10.12.2012   21:58

Überraschung!

Wenn linke Aktivisten zu einem Boykott israelischer Produkte aufrufen, dann ist das praktizierte Friedenspolitik, Anti-Imperialismus und ein Beitrag zur Lösung des Nahost-Konflikts. Wenn Rechte dasselbe tun, dann schreien ausgerechnet die Linken “Antisemitismus!”, getreu dem alten Sprichwort: Nur die eigenen Fürze riechen gut. Jetzt hat “endstation-rechts” die NPD des Antisemitismus überführt, weil ein NPD-Mann im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern eine Rede gehalten hat, die so auch in der “jungen Welt” als Beitrag von Inge Höger, Annette Groth oder Norman Paech hätte stehen können. Er versicherte zwar, diesen Antrag nicht „aus einer antisemitischen Motivation heraus“ zu stellen, doch seine Ausführungen ließen einen anderen Schluss zu. Er schwadronierte von einem „zionistischen Staat“ und einer „zionistischen Zentrale“. Dem Staate Israel warf er vor, das „palästinensische Volk sklavisch auszubeuten“, er sprach von „ökonomischem Terrorismus“.

Worauf ein Abgeordneter der SPD (das ist die Partei, deren Generalsekretärin vor kurzem die “gemeinsamen Werte” mit der Fatah entdeckt und paragrafiert hat) den NPD-Mann in die Ecke stellte, indem er darauf hinwies, dass die von ihm “geforderte Kennzeichnungspflicht bereits seit 2005 existiere”, die Forderung also gegenstandslos sei. Das ist so, als hätte ein Sozialdemokrat im Jahre 1941 einen Kollegen von der NSDAP darüber aufgeklärt, dass er mit seiner Forderung, die Juden mit einem Gelben Stern zu kennzeichnen, zu spät komme. Sieht ganz danach auch, als hätte die SPD nicht nur mit der Fatah gemeinsame Werte.

Siehe auch:
Im Brodkorb der Philosophie
http://henryk-broder.com/hmb.php/blog/article/929/

Wer in Mecklenburg-Vorpommern als Philosoph anfängt, der muss als Minister enden
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wer_in_mecklenburg_vorpommern_als_philosoph_anfaengt_der_muss_als_minister/


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Kategorie(n): Inland