24.01.2013   16:44

Camerons teuflischer Plan

David Cameron pokert mit der Europäischen Union. Das ist eine Gemeinheit.

Andere tun das zwar auch. Die Griechen sagen zum Beispiel: Wenn ihr uns kein Geld gebt, dann stecken wir die Italiener und die Spanier mit unserer Krankheit an, und dann könnt ihr sehen, wo ihr mit eurer schönen EU bleibt. Das ist auch nicht nett. Aber den Griechen geht es nur ums Geld. Das tut der EU nicht so weh. Ein paar Milliarden hier, ein paar Milliarden da – wer wird da schon weinen.

David Cameron aber hat einen ganz teuflischen Plan. Er will das Volk befragen. Die Leute. Die einfachen Wähler. Die Normalos. Die sollen sagen, ob sie in der Europäischen Union bleiben wollen oder nicht. Ein Referendum! Kein Wunder, dass man in Brüssel Kopf steht.

Die Wähler befragen? Das ist nun wirklich ein durch und durch europafeindliches Konzept. Wo käme Europa hin, wenn sich die Brüsseler Funktionäre mit normalen Menschen herumschlagen müssten. Es genügt doch schon, dass die Mitgliedstaaten mit mehr oder weniger demokratischen Regeln zurecht kommen müssen. Nun gut, in dem einen oder anderen osteuropäischen EU-Land hat man nach einer kurzen Probezeit die demokratischen Belästigungen überwunden. Das ist zwar nicht im Sinne der Europäischen Gemeinschaft. Aber was soll man machen. Die EU selber ist ja auch ein stellenweise demokratiefreies Gebilde.

Und nun soll auf einmal in einer Volksbefragung die Arbeit der Brüsseler Klaustrophoben bewertet werden? Das ist der Supergau. Wenn das Schule macht, kann Brüssel einpacken.

Ja, ein Gespenst geht um in der EU. Es heißt Volksbefragung. Ach, würde Cameron doch wie sein großes Vorbild Margaret Thatcher nur schreien: „I want my money back!“ Darüber ließe sich ja reden. Aber direkte Demokratie? In Sachen Europa? Möge dieser Kelch an Brüssel vorübergehen.

Vielleicht tut er es ja. Camerons satanische Initiative ist für die fernere Zukunft geplant. Wer weiß, ob David Cameron dann überhaupt noch im Amt ist. Er hat die Drohung mit der Demokratie ja auch nur ausgesprochen, weil ihn seine Partei dazu gezwungen hat. Und er hofft, dass Angela Merkel ihm dabei hilft, seine Demokratiedrohung nicht wahr machen zu müssen.


Man weiß ja nie, was bei so einem Referendum heraus kommt. Man schaue sich nur die Moslems an. Kaum lässt man sie an die Wahlurne, schon wählen sie diese absurden Islamisten. In England muss man sich zwar nicht vor den Islamisten fürchten, dafür aber vor den Engländern. Die leiden ja seit Jahrhunderten unter einem liebenswürdigen, aber nicht zu unterdrückenden Inselkoller. Jahrhunderte lang war Europa für sie Übersee. Inzwischen hat man zwar einen Eisenbahntunnel zum Kontinent gebaut. Aber Insel bleibt Insel. Und fragt man die Insulaner, ob sie zu Europa gehören wollen oder nicht, so kann es leicht passieren, dass sie sich für die Insellage entscheiden.

Die Insellage ist für die Briten, was für die Deutschen die D-Mark ist. Sie ist ein Sehnsuchtswert. Die Deutschen sind mit dem Euro gut gefahren. Aber wenn man sie fragen würde, würden sie sich für ihre alte Liebe entscheiden. So ist jeder auf seine Weise liebeskrank und von unvernünftigen Sehnsüchten geplagt.

„Nie sollst du mach befragen!“ hat der Mann mit dem Schwan gesungen. Lohengrins Lied ist das Lied der Eurokraten. Und David Cameron ist ihr Gottseibeiuns.       


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Kategorie(n): Ausland