Henryk M. Broder / 09.06.2013 / 21:11 / 0 / Seite ausdrucken

Wenn es dem Büti zu viel wird

Falls Sie wissen möchten, was ein von Ihnen bezahlter Europa-Abgeordneter macht, der ein monatliches Grundgehalt von 7.900.- Euro bezieht, dazu eine pauschale monatliche Spesenvergütung von 4.300.- EUR, dazu ein Tagegeld von 304 EUR für jeden Tag der Teilnahme an offiziellen Sitzungen der Gremien des Europäischen Parlaments und dazu bis zu 19.700.- Euro monatlich für die Anstellung von Assistenten und Zulieferern, dann schauen Sie sich mal die Twitter-Seite von Reinhard Bütikofer an. Er twittert! Das heisst, er hält seine Anhänger mit Infos aus seinem aufregenden Leben auf dem Laufenden. Zum Beispiel damit: Lauter Löwinnen und Löwen! ;-) Beim Treffen von #EGP-Vorstand und Déi #Greng-Vorstand in #Luxemburg schien die Sonne. Oder damit: Sieg vor Gericht in Blagoweschtschensk: NGO Ulukitkan keine “Agenten”, obwohl Böll-Stiftung ihnen 715 Rubel für Schutz indigener Völker gab! Ja, das wollten wir schon immer wissen, was den Grünen der Schutz indigener Völker wert ist. Weswegen sich Bütikofer gleich berichtigt: 715 Euro, nicht 715 Rubel! In Rubel waren es 30.000. #Ulukitkan #Böll #Agenten #Blagoweschtschensk

Zwischendurch weist er den amerikanischen Präsidenten zurecht (#Obama: “You can not have 100% security and then also have 100% privacy and zero inconvenience.” What a shameful statement from a U.S. Prez!), gratuliert den Grünen zu ihrer Geschichte (Vor 20 Jahren: Bündnis 90 + Die Grünen vereinigen sich zu Bündnis90/Die Grünen. Gratulation! Erfolg, weil nicht Anschluss, sondern #Einheit!), erinnert sich an psychodelische Erfahrungen (Auf der vergeblichen Suche nach #Kaffee im Zug zum Trost eine junge bayrische #Optimistin getroffen, die stolz ihre rot-grünen Socken zeigt) oder philosophiert vor sich hin: Heute ist 1 guter Tag. Hatte eine ungewöhnliche Zahl interessanter, beflügelnder Gespräche. Das muss am 18. März liegen.

So kommen schon mal zehn und mehr Einträge an einem Tag zusammen. Gestern aber wurde es dem Büti zu viel und er schrie in die Welt hinaus: Mit Ihrem Schmutz lass ich mich nicht mehr besudeln. Empfänger der Botschaft war Benjamin Weinthal, der es gewagt hatte, Büti einen achgut-Beitrag zu schicken.

Das geht zu weit, das geht überhaupt nicht. Wenn die Grünen bei der NPD abschreiben, dann ist das Politik. Wenn sie aber einer darauf aufmerksam macht, dann ist des Sudelei. Igitt! Da schüttelt es den Büti vor Ekel und er muss sich von Kopf bis Fuß mit Sagrotan einreiben.

Und was will er nun machen? Wie will der Brüsseler Potz dem frechen Ami das Maul stopfen? Es gibt ja nicht mehr so viele Optionen wie früher, als man diese Asphaltjournalisten, die sich deutschen Respektspersonen nicht mit gebeugtem Haupt näherten, einfach abschieben konnte. Ja, so dünn kann die grüne Tünche sein, unter der die echte Farbe durchschimmert.

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