Henryk M. Broder 16.06.2007 00:51 +Feedback
Eigentlich schade, dass der G-8-Zirkus in Heiligendamm schon vorbei ist. Was machen Bono, Geldof und Grönemeyer jetzt? Und wohin sind die 2ooo Autonomen verschwunden? Geben sie wieder Proseminare über gewaltlosen Widerstand oder organisieren sie Kurse für alternative Städtereisen? Was wir uns in jedem Fall bis zum nächsten G-8-Gipfel merken sollten, ist dies: Zwei Irre, durch nichts und niemand als den eigenen Geltungsdrang legitimiert, mischen die halbe Republik auf und sind hinterher beleidigt, dass sie nicht ganz so weit gekommen sind, wie sie es eigentlich wollten. Bono hatte mehr von Angela Merkel erwartet
http://www.ftd.de/meinung/dasletzte/:Das%20Letzte%20Die%20Stimme%20Volkss%E4ngers/210296.html und Geldof sagte auf der Pressekonferenz vor der konzertanten Urabstimmung in Rostock am 7.6. diesen bedeutenden Satz: “Ich möchte nicht im August in Urlaub fahren und einen toten Afrikaner am Strand neben mir sehen.” So was würde ihm glatt die Laune vernageln.
Wer aber kümmert sich um die Afrikaner, die in ihrem …
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Kategorie(n): Bunte Welt
15.06.2007 16:49 +Feedback
Bandenkrieg im Gazastreifen, mehr als 100 Tote in einer Woche, Hamas erobert die letzte Fatah-Bastion und kündigt den Beginn der islamischen Herrschaft an, Abbas löst die Regierung auf, „Palästina“ setzt die Zwei-Staaten-Lösung um: Hamastan in Gaza, Fatahstan im Westjordanland. Man sollte meinen, dass die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft in heller Aufregung ist, einen Aufruf nach dem anderen verfasst, vor Ort die Kontrahenten aufsucht. Klickt man allerdings die Website dieses obskuren Vereins an, sucht man vergeblich nach einem Statement zum Thema. Hier die Schlagzeilen: „De Soto verurteilt Rolle der USA im Nahost-Konflikt“ „Nordirland als Vorbild für den Nahen Osten“ (Link zu einem Text von Helga Baumgarten) „Kampagne gegen Zwangsenteignung und Vertreibung im Jordantal“ (Aufruf, etwas gegen eine angebliche Zwangsenteignung von 20 Quadratkilometern (!) zu unternehmen) „Die Israel-Lobby und die US-Außenpolitik“ Irgendwas zur Lage in Gaza? Fehlanzeige. Nun die Themen der aktuellen Aufrufe: „Physicians call for boycott of Israeli Medical Association“ „There is no …
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Kategorie(n): Inland
Dr. Oliver Marc Hartwich 15.06.2007 14:00 +Feedback
In jüngster Zeit irritiert mich die Financial Times Deutschland immer mehr. Deren Chefökonom Thomas Fricke erklärte seinen Lesern nämlich Woche für Woche, wie gut es um die deutsche Wirtschaft im Kern bestellt sei, während in den Talkshows der unvermeidliche Abstieg Deutschlands diskutiert wurde.
Nun ist der Aufschwung da, aber Herr Fricke nicht mehr, er hat sich nämlich in eine Kreativ- und Wickelpause verabschiedet. An seiner Stelle schreibt nun Olaf Gersemann, und plötzlich steht es um die deutsche Wirtschaft auch in der FTD wieder so schlecht, wie es die von Herrn Fricke stets heftig kritisierten Ökonomen immer gesagt hatten.
Wo Fricke noch am 1. Juni frohlockend titelte “Wo der Aufschwung herkommt” (Zwischenüberschrift: “Warum es so spektakulär besser wurde"), überschrieb Gersemann seinen ersten Beitrag nur eine Woche später mit “Der Konjunktur Bubble - Das Produktivitätswachstum lahmt. Daher dürfte der Aufschwung in Deutschland nicht …
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Kategorie(n): Wirtschaft
Dr. Benny Peiser 15.06.2007 09:05 +Feedback
Die rot-grünen Koalitionäre in Bremen sind nicht zu beneiden. Sie stehen vor einem fast unlösbaren Dilemma. Und egal wofür oder wogegen sich Rot-Grün entscheiden sollte, eine politische Blamage ist kaum noch zu vermeiden. Denn SPD und Grünen in Bremen müssen sich jetzt entscheiden, ob sie entweder ihre Klima- oder ihre Wirtschaftspolitik der neuen Koalitionsvereinbarung opfern wollen.
In Bremen stehen sich nämlich Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzerhalt auf der einen Seite und grüne Klimahysterie auf der anderen Seite gegenüber. Einer gebeutelten SPD dürfte es schwer fallen, den wirtschaftlichen Niedergang Bremens durch weiteren Arbeitsplatzabbau noch zu verschärfen. Die Grünen hingegen würden sich zur Lauchnummer der Republik machen, sollten sie dem Neubau eines Kohlekraftwerkes zustimmen und sich damit dem Vorwurf aussetzen, eine machtgierige “Klimakiller-Partei” zu sein.
Es wird also spannend sein zu beobachten, wie Rot-Grün aus dieser Zwickmühle herausfinden wird. Schließlich sind die Bremer Kopfschmerzen nur ein kleiner Vorgeschmack auf das …
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Kategorie(n): Inland
Henryk M. Broder 15.06.2007 08:17 +Feedback
Der Ausbruch der Gewalt im Gazastreifen war nach Einschätzung des Hamburger Nahostexperten Udo Steinbach vorhersehbar. Der Westen, der jetzt fassungslos auf die Tragödie blickt, habe sie mit verursacht. “Unmittelbar nach der Wahl war die Hamas-Regierung im Prinzip gesprächsbereit”, sagte Steinbach im Gespräch mit der WR. Die internationale Gemeinschaft habe jedoch “der Regierung Hanija jede Gesprächsmöglichkeit verweigert, und die Radikalen haben an Boden gewonnen”.
Der ganze Unsinn steht hier:
http://www.westfaelische-rundschau.de/wr/wr.politik.volltext.php?kennung=on2wrPOLWelNational39244&zulieferer=wr&kategorie=POL&rubrik=Welt®ion=National&auftritt=WR&dbserver=1
Und hier gehts weiter
Frau Helga erklärt die Hamas:
http://www.woz.ch/artikel/2007/nr05/international/14485.html
http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/tid-6576/hamas-expertin_aid_63287.html
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Kategorie(n): Ausland
Henryk M. Broder 15.06.2007 07:48 +Feedback
"Ein muslimischer Jurist der britischen Staatsanwaltschaft, Nazir Afzal, sieht aber unter dem Einfluss eines erstarkten extremen Islamismus einen klaren Missbrauch der islamischen Religion zur Erhaltung des männlichen Machtmonopols. Die Staatsanwaltschaft untersucht etwa ein Dutzend Fälle von «Ehrenmorden» im Jahr (insgesamt aber rund 200), doch laut Afzal ist die Dunkelziffer um ein Mehrfaches höher, wenn man die im Ausland arrangierten Morde, vermisste junge Frauen und getarnte oder erzwungene Selbstmorde einschliesst. Unter jungen muslimischen Asiatinnen in Grossbritannien ist die Zahl der Selbstmorde dreimal höher als der Durchschnitt. Gleichzeitig untersucht das britische Aussenministerium rund 250 Fälle von Zwangsheiraten im Jahr, die muslimische britische Frauen im Ausland betreffen.”
http://www.nzz.ch/2007/06/14/vm/articleF9JBQ.html
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Kategorie(n): Ausland
Henryk M. Broder 15.06.2007 07:28 +Feedback
Während im Gazastreifen religiöse und säkulare Terroristen einander erbarmungslos zerfleischen, nutzte das ZDF gestern Abend den Aufruf von Haniye und Abbas zur Einstellung der Kämpfe für eine kaum zu toppende Schlagzeile im Videotext: “Fatah und Hamas wollen Frieden”
Siehe auch:
http://www.reuters.com/news/pictures/slideshow?collectionId=569
http://www.nrg.co.il/online/1/ART1/595/695.html
http://www.reuters.com/news/video/videoStory?videoId=56634
http://www.reuters.com/article/newsOne/idUSMAC32084020070614
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Kategorie(n): Ausland
Hannes Stein 14.06.2007 19:25 +Feedback
Dear Mr James,
I am at the moment reading your “Cultural Amnesia”, which I picked up at the “Strand” bookshop in New York City, and please let me start by saying that I admire your enyclopedia immensely. I do not really know what I enjoy more—is it the fine moral sentiment that informs every paragraph you write (your apt description of Leon Trotsky, for instance)? Or is it the fact that finally someone in the English speaking world recognizes the greatness of my major heroes, namely the Viennese-Jewish boheme of the 1920ies? (Your piece on Alfred Polgar is full of sharp insights, and you are right of course—he did hate every minute of the Nazi disaster.) I definitely salute your courage to digress from your subject matter without the remotest sense of awkwardness. (A case in point is your essay on Rilke, which is mostly about Brecht—and about …
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Kategorie(n): Ausland Kultur
Dr. Oliver Marc Hartwich 14.06.2007 15:57 +Feedback
Für alle Achse-Leser in London (es gibt sie wirklich), hier ein Veranstaltungshinweis: Am Donnerstag, dem 28. Juni, werde ich eine Veranstaltung mit Gisela Stuart MP und Jacques Reland moderieren. Gisela Stuart ist Labour-Abgeordnete für Birmingham, stammt aber aus Deutschland. Sie hatte in den letzten Jahren einige Artikel veröffentlicht und Reden gehalten, in denen sie sowohl die Deutschen als auch die Briten dazu aufforderte, sich an den wirtschaftspolitischen Prinzipien Ludwig Erhards zu orientieren. (Sie war außerdem die einzige Labour-Abgeordnete, die sich vor der letzten US-Präsidentschaftswahl für eine Wiederwahl George W. Bushs ausgesprochen hat, aber das nur am Rande.) Gisela Stuarts Thesen werden wir mit dem französischen Politikwissenschaftler Jacques Reland diskutieren.
A New Social Market Economy for Europe
Discussion at Policy Exchange, 28th June 2007 at 6.30 pm
Is there such a thing as a European Economic Model? And if yes, what should it look like? …
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Kategorie(n): Ausland Wirtschaft
Dr. Oliver Marc Hartwich 14.06.2007 15:35 +Feedback
Aus dem Daily Telegraph (meine Hervorhebung):
“Political parties should use “positive measures” and “targeted recruitment” to ensure their councillors reflect the increasingly diverse communities they serve, a Government report on community cohesion said today. Politicians should agree to abide by race relations laws to ensure they do not make statements which could inflame community tensions. At the same time, a new GCSE in citizenship could be created, with students who pass taking part in formal citizenship ceremonies. The proposals were spelt out today as the Commission on Integration and Cohesion published its 173-page report on tackling divisions between Britain’s increasingly diverse communities.”
Sollten in Großbritannien nun wirklich Jugendweihen eingeführt werden? Und wenn ja, worauf können sich britische Jugendliche wohl noch so eben als kulturelle Mindeststandards verständigen? Gemeinsames Chicken Tikka-Essen mit anschließendem Komasaufen zur Musik der Arctic Monkeys? Der Regierung wird auch dazu noch …
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Kategorie(n): Ausland
14.06.2007 12:48 +Feedback
Hoffen wir, dieser symbolische Akt ist eine Inspiration auch für Westeuropa! Es wäre dringend an der Zeit.
“The estimated 100 million people killed under communist regimes were remembered Tuesday in the nation’s capital as President Bush accepted, on behalf of the American people, a monument honoring their sacrifice. “Evil is real and must be confronted,” Bush told the audience at the dedication of the Victims of Communism Memorial. Among the invited guests were ambassadors from Eastern European nations subjugated by the Soviet Union in the aftermath of World War II.
The bronze “Goddess of Democracy” statue, created by Northern California sculptor Thomas Marsh, is a replica of the papier-mache figure — itself modeled on the Statue of Liberty — erected by Chinese students during the pro-democracy Tiananmen Square protests in 1989. The memorial is …
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Kategorie(n): Kultur
Michael Miersch 14.06.2007 11:33 +Feedback
Matthias Heitmann über die dürre Republik. Kostprobe: “…Wie kann ein solch gefährlicher Ideen- und Meinungswettbewerb, der Klarheit ins moralische Dickicht des Dickseins bringen könnte, unterbunden werden? Zum einen durch das, was Seehofer und Schmidt unter „Aufklärung“ verstehen. Zunächst muss die Ernsthaftigkeit des Themas nachgewiesen werden, am besten dadurch, dass dessen Dramatik und Einzigartigkeit „wissenschaftlich“ untermauert wird. Das geht, vorausgesetzt, es besteht die Bereitschaft, Forschungsberichte entsprechend zu verschlanken. Mit ein paar Tricks sind die Zahlen so interpretiert, dass am Ende die Deutschen als die Dicksten in Europa erscheinen. Dass das Robert-Koch-Institut verlautbarte, diese Feststellung sei so nicht haltbar, da sie auf ungenauen Befragungsmethoden und zudem darauf beruhe, dass, anders als bei unseren europäischen Nachbarn, die zumeist noch schlanken 18- bis 24-Jährigen kurzerhand nicht mitgerechnet worden seien, ging in der willentlich erzeugten Aufregung sang- und klanglos unter…”
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Kategorie(n): Inland
Michael Miersch 14.06.2007 10:50 +Feedback
Ich bin ja mehr von der Sorte, die sich beim Autofahren die Landschaft anguckt, gehe am liebsten zu Fuß und bin überzeugt, dass Raser und Drängler ein hormonelles Stauproblem haben. Daher ist es ganz unverdächtig, wenn ich an dieser Stelle juristische Ratschläge für den automobilen Nahkampf veröffentliche. Ich finde sie lustig und wenn das wirklich stimmt, ist es ein schönes Beispiel für den chronischen Rostfraß in der Gesetzesmaschine.
Nachtrag: Unsere Leser sind wie immer schneller als die Polizei erlaubt. Ich wurde umgehend von einem Juristen aufgeklärt, dass diese forsche Interpretation der Straßenverkehrsordnung vor Gericht nicht standhalten würde.
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