Gerhard Sponsel 28.01.2012 16:28 +Feedback
Null-Energie-Ruinen
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Ein Paradebeispiel der deutschen Spießigkeit ist das Einfamilienhaus der Familie Wulff. Scheußlicher Zaun, kitschige Sprossenfenster und natürlich darf ein Keller nicht fehlen. Man muß ja bei Starkregen was zum abpumpen haben. Und die Garage ist größer wie das Wohnhaus! In meiner zweiten Heimat Dänemark braucht man keinen Keller. Statt der teueren Garage hat man ein Carport. Man baut einfach, schlicht und Funktionstüchtig. Rolladenbauer haben es in Dänemark schwer. Man zeigt seinen “Nippes” am Fensterbrett und mit einer gemütlichen Beleuchtung darf Nachts jeder sehen wie man lebt und eingerichtet ist.
In Deutschland wird bei Dämmerung automatisch der Rolladen runter gelassen. Nur der Bewegungsmelder, der auf eine streunende Katze reagiert, bringt mit dem einschalten des Hoflichts etwas Gemütlichkeit in deutsche Wohnviertel. Durch die Angstmacherei schamloser Lobbyisten und Subventionsabgreifer über die baldige Unbewohnbarkeit des blauen Planeten, dämmt der deutsche Hausbesitzer sein Haus nun extrem. Auf charaktervollen Einfamilienhäuser, besonders aus den 50ziger und 60ziger Jahren werden außen 20 cm dicke Dämmplatten aufgeklebt. Durch diese Brandbeschleuniger sitzen die neuen zu 100% dichten Fenster so weit innen, dass sie wie tote Augen die Trostlosigkeit des Klimawandels anzeigen. Vorsatz-Rolladen in den extrem tiefen Fensternischen nehmen nochmals 20% des Lichteinfalls weg. Mit dem Schattenwurf der dicken Isolierung wird es auch am Tag nun ziemlich dunkel in den deutschen Wohnstuben. Na ja, die europäisch verordneten Energiesparlampen bringen auch am Tag etwas Helligkeit in die deutschen Wohnstuben.
Ich bin öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Fensterbau und meine Gutachtertätigkeit bringt mich manchmal in Wohnungen bei der die Dämmung diese Häuser zu reinen Zuchtanstalten für den Schimmelpilz umfunktionierten und unbewohnbar machten. Jeden Tag zweimal kräftig durchlüften traut sich der Hausbesitzer nicht mehr. Durch den Wahnsinn mit den erneuerbaren Energien ist der Energiebedarf so teuer geworden das man rigoros sparen muß und aus einstmals schönen und klimatisch einwandfreien Häusern wurden durch den Dämmwahn Null-Energie-Ruinen geschaffen. Der Wahnsinn ist nicht mehr zu stoppen. Durch die Solarplatten am Dach hofft man, dass wenigstens genügend Subventionen abgegriffen werden können, um damit die Raten der teueren und unsinnigen Sanierung bezahlen zu können.
Die Banken machen mit der Erfindung des Geschäftsmodell “Energieeinsparung” ihren Reibach. In vielen Banken gibt es Energiesparberatungsbüro. Nach dem man die Leute mit zum Beispiel wertlosen “Lehmann"-Zertifikaten über den Tisch gezogen hat, läuft nun die vom Steuerzahler und Energieverbaucher finanzierte Geldmaschine der Kreditgabe für die energetische Haussanierung. Der Wahnsinn hat Methode!

