Der Habecksche Monsterplan mit den Wärmepumpen wäre für einen Bruchteil der Kosten viel einfacher zu erreichen. Eine CO2-Abscheidung für die Braunkohlekraftwerke würde für den gleichen Effekt nur etwa ein Hundertstel der Kosten verursachen. Warum macht man das nicht? Zu billig? Zu einfach? Zu menschenfreundlich?
Die Inkompetenz des Wirtschaftsministeriums, geführt von Robert Habecks Graichen-Family, setzt sich fort: Zurückgezogene Gasumlage, Ausstieg aus Kernkraftwerken mitten in der größten Energiekrise Deutschlands (Habeck: „Wir haben keine Stromkrise“), Wiederanschalten von Kohlekraftwerken ohne CO2-Abscheidung, das Wärmepumpendesaster und kein Ende in Sicht.
Auf 225 Milliarden Euro schätzt Manuel Frondel vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung die Kosten des Wärmepumpengesetzes. Robert Habeck spricht von 130 Milliarden Euro. Er redet über Geld, das die meisten nicht haben. Selbst wenn man nur die Kosten der Wärmepumpe mit 25.000 Euro berücksichtigt, fallen (ohne Kosten von Gebäudeinvestitionen) bis 2030 bei 6 Millionen Wärmepumpen 150 Milliarden Euro an Kosten an.
In einer Antwort des Staatssekretärs Graichen auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Bartsch erfahren wir die „sensationelle“ CO2-Minderung dieses Verarmungsprogramms für die Mittelschicht: Wenn in 2030 sechs Millionen Wärmepumpen installiert sein sollten, werden durch diesen Aufwand 10,4 Millionen t CO2 vermieden. Das entspricht ungefähr der Emissionen, die beim Abschalten eines Kernkraftwerkes entstehen, wenn der Strom durch Braunkohle ersetzt wird.
Wir rechnen weiter nach: Das sind mickrige 1,4 Prozent der CO2-Emissionen Deutschlands (746 Mio. t CO2 in 2022). Pro Tonne vermiedenem CO2 werden sage und schreibe 14.423 Euro (150 Milliarden Euro geteilt durch 10,4 Mio. t CO2) investiert.
Eine ähnliche CO2-Verminderung würde man erreichen, wenn man ein einziges Braunkohlekraftwerk mit CO2-Abscheidung ausrüsten würde. Das Kraftwerk Schwarze Pumpe emittiert etwa 12 Millionen Tonnen CO2 und würde mit einer Investition von 600 Millionen Euro CO2-frei. Pro Tonne CO2 sind das 50 Euro an Investitionskosten.
Warum ist der Effekt der Wärmepumpe so mickrig? Das zeigt die folgende Tabelle. Gegenüber meinem letzten Newsletter sind die Zahlen nun nicht aus der Literatur, sondern es sind Herstellerangaben. Die Wärmepumpe hat einen CO2-Fußabdruck auf Grund der CO2-lastigen Stromerzeugung. Die oben genannte, mickrige Verminderung tritt übrigens nur ein, wenn nach den Planungen der Bundesregierung bis 2030 tatsächlich ein Anteil von 80 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien (20 Prozent Gaskraftwerke) erzeugt werden. Kommt diese CO2-Verminderung erwartungsgemäß nicht, ist der Milliarden Aufwand nahezu ein CO2-Nullsummenspiel:
CO2-Vergleich Wärmepumpe Erdgaskessel
CO2-Emissionen des Strommix in 2022: 0,494 kg CO2/kWh
Wärmepumpe mit Wirkungsgrad COP 3: 0,165 kg CO2/kWh
Gasbrennwertkessel: 0,178 kg CO2/kWh
Die CO2-Emission eines Gasbrennwertkessels beträgt nach Angaben von Vaillant 0,178 kg pro kWh (0,2 kg Gaskessel – 11 Prozent Brennwerteffizienz). Eine Wärmepumpe mit einem üblichen Wirkungsgrad von COP = 3 (COP = Coefficient of performance) macht aus 1 kWh Strom 3 kWh Wärme. Um eine Erdgasheizung mit einer Wärmepumpe zu vergleichen, muss man also den CO2-Fussabdruck einer kWh Strom (2022: 0,494 kg/kWh) durch 3 teilen. Das sind dann 0,165 kg/kWh für die Wärmepumpe: über 100 Milliarden Euro Aufwand mit nahezu Null CO2-Effekt.
Gleicher Effekt – hundertmal weniger Kosten
Wollte man eine wirkungsvolle und effiziente CO2-Minderung, so müsste man alle ostdeutschen Braunkohlekraftwerke, die noch bis 2038 betrieben werden können, mit einer CO2-Abscheidung ausstatten. Die ostdeutschen Braunkohlekraftwerke produzieren 50 TWh Strom und emittieren etwa 50 Millionen Tonnen CO2. Um die 14 Kraftwerksblöcke CO2-frei zu machen, müssten etwa 8,4 Milliarden Euro investiert werden. Also für einen kleinen Bruchteil (1/20) des Habeckschen Monster-Plans an Investitionen in Wärmepumpen erhält man die fünffache Menge an Emissionsminderung. Die Investition in eine Abgasreinigung in Braunkohlekraftwerke wäre somit um den Faktor 100 effizienter. Warum macht die Politik das nicht? Ich habe keine Antwort.
Deutschland würde auf diese Weise eine unglaublich hohe Wirkung auf die CO2-Bilanz der Welt haben. Nicht wegen der eigenen Emissionen, sondern weil damit ein Weg aufgezeigt wird, wie China, Indien, Indonesien, Pakistan und der Rest der Welt die geplante Nutzung ihrer Kohlevorräte auf technologisch brilliante Weise und kostengüntig von CO2-Emissionen befreien können.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Abscheidung von CO2 und Verpressung in Tiefengesteinen (vorzugsweise Basalt) vor dem Durchbruch steht. Denn die Kosten einer CO2-Abscheidung und die Verpressung in Tiefengestein (CCS) kostet nach Schätzungen von Experten etwa 70 Dollar pro Tonne CO2. (Quellen siehe in meinem Buch „Die große Energiekrise", im Kapitel 4 „Den Krieg gegen die Kohle beenden“).
Denn die Marktwirtschaft wird sich auch hier durchsetzen. Den Kosten von etwa 70 Euro pro Tonne CO2 stehen Einsparungen von 100 € pro Tonne CO2 für nicht mehr zu bezahlende CO2-Zertifikate gegenüber. Und nach den Plänen der EU sollen diese „Straf“-Zertifikate auf demnächst 200 Euro pro Tonne ansteigen.
Aber man wird einwenden: Erst muss doch die Technologie entwickelt werden. Jedoch: Sie gab es bis zum Verbot von CCS in Deutschland in Form einer Pilotanlage in der Schwarzen Pumpe. Massgeblicher Drahtzieher des 2014 beschlossenen CCS Verbots in Deutschland war der damalige schleswig-holsteinische Energiewendeminister Robert Habeck 2014: „Wir wollen kein CCS als Reinwasch-Technologie für die klimaschädliche Kohleverbrennung“.
Das Wunder von Hohenmölsen
Zur Verbreitung meines Buches bin ich zur Zeit viel unterwegs. Vor einigen Tagen war ich in Hohenmölsen, einer Kleinstadt am Rande des Braunkohlereviers PROFEN in Sachsen-Anhalt. Nach der Veranstaltung zog mich ein Mitarbeiter der LEAG zur Seite und teilte mir mit, dass ich mit der Feststellung in meinem neuen Buch, dass die CCS-Anlage (Carbon Capture and Storage) Schwarze Pumpe nach Kanada verkauft worden ist, einem Fake aufgesessen sei. Die LEAG hätte mit Rücksicht auf die Politik die Öffentlichkeit im Glauben gelassen, dass die Anlage nach Kanada verkauft worden sei, damit niemand auf dumme Gedanken kommt, und die Reaktiverung der Anlage fordern könne. Die Anlage steht noch immer an ihrem Platz, die Mess-und Regeltechnik sei zwar ausgebaut, aber man könne sie reaktivieren. Political correctness treibt schon merkwürdige Blüten in Deutschland.
Aber nun kann Olaf Scholz, von dem ich weiß, dass er ein Unterstützer der CCS Technologie ist (Hamburg und Brandenburg waren 2014 die einzigen Länder,die sich gegen das CCS-Verbot im Bundesrat gewehrt hatten), sich doch für die Reaktivierung der CCS-Anlage von Schwarze Pumpe einsetzen.
Ich habe viel gelernt in Hohenmölsen. Wussten Sie, dass der dort geförderten wachshaltigen Braunkohle bis zu 15 Prozent Wachs entzogen wird und der dortige Wachsproduzent Romonta zu den grössten Wachsproduzenten der Welt gehört? Auch diese Arbeitsplätze sind hochgradig gefährdet. Welches Land zerstört sich selbst so radikal wie Deutschland unter grünem Regierungskommando?
Fritz Vahrenholt ist Honorarprofessor an der Universität Hamburg im Fachbereich Chemie und war bis 1997 Umweltsenator der Freien und Hansestadt Hamburg. Von 1998 bis 2013 war er in Vorstandsfunktionen im Bereich der Erneuerbaren Energien bei der Deutschen Shell AG, der Repower Systems AG und der RWE Innogy. Er war bis Ende 2019 Alleinvorstand der Deutschen Wildtier-Stiftung.
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay
Der Inhalt dieses Artikels müsste eigentlich ausreichen, um die gesamte Bundesregierung zum Rücktritt zu zwingen. (Aber was erwartet man in einem Land, wo man bereits die größten Schwierigkeiten hat die korrekte Anzahl der menschlichen Geschlechter im Sinne von 1 plus 1 zu addieren?)
Die letzte Frage kann ich beantworten: Deutschland zerstört sich selbst so radikal wie wohl kein zweites Land, zumindest kein zweites Land mit guter Infrastruktur und Verwaltung, weil eine anti-deutsche Partei via Medien das Sagen hat. Die Gründe für den anti-deutschen Furor dieser Partei sind wahrscheinlich genauso flach, trivial und langweilig wie die Persönlichkeiten ihrer führenden „Politiker“. Vielleicht sind die mal sitzengeblieben, nachdem ein Lehrer ihnen die verdienten 0 Punkte in Mathe oder einem anderen Denkfach verpasst hat, oder ein Konkurrent hatte mehr Erfolg beim anderen, vielleicht auch eigenen, Geschlecht, weil er oder sie einfach netter und anziehender war. Irgend sowas muss es gewesen sein. Grüne Minister und Topjournalisten halten sich selbst für edle Rebellen im Kampfe gegen eine gigantische Mehrheit von Bösdeutschen, denen sie heroisch und fast hoffnungslos gegenüberstehen. Allein schon ihre groteske Selbsteinordnung verrät, dass etwas mit ihrem Selbst- und Weltbild nicht stimmt. Und wer wäre leichter und risikoloser zu hassen und zu zerstören als die eigenen Untertanen? Allerdings ist der kollektive, nicht etwa persönliche, Selbsthass der Grünen nicht der einzige Grund, aus dem sie auf der Enteignung ihres „eigenen“ (im Sinne von Eigentum) Volkes bestehen. Noch weitaus wichtiger dürften das Geld und die Macht sein, die Habeck und der Graichen-Clan den Firmen, mit denen sie geschäftlich verbunden sind, ihrer „Zivilgesellschaft“ und natürlich sich selbst, ihren Verwandten und guten Freunden zuschaufeln – soweit leben sie doch in der Realität. Das Land verschenken sie an die „Weltgemeinschaft“, ohne zu bedenken, dass ein geplündertes Land kein Bürgergeld mehr auszahlen und im Extremfall auch keine wirklichen Fachkräfte mehr beschäftigen kann.
Genau! Theater. Wieder Milliarden Steuergelder im Ofen verbrannt und das Problem nicht mal im Ansatz gelöst. Bis zur nächsten Milliarde dann, solange es noch dumme Steuerzahler gibt, die überhaupt noch Steuern bezahlen können.
Schmeißt Habeck und seine ganze grüne Sippe endlich aus der Regierungsverantwortung. Dann braucht man nicht mehr über solche Ergüsse zu sinnieren.
So sehr ich Herrn Vahrenholt schätze, aber daß er so fest und unkritisch an dieses CO2-Märchen glaubt, das kann ich nicht verstehen.
Auf die Frage, warum die Grünen dieses Wärmepumpen-Projekt verfolgen, gibt es nur zwei Antworten: Entweder sie können nicht rechnen, oder sie wollen die Häuslebesitzer fertigmachen. Für beide Thesen spricht einiges.
So langsam geht mir diese verlogene CO2- Rechnerei mörderisch auf den Sack !!! Es gibt bislang keine beweisbaren Argumente, CO2 für eine dahergeredete, zukünftige Klimakatastrophe verantwortlich zu machen! Alle derzeitigen „Rechenmodelle“, auf deren Basis der ganze Schwachsinn simuliert wird, sind für ein so komplexes System, wie „DAS KLIMA“ – was es als solches wegen der unterschiedlichen Klimazonen auf der Erde ja gar nicht gibt – nicht annähernd geeignet! Geht man von der groben Definition des Klimas aus, dass es sich quasi um eine Zusammenfassung von Gebiets- bezogenen Wettererscheinungen handelt – und prüft man mal die Eintrittswahrscheinlichkeiten von Wettervorhersagen für bestimmte Orte über einen Zeitraum von nur einer Woche – kann man schon mal gut erkennen, was die Aussagekraft der eingangs genannten Klimamodelle so wert sein könnte! Für mich haben die ganzen praktizierten Klima- Hellsehereien – samt der dazugehörigen CO2- Verteufelung – eher etwas von Ketzerei! Die wahren Ursachen von natürlichem „Klimawandel“ – in Form von Eiszeit- Warmzeit- Wechselperioden seit Jahrtausenden, sind zudem auch noch nicht mal gänzlich verstanden worden. Und wer damit trotzdem „Ablass- Geschäfte“ jeglicher Art betreibt und die Leute absichtlich verunsichert, verdummt und verängstigt, ist ein Lügner und Verbrecher – auch jene, die es von Berufs wegen besser wissen müssten und trotzdem schweigen! MfG