Auslese

»KLINKIGT DER WOCHE«

Portait-Zeichnungen von Stefan Klinkigt

Klinkigt der Woche

Cartoons von Jan Tomaschoff

Cartoon






  07.02.2016   15:00   Leserkommentare (1)

Was nach dem Komma steht. Oder: Die 1,99 Politik

Die Neun entwickelt ihre ganze Hinterhältigkeit aus dem Hintergrund, sie versteckt sich hinterm Komma, hinter diesem 'aber'. EinEuroKommaNeunundNeunzigCent. Die Neun straft die Eins Lügen, doch die kann gar nichts dafür, die Neun wurde ihr nur angefügt. Es ist nicht ein sondern fast zwei Euro was das Ding kostet. Das Komma ist auch stinkig auf die Neun, weil sie sich immer hinter ihm versteckt, aber behauptet, das Komma hätte seine Existenzberechtigung nur durch sie. Ohne die Neun würde es gar nicht gebraucht. Das Komma sieht sich als ein Relativierer, es fügt der Aussage etwas hinzu. Ist die Zahl hinter dem Komma eine Eins oder eine Zwei, so ist es eine Ergänzung, die kaum etwas an der Aussage vor dem Komma ändert. Eine Neun aber relativiert nicht, sie verändert die Aussage. Dies ärgert das Komma, es fühlt sich bei...

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Kategorie(n): Inland  Politik  Wirtschaft  Auslese 

  07.02.2016   13:00   Leserkommentare (12)

Mit Spiegel Online in den Schubladen von vorgestern

Von Oliver Zimski

Weil mich die Titelstory über den angeblich „gefährlichsten Mann der Welt“ (Donald Trump) interessierte, kaufte ich mir letzte Woche nach langer Zeit mal wieder einen gedruckten SPIEGEL und blieb am Leitartikel von Chefredakteur Klaus Brinkbäumer hängen. Darin singt dieser ein Loblied auf die Qualitätsmedien, die „präzise und leidenschaftlich recherchieren und berichten“, fragt, was die Medien tun könnten gegen die Hysterisierung und Spaltung der Gesellschaft aufgrund der Vorfälle in Köln und gibt selbst die Antwort: „Sich Zeit nehmen, um Zusammenhänge tatsächlich erklären zu können… mit klaren Gedanken und Ruhe.“

Gleich auf der nächsten Seite folgt Jakob Augsteins wöchentliche Kolumne „Im Zweifel links“ mit einer wutschnaubenden Suada gegen die AfD, und da kam mir im Lichte...

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Kategorie(n): Inland  Medien  Politik  Auslese 

  07.02.2016   11:00   Leserkommentare (im Wartemodus)

Der Sonntagsfahrer (8):  Artenschützer unter sich

Die Bewohner  der ländlichen Gemeinde Deuringen vor den Toren Ausgburgs müssen seit längerem eine interessante Erfahrung machen: Die Natur macht einfach was sie will - und das ist meist nicht das, was der Mensch gerne hätte. Es begab sich dort nach dem Kriege, dass die amerikanischen Truppen einen Übungsplatz eröffneten. Als die Panzer dann später abrückten ließen sie eine wunderbare - und für die Region eher untypische Heidelandschaft zurück, in der seltene Arten eine Heimat gefunden hatten. Amphibien und Insekten, Vögel und Pflanzen lieben das geschundene Stück Land mit seinen Furchen und Tümpeln.

Doch einige Jahre nachdem keine schweren Kettenfahrzeuge mehr den Grund umpflügen, ist die Idylle bedroht: Sie verbuscht und der Wald rückt nach. Bäume gibt’s in der Gegend aber wirklich genug, weshalb man das...

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Kategorie(n): Stil  Technik und Motor 

  07.02.2016   06:30   Leserkommentare (im Wartemodus)

Das Antidepressivum zum Sonntag (9)

Archi W. Bechlenberg über Claus Abtonny - Rastloser Treibsand

Der Nachtbusfahrer Bernie McNasty, den alle nur Bernie nennen, hat seit Jahren kein Sonnenlicht mehr gesehen. Sein Leben spielt sich zwischen Busdepot und Busdepot und zwischen Grünphasen und Bremslichtern ab, und er ist damit durch und durch zufrieden, denn Menschen mag er nur in Form von Passagieren mit Dauerkarte, die ihn nicht ansprechen.

Eines Nachts, kurz nach Antritt der Schicht, bleibt Bernies Bus durch einen technischen Defekt liegen. Ein Defekt, der nicht so leicht zu beheben ist; Lünkerstellen am Kurbelwellengehäuse sind porös geworden, und der Öldruck im Motor sinkt rapide. Eine Weiterfahrt ist unmöglich.

Nicht alleine für den Protagonisten des Romans eine Katastrophe. Im Bus sind sechs Passagiere, die ebenfalls alle vor Tagesanbruch an ihren...

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Kategorie(n): Satire 

Sie fehlen uns noch!

Falls Sie noch keine Patenschaft für die Achse des Guten abgeschlossen haben, dann ist jetzt der richtige Moment. Sichern auch Sie die Zukunft der Achse! Werden Sie Pate für 2016!

In zehn Jahren haben unsere Autoren 40.000 Beiträge veröffentlicht. Laut Berliner Zeitung ist die Achse des Guten der „einflussreichste deutsche Autorenblog”.

Die Achse muss finanziell abgesichert werden, damit sie weiterhin unbequem bleiben kann. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Wir bedanken uns recht herzlich!
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  06.02.2016   23:30   Leserkommentare (1)

Die Presseschau zur Nacht

Brennende Luxusautos und eingeschlagene Schaufenster: Mehrere Vermummte zogen in der Nacht zu Sonnabend durch die Flottwellstraße in Mitte. Mindestens vier "hochwertige Fahrzeuge", so das Polizeipräsidium, wurden gegen 1 Uhr früh angezündet, Dutzende Fensterscheiben von Häusern und Autos eingeschlagen und eine Baustellenabsperrung als Barrikade auf die Straße gezerrt und angezündet. Mehr

Wir sind mit dem Radl da! Die Täter, die der Polizei zufolge per Fahrrad kamen, werden im linksextremen Milieu vermutet; der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz ermittelt. Am Mittag tauchte schließlich ein Bekennerschreiben auf, wie die "Berliner Morgenpost" berichtete. Demnach hieß es auf einer linksgerichteten Plattform im Internet, ein "sozialdemokratisches Volksfahrräderkommando" habe die Flottwellstraße besucht...

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Kategorie(n): Inland 

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  06.02.2016   19:28   Leserkommentare (19)

Mainz wie es stinkt und lacht: Propaganda-Karneval im ZDF

Von Hans-Martin Esser

Wenn man sich ansehen will, wie weit sich Deutschland in seiner Medienberichterstattung von demokratischen Standards entfernt hat, wie man sich dies vor zwei Jahren nicht annähernd hat vorstellen können, dann verweise ich auf das ZDF. Und ebenfalls wenn man erstaunt zur Kenntnis nehmen will, was in diesem Land vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen für Humor gehalten wird.

Karnevalsfan, der ich bin, schaltete ich das ZDF gestern Abend am 5. Februar an (Mainz wie es singt und lacht um 20.15 Uhr), schnell verging mir der Spaß. Gegen 22.30 h – also pünktlich zur Heute-Show-Propaganda-Zeit, kam der Kabarettist Lars Reichow vor gewohnter Kulisse, die an eine ZDF-Nachrichtensendung erinnern sollte.

Er vermischte Politik und Bibel, führte die 10 Gebote an und verwechselte sie mit unserem Grundgesetz,...

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Kategorie(n): Inland  Kultur  Medien  Politik 

  06.02.2016   17:29   Leserkommentare (8)

Der postheroische Mann und andere Verlustanzeigen

Die Masse macht’s. Selten ist der Einzelne das Problem, ob er nun Kriegsflüchtling ist oder sich ein besseres Leben wünscht.

In der Silvesternacht aber hat sich in Köln, Hamburg und anderswo das Mitleid mit dem Einzelnen in die Furcht vor der Überwältigung aufgelöst. Ob es nun tausend oder weniger junge Männer aus einem anderen Kulturkreis waren, die sich als frauenfeindlicher gewalttätiger Mob erwiesen: ihre zumeist einheimischen Opfer waren in der Minderzahl.

Besonders unsichtbar aber scheinen die Männer gewesen zu sein, die nicht zu den Belästigern gehörten. Wo waren sie in dieser Nacht? Bei den Facebookfreunden erhielt ich verblüffende Antworten. Es seien in der Silvesternacht viele Frauen allein oder mit anderen Frauen unterwegs, ob ich etwas dagegen hätte? Ob ich verlangte, dass Frauen künftig nur noch in...

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Kategorie(n): Kultur  Politik  Auslese 

  06.02.2016   15:17   Leserkommentare (im Wartemodus)

Besuch in New Hampshire: Republikaner im Vergleichstest

„Live free or die“, dieses Staatsmotto steht auf den offiziellen Autokennzeichen von New Hampshire, die von den Behörden ausgegeben werden. Eine Lebensauffassung, die in Nanny- Deutschland schon fast als subversiv angesehen wird. Wie weit geht diese Freiheit? Dieser Frage wollen wir auf den Grund gehen. Im pittoresken Portsmouth, wo wir Quartier bezogen haben, stellen sich die drei Spitzenkandidaten der Republikaner an einem Tag ihren Wählern.

Wer den Republikaner Marco Rubio live erleben will, muss früh aufstehen. Bereits um sieben werden die Türen des Frank Jones- Center geöffnet. Als wir kurz vorherankommen, hat sich schon eine ziemlich lange Schlange gebildet. Die Belohnung ist ein Platz in den vorderen Reihen, ganz dicht am Kandidaten, der in der Mitte des Saales auf einem kleinen schwarzen Quadrat steht....

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Kategorie(n): Ausland  Politik 

  06.02.2016   14:43   Leserkommentare (1)

Rettet die Spaßgesellschaft vor den Narren aus der Politik!

Von Matthias Heitmann

Wenn der Karneval in Angst ertrinkt, vertrocknet die Gesellschaft

Ja, ich gebe es unumwunden zu: Mir fehlt das karnevalistische Gen. Meine Eltern (beide waschechte Berliner) schieden als biologische Quellen dieses Gens aus, und meine Heimatstadt Frankfurt am Main ist so semi-karnevalistisch, dass es mir als Kind problemlos möglich war, die tollen Tage ohne permanente Kostümierung und auch ohne daraus folgende Einsamkeitsdepression zu überstehen. Meine Integration in die Kultur des Karnevals misslang also gründlich. Während der fünften Jahreszeit bewege ich mich daher lieber in der entsprechenden Parallelgesellschaft.

Mein Verhältnis zu eingefleischten Karnevalisten ist ein bisschen wie das zu zerfleischenden Krokodilen: Wenn sie so richtig in Stimmung sind, begegne ich ihnen eher ungern. Dennoch...

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Kategorie(n): Inland  Kultur  Politik  Auslese