Dr. Cora Stephan 23.01.2008 15:55 +Feedback
Ist der Kapitalismus schuld an 68?
Gewaltige Veränderungskräfte werden ihnen zugeschrieben, den Achtundsechzigern, im Guten wie im Bösen. Nüchtern betrachtet, zeigen sie sich als Teil einer ungleich mächtigeren und zugleich profaneren Bewegung – einer Bewegung, gegen die Widerstand zwecklos war und die doch von allen gleichermaßen verachtet wurde, von den protestantischen Bildungsbürgern ebenso wie hernach von den zum Marxismus konvertierten Antiautoritären: die Konsumgesellschaft. Das magische zweite Drittel der 60er Jahre fußte im wesentlichen auf der Befreiung des (jungen) Individuums durch die Freiheit des Konsums. Der Minirock war, wie man ja sah, nicht bloß ein Kleidungsstück: Er war der Beginn einer Individualisierung durch gleichberechtigte Teilhabe am Markt.
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