es mit den zyklischen Krisen des Kapitalismus vorhergesagt. Was macht Deutschland wenn die USA wegfällt!?

W. Renner / 30.08.2023

The Transformers - Lost in Transformation, jetzt in einer Doppelfolge mit Zwischen Müll und Tränen, Olaf der Krisenbeschaffer.

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