20.11.2012   11:53

Raum für Zettels Traum

Die Blogosphäre kennt nur wenige wie ihn: “Zettel” ist das Pseudonym eines der produktivsten deutschen Blogger, der in “Zettels Raum” fast täglich das Weltgeschehen und die deutsche Befindlichkeit kommentiert. Auch wenn die “Achse des Guten” weit vorn liegt – “Zettel” kommt gleich dahinter, ein Einmannbetrieb mit wenigen Helfern. Nur per Mail ist das Interview mit dem Mann möglich, der auf seine Anonymität Wert legt.

Die Welt: Warum wollen Sie, der eremitierte Hochschullehrer, nicht sagen, wer Sie im bürgerlichen Leben sind?

Z: Eremitiert triffts ganz gut … Oder meinten Sie …?

Die Welt: Emeritiert, natürlich.

Z: Fängt ja gut an.

Die Welt: Heißt ja auch “Zettels Raum”. Da kann man sich schon mal verzetteln, oder? Überhaupt: Was treiben Sie da? Posten Sie Ihren erweiterten Zettelkasten? Ist der Raum ein Traum, befindet er sich im Himmel oder in der Hölle?

Z: Im Untertitel von “Zettels Raum” steht “Vernünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt”. So heißt ein Hauptwerk des großen deutschen Aufklärers Christian Wolff, erschienen 1720. Ich glaube nicht, dass die Erde eine Hölle ist, und ich glaube erst recht nicht, dass man den Himmel auf Erden schaffen kann. Aber an die Kraft der Aufklärung glaube ich schon. Ein bisschen stelle ich mir “Zettels Raum” wohl wie einen virtuellen Hörsaal vor.

Mehr lesen: Die Welt, 20. November 2012.


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