05.01.2013   21:42

Teure Strompreise und billige Versprechungen

Rupert Reiger

Die Bundeskanzlerin hatte im letzten Jahr noch vollmundig versprochen, dass die EEG-Umlage den aktuellen Wert von 3,6 Cent/kWh langfristig nicht überschreiten würde. Dabei sollte eigentlich auch damals jedem klar gewesen sein, dass ein weiterer Ausbau der sogenannten Erneuerbaren Energien auch zu höheren Kosten und damit zu einem Anstieg der Einspeisevergütung führen muss. Und ausgebaut wird weiter. Allein im 4. Quartal 2011 sind Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 4.150 Megawatt dazu gekommen. Und auch im ersten Quartal 2012 betrug der Zubau noch stolze 1.800 Megawatt.

Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen. Wie das Handelsblatt jetzt unter Berufung auf Informationen “aus dem Umfeld der Übertragungsnetzbetreiber” erfahren hat, ist für 2013 mit einem Anstieg von jetzt 3,592 Cent/kWh auf dann 4,8 bis 5,2 Cent pro kWh zu rechnen.

Das ist ein Anstieg von 33% und bedeutet, dass die Belastung der Stromverbraucher damit von 13 Mrd. Euro (2011) auf 18 Mrd. Euro pro Jahr ansteigt. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet dies zusätzliche jährliche Kosten in Höhe von 60 Euro.

Es ist nicht das erste mal, dass eine Prognose der Regierung zur Preisentwicklung bei den “Erneuerbaren” grandios danebengelegen hätte. Es ist vielmehr die Regel. Aber sehen Sie selbst:

Die Entwicklung der Prognosen zur EEG-Umlage und deren tatsächlichen Werte im Wandel der Zeit (Mit herzlichem Dank an unseren Leser Tritium):

2004
Greenpeace

….Kosten… für die EG-Umlage auch bei weiterem Ausbau der Erneuerbaren Energien (EEG) gegenüber dem jetzigen Stand praktisch konstant.

Die EEG-Umlage betrug 2004 0,58 Ct/kWh

2005
Bundesumweltministerium

Der Anstieg der EEG-Umlage nimmt in Zukunft ab und wird einen Durchschnittshaushalt selbst bei sehr dynamischem Ausbau nicht mehr als 3 Euro pro Monat kosten.

Die EEG-Umlage betrug 2005 0,68 Ct/kWh

2006
Ingenieurbüro für neue Energien

Insgesamt ist zu erwarten, dass die monatliche EEG-Umlage von heute etwa 0,54 Ct/kWh bis zum Jahr 2017 auf maximal 0,93 Ct/kWh ansteigt.

Die EEG-Umlage betrug 2006 0,88 Ct/kWh

2007
Solarportal 24

Das größere Stromangebot aus Wind, Wasser, Sonne Bioenergie und Erdwärme führt zu einem dämpfenden Effekt auf die Strompreise, so der Bundesverband Erneuerbare Energie BEE.

Bundesumweltministerium

Durch die EEG-Novelle erhöht sich die EEG-Umlage auf den Strompreis etwas. Nach geltendem Recht wäre sie bis Jahr 2015 auf ein Maximum von etwa 1,4 ct/kWh angestiegen, danach sinkt sie wieder.

Die EEG-Umlage betrug 2007 1,02 Ct/kWh

2008
Bundesumweltministerium

Mit einer EEG-Umlage von maximal 1,5 Cent/kWh liegt diese 2020 nur geringfügig über ihrem aktuellen Wert von etwa 1,2 Cent/kWh.

Die EEG-Umlage betrug 2008 1,12 Ct/kWh

2009
Bundesverband Erneurbare Energien

Die EEG-Umlage …wird im Preispfad EE-Branche ihr Maximum bei rund 1,4 Ct/kWSh etwa 2013/2014 erreichen.

Die EEG-Umlage betrug 2009 1,13 Ct/kWh

2010
Bundesumweltministerium

Die EEG-Umlage für 2011 wird sich nach einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) rund 2,8 Cent betragen ... auch für die kommenden Jahre keine explodierende EEG-Umlage.

Die EEG-Umlage betrug 2010 2,05 Ct/kWh und stieg 2011 auf 3,53 Ct/kWh

2011
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 09.06 in einer Regierungserklärung

Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen; heute liegt sie bei etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Langfristig wollen wir die Kosten für die Vergütung des Stroms aus erneuerbaren Energien deutlich senken.

2012
Eicke R. Weber, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme

Der beherzte Zubau der erneuerbaren Energien wird die Umlage dafür auf den Strompreis nur wenig, für den Verbraucher unmerklich steigen lassen.

ab 2013 beträgt die Umlage 5,277 Ct/kWh

Zu lesen hier:
http://www.science-skeptical.de/blog/energiewende-immer-teurer-eeg-umlage-2013-bei-48-bis-52-cent/007491/


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Kategorie(n): Inland  Klima-Debatte  Wirtschaft