22.04.2008   16:58

Freilichtmuseum Großbritannien

Letzte Woche hatte ich hier von der Kampagne des Parteichefs der sogenannten britischen Konservativen berichtet, britische Kleinhändler besser vor der Konkurrenz großer Supermärkte zu schützen. Nun ist Konservativen-Chef David Cameron mit seiner Initiative nicht mehr alleine. Inzwischen fordern nämlich 154 Abgeordnete aus allen Fraktionen, dass es demnächst eine gesetzliche Vermutung gegen neue Supermärkte geben sollte. In einer Erklärung verlangen sie:

“That this House ... notes that a high percentage of new supermarkets continue to be built out of town leading to an increase in car-based shopping and related climate change emissions ... and calls on the Government ... to retain key existing tests such as need, accessibility and scale and to strengthen planning policy for town centres and encourage a better mix of retail by also introducing a presumption against out of town retail development and new tests for diversity, local economic impact and carbon emissions.” (meine Hervorhebung)

Das ist es, was Großbritannien braucht: eine gesetzliche Vermutung gegen jede Neuentwicklung im Einzelhandel. Überhaupt sollte Wirtschaften in Großbritannien nur noch dann ausnahmsweise erlaubt werden, wenn damit keine CO2-Emissionen verbunden sind, die “Diversität” (was auch immer damit gemeint ist) nicht beeinträchtigt wird und vorher einstimmig basisdemokratisch darüber abgestimmt wurde.

Noch besser wäre es eigentlich nur, das ganze Land sofort unter Denkmalschutz zu stellen. Dann würde sich Großbritannien nicht mehr nur wie ein großes Freilichtmuseum anfühlen, dann wäre es endlich auch eines.

PS: Dass große Supermarktketten wie Wal-Mart den Kleinhandel erdrücken, entpuppt sich übrigens bei näherer Betrachtung als Mythos, wie neue Daten aus den USA zeigen


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Kategorie(n): Ausland