Auslese

»KLINKIGT DER WOCHE«

Portait-Zeichnungen von Stefan Klinkigt

Klinkigt der Woche

Cartoons von Jan Tomaschoff

Cartoon






  20.04.2009   21:30   Leserkommentare (im Wartemodus)

Doppeltagebuch 1989/2009- 21. April

Die Staatssicherheit der DDR arbeitet auf Hochtouren: sie erstellt einen umfangreichen Bericht über die von der Opposition geplanten Aktivitäten zu den Kommunalwahlen. Die Bandbreite reicht von Aufrufen zum Boykott der Wahlen, bis hin zu Aufrufen gegen die Einheitsliste zu stimmen. Ein solches Ausmaß an Aktivitäten, einen solchen Willen zum Widerspruch hat die Staatssicherheit nie zuvor festgestellt.
Sie kann nicht ahnen, dass sie bis zum Herbst nicht mehr zum Ausruhen kommt und ständig Sonderschichten fahren muss.
Während Schild und Schwert der Partei langsam atemlos werden, tut die Parteiführung immer noch so, als wäre alles wie immer. Staatschef Honecker empfängt zur Abwechslung eine Militärdelegation aus der UdSSR.

Zwanzig Jahre später will sich Normalität nicht einstellen. Pfarrer Christian Führer, der als...

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  20.04.2009   20:15   Leserkommentare (im Wartemodus)

Adabeis Auftrag

Der Adabei, manchmal auch Mitläufer genannt, macht nichts, er macht nur alles mit, was ihm vorgemacht wird. Wenn man etwas erreichen will, sagt er, “muss man teilnehmen, um Schlimmeres zu verhüten”. So auch Adabei Marianne Heuwagen in ihrem tagesschau-Gastkommentar zu Durban 2. http://www.tagesschau.de/inland/antirassismuskonferenz104.html

Das ist nicht ganz falsch. Wenn die blöden Sozialdemokraten damals massenhaft in die NSDAP eingetreten wären, statt immer nur “Keinen Fussbreit den Faschisten!” zu schreien, hätten sie Schlimmeres verhüten oder wenigstens dafür sorgen können, dass es bei den Abtransporten ein wenig menschlicher zuging. Mit ihrer Verweigerung haben sie die Chance verpasst, Einfluss zu nehmen und sich einzumischen. So wie es Marianne Heuwagen bei HRW tut,  indem sie den iranischen Präsidenten als...

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Kategorie(n): Ausland 

  20.04.2009   19:26   Leserkommentare (im Wartemodus)

Liza: Genfer Gespenster

Bereits vor dem Auftritt Ahmadinedjads hatte sich auf der Antirassismuskonferenz Bemerkenswertes zugetragen: Im Auftrag der NGO UN Watch klagte ein Folteropfer von Muammar al-Gaddafi die Folterungen in Libyen an. Die Vorsitzende des „Durban II“-Komitees, Najjat al-Hajjaji – eine Repräsentantin des libyschen Regimes –, unterbrach den Vortrag jedoch mehrfach und entzog dem Redner schließlich das Wort. Zu nennenswerten Protesten gegen diese Maßnahme kam es offenbar nicht. Es ist bezeichnend, dass solche Geschehnisse den UN-Generalsekretär Ban Ki Moon augenscheinlich unbeeindruckt lassen, während er und seine Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, gleichzeitig „enttäuscht“ und „schockiert“ sind, dass westliche Staaten die Genfer Veranstaltung boykottieren, die schon jetzt eine Art diplomatischer Pogrom ist....

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Kategorie(n): Ausland 

  20.04.2009   16:18   Leserkommentare (im Wartemodus)

Doppeltagebuch 1989/2009- 20. April

In der UdSSR findet der zweite Wahlgang zum Kongress der Volksdeputierten statt. Zu den Kandidaten zählt auch der Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow. Damit endete eine der spektakulärsten Dissidentenkarrieren der Sowjetunion. Gleichzeitig war Sacharow einer der ersten osteuropäischen Dissidenten, die in ein Parlament gelangten.
Schon als Wissenschaftler und Mitwirkender am sowjetischen Atomwaffenprogramm hatte Sacharow begonnen, sich gegen die Atomtests der Sowjetunion auszusprechen. Als er sich 1968 auch noch gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings durch die sowjetischen Truppen wandte, bekam er Berufsverbot. Danach wurde er zum bekanntesten Dissidenten der UdSSR und zum Leitbild für viele Oppositionelle in Osteuropa. Im Jahre 1970 gründete Sacharow ein Menschenrechtskomitee und verlangte in einem offenen Brief an...

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Sie fehlen uns noch!

Falls Sie noch keine Patenschaft für die Achse des Guten abgeschlossen haben, dann ist jetzt der richtige Moment. Sichern auch Sie die Zukunft der Achse! Werden Sie Pate für 2016!

In zehn Jahren haben unsere Autoren 40.000 Beiträge veröffentlicht. Laut Berliner Zeitung ist die Achse des Guten der „einflussreichste deutsche Autorenblog”.

Die Achse muss finanziell abgesichert werden, damit sie weiterhin unbequem bleiben kann. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Wir bedanken uns recht herzlich!
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  20.04.2009   15:07   Leserkommentare (im Wartemodus)

Westliche Klimapolitik im Eimer

Wer verstehen will, warum die westliche Klimapolitik in der Sackgasse steckt, der sollte Peter Hubers Aufsatz lesen: During the presidential race, Barack Obama was heard to remark that he would bankrupt the coal industry. No one can doubt Washington’s power to bankrupt almost anything—in the United States. But China is adding 100 gigawatts of coal-fired electrical capacity a year. That’s another whole United States’ worth of coal consumption added every three years, with no stopping point in sight. Much of the rest of the developing world is on a similar path. Cut to the chase. We rich people can’t stop the world’s 5 billion poor people from burning the couple of trillion tons of cheap carbon that they have within easy reach. We can’t even make any durable dent in global emissions—because emissions from the developing...

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Kategorie(n): Wirtschaft  Wissen 

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  20.04.2009   13:12   Leserkommentare (im Wartemodus)

SPIEGEL: Kann ein falscher Krieg das richtige bewirken?

Ullrich Fichtner berichtet aus dem Irak (Ausgabe 17/09, ab Seite 52)
“Und natürlich ist vieles möglich, und vieles liest sich in westlichen Leitartikeln gut, und doch ist ein neuer Absturz des Irak unwahrscheinlich. Die traditionellen Kräfte der irakischen Gesellschaft, Scheichs, Clans, Stämme, stützen den wirtschaftlichen Neuanfang, sie werden eine Rückkehr zum Kampf nicht mitmachen, und dabei sind sie, selbst wenn die gewählte Regierung völlig versagen würde, die maßgebliche gesellschaftliche Macht.
Es bleibt vor allem die Möglichkeit des Gelingens, und wenn es wahr wird, und der Irak würde eine friedliche, stabile Demokratie im Nahen Osten, dann stünden der Welt einige Debatten ins Haus, darüber etwa, ob ein falscher Krieg das Richtige bewirken kann. Es stünden Debatten darüber an, wie lange historische Prozesse...

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Kategorie(n): Ausland 

  20.04.2009   11:12   Leserkommentare (im Wartemodus)

His way. Frank-Walter zeigt uns sein Ding

Wenn wir an Frank-Walter Steinmeier denken, treten den meisten von uns die immer gleichen Bilder vor Augen. FWS, der Superstaatsmann. FWS, der Titan der Reisediplomatie. FWS, der geniale Kanzlerkandidat der größten deutschen Splitterpartei. Der Mann, der mit den Weltlenkern auf Hühneraugenhöhe verkehrt und bescheiden abzuwinken pflegt („It´s Fränk“), wenn ihn diese mit „Your Honor, Sir“ anreden. Der Mann, der mit Menschen gleich welcher Rasse, Nation, Religion oder sexuellen Orientierung spontan in Kontakt zu kommen vermag.

Wer aber weiß schon, dass es auch mal den Jungen aus Brakelsiek gab, der mit einer Schultüte vor dem Gartenzaun stand wie jeder von uns? Dessen Großmutter „Einfach mal de Gusch halten!“ rief, wenn es ihr beim Familienessen „zu bunt“ wurde. Der, als er von Armut und Unterentwicklung in Afrika erfuhr und von Betriebsschließungen und Entlassungen in seiner Region hörte, den Entschluss fasste: „Man kann mit Engagement etwas bewegen!“...

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Kategorie(n): Inland 

  20.04.2009   10:54   Leserkommentare (im Wartemodus)

Kein Grund zur Dankbarkeit

So weit sind wir also schon, dass wir unsere tiefe Dankbarkeit artkulieren, wenn Leute das tun, wofür sie bezahlt werden bzw. gewählt wurden: das Selbstverständliche.
Wenn ein Lokführer zum Dienst erscheint, wenn der Postbote die Post bringt, wenn bei ALDI an der Kasse jemand sitzt, wenn der Arzt nicht streikt, wenn die Müllabfuhr den Müll abholt und wenn Außenminister Steinmeier fünf Minuten vor zwölf entscheidet, nicht an der Durban-2-Konferenz teilzunehmen. Dann geraten selbst kritische Köpfe ganz aus dem Häuschen und können sich vor Dankbarkeit nicht mehr einkriegen. Danke, Frank-Walter, danke! Toda raba, thank you, merci, dziekuje, magna tak, spasiba, schukran! Nein, wir sind Frank-Walter Steinmeier für seine Entscheidung, nicht nach Genf zu fahren, keine Dankbarkeit schuldig, so wenig wie wir einem Autofahrer, der an...

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Kategorie(n): Bunte Welt  Auslese 

  20.04.2009   09:21   Leserkommentare (im Wartemodus)

Benedikt XVI für Durban II

Quod erat demonstrandum. Der Vatikan will lieber zusammen mit den fundamentalen Muslimen einen “Schutz der Religion” vor Kritik als “Menschenrecht” durchsetzen, als mit den Demokratien für den Schutz der Individualrechte von Muslimen, Juden, Christen und Atheisten stehen. Dass Benedikt kurz vor seiner Israelreise die Teilnahme an einer Konferenz befürwortet, die neben der Sanktionierung des Religionskritikverbots die Sanktionierung der Zionismuskritik durch die Vereinten Nationen anstrebt, spricht Bände. Am Ende finde sich Reaktionäre immer zusammen.
Übrigens: Bravo, Frau Merkel und bravo, Herr Steinmeier (ich hätte nie gedacht, dass ich das sage) dafür, dass Deutschland Durban II boykottiert. (Steinmeier wurde übrigens vom Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin beraten. Nicht weitersagen!)...[Weiterlesen…]

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